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Der Sabbath · 1909-05-01 · 5 u. 6 (Mai-Juni 1909) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
9 (1909)
Issue
5 u. 6 (Mai-Juni 1909)
Date
1909-05-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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mehr dem flüchtigen Sprachschatz sentimental sr, jüdischromantischer Dichtung an, die ihre gegenwartsfremde Nahrung aus dem verschütteten, entschwundenen Boden einer überwundenen Vergangenheit, holt V Allo! spricht für's letztere. Die Männer von heite kernen den Sabb8th wohl noch aus den Eririneru tgen ihrer eigenen Kindheit, wie er mit seiner hetb-si'is einzog ins gute, friedliche Elternhaus. A •en Strenge 1er unsere Kinder werden diese Kenntnis schon aus weisen, schöngeschriebenen Büchern schöpfen, gerührt von der Einfachheit und Bescheidenheit altgrauer Zeiten. Sabbath — ein Medium schörgeistiger Unter haltung; Sabbath — Studienobjekt für Kultur- und Altertumsforschung. Aber Sabbath — Gegenwartswirklichkeit Mit nichten. Theologen (ach, wer wir<1 die heutzutage noch ernst nehmen!! mögen von Berufswdgen faseln davon; Dichter mögen ihre traumhungrige Phantasie daran nähren. Ernste Männer aber, die d aussen Leben stehen, im kompfdurchtobten, spielen Imponderablien. Nur das Zählbare ist wirk Der Sabbath. wo man die Werte wägt, hat nur da$ Greifbare Gewicht. : Wie aber, wenn es nocl! immer Männer gäbe, Männer, auf diesem heissen, dampfenden Kajnpfesboden des Werktages stehend, Männer aus dieser Welt (nicht phantasierende Dichter und Theologen), Männer, die sagen: Werte müssen geschätzt, nicht gewogen werden. Rechnende Menschen, die inmitten des ungeheueren Energieaufwandes, den das galoppierend hastende Jahrhundert fordert, nicht verlieren wollen die Güter, die man gemeinhin die seelischen nennt. Die sich nicht kümmern um das selbstgewisse Achselzucken sogenannter realistischer Lebensweisheit, und auch uni den Preis materieller Opfer gerne und nicht zu teuer erkaufen ein tieferes Daseinsglück, das nach innen gelebt wird. Sabbathfeiernde Juden. Echte, vom heiligen Ernst, der Jahrhunderte alten Tradition durchgliihte .luden'. Felsen- ־ harte, nimmerwankende. Die Kern truppe unseres Volkes. Unbesiegbar, unbezwingbar, treu bis in den Tod. Und die Sabbathfeiernden sind’s. Nimmer werden solche auf der schwarzen Liste der Treulosen erscheinen. Nach menschlicher Berechnung auch ihre Kinder nictyt. Wie, wenn es noch solche gäbe ׳־ Nicht nur in den finsteren Ghettis, in Russland, in Galizien, sondern hier im Westen, inmitten pulsierenden Großstadtlebens. Sollte dieser eiserne Fonds unserer Nation nicht gesammelt, gestärkt, aufgerichtet werden, dass er mit der Werbekraft seiner opferfreudigen, hohen und ^glänzenden Lebensauflässung uneinnehmbarer Hort werde und bleibe in den schweren Kämpfen des Judentumes :■׳ Eine V e r e i n i ״ u 11 ״ der S a I! 11!11 h f r e u 11 d e in Oesterreich. Das ist keine Frage der Poesie und der Kulturgeschichte. Auch nicht der Theologie. Es ist eine soziale Frage.. Eine Frage der Nation. Die Frage der Nation. Täuschen wir uns nicht. Der harte Kampf der Woche nivelliert nicht soviel vom Geiste des alten, einzig echten, einzig lebensfähigen und berechtigten Judentumes, wie die nichtjüdischen Ruhetage, die dem Juden keine Weihe, keine Erhebung, keine Seefenstärkung bringen können; höchstens die Gelegen- 1 heit gedankenlosen Schweigens. Wer nun heute zurück zum alten Sabbath ruft, zum majestätisch - ruhevollen, zum heiter-ernsten, wie ihn die Väter begangen, und Jahrtausende währende Kraft und Zähigkeit aus ihm schöpften, steht im Mittelpunkt jüdischen Gemeinschaftsdienstes, begeht