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Der Sabbath · 1909-05-01 · 5 u. 6 (Mai-Juni 1909) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
9 (1909)
Issue
5 u. 6 (Mai-Juni 1909)
Date
1909-05-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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, 26 Der Sabbath. 8®*A® Leben bietet, gekräfligt, dass sie als Kinder ן schon dfaiYersuchung vor Augen haben, dass sie es sehen, ן w,e ihha /Mftschüler und so viele ihrer Glaubensgenossen! ■ 1 durch reiben und Zeichnen den Sabbath entweihen, Miihreijjpifip selbst standhaft und fest bleiben und auch . beim ׳Seljliljtesuch das Gesetz hüten. Doch wer iribt uns '(]jo Bürgschaft. dass das böse Beispiel nicht umgekehrt _ 'im 113$ er Unserer Kinder Wurzel schlägt? Können wir ׳das Mlerden und Wachsen der Kindesseele beobachten Oder gar nach unserem W illen beherrschen und lenken? Wissen wir ganz bestimmt im Voraus, ob nicht doch schlimme Folgen für unsere Kinder daraus erwachsen k■ nnen r Könnten war darum durch einen׳ Machtspruch ’^wirken, dass in je.Jer grösserem Gemeinde eine jüdische; ,Schule bestände uni unsere Kinder dadurch ■der Not- . vendis^keit enthoben würden, am Sabbath die ötfentlichen j Schulen zu besuchen, so würden wir dies als einen idealen Zustand ansehen. durch den die meisten Schwierigkeiten für die religiöse Erziehung unserer Jagend beseitigt 1 wären, düngst ging die Nachricht durch die Blätter, dass in der Heichshanptstadt Berlin die Gründung eines I •ji1 lischeti Gymnasiums beabsichtigt sei. Wenn dies tatsächlich zur Ausführung gelangen sollte und andere Städte d ai Beispiel Berlins folgen würden, so wäre dies schon as der Beginn einer neuen Aera zu begriissen. Einst-, weilen jedoch gehören derartige schöne Wünsche und , Piäuo in das G'ehiet der Zukunftsmusik: wir müssen mit . gegebenen Verhältnissen rechnen, utrl wie diese liegen, hvissen wohl, wie schon gesagt, in den meisten jüdischen Gemeinden die Kinder heutzutage am Sabbath die Schulen 1 besuchen, und es fragt sich, welches Gegengewicht wir : besitzen oder schatten können, ' damit ihnen aus dieser Notwendigkeit kein Schaden erwächst. -in erster Linie ist dies der gediegene religiöse l’nterficht. .Mehr als je hat jeder, dem es ernst darum zu, tun ist, seine Kinder dem echten unverfälschten Judentum voll und ganz zu erhalten, heute die Pflicht, die- selben frühzeitig liinznführen zum Borne der heiligen Lehre, damit sie aus diesem trink.en und Liebe un i Be- ■geisterung für ihren Glauben schöpfen; das wird sie dann :1 lieft wappnen und stählen gegen alle Stürme des Lebens, -; sie auch £ranz besonders schützen gegen die Angriffe, * denen ihre Religiöse L'eberzeugung schon im Schulleben aufgesetzt ist. Wird es auch schwer, in einer Zeit, wo ire ״Ueberliiirdung der Jugend“ die vielbesprochene tagtägliche Klage bildet, auch noch die Zeit für einen gründlicltffn umfassenden Unterricht im Hebräischen zu linden, so lässt sich bei gutem Willen ,doch gar Vieles erreichen; die feberzeugung von der Notwendigkeit ist heute, glaube •ich, allgemein vorhanden: wenn nur die Ausdauer und l.nergie überall noch dazu kommen, wird die allgemeine KräftLump jüdischen Geistes und Lebens nicht ausbleiben. — Ein guter Fond 'von jüdischem Wissen, eine auf ׳ Kenntnis der heiligen Religionsgesetze begründete religiöse '־ Ueberzetigung wird auch am besten den religiösen Sinn und die religiöse Pflichttreue unserer jungen Leute in der Zeit, da diese dem Militärdienst obliegen müssen, schützen. Der junge Mann, der die religiösen Vorschriften kennen ־V 1:!!fj^daran1 mit Verständnis üben und lieben gelernt hat, . fwenn er während der Zeit seines Militärdienstes; manches religiöse Gebot zu übertreten