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Der Sabbath · 1911-03-01 · 3 u. 4 (März-April 1911) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
11 (1911)
Issue
3 u. 4 (März-April 1911)
Date
1911-03-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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20 Der Sabbath ,Was? pu b■ Du Mädchen, willst mich der Luge bezichtigen, meine efnzig^Af indin, die nimmer ein unwahr Wort aus meinem Munde1 hörte *Kl *i finkte wollte sich vom Boden erheben. Täubchen kommen. Sie kniete rasch vor ihr nieder, zog ßtang ihren Hais und verschloss Esther, ».־etdhe zu sagen im Begriff stand, mit Küssen den ,Die Tu Uess es nkl sie zu sich,, einige bitfer« Mund. ,0, sefjdjfirh gut, sei still, goldene Esther! üebes Herz! Sei doch nictajttizornig auf der Stätte des Todes! Störe doch nicht der VäfeF Schlaf durch Dein stolzes Gemüt! — Sage mir blos, was hat, er* lenn getan? Was hat er mit Dir, lieb Herze, nur gemacht, das^Oü das glauben kannst?!* ״ELhat mkh in seine wilden Arme geschlossen!-— Er hat mBh gepresst an seine Brust! —-Er hat mich wollen ersticken find ,betäuben mit Küssen! Ich aber hab’ aufgeschrieen um Hülfe?und'geweint, und da hat er Furcht gekriegt, ist mir zu Füssen, gegallerf und hat mir's abgebeten! Er hat geschworen, er sei eine hrünstige Liebe zu mir gewesen, die hätte ihn ganz und gar verrückt'gemacht!*!״Er hat Dir sonst Nichts' getan, als Dir blos 'nen Kuss gegebend BeL'nem Kuss ist doch noch keine Sünde! — Und das hast DiLibnf nicht verziehen, sondern ihn verklagt!‘ ״fc(1 Mibe gefordert, Marcus solle' meiden unsere Gemeinde oder «b wollte verkaufen mein Haus, fortziehen, und die Juden Schaft*vor^Sorg solle verflucht sein!“ ״Per. alte Rabbi aber hat kein Aergernis geben wollen. Er hat seijirtiieinzigen Sohn darum nach Spanien geschickt, Esther. Als Marpüjf 1?jj£h zwei I Jahren zurückwollte aus der Verbannung fromm Rache' armseh Ich w -Esther: st. Dein gutes Herz würde ihm endlich vergeben }reden in die Hände gefallen und hat ein Mordknecht lüssen, bis er ihnen hat entspringen können. Seit- £r nicht mehr studiert das göttliche Wort, hat keine abt im Elternhause. Er ist geworden aus ’nem pn — ein Viehtreiber! Esther, Esther, ist es nicht 1Dich, nicht Vergeltung genug für ’ntn einzigen den Du ihm nicht einmal gegönnt hast?“ ntwand sich Täubchen halb unwillig, halb bestürzt : tat, was Du meinst mit solchem Gerede!* Caro liess sie los und setzte sich ihr gegenüber, sie, ״Du hast Dich geirrt mit Marcus I Er hat ׳ er liebt Dich noch wie ’n Verzweifelter! Er hat angelegt und die Judenschaft zum Kampfe gerufen,!Sterben will in Ehren für Prag, als dass~er leben , Esther! So wahr wir die einzigen Lebendigen hier Mb unter cftn Toten, er hat an Ungebührliches nicht gedacht, n»j^.t nur die Liebe übermannt! Wenn Du den Marcus so gern ‘ p würdest, dass Du möchtest seine Frau werden — war denn däru^Sünde?!* ■S!V1a**e ^as Efaupt mit dem Tuch verhüllt und ihr jdtSr^iluchzen verriet, dass sich ihr Herz von Tränen f reundi ff annif , der Verzweifii ־ hrem sfc! ich aus, Kind, hier ist der Ort dazu!