eine soziale Tat.! Und solches darf nicht mehr dem Einzelnen überlassen werden. Kann auch nicht. Der Einzelne müsste früher oder später in dem gigantischen Kampfe unterin! nicht mit ich. Dort, liegen, den er gegen eire massloc Koiikuncnx zu f ihn•; hätte So hat denn vor allein der gounde lotink: de? Interessengemeinschaft, die Sabbathfeiernden Wien? 7.11sanniengefiihit, Kauileiite und Industiiell••. Arbeitgeber , und Aibeiti;(Inner zur gegenseitigen •Unterstützung .4.1 d . Wahrung ihrer eigenen, durch die• WerkeinMelliini a!1! Sabbath gefähideten Existenzen. Die organisiert•• Stellei.- Vermittlung soll die Gleichgesinnten zusamn enfiilnen. die Konsolidierung 1111 er Kräfte soll diu materiell Schwad et ei. . unter ihnen stützen und Ibidem, gegen Arbeitslosigkeit versichern. Mit der Ausdehnung ihrer Organisation aut die ganze Monarchie und durch 'den Anschluss an bereit' im Auslande bestehende, ähnliche < Mganisationen kam!!Iw Vereinigung ein mächtiger Faktor int Ei werl siebet der Juden Österreichs;werden. Tietcn ihr alle Fteundc des Sabbaths und des alten wahren Judentumes zur Seite, so wird unser wackerer ״Jüdischer Klub“ im Parlament gewiss nicht versäunon, auf die Milderung der Härte der allgemeinen Sonntagsruhe doit hinzuwirken, wo s־io Tausende jüdischer Existenzen ganz ungerechter Weise in ihrem Bestehen bedroht. Ein weiteres Arbeitsgebiet zur Hebung des sittljchen und materiellen Volkswohles.erüifnet sich somit von den vereinigten ״Sehomre Schabbos1•. Aller jener, ‘die reuherzig dem Judentume anhangen und die Förderung seines Bestehens-und Gedeihens ■anstreben, wartet die Pflicht,, das Regimen. aufs welktätigste zu unterstützen. — Sabbath. Soll ein Pui.kt liinfer dieses Wort gesetzt werden, oder ein Zeichen der Frage? Die ״Schontre Schabbos“ haben ein Ausrufungszeichen dahinter gesetzt. Alle guten Juden mögen׳ ihm-folgen! Rabbiner V i c t 0 1' S c 11 ü n f.e I d. Die Alexander- und Fanny ^Simon-Stiftung in Hannover. Unter der Uebersclirift .Jüdischer Autisefnitisinus* brachte der ״Israelit“ in Nr. lö einen Vorgang aus dem Betriebe der obengenannten Stiftung zur Sprache, welcher >0 ungeheuerlich klang, daß man deh Wunsch hatte, es möchte ein Dementi von berufener SeKe ihn in das Reich der Fabei verweisen. Aus diesem Grunde warteten wir mit der Wiedergabe jener Ausführungen bis die Gegenseite Gelegenheit!gefunden haben würde, sieb zu der Angelegenheit zu äußern und die schweren Beschuldigungen, die •gegen sie erhoben wurden, in geeigneter Weise zuriiekzuweisen. Die Antwort ist nunmehr erfolgt: aber' sie bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als'.eine volliiüialtliche liest jitigung jener schweren Anklagen. Wir geben daher dem Artikel und der Etklärung des <'iiratoriums unverkürzter. Raum: i _ | ,.Iw ״Israelif Nr. 11 vom IS. Mär;׳, d. .1. brachul eine 1'1׳j־r1spomlenz aus Hannover neben dem Programm der A le xü 1!-d 0 r-!| nd Fanny Simon-Stiftung betreffs Ausbildung jüdischer junger. Leut! in landwirtschaftlichen Betrieben auf dem platten l.andu die Mitte . luug, dali auch in Baden ״unter Forderung spiüns v.-incs hohen liegierungsbeamten“ junge Leute in mustergültiger!“ kleinen lanuwirtschaftbchen Betrieben untergebracht seien. Hieran K'hlieht di< Itedaktion die Frage, uh die jüdischen l'utcrnchiucr auch auf di! Wahrung des Sabbaths und Einhaltung der Speisegesetze bei der Erziehung dieser Schützlinge gebührende Rücksicht 5׳.u nehme!*- gewillt seien. ■ Als Illustration dazu; wie es mit den ׳Erziehung-- und• Aus- *bildungsgrundsätzen der Alexander-und Fanny Simon-Stiliung bestjellt ist, möge folgendes Vorkommnis dienen : j

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