Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- 3 (3.1910)
- Date
- 1910-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Der Sabbath 1W1 genannten Rednern, die sich in uneigennützigster Weisnaher Verlust an Zeit und unter Aufwendung von MühOmn Arbeit in den Dienst unserer Sache gestellt : haben, gebührt der Wärmste Dank. Möge ihr Beispiel weiter Nachahmung finden, damit sich allenthalben Männer hervfrtün^ die ihre rednerischen Fähigkeiten den Ortsgruppen gerne zur Verfügung stellen und so an der Belebttijg I den Verbandsarbeiten mitwirken! 2. Enfw'icklung der zur sozialen Förderung der Säbbathtreue dienenden Institutionen. In ein neues Stadium der Entwicklung ist die so segensreich wirkende Centrale für Stelle nvermittlung bzw. der mit ihr verbundene Verein z'br Versicherung gegen Stellenlosigkeit getreten. Nachdem dieser Verein in 12jährigem Bestehen in reichstem Masse für die Schmiras Schabbos durch den Stellennachweis und die Gewährung von Versicherungs- Prämien für stellenlos gewordene sabbathtreue Gehilfen gewirkt bat, sini ihm von der staatlichen Aufsichtsbehürde die Rechte einer juristischen Person verliehen worden uud er ist nunmehr unter dem Namen Israelitischer Stelleuvermittlungs- und Versicherungsverein (Schomre Schabbos) zum Geschäftsbetrieb für ganz Deutschland zugeiassen worden. Wie Hützlich dieses Institut sich erweist, erhellt schon aus der bisherigen Ausgabeziffer für ausgczahlte Versicherungsprämien, die bei einen! Durch-; s fj.fitn i 11 s b e t r a g von monatlich Mk. 4 5.— die : Höhe von M k. 1 7 0 0 0.— bereits erreicht 1 *fiW'3r ^״tlage der aus unverschuldeten Umständen gäj$s gewordenen Handlungsgehilfen kennt und sich! ^ere Versuchung vorstellt, in die insbesondere rfahrene Kautleute leicht geraten können, wenn en Ausweg zu einer Position vor sich sehen,; len ganzen Segen dieser Einrichtung erkennen, bei ן Stellcnsuchende sein gutes Recht auf Mouatsgeld ■bst' durch den in guter Zeit leicht, erschwingbaren f zur Rasse erworben hat. Die Stellff'nver- [11 ng hat durch Ausbreitung auf Gehilfinnen uni ige und durcli den Anschluss des Hamburger Verl, die Centrale ebenfalls einen Aufschwung genommen innte trotz der prekären geschäftlichen Lage mit?Uten Erfolgen arbeiten. lageren ist die Stellenvermittlung für swerker bisher noch wenig über die Vorarbeiten gekommen. Es muss erst der Boden für dieses bis inde Gebiet genügend vorbereitet werden, ehe folgen gesprochen werden kann. •Die Bildung )rgauisation steht im eugea Zusammenhang mit bildung im' Handwerksgewerbe uud «Ru Möglichkety$4׳üie den sabbatlitreuen Handwerkern überhaupt in rhretfi Berufe o’ffenstehen. Leider ist die Mitarbeit der Ortsgruppen, auf die es bei Schaffung dieser Organisation welentlicü ankommt, trotz genügender Aufforderung bisher Loch kehr gering gewesen. ■jB1.ter denjenigen Institutionen, die in gleicher Weise zur sozialen Fürsorge und zur Ermöglichung der Sabbathfceüigung für beschäftigungslose, meistens ungelernte Arberter ן dienen, hat sich die von der Ortsgruppe Berlin des ״Venbandes der Sabbathfreunde“ schon vor 4 Jahren ins Leben gerufene ,‘Peah, Jüd. Brockensammlung* so sehr bewährt, dass nach den dort gesammelten Erfahrungen im Laufe der Jahre an mehreren Plätzen die Gründüng gleicher Institute im Anschlüsse an unsere Ortsggnppen erfolgte. Die ״Peah“ in Breslau blickt ebenfalls scbtui auf ein zweijähriges Bestehen zurück und arbeitet mit denlielsten Erfolgen. Eine Berücksichtigung ihrer Leistungen bei afen nachfolgenden statistischen Aufstellungen über die , Wirksamkeit der