Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 9 (1909)
- Issue
- 5 u. 6 (Mai-Juni 1909)
- Date
- 1909-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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I 9. Jahpg. No. 5 Jtfai 390S. fDonafsblatt ^— zurfördcrung der Sabbathheiligung lmlocialen und wirtlcbaftlicben Geben der Gegenwart. Orftn des Verbandes der Sabbathtreuinde, des Vereins zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit Frankfurt a. M., des Vereins für Stellenvermittlung, Berlin, des Stellenvermittlungsvereins jüdischer Kaufleute. Breslau und djes I8r. Stellenvermittlungsvereins, Hamburg. Verlag:! Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit, Frankfurt a. M, Centralbureau des Verbandes d^r Sabbathfrennde: Berlin C., Heldereutergasse 4. r Redaotlon: Or. Cd. Biberfeld, Berlin. Die Mitglieder des Verbandes und der Stellenyermitthfngsvereine zu Berlin, Breslau, Frankfurt und Hamburg erhalten das Monatsblatt .Der Sabbath“ unentgeltlich. Bezugspreis für Nichtmitglieder Mk. 3.— jährlich. — Anzeigen 30 Pfennig die Tiergespaltene Petitzeie, bei /akresaufträgea Bsbstt. — Correspondenzen für die Bgdaction an Dt. Ed. Biberfeld, Berlin C., Heidereutergasse 4, alle sons tigea. Mitteilungen geschäftlicher Art an die Geschäftsstelle des .Der Sabbath“, Frankfurt a. M., Neue Zeil (3. Naobdruok derj Artikel mit Quellenangabe erwünseht- £<rlin C•: Heidereuterfasse 4. VEBElügBPREillX: Breslau: Freiliurserstr. 42. H»mbur|13.: Rutschbahn 17. F r a n k f u r 1 a. Jrt.: Schütienstr. 14. Die Sabbathheiligung und die religiöse Erziehung unserer Jugend, Von allen Fragen, die das religiöse Lebeni in unserer gegenwärtigen Zeit berühren, ist die der Sabbathheiligung noch immer die wichtigste; sie ist berufen, den Kernpunkt aller auf die ungeschmälerte und ungeschwächte Erhaltung unserer heiligen Religion gerichteten Bestrebungen zu bilden. Gerade dieses wichtigste aller unserer! göttlichen Religionsgesetze, gerade dieses, das Prinzip unseres Gottesgesetzes ganz besonders zum Ausdruck j bringende Glaubenssymbol des Sabbathgesetzes, von dem jin charakteristischer Würdigung das Wort der Weisenl gilt: :ל הד;־ד־ את השנת נא־ ל ו ק־־ש את נל התורה נולה, ist ja heute am meisten gefährdet, weil religiöse Unwissenheit und religiöse Gleichgültigkeit einerseits und mannigfaltige tatsächliche Schwierigkeiten andrerseits eine in(mer allgemeiner werdende Vernachlässigung desselben hegbeiführep. Wenn es aber für den glaubenstreuen Israeliten schon betrübend ist, wahrzunehmen, wie, namentlich in den grossen Städten, die Zahl derjenigen, die mit (ponsequenz und strenger Gewissenhaftigkeit den Sabbath beobachten, immer geringer wird, wie besonders die Anzahl der am Sabbath geschlossen haltenden Geschäfte sich!lichtet, so muss es für jeden Israeliten, dem die Zukunft unserer heiligen Religion am Herzen liegt, doppelt sjchmerzlici! erscheinen, zu beobachten, wie bei unserer heränwachsenden Jugend immer mehr die fromme Scheu, diejdas ältere Geschlecht noch vor der Uebertretung ries Säbbath zurückzubalten geeignet war, im Schwinden begriffen ist, und wie so oft auch Söhne aus strengfrommenj Häusern, wo sie eine religiöse Erziehung genossen haben] nicht vor der Entweihung des Sabbath zurückschrecken!. Und es liegt eine tiefe psychologische Wahrheit in dem Satze: נ ל המהלל את השבת נאילו נפר בנל התו,־־ה כולה, demj wer erst einmal den Sabbath zu übertreten gewöhnt ist, wef -erst diesen*Gruudpfeiler des Judentums nicht festgehaltei hat. der ist in den allermeisten Fällen für jüdisches ].eben überhaupt verloren, der wird, wenn er auch• den ernsten Willen dazu hätte, alles Uebrige zu halten, doch sehr bald ein Gottesgesetz räch dem andern über Bord w;rfer. Darum lässt sich die Frage : Wie könuen wir unsere Kinder religiös erziehen? heute einfach in'die Form!' kleiden: Was können wir tun, um unsere Kinder ah die strenge Beobachtung des Sahbaths zu gewöhnen? Von drei Seiten hauptsächlich drohen unserer Jugend in dieser Beziehung Gefahren: hei drei Gelegen feiten können auch diejenigen, die von Jugend auf'an strenge Beobachtung des Sabbaths!gewöhnt werden, in sclnid Weise beeinflusst werden: beim Schulbesuch am Sal und' endlich ganz be ichei bath. hert■ bei Ausübung des Militärdienstes sonders im geschäftlichen Berufe. Die Zahl der jüdischen Gemeinden, die eigene bl Schulen haben, ist ja bekanntlich ausserordentlich gering, und der überwiegend grösste TeiLunserer Jugend bejsucht daher heutzutage am Sabbath die Schule, besonders diejenigen, die studieren wollen und deshalb das Gymnasium, absolvieren. Selbst, da, wo von Seiten der Regimwg die Dispensation zu ermöglichen ist, wird in der P raxis doch nicht allgemein oder vielmehr nur gar wenig davon Gebrauch gemacht werden können. Und wenn es י schon׳ schlimm ist, dass die Kinder dadurch nicht immer regelmassig dem Gottesdienst beiwohnen können und s e dadurch des mächtigen Einflusses verlustig gehen, de! dieser auf das religiöse Gemüt und auf d.ie Festigung :11 der religiösen Pflichtübung in hervorragendem Masse iiuszii' üben fähig ist, so fällt noch schwerer in die Wagschale, die Einbusse, welche die Sabbathstimmung im Herzen der Kinder, und dadurch aucli ihre Ehrfurcht vor der fyefligkeit des Sabbatbs erleidet, wenn sie an diesem Tage ebenso, wie die ganze Woche über, in die Schule!gehen müssen. Es ist ja wahr, Einzelne werden vielleicht gerade dadurch charakterfest und gegen alle Verführungen, die