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Der Sabbath · 1911-07-01 · 7 u. 8 (Juli-August 1911 · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
11 (1911)
Issue
7 u. 8 (Juli-August 1911
Date
1911-07-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Der Sabbath. gearbeitet werden darf. Die Vertreter der Arbeiter haben nun, unter der Begründung, dass letztere ja keine Israeliten seien und deshalb zur Sabbathfeier nicht angehalten werden können, wiederholt bei dem Vorstand der israelitischen Gemeinde sowie bei dem Unternehmer Schreier ▼orgesprochen, damit den Arbeitern, die den Sabbath feiern müssen, eine Entschädigung gewährt werde. Der israelitische Gemeindevorstand erklärte, das sei Sache des Unternehmers, der bitte die Arbeit mit der Bedingung übernommen, dass an den israelitischen Feiertagen an dem Bau nicht gearbeitet werde und Schreier müsste für Entschädigung der feiernden Arbeiter aufkommen. Unternehmer Schreier hat es abgelehnt, irgend welche Entschädigung zu zahlen. Im Uebrigen bestehen zwischen einem Teil der Arbeiter und dem Unternehmer auch noch geringe Lohndifferenzen. Die Arbeiter sind indessen entschlossen, nicht eher die Arbeit aufzunehmen, bis eine Regelung mit dem Unternehmer Schreier herbeigeführt ist. Pressburg, 1. Juli. Hier hätte vorigen Sams'ag eine Nachwähl für das ungarische Abgeordnetenhaus s'atttiaden sollen. Di jedoch in Pressburg ein grosser Teil der Beichstagswablcr Juden sind, die der strenggläubigen Richtung angehören, wurde der Wahltermin auf deren Wunsch und infolge Eingreifen de.s'obberrabbincrs der Pressburger orthodoxen Gemeinde auf einen Wochentag verschoben. Jaffa, 19. Juli. Vor kurzem fand in ״En Gamiin“ bei Pethaeh׳ Tikwah eine Versammlung jüdischer land Wirtschaftlieh er Arbeiter aus verschiedenen jadäischen Kolonien statt. Der Zweck der Versammlung war die Schaffung einer Organisation samtlieber in Judäa tätigen landwirtschaftlichen Arbeiter. Es wurde ein Zentralkomitee eingesetzt, ferner Lokalkomitees in 1' e 1 h a c k - Tikwah, Rischon le Zion, Kechobotb, Hulda und Lydda. Eine ähnliche Arbeiterorganisation besteht bereits fiir die Kolonien in Galiläa. Leider musste gleich die erste konstituierende Versammlung mit einem Verstosse gegen das Iteligionsgesctz beginnen. Sie wurde auf einen Sabnath angesetzt, wiewohl man wusste, dass viele Kolonien, deren Arbeiter eingeladen waren, ausserhalb des zmr. liegen. Einige Gäste zogen auch am hellen Babbathnachmittage hoch zu Ross in die Kolonien ein. Auch sonst nahm die Versammlung wenig Rucksicht auf den Sabbath. In Pethaeh-iikwoh, wo das gesetzestreue Element überwiegend ist, und weit darüber hinaus rief dieses skandalöse Verfahren grosse Aufregung hervor. Die Erregung fand in einer letzthin hier abgehaltenen Ver- Sammlung inren beredten Ausdruck. Die Kundgebung lüud in der sephardischen Synagoge ״Kehilath Jacob" statt und war von hiesigen■- Teilnehmern wie auch von Delegierten aus Jerusalem und vielen Kolonien stark besucht. Ausserdem war noch eine Reihe schriftlicher Proteste aus Rischon le Zion und anderen Kolonien eingegangen, die zur Verlesung gelangten. Nach einer Einleitungs- und Begrüssungsrede des Vorsitzenden, David Lipschitz, ergriff Herr Oberrabbiner Kuck aus Jaffa das Wort und schilderte in wirkungsvollsr Weise den geisiigen Niederj gang, der sich in dem Treiben derer, die durch Negierung und Verj letzung der jüdischen Religion die Sache des Jud niums vertreten I zu können glauben, kundgibt. ״Allein, führte der Redner weiter aus, I die trüben Erscheinungen, die uns so Uef schmerzen, vermögen uns | doch nicut zu entmutigen, sondern müssen uns zum Kampfe! aufmuntern, zum Kampfe gegen die inneren Feinde, gegen die \ er- 1 irrten Brüder, die da wähnen, dem jüdischen Organismus durch I Tötung der jüdischen Seele irgendwie dienen und heilen zu können." Es sprachen ausserdem Herr Rabbiner Hurwitz, Redakteur Frumkin, sowie noch mehrere Redner aus Pctach-Tikwali und; Jerusalem. Auch die Gegenpartei schickte einige'ihrer Wortführer vor, die den Versuch machten, ihre Kollegen in Scmitz zu nehmen, und zwar mit dem sonderoaren Argumente, dass ״E11 Gamm" Privateigentuin der Arbeiter sei und diese das Recht hätten, sich in ihrem Hause nach ihrem Belieben zu benehmen. Mit treffenden und scharfen Worten wies Herr Oberrabbiner Kuck diese seltsame Auffa8sung zurück. Nach Verlesung mehrerer Protcstschreiben wurde mit grosser Stimmenmehrheit folgende Resolution angenommen : In der am dritten Tamus in der Synagoge ״Kemlalh-Jakob" stattgefundenen und von den Rabbinern, den Stadtältesten, allen angesehenen Bürgern uni von Vertretern aus Jerusalem und dun Kolonien besuchten öffentlichen Versammlung wird öff.