Peah-Institute konnte leider nicht erfolgen, da die dortige Geschäftsführung aus lokalen Interessen glaubt, in einer möglichst vollkommenen Loslösung von den Urhebern des Instituts dessen Ausgestaltung besser bewirken zu können. Auch diese Tatsache illustriert deutlich die leider immer wiederkehrende Erfahrung, dass die unseren Arbeiten für die Allgemeinheit entgegengebrachten Gesinnungen nur zu leicht von lokalen oier persönlichen Motiven beeinträchtigt werden — eine Fest- Stellung, die uns auch it!1 vorliegenden Falle nur mit Schmerz erfüllen kann, wenngleich wir weit davon entfeint sind, ans durch derartige Ereignisse in unseren zielbewussten Arbeiten für die Schmiras Schabbos beeinträchtigen zu lassen. Umso freudiger begrüssen wir die Errichtung von Peali-lnstituten in Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, Posen und Mannheim, welche zu Beginn des Bericlitsi thro ihre Pforten öffneten. Dank der energischen Handhabung und arbeitsfroben Inangriffnahme der Geschäfte seitens der Ortsgruppenvorstände und. der sich ihnen angeschlossenen Mithelfer und Mithelferinnen sind in der kurzen Zeit seit ihrer Gründung in diesen Instituten seton ausserordentlich belangreiche Erfolge erzielt worden. Mit welchen Mitteln und in welcher Weise die Tätigkeit in eiuer Peah von statten geht, illustriert sehr deutlich der nachfolgende erfreuliche Bericht, der uns von der Ortsgruppe Köln erstattet worden ist: Ihrer gefl. Aufforderung, Ihnen einen Bericht unserer .Peah* zu übermitteln, kommen wir gern nach und tun dies umso lieber, als wir in der angenehmen Lage sind, über eine erfreuliche Entwickelung unseres Uuicrnchinens referieren zn können. Wie aus der zahlenmässigen Aufstellung zu ersehen ist, sind die durch die Verwertuug der Zuwendungen erzielten Einnahmen in den letzten Monaten beständig gestiegen, ein Beweis, für die sympathische Aufnahme und die kräftige Unterstützung, die unsere Bestrebungen bei der jüdischen Bevölkerung Kölns gefunden haben. Wir sind bei der Begründung unserer ,Peah* von der Erkenntnis ausgegmgen, dass es in erster Linie unsere Aufgabe sein muss, für diejenigen unserer Glaubensbiiider zu sorgen, die das redliche Bestreben haben, durch ihrer Hände Arbeit ihr Brot zu verdienen, denen es jedoch iufolge der Ungunst der Wirtschaftliehen Verhältnisse und der Beobachtung des Sabbaths schwer oder unmöglich ist, Arbeit und Verdienst za finden. Wir haben daher dem Wunsche weiter Kreise Rechnung getragen und bei der Firmierang diesen Gesichtspunkt ,Die Arbeitsstätte“ in den Vordergrund treten lassen. Wir köuneu mit Befriedigung konstatieren, dass wir damit das Richtige getroffen‘haben. Die Nachfrage um Arbeit ist ausserordentlich grossi־*! Es war uns möglich, in der kurzen Zeit des Bestehens (ca. 4 Jahr) vier Familien eine dauernde Existenz zu verschaffen, einer Anzahl Handwerker und Arbeiter vorübergehend Arbeit zu geben und so aus der augenblicklichen Not zu helfen, einem anderen Teil konnten wir durch Weiterempfehlen Beschäftigung vermitteln. Wir betrachten die ,Peah“ als eine Djrchgangsstation zu einer, wenn auch bescheidenen Existenz Die Möglichkeit, Arbeit und Verdienst zu haben, hängt nun von dem Grade der Unterstützung durch Zuwendung an Kleidorn, Schuhen, Papierabfallen usw. ab und wächst natürlich in dem Verhältnis, wie uns solche zulliessen. In den ersten Monaten des Bestehens kamen die Gaben reichlich ein, sie verminderten sich während des Sommers, (eine natürliche Erscheinung, die w'0111 bei den übrigen ,Peah“ auch zu nden sein dürfte) und nahm in deu Herbst* und Winter-