Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- 6-7 (Juni-Juli 1910)
- Date
- 1910-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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38 art stti: Präsiden herzasteül Der Sabbath. für alles ijahr laft jüdische, sowie die bei demselben versammelten 9 Babbineo. d e ^as der Fremde hierhergekommen, mittelst einer Depntaticm ף za r Konferenz abzaholen. Dieser ehrenvollen Pflicht unterzieh*fj£ic h ditt Herren D. Kras, B. Schlesinger, N. Tapolcsany etc. NactpV7 >rl*■/ einiger Minuten erschien im Türrahmen die imposante, >eb11nrcbtgebietende Gestalt Sr. Ehrw. begleitet von einer Schar Rabfrne 1 uqd Gemeinden, itglieder. Der Saal erdröhnte von den brausende 1' •*•■!Bnfen. Nach einer kurzen, aber geistreichen Anspräche P kse^'an Sr. Ehrw., in der ersterer die Verdienste Sr. Ehrw. niJ ,*Verein hervorhob, betrat Sr. Ehrw. die Präsidententribüoe, Ufa in einer formvollendeten, mit den köstlichsten .דבר• ה!רד geschmückt•■ ttede die Anwesenden zu begrüßen. Dipi^ü!ende und bestrickende Bede Sr. Fhrw. löste einen derh<n Applaus aus, dass es den vereinten Kräften des i’u id der Ordner kaum gelingen wollte, die Buhe wieder Vber auch der Erfolg des heutigen Tages war bereits damit gedickeit. Nun folgte die Begrüssung durch Herrn Herrn. Stein ejf4׳p1 Vertretung des Vorstandes der orth. isr. Kultusgemeinde.< ieser Gelegenheit sei hiermit dem Vorstande der Gemeinde1 ׳ lerra Lazar Gestetner an der Spitze bestens Dank gesagt %lr dai warme Interesse, mit welchem er die Bewegung vorfolgt, mmlihes sich darin kundgab, dass derselbe zu den Kosten der Veranstaltung den grösseien Teil votierte. Iai *Büro wurden per Acclamation gewählt die' Herren S. Lichtenfeld Vorsitzender, Oberrabb. Tigermann, Erschujvar, Bernh. Braun, Da. S^erdahelz, Sam. Bichter, Nyjtra Beisitzer, Marc. Klein Nayz- Marton, Elias Friedmann, Vag-Ojhely Schriftführer. Präsident S. Richten feiet; dem das Generalreferat oblag, konnte zum Lejflwesen sämtl. Anwesenden aus gesundheitlichen Rücksichten dem nit^tt nachkommen. Der Nestor des Vereins, Herr Moritz Frei referierte in seiner bekannt*■•* ’Gründlichkeit über den Pnnkt: ״Organisation“ und wurde nach einer kurzen Debatte die Gründung der nord-westung. ־• שגת»»-Organisation unter riesigem Beifall ausgesprochen. Hierauf!’ referierte Herr Ed. Schlenzer über Stellenvermittlung, wobei er hervorhob, dass es nicht genügt, wenn wir unser Augenmerk nur jenen zuwenden, die bereits die Feuerprobe überstanden haben, sondern wir haben die Pflicht, bei Schulschluss uns an die Pforten der Schukf zu postieren und den die Schule verlassenden Kindern solche Lehrposten zu verschaffen, wo sie שבת halten können. Ist das rcn-Halten einmal zur Gewohnheit geworden, so ist damit der Gefahr des rze חירזל gewissennasse■ die Spitze abgebrochen. Die Stellenvermittlung geschieht wie bisher kostenlos. Herr Marc. Fürst referierte über ״StellenVersicherung“. Knapp und treffend, sein Augenmerk auf die praktischen Momente richtend, referierte R. über die Vorteile der Stellen Versicherung für שפי־ת ■בת u. wurde die Schaffung derselben im Prinzip ausgesprochen. Jedoch genügt es nicht, wenn wir dem Angestellten die Freiheit am שבת erwirken und ihn jedoch den verschiedenen gesellschaftliehen Einflüssen überlassen. Wir werden daher für Jugendvereine und׳ f^rträge sorgen, die dem Angestellten Ersatz bieten sollen für Ril^grd und Kartentisch. Geber diesen Pnnkt referierte Herr Rahb. A. Herczl in seiner erheiternden, humorvollen Weise. Zum Schlüsse referierte Herr Herrn. Steiner über den Wert der Presse für die Organisation. Trotz der hochsommerlichen Hitze, die den ganzen Tag herrschte, waren die Delegierten wie die Zuhörerschaft dem Laufe der Verhandlungen mit dem regsten Interesse bis zu Ende gefolgt. Es waren insgesamt vertreten 18 Gemeinden durch 28 Vertreter. Sr.. Ehrw. A. Schreiber, der ebenfalls während der ganzen Dauer der Sitzung ununterbrochen am Präsidenteatisch sitzend anwesend war, beehrte auch das Abends zu Ehren der Gäste stattgehabte Bankett mit einer aufmunternden, feurigen Tischrede. .