Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- 7 u. 8 (Juli-August 1911
- Date
- 1911-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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J1. Jahrg. No. 7 u. 8. 7uli־^u$ust 1911. (!)onofsbloff zurf örderung der Sabbathheiligung im focialen und wi rtf cfoaftli eben Ceben der6egenwart «mtnfurmrrgmmiiw Organ des Verbandes der Sabbathfreunde, des Israelitischen Stellenvermittlungs- und Versicherungsvereins, Frankfurt a. M. des Vereins für Stellenvermittlung, Berlin, des Stellenvermittlungsvereins jüdischer Kaufleute, Breslau und des Israelitischen Stellenvermittlungsvereins, Hamburg. _ Verlag: I Itr. Stellenvermittlungsu. Versicherungsverein, Frankfurt 1 M. f Redaction: Dr■ F־d. Biberfeld, Berlin. Ceatralbareaa des Verbandes der Sabbathfreunde: Berlin C., Neue Friedrlchstr. 71. Die Mitglieder des Verbandes und der 8teUenTermittlnng8yereine m Berlin, Breslaa, Frankfurt und Hamburg erhalten das Monatsblatt .Der Sabbath“ unentgeltlich. Bezugspreis für Nichtmitglieder Mk. 3.— jährlich. — Anzeigen 30 Pfennig die Tiergespaltene Petitzeile, bei Jahresaufträgen Babatt. — Correzpondenzen für die Bedaction an Dr. Ed. Biberfeld, Berlin C., Neue Friedricbstr. 71, alle sonstigen Mitteilungen geschäftlicher Art an die Geschäftsstelle des ,Der Sabbath", Frankfurt a. M., Neue Zeil 68. Naobdruok der Artikel mit Quellenangabe erwünscht. FEREDINBIJREAin: Berlin (J.: Jfeue Friedrichslr. 71 H r « * 11 u I! Wallsirasse 10. H a m b u r« 13 ז Rutschbahn 17. F r a n k f u r 1 a. W.t Seh&taensir. 14. Die Daylight Saving bill und das Jüdische Leben. Dem englischen Parlament liegt augenblicklich ein Antrag vor, welcher, wie sein Wortlaut besagt, dem Volke das Tageslicht mehr zugute kommen lassen will. Der Gedanke ist folgender: Während die Landbewohner sich in der Einteilung ihrer Arbeitszeit nach der •Sonne richten und im Frühjahr und Sommer schon bei Tagesgrauen ihr Tagewerk beginnen, richtet sich in den Städten die Arbeit nach ,ewig gleichgestellter Uhr“. Nun ist der Unterschied zwischen Tageslänge im Sommer und Winter in unserem Breitengrade ein sehr bedeutender (ca. 12 Stunden). Während nun im Winter dies Tageslicht voll für die Arbeit herangezogen wird, dieselbe teilweise noch im Dunkeln beginnt und meistens noch nach Eintreten der Nacht fortgesetzt wird, schlafen wir im Sommer nach Ansicht des obigen Antrages in den Städten viel zu lange in den Tag hinein. Wenn dann die Comptoir-, Fabrik-, Ladenetc. Arbeit beendet ist, ist meistens auch der längste Sommertag seinem Ende nahe, nnd die schöne Sommerzeit gebt so dem Städter verloren, ohne dass er die längsten Tage durch Spaziergänge usw. nach Arbeitsschluss benutzen kann. Die einfachste Lösung dieser Frage wäre ja nun ein früherer Arbeitsbeginn, d. h. indem man in Comptoiren, Schulen etc. statt, um 8 Uhr um 6 oder 7 morgens beginnt und entsprechend früher aufhört. Diese Massregel wjürde aber eine zu grosse Umwälzung in eingewurzelten Lebensgewohnbeiten bedeuten und daher in der Ausführung auf grosse Schwie- 'rigkeiten stossen. Demgegenüber erscheint der oben genannte Gesetzentwurf wie die Lösung des bekannten Ei des Columbus. Der Entwurf schlägt einfach vor, an einem bestimmten Tage im Frühjahr, sagen wir den 1. April, sämtliche Uhren um eine Stunde vorzurücken, und sie im Herbst, vielleicht am 1. Oktober zurückzustellen. Dann würde das Leben seinen gewohnten Gang gehen, Beginn und Ende aller Arbeiten unverändert bleiben, und doch würde die Tageshelle um eine Stunde mehr der Menschheit zugute kommen. Nach massgebenden Zeitungsberichten soll dieser Gesetzentwurf grosse Aussicht auf Annahme haben, sowohl in England als auch in den Colonien. Das eminent Praktische dieses Gesetzentwurfes wird dann sicher dazu führen, dass auch andere Länder sich die Vorteile des Tageslichts sichern (für England wird die Ersparnis von künstlichem Licht auf Mk. 25 000 000 berechnet). Es dürfte deshalb von Interesse sein, zu untersuchen, welchen Einfluss eine solche Zeitändernng anf das jüdische Leben hat; würde sie doch die vielen Tausende Jehudim, welche in dem britischen Reiche leben und eventl. auch die Juden anderer Länder, aufs Einschneidenste treffen; als Grundlage unserer Betrachtung mag es gestattet sein, Hamburger Verhältnisse zu berücksichtigen, die Umwertung für audere Orte ergibt sich von selbst. Vorausgesetzt, was ja auch die Absicht ist, dass in! bürgerlichen Leben Beginn der Gomtoirzeit, Arbeitezeit in Fabriken und Schulen unverändert bleibt, müsste auch der Beginn des תפלת שהי־ית zur selben Uhrzeit wie 1 bisher gelegt werden, das würde wenigstens für das Frühjahr keine Schwierigkeiten machen, da doch im April der Tag bei uns bereits um 4 Uhr beginnt; Für den Lang- Schläfer käme noch ein Vorteil heraus, es wäre nicht so leicht möglich עוב* קריאת שסע zu sein, da sich auch die זסן קיש um eine Stunde hinausschiebt. זמן מגהה גדולה wäre aber micht mehr umf' 1 Uh», (seit der mitteleuropäischen Zeit), sondern frühestens um 2 Uhr festzusetzen; auch מגהה קטנה würde sich eine Stunde länger hinziehen, statt wie bisher zwischen 3V2 und 8 Uhr, späterhin zwischen 4*/2 und 9 Uhr schwanken. Dies hätte natürlich wieder hohe B_edeutung beim! קבלת שנת. Diese brauchte dann im Hochsommer statt um 8 Uhr erst um 9 stattzufinden, wo hingegen auch i מוצאי שבת erst um 11 Uhr statt bisher um 10 Uhr Nacht; sein würde. Am unangenehmsten würde sich die Ver- Änderung für die תעניתיש im Sommer geltend machen, die , Verlängerung des שבעה עשר בתמוז und תשעה באב würde