Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- 1 u. 2 (Januar-Februar 1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Sabbath. 6 v! ■ r ־״ ־ ״ ׳ ־־־׳־ י י--י י יי• —■ )4 *V »0( ik&cken, er küsst das heilige Gesetz, das an die Türpfpkprn geschrieben ist, die Fran steht anter der Türe leise das ,Gott segne dich und behüte dich“, erffwanderl von dannen, zieht sein Gebetbücblein Jec,!Taache, summt die frommen Wanderlieder vor IM^unä so tritt er seine beschwerliche Exilswan• j jFyweaerum an“. _ j ־"®י 4' Unser Preisausschreiben. Als wir vor einem halben Jahre unser Ausschreiben zur Erlangung eines sangbaren Bundesliedes erliessen, waren wir ‘der Annahme, es werde uns schwer werden, unter den zahlreichen Eingängen eine Sichtung vorzunehmen. Leider sahen wir uns hierin getäuscht. Es sind nur 5 Bewerbungen eingegangen, die dem Preisrichterkollegium vorgelegt worden sind. Nach dessen fast einstimmigem Urteil erfüllte jedoch keine der eingegange- : nen Arbeiten nach Inhalt und Form die Bedingungen, die selbst bei nicht hohen Anforderungen an Text und Composition eines Bundesliedes gestellt werden müssen. Zu unserem lebhaften Bedauern sahen wir uns aus diesem Grunde genötigt, den Preisbewerbern ihre Arbeiten wieder unbenützt zuzustellen, und sagen denselben auch an dieser j Stelle für ihre Mühe herzlichsten Dank. Zu besonderem Danke verpflichtet sind wir jedoch den Herren Preisrichtern, die es sich haben angelegen sein lassen ihr Amt mit grösster Sorgfalt auszuüben. Wir werden versuchen in einem Preisausschreiben; anderer Natur demnächst die Mitarbeit unserer Freunde 1 wieder zu erbitten. Berlin, im Januar 1911. 1 Der Geschäftsführende Ausschuss! Dr. E. B i b e r f e I d , Vorsitzender. rs.T>-r c®» i 1 י9'* Vermischte Nachrichten j I Berlin. Am 2־2־. Januar (and hier eine Sitzung des Central•! Komitees statt, an der die Herren M. A. L o e b-Frankfart a.M. aia Vorsitzender, J&cobsen-Hambnrg and W e r t h e i m - Falda teilnahmen, während die Herren J o s e p h - Halberstadt, Kober- Breslaa and P le s 8 ne r-Posen entschuldigt fehlten■ Den geschäftefahrenden Aasschass vertrat der Vorsitzende, Dr.■Ed. Biberfeld, der über die allgemeine Situation des Verbandes dahin Aufschluss gab, dass namentlich die finanziellen Verhältnisse nichts weniger als ׳ glänzende seien. Das rühre daher, dass׳ die Ortsgruppen teilweise in ihren Anforderungen an den Verband frisch und munter, in ihren Leistungen aber sehr zurückhaltend seien. Namentlich für die Dele- ' girtemrum Delegirtentag würden oft, wie durch Beispiele belegt wurde, Bechnnngen aufgemacht, die durchaus nicht im richtigen Ver• j hältnisse ru den Leistungen der betreffenden Ortsgruppen stünden;; und diejL obschon immer wieder darauf hingewiesen worden sei, dass j eia ij^spru.ch auf Entschädigung den Delegirten | n ich t V u s t e h e. Habe bisher die finanzielle Seite gegenüber den ideellem Momenten zurückgestellt werden können, so sei jetzt doch | der Zeitpunkt gekommen, wo dem Kassenwesen erhöhte Auf- [ merksamkeitwerde zugewendet werden müssen. — In der Besprechung wurde anerkannt, dass die Situation zwar keineswegs zu Besorgnissen Anlass!gebe, aber doch der Erwägung bedürfe. Loeb betont, dass der ■Usfall des Delegirten-Tages sehr viel zu der jetzt eingetretenen Stagnaiqn beigetragen habe. Er regt für die Jomim-h anaaroim-Zeit eine mge Propaganda an. Es wird beschlossen den nächsten Dele-! girteatag s. G. w. am 25. und 26. December ds. Js. in Hamburg• ן Altona stattfinden za lassen. — Eine eingehende Aussprache, die zur Klärung führte, fand sodann über Beschwerden der Nürnberger Ortsgruppe in Sachen Stellenvermittlung und des Vereins für die jüdischen Interessen des Rheinlands wegen Collision der Propagandafähigkeit statt. Es wird beschlossen die Stellenvermittelangscentrale zu ersuchen, die Vacanzenliste allmonatlich auf Verbandskosten allen Ortsgruppen zazusenden. — Ein Antrag