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Der Sabbath · 1911-05-01 · 5 u. 6 (Mai-Juni 1911) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
11 (1911)
Issue
5 u. 6 (Mai-Juni 1911)
Date
1911-05-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der Sabbath feindangen and Anfechtungen sich bewahren könne.' Herr Dr. Arthur Kahn und Herr Eli Lazaras sprachen sich über die Einzeizicle und Zwecke des Verbandes der!Sabbathfreunde aas. Die am Schlüsse vom Vorsitzenden Herrn Moritz Posen, gegebene Zusage, das im kommenden Winter häufiger Zusammenkünfte und Aussprachen geplant seien, wurde besonders beifällig aufgenommen, da bei der hier vielfach in jüdischen Kreisen herrschenden Planlosigkeit des Denkens die Aufklärungsarbeit für die Sabbathidec eine zwingende Notwendigkeit ist. Oarmstadt. Die hiesige Israelitische Religionsgeseilschaft hat für den Blnmentag 600 Mark gestiftet, da ihre Mitglieder am Sabbath, an dem der Blnmentag abgehalteu wird, kein Geld ausgeben Sie hat dafür die Zusage erhalten, dass die mit einem silbernen Ab Zeichen versehenen Mitglieder zum Kauf von Blnmen nicht angej halten werden.! » I Recklinghausen. Von seiten des Rabbinats des Vereins znr j Wahrung der religiösen Interessen des Judentums in der Provinz Westfalen wurde an das General-Kommando des :1. Armeecorps das Ersuchen gerichtet, den jüdischen Soldaten anlässlich des Pessacbfestes vom 12.—23. April Urlaub gewähren zu wollen. Im Falle der Nichtgewährung eines Urlaubes auf Grund dienstlicher Ifiteressen wurde für den 13., 1410 ,.15 ״. und 20. April um Befreiung• vom Dienste nnd für die Zeit vom 12. April bis 21. April um die Ge- Währung ritueller Kost gebeten. Auf dieses Gesuch lief vom Generalkommando folgende Antwort ein: ״Münster, den 1. April 1011. Dem Rabbiner Drl Brader, Hochwürden, Recklinghausen beehrt sich das Generalkommando sehr ergebenst mitzuteilen, dass die Truppe!! des ׳ Armeekorps angewiesen worden sind, dem im Schreiben vom 30. März 1911 ausgesprochenen Wünschen nach Möglichkeit zu entsprechen. Von seiten des Generalkommandos, der Chef des Generalstabes, ־’I Hoeppner, Oberst“. Karlsruhe. Der Oberrat der Israeliten hat'darum nachgesacht, bei der in Aussicht genommenen Neuregelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe eine Ausnahmebestimmung zu treffen derart, dass es den israelitischen Geschäften, die an Samstagen und israelitischen Feiertagen vollständig gesehlossen haben, gestattet werde, an den Sonntagen, ausgenommen den Pfingst-Sonntag. ihr israelitisches Kontorpersonal hinter geschlossenen Türen einige Stunden zn beschäftigen. Der hiesige Stadtrat hält jedoch die Schaffung einer solchen Ausnahme, abgesehen von den Konsequenzen, mit den Bestimmungen der Reichsgewerbe-Ordnung nicht vereinbar und beschloss, das Gcsuch abzulehnen. | Stuttgart. Das hiesige Stadtrabbinat. hat nachstehenden Er-! lass des Generalkommandos des 13. Armeekorps erhalten: ״Dem Stadtrabbinat teilt das Generalkommando auf das ged. Schreiben vom 1. d. M. ergebenst mit, dass die Truppenteile angewiesen sind, die Mannschaften israelitischen Bekenntnisses über die Dancr der israelitischen Oster-Feiertage dem dortigen Anträge entsprechend zu beurlauben, soweit es der Dienst gestattet*. Krakau. 