Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- 1 (1.1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4874912-5428460-5428575--528-4875391- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4 Der Sabbath. dieser fiir viele Tausende in Israel ist seit Jahren Per heutige Sabbath der erste Sabbat wieder, sie dqu דזבלז־ שיר ליוש השבת nicht nur sondern auch bewähren, und auch heute nicht selbst willen, nur weil der יש הבשל־• ihn begleireil er mit ihm zugleich in die Hütte getreten der r,T wehrt euch die Huldigung, ehe ihr dem ישבת gegeben, was des שבת ist. 0, gäbet ihr dem שבת seinen• Teil, widmetet ihr Herz und Seele dem Sabbath, würdet ihr in Wirklichkeit dem Sabbath huldigen, glaubet der andere Gast, der ד. נ\ er würde an seine Anwe* mir, senheit nicht mahnen. Die prüfende Strenge wiche aus seinem Auge, nur Milde und Güte würden von ihm ausstrahlen. Ja leise, ganz leise würde er aus der Hütte ziehen, niemaqd sieht es — er weiss, er hat sein Werk vollbrächt, denn der שבת hat die Seinen wiedergefunden, wiedergefunden hat Israel den ראתה ד־לש לעולש הי — .שבת קדש Israel kennt keine Majestät, keinerlei Gottheit mehr neben Herr M. A. Löb für unseren Verband Hessen ihm eine so derbe Abfertigung zu teil werden, dass das Ergebnis, wie unzweideutige Stimmungsäusserungen von allen Seiten bewiesen, sicherlich nicht im Sinne des Herrn HiUer ausfiel. Gott. — אדן. Zur Sonntagsruhegesetzgebung. E. Ii., 10, Februar Uns VA־lief das JaEr 1906, wie gesagt, auch ohne ge- »erische Massnahmen zur Einschränkung der Sonn- Seit, so bedeutete eine Beichstagsrede des damaligen |ekretär des Reichsamts des Innern, Grafen Posavom 3. Februar, doch eine Sturmwarnung, in- 'sie eine Ueberprüfüng der bisherigen Ereignisse Psetzgebung in der Richtung in Aussicht stellte, bisher gewährten Ausnahmen oder Befreiungen weiter verkürzt oder ganz beseitigt werden könnten. 1b unserem Verbände Anlass in Verbindung mit 'erbande der deutschen Juden“ eine Enquete belewinnung sicheren Materials für spätere Eingaben 1 Reichsbehörden und die einzelnen Bundesregiezu veranstalten, deren Ergebnis unsere Voraussage jbestiÄigte, dass die Zahl der in Betracht kommenden Betriebe fllgtfmein unterschätzt werde. Auf dem 1. Delegirtentage (!/Januar 1907) berichtete Herr E. Lazarus Namens des Gescnäf^führenden Ausschusses in diesem Sinne und nach sehr lebhiftem Meinungsaustausche fand das Vorgehen des G1 A. einstimmige Billigung. Inzwischen hatte auch die Bayerische Rabbinerkonferenz sich mit einer entsprechenden (Eingabe an das zuständige Ministerium gewendet und eine wohlwollende Antwort erreicht. Ebenso über- *reichte die ,Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums“ dem Reichsamt des Innern und Preussischen Handelsministerium eingehend begrün- "Eingaben, welche um billige Berücksichtigung der pssen der saljbathtreuen Geschäftsinhaber baten.!in das Jahr 1907 (27. September) fiel die Frank- Ir Tagung des ״Internationalen Verbandes für SonnpeieV welche dem Vertreter des Leipziger Gehilfenandes, Herrn Hiller, Gelegenheit bot, ebenso unmo- J-e wie sachUch ungerechtfertigte Angriffe gegen die ortfiodox-jüdischen Kaufleute zn schleudern, und in den krassesten Farben die Gefahren zu malen, die der gesamten Sonntagsruhe aus der Ermächtigung für diese Kaufleute tun Sonntag zwei Stunden Bureauarbeit zu leisten, erwachsen würden! Er hatte aber seine Rechnd|pg ohne den Wirth gemacht; denn Herr Rabbiner Dr. M״.