Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 9 (1909)
- Issue
- 10-11 (Okt.-Nov. 1909)
- Date
- 1909-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Der Sabbath Nicht ./vqn d*te Stoffes, von Gottes Grösse erzählte ihnen die Natar. j(׳,'Wie gross, Gott, sind Deine Werke! Wie gar’tifeUDeihe Gedanken!“ Die Vielfältigkeit und Un- ׳ermesäU:hkeit der Naturgebilde legen tfps Zeugnis ab von <M! Allmacht Gottes; Zweckbestimmung und Ein- *ordnimä) dep Winzigsten und Gewaltigsten in diesen Rjeseäiu rühmen uns die Weisheit Gottes. :דולים מעשה ד ד״ושים. לכל5הםציהם .,überwältigend an Grösse sind die Werks* Gottes und dennoch erheischt mit Notwendigkeit von all ihren Zweckbestimmungen“. Also erschaute das .Muge eines Davids, eines Salomo's die Natur und ihren Stoff, nicht als Gott, nicht als König, aber •הא-ן ל•~ er war ihnen der Schemel des Fusses, die unterste . Stufe gleichsam am göttlichen Himmelsthron. Die Zeit der Psalmisten?! Was wusste denn die Menschheit damals von dem Wesen des Naturstoffes! Wie erschien ihnen dit? Natur, wie ganz anders erscheint sie uns! Was ist sie uns! Wer kannte damals die Urelemente, aus denen, wie die Pflanze, wie der Wurm, so auch df's Mensehen Körper sich zusammensetzt! Wer hatte in der Trennung die Verbindung. in der Verschiedenartigkeit die Gleichheit entdeckt? Wer vermochte auch nur zu ahnen die Möglichkeit von der Idee der Einigkeit und EinifslL die alle, alle Naturgebilde, vom letzten Staubkorn bis '»häuf zum Menschen in sich schliesst ץ Wie fern stand jene Zeit doch unserer Erkenntnis der Natur, und was will es schon besagen, wenn jener Zeit der Naturstoff wirk- -lieh nur als ein Fussschemel galt der göttlichen Majestät? Diente Einfügung, m. A., zwingt manches Jünglings, man- Cher Jungfrau Sinn in ihren Bann. Sie brauchen sich ihuer' nicht zu schämen: sie brauchen sich ihr auch nicht zu verschlicssen. Nein, sie sollen mit diesen schwe-; ren Gedanken ringen. ־ Täten sie es nicht, wollten sie erlauben, das Judentum müsse die Berührung dieser Frage ängstlich" meiden, weil es einer strengen Gedankenfolge schonungslose Schlusswirkung zu fürchten hätte —, wer so denkt, der ahnt des Judentums Grösse nicht. הו—. לי א-ה Wäre wohl die Thorah dem Sonnenlichte gleich, wenn auch nur einer einzigen Gedankenreihe leuchtende Klarheit, zwingende Wahrheit ihr Licht verdankein könnte, »wenn das Judentum nur in der Dämmerung geistiger Verworrenheit sein Dasein fristen könnte, und, entgegen der Blumenkrone, vor dem funkelnden Strahle der Klarheit scheu den farbigen Kelch schiiessen müsste? Lasst Euch Kunde geben, m. Fr., von einer Begebenheit, von einer ״Erörterungjgepflogen von drei gelehrten Männern, sie alle philosophis# geschult, naturkundig, auf der Höhe ihrer Zeit- ' kultur. Ein Kampf der Meinungen entbrennt und, was ihn entfacht hat, das ist just die Majestät des Naturstoffes, der; Natur. Ihr zu huldigen als einer Gottheit djgs Weltalls, als einer Urkraft mit ewiger Entwicklungsfähigkeit, forderten zwei der Männer. ,Wer mit unbefangenem Auge, so meinten 4 sie,' die regelrecht aafsteigende Gestaltungskraft des Stoffes 1 4 beobachtet^ wer Sonne und Gestirne in ihrem harmonischen : Zusammenwirken mit dem Erdball betrachtet, wer da : sieht, Milliarden leblose und lebendige Gebilde ן der Natur"sich zu einem in sich geschlossenen, harmoni- : schien Ganzen zusammenfinden, zu einer Harmonie, in die : niejnals eine fremde Macht hemmend eingreift, kann der j a/fctiTafveifeln an der Allgewalt, an der unvergänglichen! t£!4räft£* die dem Naturstoffe innewohnt von Ewigkeit | zü-׳Swjgkeit? Soll der Vernunftsbeweis der sichtbaren Wirklichkeit etwa weichen vor dem überlieferten Glauben , an.eine unsichtbare Macht? So sprachen zwei dieser j Mä.mer, der eine den andern ergänzend, und riefen dem ן T Dritten .za: ״D u bist der weiseste unter