Kober wegen Anstellung von Wanderrednern wird wegen des finanziellen Effekts zurückgestellt. — Dem österreichischen Verein der Sabbathfreunde in Wien sollen gegen eine Entschädigung von 50 Kr. jeweils 160 Exemplare des .Sabbath* zugestellt werden. — Herr Loeb referirt noch über das Creditinstitut uni stellt den Antrag, dass ein Cirkalar behufs Gewinnung von Anteilnehmern versandt werde; was genehmigt wird. Bit der Besprechung einzelner Interna schliesst nach dreistündiger * Beratung die Sitzung. Berlin, 12. Januar 1911. Unsere hiesige Ortsgruppe hielt heute ihre diesjährige Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende Herr Moritz Posen teilt nach Eröffnung der Versammlung mit, dass für den 15. Februar eine grosse öffentliche Versammlung in Aussicht genommen sei. Dieselbe solle hauptsächlich dazu dienen, die Wirksamkeit des Verbandes der Sabbathfreunde dem grossen Berliner jüdischen Publikum vor Augen zu führen. Nachdem seitens der Erschienenen Vorschläge für die Propaganda in Berlin gemacht worden sind, giebt der Vorsitzende dem Danke der Verbandsmitglieder Ausdruck für den diesjährigen Kalender, f er durch die von dem Verbandsvorsitzenden mit so peinlicher Sorgfalt ausgearbeiteten ״SabbathVorschriften“ einen bleibenden Wert erhalten. Die Erschienenen erheben sich von ihren Sitzen, um Herrn Dr. Biberfeld, der leider durch Unwohlsein am Erscheinen verhindert ist, auf diese Weise ihre Anerkennung zu zollen. Zum Schlüsse berichtet Herr Lazarus über das seit drei Monaten bestehende, vorerst mit5Insassen eröffnete ״Jünglingsh e i m“. Seine Ausführungen finden ungeteilten BeifalL Die von Herrn M a n a 3 s e gegebene Anregung zur Begründung einer Zuschusskasse für das Jünglingsheim wird sofort in die Tat umgesetzt, indem die Erschienenen sich an einer Sammlung für diesen Zweck beteiligen. Berlin, 15. Februar. Der conseqaent fortgesetzten Agitation der Handlung8gehilfenverbände ist es geglückt, bei dem Magistrat die Vorlage eines Ortsstatuts an die Stadtverordnetenversammlung durchzusetzen, welches die Arbeitszeit am Sonntag im Detailhandel von 5 auf 3 Stunden herabsetzt. Der Ausschuss, dem die Vorlage zur Vorberatung überwiesen war, beschloss dem betreffenden Orts- Statut folgende Fassung zu geben: § 1. In offenen Verkaufsstellen des Handelsgewerbes dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter — ab• gesehen vom 1. Weihnachts-, Oster- und Pfingsttage, an welchen ihre Beschäftigung überhaupt untersagt ist — an Sonn• und Festtagen nur von 7 bis 10 Uhr vormittags beschäftigt werden, so weit nicht Ausnahmen durch die hierfür zuständigen Behörden festgesetzt werden. — Die im § 1 verordnete Einschränkung findet auf den Handel mit Nahrungs- und Genussmitteln sowie auf den Handel mit Blamen keine Anwendung. — § 3. Zuwiderhandlungen gegen dieses Ortestatut werden mit Geldstrafen bis 500 Mark, im Unvermögunsfalle mit Haft bestraft. — Bei der Beratung im Plenum wurden Vorschläge auf eine anderweitige Festsetzug der drei Arbeitsstunden gemacht und die Sache an den Ausschuss zurückverwiesen. Inzwischen rührt sich jetzt in letzter Stunde der bedrohte Detailhandel Mitglieder sämtlicher Detaillistenvereine von Gross-Berlin hatten sich gestern abend in den Räumen des Verbandes Deutscher Detailgeschäfte der Textilbranche, Hausvoigteiplatz 5 zu einer Protestver- Versammlung gegen die Magistratsvorlage über die Neuordnung der Sonntagsruhe zusammengefnnden. In Vertretung der verhinderten beiden Vorsitzenden des gastgebenden Verbandes eröffnete Herr Grünfeld in Firma F. V. Grünfeld die Versammlung, in der die städtischen Behörde durch die Stadtverordneten Kommerzienrat Bamberg und Dr. Glatzel vertreten waren. Hierauf unterzog Dr. Flemminger die Umfrage des. Magistrats bei den Berliner Geschäftsinhabero einer eingehenden Kritik. Diese Umfrage hat das Ergebnis gehabt, dass 13,7 Prozent der Antworten für völlige Sonntagsruhe w a