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Der Sabbath · 1910-03-01 · 3 (3.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
10 (1910)
Issue
3 (3.1910)
Date
1910-03-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der Sabbath. 11 bereits seit längerer Zeit angekändigtes grundlegendes Werk für die Tätigkeit unseres Verbandes ist ebenfalls völlig druckfertig vorbereitet. Es ist dies die populäre Darstellung der ״Sabbatbgesetze“. Es galt bei der Bearbeitung dieses Stoffes das weite Gebiet der Halachah in eine kurzgefasste und dennoch erschöpfende Form zu giessen, ein Unternehmen, welches langwierige Studien und abwägende Sichtung erforderte. Die Gründung und Verstärkung kleiner Bi bl iotheken in unseren Ortsgruppen hat uns ebenfalls obgelegen. Es wurden Bücher belehrenden und unterhaltenden Inhaltes in grösserer Anzahl als früher dafür bereitgestellt und auf Wunsch den Ortsgruppen überlassen. Es ist sehr erfreulich, dass die freien Sabbathstunden auf diese Weise durch die Beschäftigung mit jttdisch-verinnerlicbenden Gedanken ausgafüllt werden, wodurch der Sabbath erst seine richtige Weihe j erhält. Insbesondere sollte die Jugend zur nützlichen ■ Verwendung des Sabbathtages in diesem Sinne angehal- J ten werde!. In vielen Ortsgruppen wird ja auf unsere! Anregung hin in Vereinen und Chewroth durch Schiurim; und Lehrvorträge der Ideeninhalt unseres Schrifttums den j Sabbathtreuen vermittelt. Jedoch wird es die be- 1 sondere Sorge der Ortsgruppen auch in derZukunft bleiben müssen, für die heranwachsende und hauptsächlich die schulentlassene Jugend beiderlei Geschlechts Stätten zu schaffen, die! gerne besucht werden und an welchen der 1 Sinn für die Heilighaltung des Sabbaths durch | gute Bücher und soweit es möglich ist, durch belehrende Veranstaltungen geweckt und gefördert wird. Es geschieht in dieser Beziehung längst nicht genug und gegenüber den oftmals ertönenden Klagen seitens der Ortsgruppenvorsteher über die Beschäftigungslosigkeit ihrer Gruppe sei auf dieses wichtigste Feld der Betätigung nachdrücklichst hingewiesen . Dort, wo solche Vereinigungen bereits bestehen, gibt es noch genügenden Arbeitsstoff, wenn am Ausbau und an | der gedeihlichen Fortentwicklung mit dem nötigen Ernst gearbeitet wird. Nach wie vor habon wia Vereine, die diese Tendenzen vertreten, durch Subventionen in die Lage i versetzt, ihre Räume in entsprechender Weise herzustel- 1 len, damit dieselben ausgiebig von sabbathtreuen Elemen-! ten, die hier Anregung und Belehrung suchen, benutzt; werden. Derartige Zuwendungen erhielten wieder der | Montefioreverein in Berlin, Mekor-Chajim-Verein in Müu- : eben, Jüdischer Jugend verein in Fulda u. A. Auf diesem Gebiete giebt es für unseren Verband kein Stebenbleiben und jeder kleinste Erfolg trägt schon eine reiche Summe an Segen in sich. Bildet doch jedes Saatkorn, welches den Keim des unverbrüchlichen Festhaltens am Sabbath in sich trägt, wenn es in die Seele überzeugungstreuer Gesinnungsgenossen gesenkt wird, die hoffnüngsfrohe Zuversicht für das Erstehen treugesinnter Mitstreiter und ausharrender Vorkämpfer in den Reihen ' der mit der ganzen Glut ihrer Seele für den Sabbath Ringenden. Unter diesem Gesichtspunkt sollten Aufgaben und Ziele unseres Verbandes von den Ortsgruppen in allen ihren Teilen stets gewertet werden. Dann würde mehr und mehr die Klage verstummen können, die leider aucb_bei dieser Rückschau noch zum Ausdruck gelangen muss, dass nämlich immer noch nicht eine genügend intensive Mitarbeit von den Ortsgruppen aus nach der Centrale hin geleistet wird Es ist nicht denkbar, dass eine Stelle selbst bei bestem Willen und beim Aufgebot 1 der weitmöglichsten Arbeitskraft soviel Erspriesslicbes i für den Verband leistet als nötig und möglich wäre, wenn sie nicht mit und in den Ortsgruppen anregende, aufklärend• und v*r allem!