Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- 1 u. 2 (Januar-Februar 1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Sabbath. Jessen, gemacht, was der Dahingeschiedene iin Sinne 41 repuiliren, die der ,Verband der Sabbath-freunde“ }r .־:r ,־־•:r getan hat. iriaarouel Mouta/u bat sich aas kleinen Anfängen k'tfwlrqjjiiet. Mil geringen Mitteln eröffnete er im lb<»3׳eit Bankgeschäft und nur seinem kaufmännischen seinem unermüdlichem Fleisse hatte er es zu daüke113|^t1ss er auf einzelnen Gebieten des Londoner Börsengeschäfts eioe massgebende Stellung gewann, die en festzulialtea. verstand. Dieser Mann, der nach dieser VeKratigenheHfr’jiLo wohl im Stande war die Schwierigkeiten zu üpnifsseri, welche dem Kaufmann bei seinem Fortktimmsn^aus der r:r צד•־־״• erstehen, hat trotzdem nig mit seiner Meinung dahin zurückgehalten, dass es nur des uvt»eugsamen Willens bedarf, um auch unter erschwereniön Umständen sich und dem Sabbath treu zu bleiben; und l־r hSt durch die Tat, durch die steigende Bedeutung seines Geschäfts, die Richtigkeit dieser Behauptung erwiesen. ^41s i. J. 1907 unser ,Verband“ seinen ersten Delegirtffitag abhielt, wurde hierdurch die Aufmerksamkeit der gla|ttyet1streuen, englischen Kreise auf ihn und auf die se|ne iTrundlage bildenden Versicherungs- und Stellenvermiltlungsvereine gelenkt. Das •Vorbild, das in dieser Schöpfung auch für englische Verhältnisse liegt, wirkte umso anregender, als eine Reihe von mit dem Sabbath in Zuvdinme• hang siebenden Problemen hier immer brennender wurden. Die Schwierigkeiten, die der Board of G.uardians bei der Unterbringung der zahlreichen industriellen Lehrlmge’unter Wahrung des Sabbaths zu überwinden hatte, die drohende Gesetzgebung über die Sonntagsruhe, die Gründung einer besonderen Liga, die sich die striktere Wahrung des Sonntags zu fördern vor setzte, das alles waren Erscheinungen, welche die jüdische öffentliche Meinung für atjä-praktiscben Vorschläge zur Förderung des Sabbaths besorileYs empfänglich machten. Das gab dem ,Jewish Chronicle.״ Anlass einen Vertreter zu Sir Samuel Montagu zju entsenden, um seine Meinung über das ״Sabbathproblein“ zu hören. Die Antwort Montagu’s lautete: ״Es schmerzt mich sehr, dass vor kurzem in jüdischen Vereinen dafür aziuurt wurde. Lehrlinge in Geschäften unterzubringen, in denen sie am Sabbath arbeiten müssen. Ein Verein, der sich n!it solchen Tendenzen identifiziert, stiftet meiner Meinung nach mehr Böses als Gutes. Ich hätte niemals gedacht, dass von Seiten eines jüdischen Vereins eine derartige Anregung gegeben werden könnte. Ich halte d eseloe lür eine doppelte Versündigung. Die Herren entmutigen andere zur Entweihung des Sabbaths und zeigen, das» sie ihm selbst gleichgültig gegenübersteben. Es ist das alles nur eine Geldfrage. Wenn der Board doppelt soviel '• Lehrgeld bezahlte als jetzt, würde er leicht geeignete ,Stellen fiuden. Mit seinen gegenwärtigen Mitteln könnte er allerdings dann nur für eine halb so grosse Zahl von ' ehrlingen als bisher sorgen, aber das ist besser, als die zweifache Zahl in Stellen ohne Sabbathruhe unterzubringen. Ueber diese Dinge ist in Zuschriften an die jüdischeu Zeitungen viel Ungereimtes gbsagt worden. In einer dieser Zuschriften fragte jemand, ob einer denn, wenn er, am Sabbath arbeite, darum ein schlechterer Jude sei. Natürlich ist er ein schlechterer Jude. Ein anderer meinte, es sei besser den Sabbath zu entweihen, wenn man dadurch sich in den Stand setzen kann, jüdische Instituiionen zu un erstützen. Wieder ein anderer glaubt törichte! wei-e, die ju1i.