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Der Sabbath · 1911-07-01 · 7 u. 8 (Juli-August 1911 · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Sabbath
Volume
11 (1911)
Issue
7 u. 8 (Juli-August 1911
Date
1911-07-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Der Sabbath. 39 kindliches Gemüt in der Heilkraft dieses Oels verkörpert fand. Noch eine Mission hatte die Scbabboslampe an den Werktagen. Sie zeigte den zugereisten, Armen ohne dass sie zu fragen brauchten, die Häuser der Glaubensgenossen, bei welchen sie jederzeit auf gastliche, berzliehe Aufnahme rechnen durften. Es gab fast kein jüdisches Haus ohne S< habboslampe, sie war hei!!er Einrichtung eines jeden Hausstandes etwas so selbstverstündliches, dass man sie zum Steuerohjfkt machte und in Oesterreich und Russland eine Lichtsteuer einfiihrte, zu welcher man jedes Licht heranzog, welches zu Ehren des Schabbos angezündet wurde. Dieses Fiskalstück, diese Besteuerung, Vergewaltigung und L'nterdriickung des Lichtes durch die Mächte der Finsternis mit ihren merkwürdigen Begleiterscheinungen ist ein Kapitel aus den dunkel-lichten Phasen des jüdischen Exilleidens, das noch seines Darstellers harrt Ausser an Schabbos und Jomtof werde die Scbabboslampe noch am Sabbatausgang angezündet, aber nur eins ihrer Lichter brannte dann b:s über den Scheidegruss — Hawdolo — mit welchem der Schabbos verabschiedet wurde. Es war wie ein Lichtschein, den der scheidende Schabbos auf die heraufziehende Woche warf, um ihr Schatten und Ringen, ihr Ernstes und Trübes mit einem Strahl des Schabboslichtes zu verklären. Noch bei einer einzigen Gelegenheit wurde ein Licht der Scbabboslampe auch an Wochentagen angezündet, wenn es zum Gedächtnis derjenigen galt, die zu ihrem grossen ewigen Sabbat eingegangen waren, am Jahrzeitstage der Eltern. Diese Sabbatlichter, von ihnen gilt das Dichterwort: Halb berühren sie der Toten, Halb der Lebenden Gebiet. Sie umspannen Vergangenheit und Gegenwart, Tugend und Alter, Leben und Tod, Zeitlichkeit und Ewigkeit verbindet ihr Lichtgürtel zu einem grossen harmonischen Ganzen, in dem alle Gegensätze versöhnt und ausgeglichen sind. Ein Reflex ihres milden anspruchslosen Lichtes fällt auf den trüben Ernst jeder Lebenslage und belebt die Hoffnung auf die Zeit, die ganz Schabbos sein und uns die Ruhe des ewigen Lettens bringien wird. 5imon Spira und sein Sohn. Historische Erzählung. Von Alb. Em. Brachvogel. (Kortset/unn so ruhig mit dem ״Göttertrank der .Mönchp“ ziehen lassen? Der־^ Meinecker schmeckte auch?0 süss, dass Hartick gar kein Bnchus-Bruder hätte sein müssjen. um nicht so viel von ihm zu trinken, als nur irgend him:n*|;r wollte. \\'nr seine Zunge zur Unterhaltung bereits untauglich geworden, so waren seine übrigen Sinne, besonders das Gehör, auch stumpfer, wie gewöhnlich, sonst hätte er bereits wahrnehmen m issen. dass der Weingarten seines Freundes und bald darauf die nä :bste Umgegend des Hauses höchst belebt zu werden begann. letzt wurde die Tür aufge ־issen. Fin schwedischer General trat ein. hinter ihm Oberst Trigiycsen mit einer Schar Musketiere. -Ve verr-verrat! Verrat!" schrie der unglückliche Hartick. -Schlagt ihm den Schädel ein־, befahl Graf Königsmark. Fin Kolbenschlag machte augenblicks dem Leben des trunkenen Baron ein Ende. < — ״Haha, ich sehe, de׳• .Meinecker, den wir durchliessen, tat seine Pflicht, letzt vorwärts, Rittmeister! Führen Sie uns zu der Brücke bei den Palisaden I Ihr Regiment folgt. Oberst! Wer einen Laut ausstösst, ein Wort spricht bevor das Angriffszeichen ertönt, der hängt morgen! Zur Sache a!sP •״ ~ Der schwedische Ohergeniral verlies.« das •Haus, gefolgt von—־־ Odowalsky und dem Obersten. 