Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- 7 u. 8 (Juli-August 1911
- Date
- 1911-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Der Sabbath. sich manchem sehr unliebsam bemerkbar machen. Da- 1 gegen könnten wir in den .יכד ”:1*־יד mit Recht sagen; בעבדם לב•:‘־ בלילית. Der Beginn des םד־ an den rcc- Abenden winde sich um eine Stunde hinausschieben, und die Schwierigkeiten sich vergössern, die Kinder wach ,zu erhalten. 1 r Es liessen .sich der sich ergebenden Veränderungen niiphi viele anführen, doch mögen die angeführten Beis-pitl^ genügen, um darzutun, wie Einrichtungen, welche gleichwie s. Zt. die Einführung der mitteleuropäischen Zeit , — an unseren r icht jüdischen Mitbürgern spurlos vorüber- \ gehen, für uns Veränderungen über Veränderungen be- : dingen und so unsere Aufmerksamkeit auf das, was wir zuStun und zu lassen haben, stets wach halten. Das ist ' ja^iuch gut so, und so glauben wir auch, dass eine sotyhe Daylisbt Savii g Bill auch von den Juden überall I freudig begrüsst würde, dem Volk, welches alles Gute un«l Schöne als Licht bezeichnet, das seinen Schöpfer in : erster Lini!• preist als den ״צ־ א*־, den Bildner des . Tageslichtes . N. W. ,mfsnäz Rosch ha־schonoh am Sabbath 'י בא Um eures eignen Wohles willen hütet euch und. traget A nicht am Sabbattage (Jer. 17,21). ™ Früher als erwartet, ist die schon lange drohende Erschwerung der Heilighaltung des heiligen r;r für alle יזד־ים in P. eingetreten und namentlich die erste Zeit bringt viele früher unbekannte Schwierigkeiten mit sich. Und da ist es Zeit einzutreten für Gott und sein heiliges Gesetz: da gilt es, die Irrenden zu belehren, die Schwachen zu kräftigen, die Lässigen zu ermuntern,, die Schwankenden zu stützen. Zwar darf ich hoffen, dass Sie für Ihre Person meiner Mahnung nicht bedürfen: es gilt Sie aufzurufen ,לעזרר ,cifcp: .־, zum heiligen Kampfe für die Wahrung unseres '^CTJgdcii Heiligtums, auf dass ein jeder in seinem Kreise mütfg in ernster Hingebung für die ungeschmälerte Heifighaltung des .־:tr wirke und sie sichere. Weisen Sie darauf hin, wie das Verbot, dessen Uebertretung jetzt so nahe gerückt ist, ganz auf einer Stute stehe, gleich heilig sei, mit gleichem Ernste ausgesprochen und mit derselben schwersten Strafe belegt sei, wie alle anderen .ב^א:־־, vor deren Ausführung jede jüdische Hand zurückschrickt, jedes jüdische Herz zurückschaudert — und da sollte der jüdische Mann, der im Geschäftsleben unter den schwierigsten Verhältnissen gern und freudig das Opfer bringt und die Heiligkeit ries Tages sorgsam wahrt, da sollte das jüdische Weib, das in der vielseitigen häuslichen Tätigkeit aufs peinlichste vor Verletzung des Sabbats sich hütet — sie sollten, sie könnten durch Ausserachtlassen dieses einen Verbotes den Wert ihres gesamten jüdischen Pflichtlebens in Frage stellen? Wird nicht der Mund sich sträuben die Heiligkeit des heiligen Tages zu verkünden, die bald darauf verletzt werden soll? Wird die Hand es wagen, das Haus durch Sabbathlicbt zu weihen, die Hand, die an der Schwelle des Hauses den Sabbath freventlich entweiht:•־ *) Als vor einigen Jahren die Festungswerke in Posen riedergarissen und damit die umschlossene Stadt, in der man durch ,דלגתר •in•? tragen durfte, in eine offne verwandelt wurde, ,in der das