Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 1 u. 2 (Januar-Februar 1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Sabbath Z gie dafür eintreten, dass ans die wundervolle Institution des Sabbaths nicht beeinträchtigt wird, die so wichtig ist, dass, wie unsere Weisen sagen, von der Heilighaltung des Scbabbos das ganze künftige Geschick Israels abhängig ist. 80 wünsche ich Ihnen, meine Herren Delegierten, dass Sie in Ihrer Arbeit förderlich wirken möchten. Daß die Idee unseres Strebens auch weitere Kreise erfaßt hat, dafür ist ein Beweis, dass beide Gemeinden dahier uns in unseren Arbeiten unterstützen und sei diesen Körperschäften seitens unserer Ortsgruppe innigster Dank dargebracht. Ihnen aber, meine Herren Delegierten, rufe ich zu; ויהי נעם ד׳ אלקינו עלינו ומעשה ידינו כוננה עלינו ומעשה ידינו כוננהו Es folgte die Ansprache Sr. Ehrwürden, des Herrn Oberrabbiner Dr. Lern er - Altona: ״In seinem Trostschreiben an die Juden in Jemen handelt Maimonides von drei Feinden des Judentums: von Amalek, dem Griechentum und dem Mohammedanismus. Amalek ist die Kraft des Schwertes, unter Griechentum ist die sophistische Beweisführung, unter dem Mohammedanismus ist die listige Nachahmung jüdischer Sitten zu verstehen. Nichts aber bat dem Judentum soviel Schaden gebracht, als die von fremden Religionen ihm nachgeahmten Einrichtungen. Ihnen aber fehlt der wahre göttliche Geist, fehlt das wirkliche Leben, welches kein Mensch nacbzuahmen vermag. Diese drei Feinde treten heute vereint gegen das grosse Werk auf, das der Verband der Sabbatbfreunde unternommen. Amalek — es sind die schweren wirtschaftlicben Verhältnisse, unter denen der sabbathtreue Jude mehr zu leiden hat, als jeder andere; Griechentum unserer Zeit ist der moderne Zeitgeist, der Viele an der Mission des Judentums irre werden lässt und Mohammedanismus — das dem Judentum nachgeabmte, das ist die Feier eines Ruhetages in der Woche — das Gesetz der Sonntagsruhe. Unter diesem dreifachen feindlichen Drucke glaubt man, man müsse verzweifeln an der Erhaltung des Schabbos; aber die Strahlen des erloschenen Chanuckalichtleins durchdringen uns mit neuer Zuversicht. Wir wissen es, wir müssen den Schabbos unverfälscht uns und unsern Kindern erretten, wir müssen das Bewusstsein lebendig erhalten, dass allen Sabhathnachahmungen die Hauptsache fehlt, der jüdische Geist, das jüdische Leben, welches der Schöpfer dem jüdischen Sabbath eingebaucht hat. Die innige Freude, die Kraft, mit der er uns stählt gegen die Kämpfe des Lebens und unä rüstet für den praktischen jüdischen Lebensberuf — das kann uns niemals irgend eine Sonntagsruhe ersetzen. Allen, die an Jisroels Zukunft verzweifeln möchten, sucht der Sabbathbund das Prophetenworf in Erinnerung zu bringen כי נפלתי קמתי. Allen Zeiten des Verrates im jüdischen Volke sind Jahrhunderte freudigster Aufopferung gefolgt. Gerade durch die völlige Entfremdung, die vor uns sich zeigt, soll in allen sabbathtreuen Kreisen und Häusern die Kraft zur höchsten Entwickelung gebracht werden, die der Erhaltung unserer Heiligtümer sich widmet, ׳die Kraft, die alle irdischen Interessen überwinden lässt, wenn es gilt, dem Ideale der Thora zu dienen. Möge es Ihnen gelingen, das Schabbos-Heiligtum uns allen zu erhalten, damit uns der Schabbos bleibe eine’מנוחת אהבה ונדבה, מנוחת אמת ואמונה, מנוחת שלום ושלוה והשקט ובטח, מנוחה שלימה שאתה רוצה נד,. Eine Buhe voll Liebe und Hingabe, eine Ruhe in Wahrheit und Treue, eine Ruhe voll Frieden und Eintracht, voll Genügsamkeit und Behaglichkeit, eine vollkommene Ruhe an der Gott Wohlgefallen hat*. Der folgende Redner, Rabbiner