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Der Sabbath · 1909-07-01 · 7 u. 8 (Juli-August 1909) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
9 (1909)
Issue
7 u. 8 (Juli-August 1909)
Date
1909-07-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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38 Der Sabbath. werden können, aufs Neue in Erinnerung gebracht wurde. Derselbe war im Laufe der Jahre ganz in Vergessenheit geraten. Auch des freimütigen und mannhaften Eintretens des Vereins Württembergischer Rabbiner -bei der 0 birkirchet behörde in Sache des Sonntagsruhe- 'Oesetzeptwarfes wurde dankend gedacht. Exemplare der Betrachtungen über den, ״Sabbath“ von Rabbiner S. R. Hirsch 8. A. wurden von der Landes Vereinigung angeschafft und verbreitet. In der Bewegang, welche dfch;an die Vorlage des Entwurfes einer Kirchen- ▼erfa-sung für die Israelitische Religionsgesellschaft des Lindes anknüpfte, nahm der Vorstand der Landesvereinigung Gelegenheit darauf bi1*zuwirken, dal> die ־ Dispensation der Israeliten vorn Erscheinen vor Gericht in nicht dringenden Fällen e rhalten bleibe. Es wurde bei dieser Gelegenheit dankend gedacht des Comites der Gemeinde־ Versammlung v. 4.^d*au1r d. J. und dessen Schriftführer. Auf dem DewS^ientag in Frankfurt a. M. Ende vorigen Jahres war unsere Landels^reinignng ziemlich zahlreich vertreten. Es wurde ferner dankba^j hervorgehoben, die im Stillen geleistete Tätig- Jteit unseres Ehrenpräsidenten, Herrn Kirchenrats Dr. Kr 011er, der Propaganda-ArbekcMfe? Herrn Louis Kahn ans Frankfurt a. M. der Herren und Lehrer im Lande, welche zumei.-t die Gesckäftsleiter djFnjfwtsgrnppen sind und znm Teil auch allsabbatlich Vorträge halten. ' f'׳ In der Debatte welche sich an den Geschäftsbericht knüpfte, handelte es sich hault-ächiichst um die Besprechung der Mittel und Wege, dutch die ■^ne gewissenhaftere Beobachtung der Sabbath* gesetze erzielt, ,ein ׳Pesthalten am Sabbath und die Treue zu ihm gefördert werden könüe, insbesoniere durch welche Mittel der Beleh־ rung und des Beispiels־ seitens der Lehrer und Rabbiner gewirkt werden kann. ISinen -!reiten Raum in der Diskussion nahm die Frage .des Nitfejpäffeibens in der Schule am Sabbath ein, sowie der Befreiung vonHfHkrrichtf an den Festtagen Es wurde darauf verwiesen; doli iujlfWneuen Gesetzessammlung von Gunzenhauser die betreffenden mKsse zum Teil erhalten sind. Hierbei wurde der Antrag angenXmgn, diese Erlasse noch einmal besonders den Glau־ ben-genossen ij Württemberg zur Kenntnis zu bringen (Siehe an andtrer Stelle^ dieser Nammer). Als besonders bedauerlich wurde betont, däli vielfach die Scheu vorherrscht!unter den Glaubensgeuossen) berechtigte Ansprüche in Bezug auf Ausübung der Glaubdnsgeboth vor die׳ Lehrer der höhereu Schulen zu bringen, resp. Verweigerung von ,'gebotenen Dispensationen nicht an die richtige Instanz zweck״ Remedar berichtet würden. Alsdann erstattete Herr J. Schweizer den Kassenbericht. Die Wahlen zum Ausschub ergaben das Resultat:‘ Veit K a b n-Cannstadt, Dr. K a h n-Ebliogen, & Ka u f m a n n, Lehrer Sulzbacher, J. Schweize r-Stuttgart. Nach2 ׳'!ständiger Dauer wurde die stellenweis recht angeregt vevlaufeue Versammlung mit Worten des Dankes und warmer Anfeuerung seitens its Vorsitzenden Herrn Kaufmann geschlossen. Samter10 ״. Juni. Für viele, die die Vorschriften für den Sabbath gewissenhaft za befolgen bestrebt sind, ist es heute nicht nur im Sommer, sondern bei der Konstruktion der modernen Oefen auch im Winter sehr beschwerlich, Speisen und Getränke für den Sabbath warm za erhalten, da einerseits dieselben durch das lange . Verharren In dem ׳vom Freitag her geheizten Raume verderben, anderseits, das besonders in kleineren Städten übliche Wärmen in sogenannten Schalet-Oefen sehr selten vorschriftsmäßig פעו־כ שכת vollzogen wird. Meist werden die Speisen um das Verbrennen oder Verderben