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Der Sabbath · 1909-09-01 · 9 (9.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
9 (1909)
Issue
9 (9.1909)
Date
1909-09-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der Sabbath. 43 bessere Natur zu behaupten. So lasset uns denn, so wir; mit Glücksgütern reich gesegnet sind, einen schlichten! bescheidenen Sinn uns wahren, indem wir das Schriftwort! beherzigen: ״Gedenke des Ewigen, deines Gottes, dass er es ist, der dir die Kraft verliehen, Vermögen zu erwerben“ (5. B. M. 8, 18); in den Nöten des Lebens aber lasset es uns zu Gemüte führen, dass der Name ״Israel“ Gotteskämpfer bedeutet. Oder bildet nicht von jeher gerade die Willensstärke, die vor keinen Schwierigkeiten zurückschreckt, die alle Hindernisse überwindet und unentwegt das vorgesteckte Ziel verfolgt, den Charakterzug des Israeliten? Nichts ist also, das müssen wir uns lebhaft vor die Seele fühlen, des Israeliten so unwürdig, wie jene Schwäche, die das, was heilig ist, aus'Scheu vor Kampfen und Opfern preisgiebt. — Nach dieseu Richtungen hin muss innerhalb des Judentums, wenn dasselbe anders auch bei der jetzigen Zeitlage seine heilige Sendung erfüllen?011, der Geist aufgeklärt und erhellt und der Wille gestählt und gestärkt werden. In diesem Sinne müsset ihr alle, die ihr zu den Bessern zählet, an eurer Selbstveredlung arbeiten und auch auf andere veredelnd wirken, ein jeder in dem Kreise, der seinem Einflusse zugänglich ist, der Vater im Zirkel seiner Kinder, der Lehrer im Kreise seiner Schüler, der Seelsorger in der Mitte seiner Gemeinde, erweckend und belebend, versittlichend und vervollkommnend wirken. Doch, soll dieses Wirken und Streben, dieses Hingen und Arbeiten zum Ziele fiilnpn, soll es von jenem Eifer getragen, von jenem Feuer durchglüht sein, beidemallein die Erreichung eines grossen Zieles möglich ist: so müssen wir aus unserer Brust jenes Gefühl bannen, das den Mut lähmt und einen Schwung der Begeisterung nicht aufkommen lässt; es ist das jenes Gefühl, das aus der Verzweiflung an der Besserungsfähigkeit des jetztigen Geschlechtes entspringt, ein Gefühl, von dem gerade die Bessergesinnten nicht selten ergriffen werden. Xejn, der Anblick, der sich uns darbietet, darf, so trübe er auch sein mag, uns nicht entmutigen. Ist denn der bessere Geist aus dem jetzt lebenden Geschlechte ganz gewichen? Wie, ist die Erkenntnis, die jetzt allgemein zum Durchbruch gekommen ist, die Selbsterkenntnis, die sich ausspricht in den reumütigen Worten ״fürwahr, wir haben uns verschuldet“, nicht ein Beweis, dass der innerste Kern unserer Natur noch nieht verdorben ist, dass in den tiefsten Tiefen unserer Seele noch eine moralische Macht lebt.? Und wie können wir die Verbesserung und Erhebüng der jetzt lebenden Geschlechter für eine Sache der Unmöglichkeit halten? Ja, wie können wir eine Verkümmerung unserer Nation befürchten? Ist es doch offenkundig, dass das Auge des Weltenlenkers über unsere geistige Erhaltung wacht. Wer sieht nicht, dass die Feinde, die sich jetzt wider uns erhoben, ein Strafwerkzeug sind in Gottes Hand? ״Wer sieht nicht, dass die Hand Gottes das getan“ (Hiob 12, 9), um uns zu ermahnen und aufzurütteln und geistig nicht verkommen und verkümmern zn lassen? 