Dr. Bamberger- Wandsbek begrüsst den Delegieitentag namens seiner Gemeinde. Die drei Gemeinden Hamburg, Altona, Wandsbek bildeten früher einen Gern aindeverband. Wenn auch heute jede von ihnen selbständ doch zusammengehörig, wenn es des Judentums handelt. Gerne Feste. Redner wünscht, dass gen sein möge vom Geiste des g ist, so fühlen sie sich sich um ideale Interessen feiern sie zusammen ihre ier Delegiertentag getrariedens und beitrage zur eine so hohe Auf- Auch zur Zeit der Has- Entfaltung des Sabbathgedankens. Herr Wolf Möller - Altona bietet Willkommensgruss namens des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde Altona. ' Wenn auch viele Delegiertentage von Juden abgehalten werden, so ist doch keinem gäbe gestellt, als dem Ihrigen, monäer war der Sabbath gefährdet, aber damals von nicbfjüdischer Seite. Heute erkennt man ihn von dieser Seite an, aber man vergleicht i in mit den Gesetzen, die der Staat festlegen und aufheten kann. Man will nicht anerkennen, dass der Schabbos jnabänderlich ist. Diese Erkenntnis zu pflegen, ist die Aufgabe des Verbandes der Sabbatbfreunde. Möge Gottes Segen auf Ihren Arbeiten ruhen! Herr Alexander Carlet ach entledigt sich eines Auftrags seines am Erscheinen verhinderten Vaters, indem er dem Delegiertentage guten Verlauf namens seiner Heimatgemeinde wünscht. Er verspricht seinen Einfluss aufzubieten, dass in Lübeck ein; Ortsgruppe des Verbandes der Sabbathfreunde gegründet werde. Herr Jacob Rosen h e im-Frankfurt a. M. knüpft an ein Wort des Midrasch an. ]Cinst beschwerte sich der Scbabbos bei Gott; Jedem Wochentage hast du einen Gefährten gegeben, nur mir allein nicht! Da tröstete ihn Gott: Israel soll dein Gefährte sein. Die ״Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums“ ist seit der Begründung des ״Verband»- der Sabbathfreunde“ Seite an Seite mit ihm gewandert und dieses Verhältnis hat anf Gegenseitigkeit beruht. Wenn der Mann draussen im Leben wirkt und kämpft, um die Prinzipien zu vertreten, auf denen sein Leben sich aufbaut, Hass und Streit seine-Stirn ümwölkt und ihm dann seine Gattin entgegenlächeit, dann tröstet ihn der Gattin Wort und hilft ihm hinweg über die Kämpfe des Lebens. Die ״Freie V areinigung“, die als umfassende Organisation der gesetzestrenen deutschen Juden, so manchen Kampf bestehen, soviel Unbill ertragen muss, käme leicht in Gefahr, den Mut sinken zu lassen, wenn aber das Wort יבבת ertönt, dann schwinden alle Schatten und der Gattin Li jbe zerstreut jeden trüben Gedanken. So geht auch uns das Herz auf, wenn_vom ״Veiband der Sabbathfreunde“ die Rede ist. Wie wir Frankfurter in der Sabbath - ,תפל־ eine abweichende Lesart haben und sagen ויש חובך אוהבי שמך (es freuen sich an dir alle, die Gottes Namen lieben) also Freude und Liebe als vom שבת unzertrennliche Bestandteile annehmen, so möchte ich sagen, trägt c er ,,Verband der Sabbathfreunde“ diese beiden Empfindungen in die Gesamtheit. Möge dieses sein Werk gefördert werden, damit ganz Jisrael .Freude an diesem Delegiertentage habe und der Name GoLtes geliebt werde auf dem ganzen Erdenrund. Herr Jacob Pels - Emden bildete den Beschluss mit folgenden Worten: Nach den Anregungen der verschiedenen Herren durchzuckt mich ein Gefühl der Freude, nachdem ich gesehen, mit welcher Begeisterung man aus allen Teilen Deutschlands hier Zusammengetreten ist. Ich muss bedauern, dass wir in Emden noch keine Ortsgruppe besitzen, kann aber die Versicherung abgeben, dass auch wir stets Ihr Interesse vertreten. Gern bin ich dem Rufe hierher gefolgt, um Ihnen, meine Herren Delegierten, 1־die Grü6se der Gemeinde Emden zu überbringen. Wenn