|Horovitz, für den ,Verband der deutschen Juden“ und י'■! Dann kam der 17. Dezember 1907 und mit ihm als böse Ueberraschung die Uebermittelung eines Entwurfs zu einer Novelle über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe durch das Reichsamt des Innern an die Bundesregierungen, welcher die absolute Sonntagsruhe vorschrieb d. b. jeden Betrieb in offenen Verkaufsstellen untersagte und ausserdem die zulässigen Ausnahmestunden auf 3 beschränkte. Der 2. Delegirtentag, der am 25 Dezember 1907 in Berlin stattfand, stand ganz unter dem Eindrücke dieser Hiobspost; und wiewohl die Meinungen über den modus procedendi vielfach auseinandergingen, so war man sich doch darüber einig, dass nur ein einheitliches Vorgehen von Vorteil sein könne, jede Separatagitation aber nur schädlich wirken möchte. In diesem Sinne beschloss denn auch der Delegirtentag den geschäftsführenden Ausschuss aufzufordern, sich mit allen in Frage kommenden Verbänden und Vereinigungen in Verbindung zu setzen, um unter Führung des Verbandes der Sabbath freunde ein gemeinsames Vorgehen in dieser Angelegenheit zu bewirken; von keiner Seite sollte aber etwas ohne Direktive des G. A. unternommen werden. Im Verfolg dieses Beschlusses fand am 5. März 1908 im Bureau unseres Verbandes eine vertrauliche Besprechung statt, bei der noch der Verband deutscher Juden, die Freie Vereinigung, die drei Rabbinerverbände sowie die Hamburger und Frankfurter Stellenvermittlungsvereine vertreten waren. Das Ergebnis war, dass ein gemeinsames Vorgehen unter Führung unseres Verbandes aus parteitaktischen und anderen Gründen allgemein nicht beliebt wurde; doch einigte man sich über die Grund- Züge für das gesonderte Vorgehen der einzelnen Vereinigungen, damit die Gefahr eines Gegeneinanderarbeitens ausgeschlossen werden könne. In der Frage, wie vorzugehen, stand zunächst der geschäftsführende Ausschuss ganz allein auf einer Seite, alle anderen in Betracht kommenden Instanzen dagegen auf anderer Seite. Man sagte dort: der .‘offene Verkauf ist nun doch einmal nicht) zu retten. Wir dürfen auf uns nicht das Odium laden, aus eigenem Interesse dem Verlangen nach absoluter Sonntagsruhe entgegen zu wirken. Wir laufen sqnst Gefahr auch noch das Erreichbare — Beschäftigung der Angestellten mit Comptoirarbeiten bei geschlossenen Läden — zu verlieren. Demgegenüber haben wir allzeit den Standpunkt vertreten, dass kein objektiv Denkender es uns verargen könne,! wenn wir zu dem Gewicht der Argumente, welche alle j Detaillisten verbände aus ihren materiellen Interessen ge- 1 meinsam herleiten, wir noch die religiösen Triebgründe,; welche die sabbathtreuen Detailgeschäftsinhaber anzufüh- : ren haben, mit in die Wagschale werfen. Wir dürfen deren Interessen nicht preisgeben, selbst auf die Gefahr j hin auch das Benaficium für die Comptoire und Bareaux ( j einzubüssen. Aus dieser Auffassung heraus haben wir in j unserer Eingabe, die wir dem Herrn Staatsekretär des ן Reichsamts des Innern überreichten, darum auch diesen Gesichtspunkt — Schutz der wirtschaftlich Schwächsten — obenan gestellt. Wir haben ferner durch Rundschreiben im April 1908 unseren Ortsgruppen empfohlen, aUenthalben ihre Mitglieder zu veranlassen sich dem Vorgehen der Detaillistenvereinigungen anzuschliessen; auch auf ihre Angestellten aufklärend in diesem Sinne zu wirken. Unser Verbandsorgan hat unsere Mitglieder über die Tätigkeit dieser Vereinigungen ständig auf dem Laufenden erhalten.