חיט New-Ysrk. im April. Wie die ״Newyork Times“ melden, hat die öffentliche Unterrichtskommission des Staates New-York infolge Einschreitens jüdischer Politiker beschlossen, bei Festsetzung der Prüfungen an, den öffentlichen Staatsschulen in Zakunft auf den Sabbath nnd die jüdischen Feiertage Rücksicht za nehmen. Demnach werden künftighin auch am Sabbat nnd den jüdischen Feiertage■ keine öffentlichen Prüfungen mehr stattfinden. In Gemfissheit dieses Beschlusses wurden schon die in diesem Jahre arsprünglich für den 14. Juni d. J. den zweiten Scbabbuoth-Tag festgesetzten Jahres- Prüfungen in allen staatlichen Lehranstalten verschoben. srücrB 5imon Spira und sein Sohn. Historische Erzählung. Von Alb. Em. Brachvogel. (Fortsetzung) ,Esther, mein Kind, sei vorsichtig! Lass deine Verwandten niemals mit deinem Beutel -verwandt sein, das giebt Aergemissl Mimm Keinen zur Eh’, den Du nicht leiden magst, denn sonst erheiratest Du Dir Jammer und Knechtschaft! Wenn der weise Salomo selber käme und wollte Dich nehmen und Dir sagt Dein Herz nichts — schuppse ihn weg!1 Stolz war Esther von Hause aus, und das ״Wegschuppsen, verstand sie vortrefflich. Die Furcht, ihres Geldes wegen geliebt zu werden, war ihr genug, alle Bewerbungen ebenso wie ihre zudringliche Verwandtschaft abzuweisen. Die Rache der Zurückgescheuchten bestand darin, Esther für herzlos zu erklären, und der Heid ihrer Altersgenossinnen, die weder so schön, so vornehm, noch so reich waren, wie sie, kam hinzu, ihr einen möglichst schlechten Leumund zu machen- Dies erzeugte in ihrer Seele Verachtung und Bitterkeit und stärkte nur ihren trotzigen Stolz. Ein Ereignis besonders, das sie vor fünf Jahren mit tiefem Groll gegen Marcus Spira erfüllt und der sonst so innig befreundeten Familie des Rabbi entfremdet hatte, war dieser ihrer Sinnesrichtung nur zu sehr zu Hülfe gekommen und hatte ihre Reizbarkeit höchlich vermehrt, ihren Charakter noch verschärft und gestern zu der Scene in Simon’s Hause Anlass gegeben. Die Lehre, welche ihr das vererbte heilige Schriftstück gegeben, war fürchterlich gewesen, denn sie hatte Alles in ihr umgeworfen, was vordem bei ihr feststand, hatte Geister in ihr entfesselt, die bisher ahnungslos schliefen, hatte ihr den stolzen Mut, das Selbstbewusstsein geraubt, das ganze Reich des Geistes, in welchem sie sich als Herrscherin glaubte, eingerissen ^ind sie vor ein Dogma gestellt, ihr als das Höchste, das Göttlichste gepriesen, was sie nicht begriff, von dem ihr jede Vorstellung, jede Empfindüng abging! Indess die Gesundheit, Reinheit, Vortrefflichkeit ihrer Seele, der starke Wille und das feste Bewusstsein, das Gute zu wollen, Hessen sie nicht moralisch zusammenbrechen. Die Orkane, welche ihr Inneres, Gemüt wie Verstand, bis in alle Grundfesten aufgewühlt, waren jenen Kämpfen der freien, starken Elemente der Natur gleich, die aufeinander krachen, verwüsten wie aufbauen, aber stets eine Reinigung der Athmosphäre, eine Genesung zu neuem, erhöhterem Dasein zur Folge haben. In diesem Augenblicke — es war bereits Nachmittag — wetterleuchtete es indess noch stark in ihr, und die letzten streitenden Wogen brachen sich in ihrer Seele. Zugleich hatte eine sehr begreifliche nervöse, sowohl leibliche wie geistige Mattigkeit sich ihrer bemächtigt, und sie lag auf ihrem Divan in einer Art Apathie, in welcher sie nichts mehr zu denken vermochte als das Eine: ,Was dir auch geschieht — es ist des Ewigen Wille!* Dieser Zustand der Abspannung wurde durch Rahei, die alte Dienerin unterbrochen, welche ihr'Rebecca Löw, ihre Tante meldete, die fast siebzigjährige Wittwe des berühmten Rabbi, : welcher Vorgänger von Simon Spira’s Vater im Lehramte gewesen und 1609 gestorben war. ״Hast Du ihr nicht gesagt“, entgegnete Esther müde, ״dass | ich gar nicht wohl bin und allein sein will?-Wenn ich