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Der Sabbath · 1910-01-01 · 1 (1.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
10 (1910)
Issue
1 (1.1910)
Date
1910-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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2 Ser Sabbath. Was khr&Jet uns der Sabbatpsalm י!*'■ ’i an ^en J°mjm nauroim? I * f Zwei Betrachtungen*) ,'■?,tf - •״/( ' 1 I■■ I .Majestät“ des Erfolges״ Dis לבל :דרי. מ3 גילו מעשיך ד, סוד עסקז מדד1בור״7. *יי® ב׳ד ל* ידע יבסיר לא יבק את זאת. ■1A C1W trtan * א bist .בורח רשעים בבד עשב ייציצז כד •יעדי אץ דדשבד•! ך־י עד ואתה מדוש לעזים ד/ ״Wit grau sind Dsins Werke, Ewiger: wie so tief Deine Gedenken I Bin Ciwiseeader wird niebt cur Erkenntnis kommen; ein Leichtsinniger wird dies nicht durchschauen! eafspritssen Frevler wie Kraut und sur Blüte gelangen alle Uissetäter, — zu ihrem Untergang in der Bwigiceitt Erhabenheit für immer, Sa iger!* v JcMeicem srescbmückten Gemach hatte die ganze Familie, Alt und Jung, Grossahnen, Eltern und Kinder sich vereinigt. Es schien, als ob der lichtvolle Raum festliche Spannung atme. Erwartungsvoll war das Auge aller auf die Pforte gerichtet. Soeben hatte der Sonnenball den letzten Ab-chiedsgruss entboten, da traten über des Hauses Schwüle zwei Männer. Sind es Brüder? Die Antlitze zeigen so mannigfache Aehnlichkeit. Liebe und Weisheit, Edelsinn und Hoheit sprechen aus den^Zügen Beider. Aber die Augen, die Blicke, so sonderbar verschieden. In den Atl^en des Einen glaubt man Strenge wahrzunehmen. Wohin sein Blick gleitet, sinnend und prüfend, beklemmend und'djjifstigend verweilt das Auge und doch — wie seitsam*—;umrahmt unverkennbar das Auge, ein Strahl unendlicher Milde und Güte. Des zweiten Mannes Auge verrät mhigen Ernst und edle Heiterkeit. Mit zutraulicher Liebe1 umfängt jeglichen sein Blick. Unter seinen Wimpern funkelt es so zart, so leise, wie von himmlischem Aziir, als erzählte das Auge von fernen höheren Welten. Die beiden Männer treten ein. Flugs erhebt sich ein je- ^alle nahen, sie zu begriissen, nahen gemessenen jund ehrfurchtsvollen Blickes. Im Namen aller Tner das Wort des Grusses. Doch -sein erstes |ilt nicht beiden zugleich, gilt nur dem ersteren, und so richten alle nur den Blick auf dessen prüfene. Doch kaum, dass die ersten Worte des Grußes gebietet der Gast Einhalt. Sein Blick streift ieeleiter, und er spricht: ״Nun, gedenket vorerst meipeleiters, ist er doch ein vertrauter Gast in eurem J Seht Freunde, nur selten kann ich eure gastliche Idschaft pflegen. Ehe nicht vier Jahreszeiten sich .--.Met, kann ich euch nicht nahen. Ihr wollt mir Ehre zollen; seid meines reichen Dankes gewiß. Doch gebet meinem Begleiter, was ihm gebührt. Ihm, der so oft, zu Tiet<.’J»nf Malen in eines Monats Frist als ein geliebter jl eurer Mitte weilt. Ihr bietet ein jedes Mal dem viel; doch er gibt euch mehr, er kann euch so ir sein als ich, der seltene Gast. Ich kenne den ^Gruss, mit dem ihr jedesmal ihn empfanget. ihn doch auch heute; huldigt ihm, wie stets, ph nicht zugegen bin“. Da wenden alle die Augen veiten, um gemeinsam den gewohnten Gruss ihm Stfcn. Laut erklingen die Stimmen, und der Gruss j*n mit den Worten: מזרו־ שד־ לדש השבת . Denn שבת lesp der Gast, und der mit ihm zusammen gekommen .fr hi«ss: שבת .