17. Mai. Folgender interessante Fall trug sich hier zu : Die beiden Schwäger Pawlinger und Ducker hatten auf ge- י' meinsame Rechnung zwei Geschäftslokale eröffnet. In den zwischen ihnen bei einem Rechtsanwälte abgeschlossenen Vertrag wurde auf Wunsch Pawlingers ein Punkt aufgenommen, wonach beide Geschäfte ( stets an jüdischen Feiertagen gesperrt bleiben müssen. Einige : : Wochen hindnreh wurde dieser Punkt auch strenge eingehalten. I : Vor einiger Zeit entschloss'’8ich Ducker, das von ihm geführte Geschäft am Samstag zu öffnen. Auf Drängen Pawlingers erwirkte der Advokat, in dessen Kanzlei der Vertrag seinerzeit abgeschlossen , wurde, eine gerichtliche Entscheidung, durch welche Ducker verpflichtet wird, bis znr Durchführung des inzwischen angestrengten 1 Prozesses von Freitag bis Samstag abend geschlossen zu halten. Prolog gesprochen von Fräulein Luise Münz auf dem Wohltätigkeitsfest der jüdischen Arbeitsstätte ״Peah“ in Nürnberg am 19. März 1911.. _ Der Lenz zieht ein! Das Land jauchzt ihm entgegen, Aus starrem Winterfrosf erlöst der milde Lauf ' Des Frühlipgswinds. statt kaltem Schnee fällt Regen Und taut die eingefrorenen Schollen fröhlich auf- Die Sonne kommt! Mit leuchtend warmen Strahlen Grüsst sie die Welt, die ihr entgegenlacht! Und schon beginnt ihr Pinsel bunt zu rüalen Die Blumenköpfchen, die der Rain emporhebt sacht. Da wird es hell auch in den Menschenherzen Und alles Trübe uns'res Lebens weicht zurück, Es lösen sich die alten bösen Schmerzen Und bessere Zeiten sieht der neubelebte Blick, jetzt schwächen sich so viele bange Sorgen Und goldne Hoffnung zieht belebend in die Brust. Dem frischen, jungen Tag folgt däein^chön'res Morgen Und Milde fasset uns und Güt’ und Lebenslust■ Doch nicht in alle Herzen trägt die Freude Der schöne junge Lenz auf seiner Siegesbahn. Sehr Ihr nicht dort die gramgebeugten Leute? Fasst Euch nicht da der Menschheit lammer an? O, eilet und lindert das Elend, die Not. Die Menschen zu lieben befiehlt uns ja Gott. Dann blaut erst der Himmel, dann tönt Lerchenschlag Und dann erst erlebt Ihr den schönsten Frühlingstag. ן W. 0■ —*X•— Prolog gesprochen von Fräulein |cttchcn Karpf. Ich komm' von langer Wandrung durch die Welt Und künde־ wie der luden Los gestellt.— Ach, was mein Auge musst' im' Osten schauen, Hat mir das Herz erfüllt mit Angst und Grauen. Im Osten ist die Erd' von Blut so rot, Es lodern Hasses Flammen und der Not. Und vom (udenweh das alte Lied Noch jetzt die Seele wehmutsvoll durchzieht. Das Volk, das Menschenliebe einst verkündet, Auf Erden nirgends Menschenliebe findet. Das Volk, das einst Gesetz und Recht gelehrt, Ihm .wird als Dank Gesetz und Recht verwehrt. In Russland, Rumänien ist der |ud' geknechtet, Ein Bürger nicht, ein Fremder dort entrechtet. Ohn' Licht und Luft in Städten eingeengt. Lebt er, vom Staat erniedrigt und bedrängt. f ln Galizien kennt der'iud' nur/TSot, Und Elend dorr und Hunger/Sein Heim bedroht. Vieltausend Schänker hat m!^n jetzt verjagt, O hört, nach Hilfe rufen sie verzagt! Die luden drum das Vaterland verlassen, Das sie trotz Hass so sehr geliebt, in Massen. Mit Weib und Kind sie in die Ferne ziehen, . Wo Ihnen neu die Heimat soll erblühen. |a, wandern muss der Jude hin und her, Zweitausend Jahre schon ein Ahasver. Wann wird enden dieser Wandrung Last? . Wann findet ruhlos wandernd der Jude Rast? ’ Wie musste Weh mir an der Seele nagen, Als ich dies sah : schon wollte ich vexzagen Da horch! Fanfarenschall zu mir laut dringt Und Kunde mir vom Fest in Nürnberg bringt. Drum dürft’ ich" säumen nicht, hierher zu eilen, Um in der Mitte dieses Fest’s zu weilen, Das jener Armen Wohle ist geweiht, Zu lindern bittre Not für alle Zeit! D SP ו P e a h! des -Feldes Ecke bleibe stehen. Dass sie, wer arm, als Eigentum kann mähen. Wenn er mit eigner Hand erwirbt das Brot, So lindert ihr am Besten seine Not.'.״ -

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