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Der Sabbath · 1910-07-01 · 6-7 (Juni-Juli 1910) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
10 (1910)
Issue
6-7 (Juni-Juli 1910)
Date
1910-07-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Der Sabbath & Beide Vorträge erfrenten sich zahlreichen. Besuches der Vereinsmit• s glieder and konnten die Herren Redner in folge des gediegenen? Inhalts ihrer Darhietangen, sowie der flüssigen Vortragsweise über leb- [ haften Beifall quittieren. An den zweiten Vortrag schloss sich eine ׳ anregende Discassion an, von dem lebhaften Interesse, du momentan; für die Verhältnisse in Palästina herrscht, beredtes Zeugnis gebend. München im April. Der bie:ige Magistrat beschäftigte sich dieser Tage mit dem Antrag auf Einführung der Tollständigen Sonntagsrahe. Der Referent, Rechtsrat Dr. Merkt empfahl, dem Anträge auf Grund eines Gemeindestatuts zuzustimmen, das u. a. bestimmt: Denjenigen Geschäftsinhabern israelitischer Konfession, welche ihren Geschäftsbetrieb am Sabbatbe und an israelitischen Feiertagen ruhen lassen, ist es gestattet, ihre Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter israelitischen Glaubens an Sonntagen mit Ausnahme des ersten Oster- und Pfingstages von 10—12 Uhr vormittags mit der Massgabe zu beschädigen, dass die Geschäftsräume für den allgemeinen Verkehr geschlossen bleiben und in ihnen keine Lärm oder Aergernis erregende Arbeiten vorgenommen werden. Die sozialdemokratische Fraktion beantragte diese Bestimmung ganz zu streichen. Die Sozialdemokratie vertritt die Freiheit, die sie meint, sie wollte den religiösen Israeliten also zwei Ruhetage zumuten. Die Bestimmung über die den Sabbat heiligenden Israeliten wurde aber bei der Abstimmung aufrecht erhalten. Nürnberg im April. Am 19. März veranstaltete die hiesige Ortsgruppe zugunsten unserer Peah eine Purimfeier, deren Verlauf sich recht anregend gestaltete. Nach einer musikalischen Einleitung ergriffHerr Dr. Bamberger dasWort zur Begrüssung der Gäste. Seinen trefflichen Ausführungen folgte ein Einakter ״Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“, dem sich als Clou des Abends lebende Bilder mit Prolog, verfasst und vorgetragen von Herrn cand. jur. Eckstein (S. im FeuilletonUil) anschlossen. Sie zeigten zunächst das Elend der Arbeitslosen, die von dem Wohltätigkeitsbeamten statt Geld Beschäftignng fordern. Einen wirksamen Gegensatz bot dazu das zweite Bild, das darstellte, wie die Stellungslosen von vorhin die der Peah überwiesenen Gegenstände dem Verwalter einliefern. Dann sah man die Arbeiter des Instituts bei der Ausbesserung der Sachen und endlich den Verkauf derselben. Der warme Beifall, der jedem Bilde gespendet wurde, bewies das Verständnis und die freudige Zu!■ timmung der Zuschauer zu unserem Unternehmen. Im folgenden wurden noch mehrere Einakter anfgeführt, die durch ihren humoristischsatirischen Charakter das Publiknm trefflich unterhielten. Unseren ßemühnngen war es auch gelungen, die Herren Fleischmann und Ritter vom hiesigen ״Intimen Theater“ zu gewinnen, die durch ihre heiteren Darbietungen mit dazu beitrugen, echte Pnrimstimmuug zu verbreiten. Ihnen und allen Mit wirkenden sei auch an dieser Stelle nochmals unser herzlichster Dank ausgesprochen. Eine Tombola mit schönen Gewinnen fand reichen Zuspruch und bewirkte, dass der Peah, trotzdem die Feier verhältnismässig schwach besucht war doch noch ein Ueberschuss von 100 M. zugewiesen werden konnte, j F. E. Wien. Dem Jahresbericht des hiesigen Vereins der Sabbathfreunde שישרי שבת entnehmen wir folgende Angaben: Der Verein, der sich am 28. Februar 1909 konstituirte, hat sich in diesem seinem ersten Gescbäfsjahre neben der Propaganda hauptsächlich der Stellenvermittlnngstätigkeit gewidmet und von 218 Stellensuchenden 57 placiren können. Bei den Schwierigkeiten, die dieser Tätigkeit entgegenstehen, ist dieser Anfang immerhin nicht ungünstig. Dank der Propaganda des Vereins hat die Sabbathidee auch in den Kreisen, die den Sabbath bisher nur als ein störendes Element im Leben des Juden betrachteten, bedeutend an Werthschätzung gewonnen. Angeregt durch die Erfolge des deutschen Sabbathverbands wurden eine Reihe von Diskussionsabenden und Vorträgen veranstaltet, die einen glänzenden Verlauf nahmen. Vorträge hielten Herr M. A. L 0 e b aus Frankfurt a. M. und Herr Oberrabbiner Dr. M. Güdemann. Der Verein zählte am 31. Dezember 1909 : 303 Mitglieder; die Ein- ■ahmen betrugen Kr. 1868.26, die Ausgaben dagegen Kr. 1991,89 so dass ein Defizit von Kr. 123,23 zu decken bleibt. — Dem Bericht ist der berühmte Aufsatz von S. R. Hirsch ״Der jüdische Sabbath. 