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Der Sabbath · 1910-01-01 · 1 (1.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
10 (1910)
Issue
1 (1.1910)
Date
1910-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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ץ Der Sabbatti. 3 blühenden Aufschwung. ושלוי עולם השנו חיל die unbek&mmert in der Welt leben, sie sind es, die Erfolge erlangen. Und wir“ P So senkt der Zweifel den Keim der Zersetzung in das Herz der Frommen. So wirbt die Gottheit ,Erfolg“ am gläubige Verehrer. So erleuchtet mit jedem Tage ein neuerStrahl das Diadem der Majestät ״Erfolg“. Die Majestät Gottes aber tritt in das Dunkel des Schattens. Das Gottesbewusstsein in ans erblasst. 0, um wie viel mächtiger noch ist die ״Gottheit“ Erfolg als jene, die ״Gottheit“ Natur? Und wie fürchterlich ist für ans die Vorauskenntnis dieser Gefahr, dieser unentrinnbaren Notwendigkeit, an jedem Tage gewappnet zu sein zu schweren seelischen Kämpfen gegen jene beiden königlichen Gewalten. M. A.I Es ist wahr: Es giebt und gab keinen Menschen in der tausendjährigen Judenheit, dessen Gemüt von diesen Zweifeln nicht schwer erfasst worden wäre. נתקשה למשה דנינו. Eine Ueberlieferung verbürgt es uns, dass auch unser Meister, der Gottesmann סשה bei dieser Frage forschend verweilt habe. Der fromme Psalmist wäre diesem Zweifel einst fast erlegen, ואני כמעט נטוי רנלי באין שפנה אשרי*). Und dennoch begegnen wir in dem davidischen Psalmenbuch dem kernigen Ausdruck der felsenfesten Ueberzeugung בפרח רשעים במו עשב ויציצו כל פעלי און לרשעים, der klare Ausdruck einer Weltanschauung ,״ ואתה מרום לעולם הdu bist der erhabene Schicksalsgebieter der Welt, du, Ewiger“! Ein sinniges Wort unserer Weisen meint, dieser Sabbathpsalm mit seinem gewaltigen Ausblick auf Natur und Schicksal müsse gleich jenem Psalm, der משה als seinen Denker und Dichter nennt, תפלה למשה איש האלקים von משה gedacht worden sein 1 Wie משה und דור, so haben Millionen gezweifelt, haben gefragt, gerungen, gesiegt! Allerdings א־ש נער לא ידע וכסיל לא יבין את זאת. Was für den Kampf gegen den Wahn von dem göttlichen Naturstoff gilt, das besteht auch gegenüber der Idee von dem Gotte ״Erfolg“. Denn wer nicht sorgsam Erfahrung sammelt, ehe er urteilt, oder wer gar Sklave seines Leichtsinns ist, er erkennt die Wahrheit nimmer; der Erfolg schmeichelt ihm und er wird ihm zum Sklaven. Aber wer gewillt ist, mit Verstand und Herz zu siegen, den führen auch heute noch Verstand und Herz zumSiege. Man braucht doch wahrlich kein gläubiger יהודי zu sein, man braucht nicht einmal ein Nachkomme Jakobs sein, um anzuerkennen, dass die Weltgeschichte dem Volke Israel eine Weltmission, eine Mission für die ganze Menschheit, überantwortet hat. Wohl jeder Geschichtschreiber jedes Volkes auf dem ganzen Erdenrund wird die grosse Kulturaufgabe rühmen, die Israel vollbrachte, als es in vielen Jahrhunderten heidnischer Anschauung in einsamer Wau* derung die Fackel des ,אחרות ה, des Monotheismus, das Panier des einzigen unsichtbaren ewigen Gottes durch die Völker hindurchtrug. Jene Völker sind nicht mehr, und Israel besteht. Wer aber hatte, als dieser Kampf im Altertum und Mittelalter geführt wurde, die Macht inne, war es Israel oder waren es die Völker? War Aegypten Israels Sklave oder Beherrscher?War Assyrien, war Babel Israels Besiegter oder Ueberwinder? War Hellas, war Rom Israels Untertan oder Tyrann? War Spanien Israels Knecht oder Israels Folterer P Wo auf all diesen Bildern, die uns von mehr als zwei Jahrtausenden erzählen, saget, wo, auf wessen Seiten sehet ihr das spriessende Gras, die '׳ schwellenden, färben prangenden Knospen des Erdenglückes, wo hingegen die niedrige, dunkleYsopptlanze, die oft auf dem SchuttzerstörterBurgenihr Dasein fristenmuss, preisgegeben der