1;Drausscn standen im Garten die Schweden Glied bei Glied.! _ Leise führte Odowalsky Graf Königsmark zu der kleinen Brücke, welche aus dem Palisz Graben in den Weinberg führ! •worden war, hcrabgclassen nn i unbewacht. Rascii eilten die Feinde, immer drei Mann Itöch, den Obersten vorauf, hinüber und Fähnlein auf Fähnlein rückte nach Um ein Uhr Nachts -eilte der letzte Mann hinüber. letzt dröhnte ein Alarnjschuss. Geschrei folgte, etliche Häuser gingen alsbald in Flammen auf. Oie Schweden hatten mit einem Handstreich die Prager 1־ feinseite genommen.'.' Um jene Stunde kehrte CdowaPky hastig in Haus zurück, denwerk der Kleinsfite übe; den c. .Man . fand sie. w ie erwartet eilte, ohne Licht 7u machen, an belud seine Taschen mit dem als Lohn seiner Ve־r."terei von Auf einmal einmal erfolgte in Schlag, ein furchtbarer Schrei, Alles still! Nach einiger Zeit schlug den Leuchter. Es ist der alte ,und der furchtbare Blick auf dif ׳eine Blutige Axt lag, verriet, Kerl. -So kannst Du mit Deinem Gelde doch nicht ins Weite und* seinen Schrank, schloss auf, und Gelde. das er am Abend vorher, den Schweden empfangen hatte dem Gemache ein knirschender iin kurzes Röcheln: dann wurde cm.ind Feuer an und entzündete Betovic. Sein blutrotes Gesicht Leiche seines Herrn, neben der vas er getan, letzt grinste der mich und die Liszka verlassen Schweden Rechnung kommend“ Nach diesen Trostgründen Stolz, verbot es Coloredo und seinen Untcrbcfehlshabern, weniger patriotisch zu fühlen und leichtfertiger über Prags Sicherheit zu wachen, als die )udenschaft. Überdem wäre es. angesichts der erwachsenden Friedensgewissheit für den Statthalter und die Bc- Satzung mehr als schimpflich, für des Kaisers Vorteil und bjplomatische Stellung beim Friedens-Congress zu Osnabrück höchst nachteilig gewesen, Prag nun doch in feindliche Hände fallen zu lassen, abgesehen von der Gewissheit, dass die Schweden dies־ mal sicher von Prag nicht abgezogen wären, ohne es in einen Schutthaufen verwandelt zu haben und den böhmischen Kronscliatz• das Silber von St. Veit, Lorette und der Theinkirche, wie die Du־ katen des (udenviertels mitzunehmen. ... Am 24. Juli Abends elf Uhr sass Herr von Odowalsky mit Baron Hartick beim Weine, und sie hatten bereits stark gebechert; Hartick’s Zunge lallte schwer. Kein Wunder, denn der Mclnecker war gestern eingetroffen, was schon als sonnenklarster Beweis galt, dass von den Schweden keine Spur auf der Prager Westseite vorhanden sein könne, denn wie hätten sie sonst wohl den Fuhr־ mann die alte Strasse über Raudnitz, Budin und Kralup nach Prag flinte um, löschte das Licht um verlies» das Haus. Während auf der Kleinseitc schon Flammen schlief hi r^m Dunklen der Verr den Jodesschlaf. Stylist! lohten, urd Jammergeschrei ertönte, liter neben seinem betrogenen Opfer Die Verteidiger der Kleiusei'c waren so sorglos gewesen der Ueherfall durch Odowalsky plötzlich ausgeführt, dass die liehen Moldauufers, sondern im nerne Brücke sehr gut auch de eben Alles, was Fügung, Zufal einerseits Klugheit, kaltes Blut, Begeisterung andererseits bewe Die Sache aber, wird auf der plünderte er seines Herrn Taschen Ein leicht begreiflicher, ebenso militärischer, wie christlicher . '“1,,,״״■•״י.״»״■* ״ך״״ ״..u-r ״ _a- .._a _־' ״״״■״״״״■den Schrank aus, schnallt( dessen Degen an, hing die |agds Kapitel. s Niedcrtra.cht so vorbereitet und, Schweden sich nicht blos des restfaschen Vorbringen über die stei- ־- Alt- und Neustadt hätten bemäefftigen können, wenn nicht die Präger Juden mit Rabbi Spira und seinem wachsamen Sohne gewesen wären. Sonderbarer Weise traf und menschliche Kurzsichtigkeit zähe Beharrlichkeit Und Glut der rkstelligen konnten, bei dieser Gelegenheit zusammen, um zu verhindern, dass ganz Prag in dieser . einen Nacht an die Schweden rerloren j>ing.

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