uns, sag’ uns deine Meinung*. Der Gefragte erwidert bescheiden: i ,Sehet, was ist des Menschen Wissen? Mir gebricht es j an Kenntnissen, meine Vernunft ist nicht vollkommen; die Erfahrungswissenschaft habe ich nicht bis zur Neige mir zu eigen gemacht. Allerdings, wer vermag denn alles zu wissen? Ja, weiss denn die Menschheit insgesamt alles? Wer aber nicht alles kennt, kann der ein Urteil fällen über das All? Wer einen Stein rollen sieht und er hat ihn nicht sorgsam geprüft, wird er zu behaupten wagen, aus welchen Stoffen er besteht? Ihr sprechet von der Einheit des Stoffes. Wäret Ihr denn im Himmel oben, dass Ihr des Sonnenkörpers, der Gestirne Stoffe hättet ergründet? Sehet, Freunde, wie nahe ist uns dipMondkugel. Und doch kennen wir nur die Scheibe, die Rinde., nichts oder doch so wenig von dem, was unter der Scheibe mag sein. Ja, denket doch daran, dass, so lange die Welt besteht, noch nie ein menschliches Auge, auch nur des Mondes ganze Oberfläche geschaut hat. Ist doch von Ewigkeit her des Mondes eine Seite nie der Erde zugewandt gewesen? Ihr kennet so wenig vom Monde; wisset nicht einmal, ob vom Wasser, das doch des Erdenkörpers weitesten Raum bedeckt, auch nur e i n Tropfen auf dem Monde sich findet, und Euer Urteil ist schon gefällt über alle Gestirne des Himmels, ihre Stoffe und'ihr Wesen? Wer von den Menschen hätte die Regel entdeckt, der Wind und Wetter gehorchen, die gesetzlichen Bahnen, in denen sie mit dem bestimmten Augenblick kommen und gehen? Und dennoch wolltet Ihr schon behaupten, keine andere Macht, als des Stoffes eigenes Naturgesetz bestimme das Getriebe der Welt? Ihr sprechet von der Stufenfolge der Pflanzen und Tiere der ganzen Welt. Noch stehet Ihr vor dem Anfang der Wissenschaft von der Pflanzen- und Tiermenge in den tiefsten Tiefen der Meere. Denn, wo ist der Mensch, der auch nur ein Zehntel der Strecke lebend dort zurückgelegt hätte, wo die Fluten ebenso tief sich senken müssen, um den Meeresboden zu küssen, wie die höchsten Felsen gen Himmel ragen? Und die Erde selbst, auf der Euer Fuss schreitet. Ihr habet das Urteil abgeschlossen über ihren Stoff, ihr Wesen — und doch kennt kein Mensch der Erde Innerstes; ist es Feuer, ist es Wasser, ist es Erz, ist es ein ungeahnter, unbekannter Stoff? Geheimnis über Geheimnis, Lücke auf Lücke, überall und überall der Zwang, zum Notbehelf von Vermutungen statt der Beweise und Belege, und Ihr haltet den Beweis erbracht von der Majestät des Naturstoffes, von seiner Urkraft, von seiner unbegrenzten Entwicklungskraft, von seiner Ewigkeit? Noch giebt es niemanden, der ein Urteil abgeben kann; noch ist das Erz der Wissenschaft voll von Schlacken; das lautere Gold der Wahrheit — die Menschheit hat es noch nicht ergraben. Nur Gott, der das Weltall überblickt, oder nur ein Heiliger, dem Gott die Wahrheit von dem Wesen der Natur offenbart, kann sie ganz begreifen“. So sprach der Dritte. Fürwahr, kaum eine Frage bewegt die Jetztzeit also, wie der Gegenstand dieser Unterhaltung. Doch rührt die Begebenheit nicht aus unserer Zeit. Seltsam! Sie gehört einer ganz anderen Zeit an, die so weit zurückliegt. Und dennoch ist die Begebenheit beglaubigt. Die heilige Schrift berichtet uns von ihr. Die zwei Männer hatten die Namen איתיאל und אכל und der dritte hiess י.אגור ק יקה Höret, in welchen Worten er seine Entrüstung kundgibt, lasset uns sie hören und verstehen im Sinne des bibelweisen Malbim. כי בער אנכי מאיש ולא בינת אדם לי ולא למדתי חכמה ודעת קדשים אדע, " An Kenntnis, an Vernunft,an Weisheit gebricht es mir; und was nur Heilige wissen können, sollte ich wissen? מי עלה שמים וירד, wer ist in den Himmel gestiegen und wieder herabgekommen mit der Wahrheit über den Himmel und seine Gestirne? סי אסף רוח בהסניו, Wer hätte den Wind bezwungen mit seinen Fäusten, dass er von dem Naturgesetz der Winde reden könnte?