Willkür des dahinschreitenden Fusses P Der Glückes• rausch der Völker ist zerronnen, להשמדם עדי עד für immer zerronnen, aber der תולעת יעקב, der Wurm Jakob lebt no!ph! Wie aber war man nun wohl in Israel gesonnen, solange Aegypten, Babel, Rom in ihrer Weltmacht sich sonnten? Da waren es Tausende und Tausende in Israel, die zweifeiten und verzweifelten, die, wie vor den Zeiten des Syrerkönigs Antiochus, nur noch nach dem Erfolge ihre Weltanschauung prägten und den Gott Israels mit den Göttern Griechenlands vertauschten, weil Hellas ״wie das Gras spross und erblühte“. Das Gaukelspiel verstummte! Aegyptens, Babels, Roms Götter sanken in den Staub. — ואתה מדום לעולם ה׳, Gott blieb erhaben und das GotteSToIk. Nicht wahr, m. Fr.! Wir, die späten Enkel, wissen jetzt, dass jene Tausende Israeliten ohne Grund gezweifelt und verzweifelt, wir erkennen jetzt den Finger Gottes, der den Faden der Geschichte spinnt zum Segen Israels und seiner Weltmission. Zwar lässt Er Völker zur Macht emporsteigen, aber ihrer Weltmacht zieht er in dem Augenblicke die Grenze, in welchem sie Israel zu Boden gestreckt haben, יצב נבולות עמים למספר בני יש־אל. Wir, die Enkel, wissen es, dass auch in jenen Zeiten, da der Zweitel unsere Ahnen erfüllte und der Gott des Erfolges triumphierte, dennoch der Hüter Israels hiebt schlummerte, sondern Israels Sicherung gegenüber Völkerübermachfc im Auge behielt. So Ihr aber dieses Zeugnis der Geschichte kennet, Ihr könntet dennoch glauben wollen, dass der Gott Israels schlummert und das Schicksal des Abtrünnigen, des Frevlers, dem Zufall überlässt P — 0, m. Fr., böte euch jemand ein gar kostbares Gut zum wohlfeilen Kaufe an, dem das Blut eines Gemordeten anhaftet — könntet ihr es kaufen? Würdet ihr nicht den Fluch fürchten, der eurer lauert? Werdet ihr nicht auch alle einem Lebenserwerb, der nur auf Verbrechen sich gründet, und möge er spriessen wie hohes Gras, ein schreckliches Ende prophezeien? Ihr glaubet an die Macht der Wahrheit, ~ Ihr glaubet nicht an den Bestand der Lüge. Ihr glaubet an den Sieg der Rechtschaffenheit und Wahrheit in der Weltgeschichte und im Einzelschicksal — nun, wer ist denn der Gott dieser siegreichen Wahrheit? Etwa-־־der Naturstoff? הנה לא ינום ולא יישן שם־ יש־אל. Mögen auch * Frevler blühen, Israels Gott schlummert nicht. In seiner Hand ist doch der Augenblick nicht nur, sondern auch die Ewigkeit. In seiner Hand dasDiesseits und das Jenseits, j in seiner Hand Glück und Unglück — hienieden und dro- I ben, und Ihr wollet vom Erdenschicksal allein schließen, ob Gott ein Richter ist? 0 kommet doch, lernet, forsehet, wie ein משה, ein דוד mit sich gerungen haben, 1 wie sie die Antwort gesucht und gefunden haben zur Lö-1! sung des grossen Weltproblems von der blendenden Macht \ : des Erfolges. Doch heute vernehmet nur die Warnung. הנה יום הדין, es ist ja der Tag der Entscheidung. Lasset euch warnen vor dem Glück der פועלי און, meidet die Nähe derjenigen, die sittliches Unrecht säen, um Gold zu ernten, die von dem Austausch solcher Güter leben, deren trübe Herkunft sie in ewiger Angst vor dem Auge der Gerechtigkeit verbergen müssen. Lasset ־euch warnen! Neidet ihnen nicht ihr Flitterglück und möge es sie auch begleiten bis an den Rand des Grabes! Dennoch, dennoch : להשמדם עדי עד . Lasset euch warnen auch vor dem biendenden blühenden Aufschwung der שלוי עולם השנו חיל, der Nachkommen unserer Ahnen, die da Vermögen auf Vermögen häufen auch an solchen Tagen, die Gott nicht bat freigegeben seinem Volke, seinem Erstgeborenen Israel. ואתה מדום לעולם ה׳ . Mag die Gesetzgebung über den jüdischen Sabbath triumphieren, dennoch, dennoch bleibt der Gott de* Sabbaths erhaben — o, vergesset nimmer das Sabbathlied, .»ז«ור שיר ליו■ השנת •) Psalm 71,2.

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