Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- 11 u. 12 (Novbr.-Dezember 1910)
- Date
- 1910-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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62 Der Sabbath. etwa am eine ritu! Religionsgesetz, d müsse, weil er sei] nar an orthodox׳ nur aus ungeaiehi also nicht nur g< Käufer verstosse sondern er ward׳ damit eine Lahi haben. Der Ami den Rabbinatsass׳ digten zu vernel le; Anordnung handele, soniera-u-n ein jülisches p 'der Angeklagte unter allen Umständen beachten ft •oAtlioioxer Jade s;i, data aber auch, weil er tdAA Milch verkaufe^ die an jüdischen Festtagen iStöfässen Milch nehm'n. Der Angeklagte würde. •4ttseiu eigenes Gesetz und gegen das seiner Jejin er an Festtagen geaichte Gefässe benutzt, liitjL eine Entziehung der rituellen Aufsicht und 'g seines Geschäftsbetriebes zu gewärtigen lt beantragt schliesslich die Vertagung, nm Loosen über die Behauptungen des Angeschul- Dis Gericht beschloss demgemäss. München, lt.'J&vember. N ich einer dliaisterialentscbliessung ׳von 18*ר dürfen'Ji# judsche Kandiditen b?i_ der ärstlichen l’rufung diejenigen ■Teile «uej Prüfungsabschnittes, in welchen sie genötigt sind, zu schreibe« öder eiae Sektion zu macbef;JjSiler ein Präparat anzufertigen, oder׳ey!e Operation an der L-icbav ,«uszaführen, nicht an einem Samstagroder jüdischen Feiertage abgehallen werden. Mit der Begründung^ mis ,.die Freiheit des Gewissens ein verfassungsmassig gewährleistetes Recht jedes Staatsbürgers sei־‘ wurden anlässlich eines speziellen Falles in der genannten Entscheidung die Herren I’rufangs-Vorsitzenden angewiesen, die Examinatoren in gleiehern Sinne zu verständigen. Leider fthlt eine solche Verordnung auch für Philologen und Juristen, ,wodurchdleicfit eia Fall eintretca könnte, dass neologe Juden, welche sich^ber die Sabbatgesetze hinwegsetzen, auf Kosten streng religiöse» Juden bevorzugt werden. Die im Ministerium herrsehenie wohlwollende Gesinnung für alle religiösen Interessen des Judentums bürgt dafür, dass den Philologen und Juristen dasselbe Maas von Gewissensfreiheit zuteil werden wird wie den Medizinern; denn es kann nicht im Staatsinteresse liegen, gerade den gesetzestreuen Jaden׳, die'1juristische Laufbahn abzaschneiden. Es ist daher sehr zu begrussen, dass von juiisch-orlhodocscr Seite in Bayern die höchste Behörde« jetzt auf diese Lebensfrage für gesetzestreue Kandidaten, namentlich Juristen, aufmerksam gemacht wird. Die ״Korresp. Hoffmann‘־ bringt nua ebenfalls diesen l’aakt zur Besprechung^ Sie schreibt: ״Wie wir erfahren, steht die Neu- ־regelung .der juristischen Prüfungen nsw. bevor. Die Kgl. Yerordmeng, welche die hauptsächlichsten Grundsätze enthält, ist schon' erlassen. Die Yollzagsvorschriften der- Ministerien sollen in den nächsten Tagen veröffentlicht .werden. Die Neuregelung wird sich vorzugsweise miittim Vorbereitungsdienste der Recbtspraktikanten und der Staatsprüfung für den höheren Justiz- und Verwaltungsdienst befassen, am,den Recbtspraktikanten die Staatsprüfung zu erleichtern, werden die Arbeitszeiten etwas später wie bisher beginnen. Es wird auch nach dem dritten oder vierten Arbeitstag in jeder Abteilnng der schriftlichen Prüfung je ein Ilunetag eingeschoben. Die Prüfung soll ferner ,scjön in der letzten Woche des N'ovember beginnen können. InfdlgOj^ssen wird es ateb möglich sein, die Samstage in der Regel fAeizuhalten־. Man darf aaf das Entgegenkommen des Ministeriums in dieser für uns hoch wichtigen Sache mit Sicherheit rechtjpgA^ im November. Der Rector am königlichen Realgymuasiam za Nürnberg, königlicher Oberstadienrat Dr. Max Zwerg er hat dem religiösen Empfinden der jüJiscüen Prüflinge; wohlwollend -Rechnung getragen, indem er am zweiten, auf einen | Samstag faltenden Prüfangstag lediglich christliche Religion vor- : nehmen liess, am die noch rückständigen Arbeiten mit Rücksicht anf! die israelitischen Schüler am Montag aafzugeben. Ein weiterer Bej weis gegen die Kundgebung der württembergischen Schulverwaltung, j Chärlottenburg, im October. . Der Oktober-Jahrmarkt fand hier j am Dien^t^i, den 19. October statt.. Es ist hier allgemein nblich, dass die ^Jahrmärkte auf den ersten Dienstag der Monate März, Juni und. Octafeää fallen. Da der diesmalige erste Dienstag im October jedoch mA^em jüdischen Neujahrsfeste zusamm tnüel, ist der Jahrmarkt in Raüksfcfit