0, blicket hin, Ihr Kleinmütigen, auf die Zeichen derZeit! Und dabei bedenket auch, dass wir die Sprösslinge jenes Volkes sind, dessen Wahlspruch lautet: ״Bin ich gefallen, so erhebe ich mich wieder“ (Micha 7, 8). Oder hat sich dieser Wahlspruch nicht bewährt? Die Erfahrung von Jahrtausenden hat es bestätigt, dass Israel wohl zeitweilig sinken, aber nicht für die Dauer darnieder liegen kann. Nein, wir sind nicht verloren; ״wahrlich, Israel ist nicht verwaist“ (Jer. 51,5). — So lasset uns denn, ermutigt und ermuntert durch die Zuversicht eines sichern Erfolges, für das Gedeihen unseres Stammes mit Tatkraft wirken, überall und allentkalben, wo unser Einfluss etwas vermag, an der Veredlung und Versittlichung unserer Brüder mit Begeisterung und Opferwilligkeit rüstig arbeiten, auf dass unsere Nation zu der Höhe ihrer Aufgabe sich wieder emporschwinge, ihre Sendung als Volk Gottes, erfasse und . erfülle, zu ihrem eigenen Heile und zum Heile des!ranzen־'Menscher.- geschlechtes! Jomkippur am Sabbath. Am 25. September ist in diesem Jahn- >abbuth um Jomkippur. Wieder werden, besonders in dt״׳ Großstädter eine Reihe von Riiros und Läden an diesem Sabbath ge schlossen bleiben, die an allen-anderen ^abbathen, wir an Wochentagen geöffnet sind. Ein miissiges Unterfange!: wäre es, an solche Geschäftsinhaber die Frage zu richten warum sie. die durch das Feiern dieses Sabbaths docl die Verbindlichkeit des jüdischen Gesetzes anerkennen, nicht auch die anderen Sabbat he. die doch dasselbe ׳Gesetz streng zu feiern beliehlt, ebenfalls halten. Die Antwort, die man auf eine' solche Frage selbst von Leuten, die!rieht zu den böswilligen Gesetzesvenichtern gehören, erhalten würde, wäre sicher durch die sattsam bekannte Ausführung argumentiert,!lass das wohl in früheren Zeiten gut ausführbar gewesen,doch heutzutage bei dem schweren Kampf ums Dasein, bei der vermehrten Konkurrenz, den hohen Geschäftsspesen und den er■ weiterten Lebensansprüchen usw., ganz und gar nie 11; möglich sei. Als ob der geschäftliche Erfolg nur durch Verletzung der religiösen!,dichten gewährleistet wäre und die vielen sonstigen Umstände mannigfachster Ar zum Gelingen von Unternehmungen als unwichtig;!r nicht in Betracht kämen. Und doch drängen die immer schwieriger sich gestaltenden- Gesamt Verhältnisse gebieterisch dazu, Mittel ausrindig zu machen, die eine Verbesserung herbeizuführen, geeignet erscheinen. Und d;1 erweist sich als der richtigste Weg die Rückkehr zu dem von der Thora uns vörgezeichneten Pfade, auf den unsere Vorfahren gewandelt, die' selbst unter den missliebsten äusseren Verhältnissen doch eine; innere Zufriedenheit und Glückseligkeit sich bewahrten, 11m die si3 die Kinder der Jetztzeit, die den Weg Her Väter veilassen, beneiden müssten, wenn sie ihn nur kernen ,würdet. Den Weck- und Mahnruf diesen alten, bewährten Weg, den;׳,:r ־*ך, gemeinsam wieder zu •etreten, hat der ״Verband der Sabbathfreuude“ als den vornehmsten Zweck seiner Bestrebungen sich zun! Ziel gesetzt. Uni wenn auch seine Tätigkeit sich für den Ausseüstehendei vorliiiitig nur als ,Aussaat“ erweist, so wird doch ,בד eine gesegnete Ernte nicht ausbleiben. Wenn aber erst der טנח• und damit das נטד־ן zn ד“נ ד in weiteren Kreisen wieder Eingang gefunden haben wird, dann i$t die .ט־ע־*' im Anzüge.. Im Anschlüsse hieran darf ein wohlbekannter, abt schwerveiständlicher Ausspruch eines Talmud weisen angeführt werden. In Tract. Pessaehim 118a wird im Namen von R. Elieser b. Asarja, der als Achtzehnjähriger schon das Ansehen eines׳ gereiften Siebzigjährigen geuoss, gelehr , ״1 < ‘ ק־: c־s hv!*.—;,;קיצץ ד; schwer ist erwerb für den Menschen, ein Analpgon filndet er mir in jenem geschichtlichen Ereignis der Spalt u1£ des Schilfmeeres, wodurch bekanntlich unsere Vorfahren vor den ihnen nacheilenden Aegypten! gerettet w urden. Schcjn das erste Wort dieses Satzes erscheint eigenartig. Bfcder Nahrung 5zieht sich das Wort •״ כ״טschwer‘ auf r;־pr? Was ist bei Ihm, der das ganze Weltall ins Dasein gerufen נדב־״ \

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