zu verhindern, erst Sabbath früh kalt hineingestellt. Durch Herrn Koscbman Wresehner in Obornik wurde ich jedoch auf die von der Tbermos-Gesellschaft in Berlin (Chausseeslr.) hergestellten Bf kordflaschen aufmerksam gemacht. Dieselben, ein oder mehrere Liter fa-seDd und zunächst für den Gebrauch der Jäger, Aerzte und Apotheker bestimmt, sind mit Ausnahme des oberen Teiles des Halses mit einer luftdichten Masse so umkleidet, daß die ia ihnen geborgenen Getränke oder Speisen 2( Stunden lang sich in fast nnve'ändert1׳r Temperatur erhalten. Sie eignen sich darum auch vorpätrlich für den Gebraacb am Sabbath, wenn die Speisen bt-zw. Getränke am Freitag h«qß in die fest verkorkten ־־ Flaschen hineinkoiumen. Durch Benutzung derselben können darum fiele שליש יעניז »•;■ר שכת ק׳:!: verhütet werden. Rabb. Dr. Wresehner. Literaria. כל ישראל יש להם הלק לעולם הבא שנאסר ועמך כולם צדיקים לעולם יירשו ארץ נצר מטעי מעשי ידי להתפאר. So• berichtet die Perekeinleitung. Zwei Kragen drängen sich dabei auf: Erstens, was hat ארץ mit עולם הבא zu tun? Wo ist also der Beweis? Zweitens, wie erklärt sich der Nachsatz נצר מטעי? Die erste Frage hat דני סעדיה גאון in seinem gewattigen Werk “״האמונות והדעות schon beantwortet, indem er das עולם הנא hier als gleichbedeutend mit ימות המשיח erklärte, und zwar nach der bekannten Ansicht des Amoraten שםואל| dass אין בין העוה־ז לימות המשיח אלא שיענוד מלביות בלבד, daher heisst es יירשו א־ ץ. — Nun ist aber auch die zweite Frage nach der Bedeutung des נצר מטעי nicht schwer zu beantworten. Unsere Weisen sagen ja אין משיח בן דוד בא אלא בדור שבולו צדיק או בולו רשע. Hier ist der erste Fall vorgesehen! Dann ist also der Vers auf folgende hübsche Weise zu erklären: ועמך בולם צריקים das heilst: das המון עם, das gewöhnliche Volk, ist ja leicht zu כולם צדיקים zu machen. Es denkt nicht, es grübelt, und philosophiert nicht, es lässt sich leiten. Es ist aber der Kall, wenn נצר מטעי, die feinen Köpfe, die zai ten Pflänzchen, die Besten מעשי יד* לד,הפא־ sind, wenn Ich ini<*f1 ihrer rühmen kann, wenn sie ישראל אשר בך אתפא־ sind, dann ist leicht בולו צדיק zu bewirken, wodurch בל ישראל יש להם חלק לעולם הבא d. h. לימות המשיח, weil dann דוד בא pt Dr. med. R a t n e r-Wiesbaden. * * * Seinem (hier besprochenen) Cominentar zu רות hat Herr Dr. Raph. Breuer jetzt den zu א־בה folgen lassen. (חמש מגלות. Die fünf Megillot übersetzt und erläutert. Dritter Teil: Klagelieder. Frankfurt a. M. 1909. A. J. Hofmann. Preis geb. 1,85). Nicht ״von dem erhabnen Kothurn philologischen Dünkels herab will Verfasser den Bibelvers bloß auf seine sprachlichen Eigentümlichkeiten hin betrachten“, sondern dessen eingedenk bleiben, dass ״Talmud und Midrasch mindestens einen ebensoich wesentliehen Bestandteil der jüdischen Altertümer bilden wie die Sprache selbst“. Diesem Vorsatze ist er in seinem; Commentar treu geblieben und, wie man sich auch zu! der einen oder anderen Ausdeutung stellen mag, die Anerkennung kann man ihm nicht versagen, dass überall Gedankenreichtum vorherrscht, der zum Nachdenken Stoff 1 und Anregung bietet. Das schön ausgestattete Büchlein sei daher warm empfohlen. * * * Verwaltungsbericht des Verbands-Ausschusses des Bezirks-Gemeindeverbandes Breslau-Liegnitz für das zwölfte Geschäftsjahr 1908/1909. Breslau 1909. M. i Beermann. Sprechsaal. Mit Interesse lese ich in No. 5 des ״Sabbath“ deu Artikel .Die Sabbathbeiligang und die religiöse Erzie-; hung unserer Jugend“. Der Herr Verfasser hat Vorzugs-; weise die Großstadtverhältnisse vor Augen; aber wie , liegen die Verhältnisse der Sabbathheiligung auf dein Lande? Traurig für den, der diese kenn!, besonders bei der Jugeul. Es wird wohl an fast allen Plätzen wo : Minjan ist, regelmässig Gottesdienst abgehulien. Wann : wird aber von der Mehrzahl Sibbath hegonneu? Erst 1 werden noch alle Geschäfte erledigt und wenu darüber

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