-ntlich Protest erhoben gegen das betrübende Vorkommnis io En Gamm bei Petach-Tikwah. — Die Versammlung spricht ihr tietstes Bedauern aus aber die Konferenz der Arbeiter am dchewuaus und dem darauf lolgenden Sabbath, bei welcher es zu einer öffentlichen empörenden Verletzung der Rdigion gekommen ist. Abgesehen davon, dass viele Teilnehmer der Konferenz am Sabbath und am Feiertage zu Ross zum Versammlungsort gekommen sind, ist auch wahrend der Verhandlungen Protokoll geführt worden und sind alle schriftlichen Arbeiten ohne Rücksicht auf die Fest- und Sabbatbweihe verrichtet 37 worden, ohne Rücksicht auf die Folgen dieses schändlichen Treibens, die eine tiefe Schmach für das neue Palästina bilden. Diese öffentliehe Verletzung des Sabbath■; und der anderen Vorschriften der Religion erweitern die Kluft zwj-chen d;r alten und neuen Generation immer mehr und richten Verwüstungen an, die zur Enttüusohung des gesetzestreucn Elementes fuhren. Die Versammlung erhebt ausser 1.■tu scharfen Protest gegen das Lehrerkollegium die s G y m!1 a s i u ui s , welches es sich znm Ziel gesetzt hat, die Autorität der Thora und der Propheten in denAugcn der Jugend zu untergraben und durch das .System der von den Feinden des Judentum!; übernommenen Bibelkritik. unsere alten Urkunden ihrer Heiligkeit und ihres traditionellen Geistes zu entkleiden. Die Versammlung erachtet es als ihr3 heilige Pflicht, ihre Protestkundgebung all denen zu unterbreiten, die treu der judisehen Tradition geblieben sind, d!n Sehraerz ob solcher Verirrungen und Ausschreitungen mit uns empfinden und die Gefahren, die vou ihnen der Kolonisation in Palästina drohen, einsehen. Mögen alle, die mit uns denken und fahlen, hre Stimme gegen dieses Treiben erheben, damit der heilige Boden Palästinas vou einer Uiltfrncht gereinigt wird, die die höchste ration iii sieh birgt." Di: Versammlung und die R Eindruck, und es ist zu hoffen, ein wellig in sieh gehen uni au Getahr für die kommende Gene-!«01uti011 machten hier gewaltigen lass auch lie resoluten Jünglinge der wohlverdienten empfangenen Lektion etwas lernen, was ihnen s :hr zu Nutzen gereichen könnte. — Die Schabbosiampe Wie ist «loch unzulänglicher und prosaisch Vergleich zu meiner iSchabbo Aladins\\ uuderlampe ein ־trübseliger, nüchterner Notbehelf iin dampe! Mag jene in feenhellern Schimmer: die Wunder ads Tausend und einer Nacht vor das Auge zaubern, es ist spuck, den sie uns vorgaukelt doch nur eiu toller Märchender haltlos zerrinnt, sobald ihn das Auge i'esthalteu mochte. Aber der Glanz, den meine alte ,Scliabbosiampe ausstrahlt, icl.1 meine nicht einmal ihr Licht, sondern ihr״ Idankgeputztos Messing, in dem sich die ganze Stühe spielt, von ihm braucht mein Auge nur einen Strahl aufzujangen und es_ erstellt vor ihm eine Welf, deren reale \Y1rkl1chkeit keiner so 1 gut bezeugen kann, als ich selber! D3u11 es ist meine eigne Welt, von der mich ״viele Linder und Jahre trennen, eine Welt, die vielen andern durch diese Trennung versunken und vergessen ist, die ich'aber, wenn sie mir je entschlüpfen wollte, durch eiueu einzigen Blick auf metue Schabboslampe aus der fernsten Vergangenheit mit ihrer ganzen Lehensfrische in jede Gegenwart versetzen kauu. Manch Helles und Heitejres ist mir seit dem ersten Aufdümmern des Bewusstsein! der früaesten Kindheit bis zum heutigen Tage trüoe upd finster geworden. Aber die Sehabboslampe sprüht ihren fuukeluden Glanz noch heute in derselben reichen Fülle wieder wie datnils. Xu ihrem Lichte ersteht die glanzumfiossene Gestalt der Mutter, aus deren Händen die Sehabboslampe jeden Donnerstag in frischer .Scheie 11 er vorging. Damals wusste man noch nichts vo.1 Geolin, Boierin, nichts von Kaol oder Schmitzol und wie die moierceu Patzextrakte alle heissen. Zwei Duchziegelsteme Vurde.1 aneinander geriöben uud der zinnoberrote Ziegelstaub vollbrachte das Wunder der Verjüngung, dem־ kein Staub und Hauch der Woche und keine Spur zudringlicher!Fliegen und lästiger Mücken widerstehen konute. Und Vir Kleinen umstaulen die Mutter, folgten je lern Stück, das tu sabbntliehem Schmuck aus ihren emsigen Händen hervorging, und wir waren glücklich mit jedem kleinen Handlangerdienst, den wir dabei verrichten konnten. Wenn die in Teile zerlegte Lampe wieder zusammengefügt und behutsam aufgehängt spiegelblank zum Fenster hinaus leuchtete, so wussten wir, dass es keine blosse .Redensart war, wenn die Kochel

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