gezwungen : , i't, doc» der Versuchung; widerstehen, sich für die Dauer! jn religiöser Beziehung lässig oder gleichgiltig zu zeigen; : ■fcr wrrd^iueh während der Militärzeit sich die grösste Mühe geben, soweit es ihm nur irgendwie möglich ist, : - :!Ile" religiösen Vorschriften zu halten: wenn er iu den j t ärgerlichen Beruf zuriiekgekehrt ist, wird er nicht weniger ^reng als vor der Zeit seines Militärdienstes jedes einzelne i religiöse Gebot mit Genauigkeit erfüllen; nur 4a jedoch, wo die religiöse Pflichterfüllung gewohnheitsraässig und ohne innere Ueberzeugung geübt wird, liegt die Gefahr nahe, dass eine einmalige oder zeitweilige Uebertretung dauernde Gleichgiltigkeit zur Folge hat, nur da gilt das Wort ־rr,ביון •שעב־ עב־ה ושנה בד. נעשית לו נד. Durch echt gemüt- und weihevolle Feier des Sabbaths in der Familie müssen wir dann in zweiter Linie deri nachteiligen Einfluss, den möglicherweise der Schulbesuch am Sabbath ausüben kann, anszugleichen suchen. Die Familie ist schliesslich doch der mächtigste aller Erziehungsfaktoren; der gewaltigen Macht des Familienlebens kommt doch nichts gleich, und der Zaub8r, der in der Feier des Sabbaths im Familienkreise, der ganz besonders in den poesievollen und (las Gemüt so eigenartig ergreifenden Freitagabendstunden liegt, tilgt alle Werktagsgedanken, welche die Kinder aus der Schule mit nach Hause bringen. Wachen wir daher ängstlich darüber, dass sie diesen Zauber ganz und ungeschwächt empfinden und gemessen, dass sie die festliche Sabbathstimmung, die נשבה יה־ה kennen lernen und ihr nie entfremdet werden. Mehr als bei beiden erwähnten Gelegenheiten machen sich die Gefahren für die Heiligung des Sabbaths beim Eintritt in den Beruf, vor allem in den geschäftlichen Beruf geltend, w.eil hier die materiellen Nachteile, die ja häufig mit der Rücksicht auf die Beobachtung des Sabbaths verbunden sind, schwer ins Gewicht fallen. Die Klage, dass junge Leute, die ein Geschäft erlernen wollen, und noch mehr solche, die die Lehrlingszeit hinter sich haben und sich nun selbst ihr Brol im geschäftlichen Berufe erwerben wollen, schwer Häuser finden, die am Sabbath geschlossen sind oder die ihnen den Sabbath frei geben, sind allgemein und bekannt; sie sind der wunde Punkt in dem jüdischen Leben der heutigen Zeit; das ist die eigentliche Frage für uns. Ich habe vor einigen Jahren diesen Gegenstand in einem Aufsatze “Eine braunende Frage“ im ,Israelit“ behandelt und dort Mittel und Wege zur Besserung des Notstandes angedeutet. Manches ist seitdem geschehen j namentlich seitdem der ״Verband der Sabbathfreunde“ 1ns Leben getreten ist und gerade diesem Gebiete der Tätigkeit für שמירת שבה קודש seine vornehmlichste Aufmerksamkeit zuwendet. Soll aber eine gründliche Besserung in dieser Hinsicht eintreten, dann muss jeder Einzelne bedenken, dass er berufen und verpflichtet ist, nach Kräften und bei jeder gegebenen Gelegenheit dafür zu wirkeD, dass die Vacanzen in am ש ק geschlossenen Geschäften mit solchen Bewerbern besetzt werden, die auf die שמי־ה שבה unbedingt reflectieren. Jeder bedenke, dass דמציל נפש אהה מיש־אל באיל* קייב עילב מלא. Möge Jeder die Ueberzeugung gewinnen, dass er eine rettende Tat begeht, wenn er dazu beiträgt, den Sabbath, dieses herrlichste Kleinod, das Gott uns gegeben, uns und unseren Kindern für alle Zeiten zu erhalten. , Isch Jehudi. Sabbath*). (Zur Gründung der Vereinigung der Slbbathfrennle in Oesterreich.) Soll ein Punkt hinter dieses Wort gesetzt werden oder ein Fragezeichen? Wohnt ihm noch der greifbare Sinn realer Lebenswirklichkeit inne oder gehört er nur 1 *) Aus Nr. 12־ der ,Oesterr. Wochenschrift“, herausgegeben von Dr. Bloch-Wicn.

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