aaf die jüdischen Handelsleute auf den zweiten Dientta^ jjjjhgt worden. Posen, im November. Vor Kurzem wurde in einer ofieiösen Kundgebung der württembergischen Schalverwallang zur Recbtfertigung eines indirecten Zwanges für orthodoxe jüdische Abiturienten, am Sabbath schriftliche Prüfungsarbeiten anzufertigen, behauptet, nirgends sonst in Deutschland würde eiae andere Praxis geübt. Das warde sofort bestritten. Heute erbringen wir einen Beweis. Herr Prof. Th amen, der Director des hiesigen Friedrich Wilhelm-Gymnasinms, hat in Rücksicht auf die jüdischen Schüler die Anfertigung der schriftlichen Prüfungsarbeiten auf einen Montag legen lassen, um dieselben bis zum Sonnabend beenden zu können. Diese humane Handlnngsweise verdient ötf.-ntlich gerühmt zu werden. Gnesen, im October. ■ Am 9. d. Mt. fand im Hotel Schubert eine Versammlung statt, die von dem Vorstand der hiesigen Ortsgranpe und von Herrn Rabbiner Dr. Jacobson einberufen war. Die Veranstaltung war• gut besucht, und Herr Rabbiner Dr. Jacobson leitete die Versammlung und begriisste die Erschienenen. In siiner Begrüssung wies der Redner darauf hin, dass die Zeit zwi-chm rau r:zr. und rtz c•׳ besonders ge.ignet sei, Entschlüsse religiöser Art zu fassen, und schloss mit der Hoffnung, dass sich wohl auch am hiesigen Platze eine Ortsgruppe bilden werde. Alsdann referierte Herr Pincus PIessner-Posen in fast einstündiger Rede über die Aufgaben des Verbandes, schilderte die socialen Einrichtungen : Stellenvermittlung, Stellenversieherungsverein, Pcah, die der Verbanl in den Dienst des r:r r״־cr gestellt hat, sowie die bereits vom Verband herausgegeben Schriften, die zur Stärkung des Sabbatbgedankens dienen sollen. Nach Schluss des Referats fand eine kurze Diskussion stau uni die Versammlung erreichte damit ihr Ende. Es hatten sieh 23 Mitglieder in die Listen cingczcichnet, und^es sind noch weitere Anmeldungen zu erwarten. S Hamburg, 4. Dez. Am Donnerstag, den 20. N'ovember a. er. fand die Generalversammlung unseter Ortsgruppe statt. Der Vorsitzende erstattete den Geschäftsbericht, indem er zunächst auf das Protokoll des Delegiertentages und die Tätigkeit des Verbandes, der jetzt mit 180 Ortsgruppen ca. 10,000 Mitglieder umfasst, hinwies. — L'ebcr die Tätigkeit der hiesigen Ortsgruppe ist zu berichten, dass dieselbe sich gelegentlich der Burgerschafts wähl von fast allen Fraktionen Bestätigung darüber geben liess, dass, falls eine weitere Ausdehnung der Bonntagsruhe Gesetz werde, dafür Sorge getragen werden soll, dass für die sabbathhaltenleu Geschäfte Vergünstigungen beantragt werden sollen. — In einer Sitzung, die in Gemeinschaft mit massgebenden Herren aus der Bürgerschaft stattfand, warde auf Anraten der letzteren beschlossen, vorerst von weiteren Massnahmen abzusehen and den Verlauf der Dinge abzawarten, da bei der jetzigen Zusammensetzung der Bürgerschaft für eine vollständige Sonntagsruhe in Hamburg schwerlich ein; Majorität zu haben ist. — Der Vorsitzende berichtete weiter über die Tätigkeit der ״ P e a h “, die einen gleiebmässigen Förlging nimmt nnd im Laufe dieses Jahres bis jetzt ca. Mk. :000.— vereinnahmt habe. — Auch die Tätigkeit des I s rael i t. St eilen ve rm i ttlun gs-Ve reins, der sich der Frankfurter Centrale angeschlossen hat, ist eine normale._In mehreren Fällen hat die Ortsgruppe hiesigen Handwerkern Unterstützungen und Mittel zur Reklame gewährt. — Da za erwarten ist, dass fur-die Fortbildungsschule auch für kaufmännische Angestellte demnächst eine gesetzliche Regelung erfolgt, wurden in Gemeinschaft mit anderen in Betracht kom nendeu V ereinen Erhebungen angestellt, ob es ratsam sei, sehon jetzt .dafür Sorge za tragen, dass auf die sabbathhaltenden jungen Leute bei der Festsetzung der Stunden Rücksicht genommen wird. — Die Veihandlungen hierüber schweben noch, ebenso über eia neu za gründenles Heim für junge Leute, die von auswärts hier in Stellung sind, und denen in diesem Heim Unterkanft gewährt werden 8011. — Der Kassenbericht warde genehmigt, und die aasscheilenden Herren A. Cohn, N. M e y e r, Referendar Möller einstimmig wiedergewählt. Im Anschluss an diese Versammlung hielt der Vorsitzende des Geschäfisfuhrenden Ausschusses, Herr Dr. Ed. Biber feld- Berlin einen Vortrag aber ״David Reabeni“, der von den zahlreich erschieneuen Mitgliedern und Freunden mit grossem Beifall aufgenommen wurde.