>chen Geschäfisleute müssten nur ihren' .AiigestHlteu ebenso viel zahlen, wie die christlichen, daun wäre jede Einweihung des Sabbaths aus der Welt geschafft. Es ist eine leere Behauptung, der ich widerspreche, dass jüdische Unternehmer ihren Leuten nicht dieselbe Bezahlung gewährten, wie die Christen. Die ״Trade Unions* würden dann schon dafür sorgen, dass dies geschähe. Eis ist absurd, dass zu derselben Zeit, da man die Interessen der jüdischen Gewerbetreibenden gegenüber der inj Aussicht stehenden Gesetzgebung über die Sonntagsruhe zu schützen bemüht ist, dass zu derselben Zeit eine j Agitation für die Unterbringung von Lehrlingen ohne :Rücksichtnahme auf den Sabbath herhervortritt.“ i Die mit der!Sonntagsruhe-Frage befasste Parlamentskommission machte bekanntlich in ihrem Bericht den Vorschlag, dass nur die am Sabbath geschlossenen Geschäfte die Befugnis haben sollten, einen Teil des Sonntags offen zu halten. Ueber die Frage, ob eine derartige Bestim-, mung eine bessere Beobachtung des Sabbaths zur Folge haben werde, dachte Montagu ziemlich skeptisch. Dafür machte er den Vorschlag, dass Juden, die am Sabbath ruhen, die Stelle von in öffentlichen Betrieben angestellten Christen am Sohntag versehen sollten. ״Vor einigen Jahren, sagte Sir Samuel, regte ich bei dem Staatssekretär des Postamts den Gedanken an, jüdische Mädchen anzustellen, die am Sabbath frei haben würden und am Sonntag dafür ihre christlichen Kolleginnen vertreten müssten. Ich glaube, dass Sich das machen lässt und es gilt natürlich auch für den Telephonbetrieb. Ich glaube, die Tendenz der Gesetzgebung ist meinem Vorschlag günstig. Die allgemeine Bewegung für die Beobachtung eines wöchentlichen Ruhetages zeigt, wie die öffentliche Meinung über diese Dinge denkt. Man wird finden, dass es besser für die Juden, für die Gesellschaft und für jedermann ist, dass den Leuten die Heiligung des Ruhetages, den ihre Religion vorschreibt, erleichtert werde “ Und was die Beschränkungen anlangt, die die Sabbathruhe dem Juden auferlegt, so war er der Ansicht, dass die Zahl der Berufe, die nicht ergriffen werden könnten, überschätzt werde. ״So ist z. B., bemerkte Montagu, ein jüdischer Anwalt keineswegs gezwungen, am Sabbath zu plädieren. Es ist immer möglich ein Arrangement zu treffen, durch welches dies vermieden wird. Ich habe in meinem Leben zwei oder drei Prozesse gehabt, und ich habe immer die Verlegung der Verhandlung von Samstag auf einen anderen Tag erlangt. Mein Anwalt teilte dem Richter mit, sein Klient sei Jude und könne infolgedessen am Samstag nicht vor Gericht erscheinen, und das hatte stets den gewünschten Erfolg. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg und immer kommt es nur auf den Einzelnen selbst an, ob er den Sabbath beobachten will oder nicht. Wenn er der Versuchung nachgiebt, so hat er dies nur sich selbst zuzuschreiben. Der Entschluss ist die Hauptsache und wer von vornherein mit dem Vorsatz ans Werk geht, der Versuchung zu widerstehen, der siebt die Schwierigkeiten sich ständig vermindern. Ich denke, es ist besser, dass ein junger Mann sich von Wasser und Brot ernähre, als dass er die Sabbathgebote verletze. Sie wollen sagen, ״es ist leicht für Sie, Sir Samuel, so za sprechen. Sie hatten es niemals nötig, £jch mit Wasser und Brod zu begnügen“. 0 nein, als ich mit dem sei. Dr. Ascher im Osten reiste, fest entschlossen, die Speisegesetze nicht zu übertreten, da kam es vor, dass wir nichts haben konnten als trockenes Brod, und wir haben uns nichts daraus gemacht. Wenn ich höre, wie mitunter Leute sagen, sie würden verhungern, weun sie nicht am Sabbath aibaiten, denke ich immer an einen Hausierer im Londoner East End, der sich auch mit diesem Vorwand, zu entschuldigen suchte und der von einem Bekannten die Antwort erhielt, ״sehr schön, aber Sie brauchen doch während des Hausierens nicht Zigaretten zu rauchen". Sir Samuel beantwortete auch die Frage, was er von dem deutschen ״Verband der Sab*