Tragen am Sabbath nunmehr verboten ist, wurde obiger Mahnbrief an einen bestimmten Personenkreis in P. gerichtet. Und wenn die kurze Uebergangszeit, bis die Anpassupg an die neuen Verhältnisse stattgefunden, die Beobachtung schwieriger gestaltet — wann war jemals und seit wann ist für den wahren Juden, für die echte Jüdin die Schwere der Pflichterfüllung ein Grund zur Lässigkeit in der Erfüllung der Pflicht? War sie nicht vielmehr zu allen Zeiten ein Ansporn zu um so grösseren! Eifer, zu noch freudigerer Opferwilligkeit? Ist ja gerade jetzt die Zeit, die mit besonders heiligem Ernste uns mahnt, dass nicht unsere Willkür uns bestimmen und nicht unsere Bequemlichkeit im Mittelpunkt unseres Strebens stehen darf, dass unser Schaffen und Gemessen im Dienste dessen steht, dem wir Leben, Schaffenskraft, Genuss verdanken. Gleich der erste Tag im neuen Jahr wird unser Urteil sprechen, der Tag, an dem selbst das heilige Gebot des Schofarblasens zurücktritt vor der möglichen Uebertretung eben dieses schwerwiegenden Verbotes. Wie könnten wir am heiligen Tage vor dem unbestechlichen Richter erscheinen und wieder und immer wieder in den Gebeten den befohlenen r^rn-Schall ersetzen durch ן:־ון ה־ועד, in Rücksicht auf das Gesetz, das sonst wir freventlich verletzen? Der ־c’tr soll unser Fürsprecher sein am Tage des Gerichts. Möge sein erschütternder Weckruf nicht als furchtbare Anklage in unser Ohr gellen! Mögen die heilig ernsten Tage הנע ל uns alle finden unter denen, die bestrebt waren die Fahne unentwegter Pflichterfüllung gegen Gottes Gesetz für sich und ihrer Ungebung stets hochzuhalten. Mögen wir alle für würdig befunden werden der Einzeichnung in das Buch guten, gottgefälligen Lehens. בר״בנו בםם~ זדים ם־בים Das Fasten am Sabbat von Dr. A. Neuwirth. Noch in aller Erinnerung ist wohl der Kampf, der vor Jahren von einem deutschen Gelehrten angefacht, die Geister aller erhitzte. Anlass dazu gab die Behauptung, die Sabbatruhe wäre, noch bevor Israel sie am Sinai geboten erhalten, im alten babylonischen Reich gefeiert worden. Seinerzeit wurden, von berufener Seite, die zahlreiche Merkmalsunterschiede, die zwischen den beiden Institutionen sichtbar hervortreten, genau gekennzeichnet: ein weiteres Eingehen darauf erübrigt sich daher. Nur einen Punkt und ein Moment möchten wir im Folgenden noch besonders zu würdigen versuchen: Wir meinen das Fasten am Sabbath. Das Charakteristische des angeblich babylonischen Sabbats war die Trauer, war das Fasten an diesem Tage, also im vollen Gegensatz zu dem jüdisehen Sabbat, wo die Kasteiung strengstens untersagt ist. Nur unter bestimmten Umständen gestattet das Judentum diesen Tag mit Fasten zu begehen. Vornehmlich kommen hier zwei Fälle in Betracht: Das Versöhnungsfasten am Jom-Kippur und ein Beruhigungsfasten, wie wir es nennen möchten, ein Fasten, wodurch man sich zu beruhigen glaubt, wie etwa nach einem beunruhigenden Traum. Betrachten wir nun den Grundcharakter dieser sabbat• liehen Ausnahmefasten und wir werden den Zweck und das Ziel des Sabbatgesetzes noch besser erkennen und verstehen, aber auch die Göttlichkeit dieser Forschrift begreifen. Wie in der physischen Arbeitseinstellung des Sabbats die Schöpfertätigkeit Gottes dem Jehudi als Vorbild gilt, denn Sein Schöpfungswort gestaltete Him-