יה־ב und ודי•! Mit dem Ausstrahlen der»1frgtgn Sterne sind sie auch in unser Gotteshaus getre- *®^■Bfrhachdem wir kaum dem ידדב das Willkommen ge- *PÜPjfhen, da erscholl von unserer aller Lippen der traute $ J>-*rste Betrachtang ia N™• 10—11 Jahrgang 1909. altgewohnte Sabbathgruss: מזמור שיר ליום השבת. Wiederum liess, wie allwöchentlich, des Psalmisten erhabener Sabbathgesang vor unserem Geiste erstehen das Bild einer ganzen Welt, erschaffen von Gottes Hand. Wiederum sprach unsere Zunge: גדלו מעשיך הי ro. Die Natur, der Naturstoff ist nicht Gott, sondern eine Gottestat, eine Gottes- Schöpfung. Froh "des Glückes, dass unserem Herzen der Gott in der Natur sich nicht verschliesst, konnten wir auch am heutigen, an Weihe so reichen Abende ruhigen Gemütes mit dem Dichter von dem grossen Weltproblem Kunde geben, das aber dem Judentume, das dem Psalmisten kein Problem, keine offene Frage ist und war: ב^־ח רשעים כסו עשב, wir sprachen es aus, dass das Glück der Frevler nicht ins Wanken und Schwanken bringen könne das granitene Bewusstsein unserer Seele: ואתה מרום לעולם ה׳. Es g i e b t einen Gott, der erhaben schaltet über Menschenschicksale, der erhaben schaltet über Frev- Ier und Gerechte. M. a. Z.! Begonnen hat der grosse Tag, der nur ein Mal im Jahre Einlass begehrt — der Tag der furchtbaren Strenge und unendlichen Barmherzigkeit, Strenge im Fahnden nach Schuld und Vergeben, Barmherzigkeit in der Gewährung von Verzeihung und SchicksaDglück. In; der Prüfung ein יום גדול ונורא, im Urteil יום סליחה ומחילה. Wie der ראש השנה, so ruft auch dieser Tag uns aus der : Alltäglichkeit empor mit dem Weckrufe: הנה יום הדין; ,Wachet auf, ihr Schläfer, aus euren sorglosen Träumen; der Tag der Entscheidung ist da!* Doch ehe die EntscheiduDg fällt, blickt Gott dir in die Tiefen des Herzens 1 und fragt: ״Gilt dir dein Gott wirklich als ein Gott, den | niemand hindern kann zu entscheiden und zu vollführen S nach seinem Willen? Ist dir Gott in Wirklichkeit der [ lebendige Gebieter in der Natur, mag sie friedlich schaffen | und emporheben, mag sie grimmig kämpfen und vernich-! ten“? Der ר־ה sagte uns, m. A.: שובו עדי ואשובה עליבם erst tilget jeglichen Gedanken von der Majestät des Naturstoffes, erst kehrt zurück zu mir als dem Gott der Natur, dann kann ich Euch mich wieder nahen, mit gna-; denvoller Entscheidung. Der heutige Tag, m. A., spricht 1 abermals: שובו עדי ואשובה עליבם, kommet zu mir zurück, wenn ihr mich wollet, tilget jeden Zweifel in eurem Herzen an einen Schicksalszufall, dann erst harret auf das göttliche Losungswort: חיים טובים! Zufall des Schicksals! Wird nicht jeder von uns, fragt man ihn u Glaubst du an den Zufall P, entrüstet die Frage von sich weisen als einen Argwohn, gehegt an dem heiligstem Gute seiner Seele, gehegt an seinem Lebensstolze, Argwohn an seinem Gottesbewusstsein, seiner Gottestreue, seiner אמונה P Und dennoch sind es, m. Fr., — mit schwerem Herzen sprechen wir es aus — unter den Millionen Israels Hunderttausende, deren Lebensweise Zeugnis ablegt von dem Glauben, der — bewusst oder unbewusst — sie beherrscht,dem Glauben an den Zufall im Schicksal.בפרח רשעים במו עשב ויציצו בל פועלי און, spriessen doch auch Frevler wie Gras! Blühen doch alle empor, die Unrecht tun! ,Auch“? ״Auch“ Frevler? Nein! Gerade die Sorglosen, die Gleichgültigen, die Abtrünnigen sieht man zu Reichtum gelangen, in blühendem Reichtum leben und sterben, die Frommen aber oft in nur gemessenen Grenzlinien emporkommen! רשע וטוב לו Warum darf der Gottlose sich des Erfolges freuen P Wie manches Mal vernimmt unser Ohr den Zweifel an dem Gott des Schicksals, wenn es sprechen hört: ״Seitdem mein Berufsfreund, dem Drucke der neuen Gesetzgebung weichend, unbekümmert am Sabbath in gleicher Weise um den Erwerb sich müht, wie an den andern Tagen, seither nimmt er

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