37 Die herrliche Perle“ vorangedruckt. Möchte der Verein im neuen Geschäftsjahr in weiteren Kreisen Freunde sich werben, die ihm eine Ausbreitung seiner segensreichen Tätigkeit gestatten. Budapest, 5. Mai, Der Staatssekretär im Handelsministerium, Gustav v. Kalman, hielt dieser Tage seine Programmrede als Abgeordneter-Canditat in Klausenburg. Bei dieser Gelegenheit besuchte der SiaatssekretärNden Uberrabbiner der Klausenburgar ortbodoxen Gemeinde, Herrn Samuel Glasncr, der den Besuch am nächsten Tage erwiderte. Oberrabbiner Glasner benutzte diese Gelegenheit, den Staatssekretär über dessen Standpunkt in der Sonntagsrube-Angelegenbeit zu befragen. Mit eindringlichen Worten wies Oberrabbiner Glasner darauf hin, in welch hohem Masse die Lebensinteressen der glanbenstrenön Juden von der Sonntagsruhefrage berührt werdenjund ersuchte ihn, diese Interessen bei der endgültigen Regelung des Sonntagsruhegesetzes zu berücksichtigen. Staatssekretär v.Kalm an versprach, diese Frage in liberaler Weise zu erledigen. Schon heute könne er — sagte der Staatssekretär — dis beruhigende Erklärung abgeben, dass eine Verschärfung der Sonntagsruhe (ein Lieblingsplan der Antisemiten) vollständig ausgeschlossen sei. Auch in seiner Programmrede äusserte sich v. Kalman: ״Die endgültige Rege^ lung der Sonntagsruhefrage wird in einer solchen Weise geschehen, dass die Interessen des Handels und des Handelsstandes keinen Schaden erleiden werden.“ Es dient nun der סססס^^שבת Kaufmannschaft jcdensfalls zur grossen Beruhigung, dass nach der Erklärung des Staatssekretärs eine Versebärfung des Sonntagsruhegesetzes ausgeschlossen sei. Selbstverständlich bleibt es nnn Aufgabe des jüdischorthodoxen Kaufmannsstandes, auch in der Wahlagitation für die Milderung des Sonntagsruhegesetzes einzutreten und die Kandidaten dazu zu bewegen, dass es in wirklich liberaler Weise geregelt werde. Hoffentlich wird auch bis dahin der neue ״Landesverband der orthodoxen Juden“ sich konstitairen, der als Vertreter der שבתhaltenden Kaufmannschaft mutig fUr die Sache eintreten wird. Pressburg, 15. Mai 1910. Von herrlichem Frühlingswetter begünstigt, gestaltete sich der heutige Gründungstag des ״westungarischen ־' שבתc-r-Vereins“ für die hiesige gesetzestreue Judenschaft zu einem Festtage, wie ihn die Pressburger Judengasse seit vielen Jahren nicht gesehen hatte. Schon zeitig morgens postierten sich die Herren vom Empfangscomite an den Bahnhöfen, um die Gäste zu begrüssen y und sie in die Stadt zu geleiten. Das Arrangierungscomitee tat sein möglichstes in der Decoration des weiten Raumes des Turnsaales der orth. Schule, zu welchem Zwecke die Bethäuser ihre uralten, prächtig erhaltenen, kunstvollen Paroches bereitwilligst zur VerfUgung stellten. Die Paroches mit ihren oft bunten Mustern und reicher Goldstickerei ergaben mit jugendfrischem Reisig zu einem harmonischen Ganzen vereinigt, ein tiefsinnig symbolisches Gepräge dem Interieur. Man konnte dem Eindrücke nicht entgehen, dass hier altes, heiliges, durch modernes, jugendfrisches aber umso wirksamer gestärkt und gepflegt werden soll. Die Eröffnung war für 3 Uhr nachmittags angeragt. Aber schon lange vor dieser Stunde war der Saal derart von Zuhörern überfüllt, dass die Saaloydner sich besorgt fragen mussten, was nun geschehen 8011. Und da Displizin nicht gerade zu den starken Seiten der jüdischen Rasse zählt, konnte die Ordnung während der Verhandlung nur in sehr mangelhafter Weise aufrechterhalten werden. Da war in erster Reihe die hiesige Bachurimschaft, die sich bei ihrer Beifallskundgebung, besonders wo es jüd. Fragen betrifft, wenig Schranken aufiegt, zumindest zwei bis zweibundertfünfzig Köpfe stark vertreten. Dem Tiefersehenden musste das Herz beim Anblick dieser begeisterten Schar von jüdischen Pionieren höher schlagen. Wenn diese Jünger, von denen man mit einer Variation sagen kann שניתק ח״ שעד. ועוסקים בחיי עירם — die lassen die irdischen Genüsse und beschäftigen sich mit ewigen Genüssen — nach einigen Jahren der Zuschauerschaft und theoretischen Uebung hinaus in die Welt gehen und die empfangenen Saatkörner auf fruchtbarem Boden säen: Welch prächtige Ernte muss das geben! Präzise 3 Uhr eröffnete unter gespannter Erwartung des Publikums Präses Sal. Lichtenfeld die Sitzung, Nach einer kurzen Ansprache schlägt er vor, Sr. Ehrw. Herrn Oberrabb. A. Schreiber, den Initiatior der heutigen Konferenz und unermündlichen Kämpfer

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