‘ sagte die ״Ich werde warten, bis Du Dich erholt hast, dann pnir sagen, was Du noch zu sagen hast und was Du le tun willst.“ ^schwiegen. Esther kämpfte mit Mühe ihr Weh, ihre ' und ihre Tränen nieder, dann zog sie das Tuch von rzerfülltem Gesicht. Fortsetzung folgt. ־-1- 1 Der fromme Mann. [איש הסיד דדה] Legende von Dr. S. I. Kimpf. ' Einst lebte im heiligen Land ein Mann, kesgieictien es wenig gegeben; r'^bjte die Tngend von Jugend an, — MjjpA dieser war all sein Bestreben. Der Tempel, — der war sein beständiger Ort — Da forscht er flelgsig das göttliche Wort; Auch mocht er viel fasten und beten Mach Weise der alten Propheten. Einst fragt ihn sein Weib mit traurigemBlick: ״O Lieber! was soll aus uns werden? — Du fastest und betest um Segen und Glück, — Doch sind wir die Aermsten auf Erden; Uns drohet der schrecklichen schrecklichster Tod! Du aber mit Lernen und Lehren Kannst Gattin und Kind nicht ernähren.״ Die Klage der Teuren betrübte sein Herz, Und weinend begann er zu sprechen.: ״Mich, länger mehr kann ich ertragen den Schmerz — Er wird, ach, das Herz mir noch brechen; Und wollte ich wirklich auch ziehen dahin Und suchen durch Handel zu haschen Gewinn: So müsste vor Scham ich vergehen, In solcher Bekleidung zu stehen.; Dies hörte sein freundlicher Machbar mit an’ Der schnell zu ihm sich nun wendet: t,0, dass dirs beliebte, du heiliger Mann! Bald wär Dein Leiden beendet; Dir fehlt es an Kleidung, — ich leihe sie dir! Mun mache Dich fertig und eile von hier, Zieh hin auf den Platz des Geschickes; — Dich leite der Engel des Glückes!“ — Da dachte der Fromme an Gattin und Kind, Und sagte nach kurzem Besinnen: ״Ich nehme die Kleidung — o mache geschwind I Dass eilig ich komme von hinnen.—“ Der freundliche Machbar erfüllet von Freud’, Lief eilends und holte ein prächtiges Kleid, Womit er den Heiligen schmückte, Der schnell nun zur Reise sich schickte. Und wandernd erhob er zum Himmel den Blick Und flehte aus brünstigem Herzen: >,0 Herr, der du lenkest der Menschen Geschick. O ende die Leiden und Schmerzen, Die auf mich gehäuft Dein strenges Gericht. — O lasse mir leuchten dein himmlisches Licht! Dass stets mich geleit’ und bewahre, Dass nimmer ich Unglück erfahre.— Da rauschte hernieder aus himmlischer Höh• Gleich mächtig erbrausendem Meere, In leichtem Gewände, das weisser als Schnee, Ein Wessen vom himmlischen Heere: * ,Du Leidender!״ rief’s in melodischem Ton, ’״Dich hörte der Herr auf dem göttlichen Tron, — Auf Erden nun bin ich erschienen, Um treiADir als Sklave Zu dienen.“ — Darüber erstaunte der Fromme gär sehr Und fragte mit prüfendem Blicke: Wäre möglich, ein Wesen vom himmlischen Heer Will dienen dem Erden-Geschicke?! — So hat sich verwandelt das ewige Recht,— Es kommt nun der Herrscher zu dienen dem Knecht Soll diesem ich gläubig vertraun, So lasse ein Wunder mich schaun.l — ״Der Wille des Höchsten“ — nahm Jener das ,Hat'nieder zur Erd’ mich gesendet: [Wort — * Dich solle ich bringen an Stelle und Ort, Noch ehe die Sonne sich wendet Drum schnell in die Wolke sie trägt uns zum Ziel—

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