■formierende Mitarbeit findet. Von einzelnen lobenswerten Ausnahmen abgesehen gelangen nur selten Anregungen an die Geschäftsstelle, die von wachem Interesse für unsere heilige Sache zeugen und ein jeder in unseren Reihen sollte mithelfen, unserer Organisation durch unablässige Gedankenarbeit zu immer le be n skräf tigerer i n ner e r Ausgesta 11u ng zu verhelfen. C. Ausbreitung der Verbandstätigkeit, j 1. Ortsgruppe und Mitgliederzuwachs.! Die äussere Ausgestaltung unseres Verbandes durch 1 Gründung neuer Ortsgruppen und Anwerbung weiterer ן Mitglieder ist, eine einigermassen befriedigende zu nennen. ן Bei diesem Zweig unserer Wirksamkeit, bei dem es-gilt auch das materielle Moment zu betonen, hat freilich die allgemeine Weltlage stagnierend gewirkt. "Die gegen Ende des Jahres einsetzenden gewichtigen Erfolge der Werbetätigkeit lassen jedoch ein ferneres rascheres Ausbreiten unserer Organisation erwarten. Es ist im Jahre 1909 eiu Zuwachs von 38 Ortsgruppen zu verzeichnen. Es wurden Ortsgruppen neu gegründet in : Rülzheim, Geestemünde, Bensheim, Heilbronn, Samter, Laufenselden, Königstein, Merzweiler, Weitersweiler. Buchswoiler, Pfaffenhofen, Dauendorf, Königsbach, Silz, Hatten, Battenhausen, Randegg, Krotoschin, Ostrowo, Wronke, Ittersweder, Oherehnheim, Diemeringen, Hag mau, Zabern, Labischin, Koschinin, Oberseebach, Archshofen, Creglingen, Uohebach, Altengronau, Bad-Langenschwalbacb, Dietzenbacli, Grützingen, Rogasen, Wandsbeek, Mommenheim. Der Gesamtbestand Ende 1909 betrug‘": 159 Ortsgruppen mit 5353 Mitgliedern dazu 503 Einzelmitglieder zusammen 585(5 Mitglieder. Für die Agitationsarbeiten sind wir zu besonderem Danke verpflichtet den Herren Louis Kahn jr., Moritz A. Loeb-Frankfurt a. M., Rabb. Dr. Weil, Buchsweiler, Piucus Plessner-Posen und Wilhelm Freyhan-Breslau. Mit aufrichtiger Genugtuung wird die Gründung gleichgearteter Korporationen im Auslande von uns verfolgt. In kurzer Aufeinanderfolge haben sich in Oesterreich- Ungarn und in der Schweiz Schomre Schabbos-Vereine nach dem Muster unseres Verbandes gebildet, die unter dem Beifall aller Sabbathttreuen, aut unseren Erfahrungen fusseud, eine recht erspriessliche Wirksamkeit begonnen haben. Die Förderung der Propagandatätigkeit hat sich auch das von denrIV. Delegiertentag gewählte Centralcomitö vorzüglich als Aufgabe gestellt. Hierauf hinzielende Beschlüsse wurden in seiner am 27. Juni 1909 in Berlin stattgehabten Sitzung mit dem Geschäftsführeuden Ausschuss gefasst und zum Teil schon in die Tat umgesetzt. Aich in den Ortsgruppen selbst wurden Versammlungen die in erster Linie Agitationszwecken und in zweiter der Aufklärung dienten abgehalten. Soweit wir von deren Abhaltungen unte• richtet wurden, lie-:s sich feststellen, dass solche V _ Sammlungen staltgefunien haben: in Freudenthal, Hn - bürg, Köln, Koschmin, Krotoschin, München, C rowo, Posen, Samter, Stuttgart, Wandsbeck u . Wronke. Als Referenten sind zu nennen die Herren Dr. Moses Auerbach, (jetzt Palästina), Rabbiner Dr. Bamberger, Wandsbeck, Rabbiner S. Blum, Posen, W. Freyhan, .Breslau, Kantor Hirsch, Wronke, Rabbiner Dr. Kahn jetzt Mergentheim, Louis Kahn jr., Frankfurta. M., Moritz A. Loeb, Frankfurt a. M., ltabbiner Dr. Neuhaus, Ostrowo, Max Neuberger, Berlin, Pincus Plessner, Posen, J. Rothstein, Krotoschin, Rabbiner Dr. Wreschner, Samter.! -

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