Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 9 (1909)
- Issue
- 4 (4.1909)
- Date
- 1909-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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•er Sabbath 21 -.Zcichuuns am Sonnabend für den Schüler entstehen könnten. Des Ferneren wurde gebeten, bei der Festsetzung der Tage, ai denen periodisch schriftliche Klassenarbeiten angefertigt werden, Rücksicht auf die jüdischen Schüler und Schülerinnen zu nehmen. Di( behörde tritt der in der Eingabe zum Ausdruck gebracht! fassnng bei und hält es für erwünscht, daß bei Anfertigung Schuln Aufregelmassig wiederkehrender schriftlicher Klassenarbeiten auf die jüdischen Schulkinder Rücksicht genommen werde, soweit der Schu betrieb cs zaläßt. Koschmin. Am Sonntag, den 28. März wurde von de sitzenden der Ortsgruppe Posen, Herrn Pinkns Plessner, b Ortsgruppe ins!.eben gerufen. Herr Rabbiner Dr. Hcppne die Versammlung leitete, stellte den Referenten als Eakel de.- •n Vorer eine r, der rühmliehst allseitig bekannten ד׳ ש־דד. £יעבנער vor und wies daraüf hin. wie der Enkel in demselben Geiste zu wirken suche. Alsdann erhielt 1 Herr Plessner das Wort und führte in eindrucksvoller Rede di j Ziele und Zwecke des Verbandes aus. Er schilderte die guten Erfolge während der kurzen Zeit seines Bestehens; wie einerseits der תיתר שבז zur Vernachlässigung und Verflachung des religiösen Lebens führt, so führt die .שבירת שב־ zur Festigung und Kräftigung dcssclb!n, wie vielfach die Schäden des זירול שבת!, so vielfach der Nutzen des r-שב שבת für das wahre Judentum! Allseitiger Reifall folgte den Ausführungen des Redners und 27־ Mitglieder zeichneten sich s (gleich als Mitglieder ein. Nach einer anregenden Diskussion wurle die Versammlung mit einem Schlusswert des Referenten geschlos!en. Freudental (Wiirttbg.), 2!L März. Am vergangenen f.ibbath Nachmittag nach Mincha versammelten sich die Mitglieder inserer Ortsgruppe mit Frau und Kind im Saale zum ״l.amm•‘, um den Rerieht unseres!*elegierten bei dem letzten Delegiertentag, de; Herrn Rabbiner Dr. Kahn-Elilingen, entgegenzunehmen. Herr l)r’ Kahn gab eine lebhafte Schilderung der beiden Feiertage der gesetze: treuen Judenschaft Deutschlands und beschrieb, wie imposant die Ma-se frommer Juden war, wie diese Menge gleichstrcoender und gleichgesinnter Glaubensgenossen den Mut der Versammlungsb(sucher belebte und in allen den Entschluss mächtig entfachte und bestärkte, draulieu im Leben für die gute Sache des altangestammten Judmtums zu arbeiten und zu werben. Redner hob die Einmütigkeit lcrvor, welche in den verschiedenen Vollversammlungen uiid deu zahl ,eichen Gruppensitzungen die Mitarbeitenden und Zuhörer beseelte, die Freude, welche besonders bei der Regrüliungsversatninlung im Wiedersehen der aus allen Windrichtungen eingetroffenen Bekannten, i! rcundc und Gesinnungsgenossen sich zeigte. Der Berichterstatter zählte ■die verschiedenen Corporatiouen auf, welche an diesen Tagen in Frankfurt zusammen kamen, und gab eine kurze Angabe übrr den duhalt der Verhandlungen. Auch über die neuerlich in, Württ nnberg abgehaltenen Versammlungen machte der Redner einige Mittci ungen. Mit Interesse und lebhafter Spannung folgte die Versammlung den Darlegungen, dadurch ihrer Genugtuung über die Fortschritte der -gesetzestreuen Sache und das kräftige Gedeihen ihrer t )rgunis itioncn und deren Bemühungen, das religiöse Leben insbesondere a tf dem Lande zu heben, Ausdruck gebend. Nachdem unser Herr R ibbiner seinen mit lebhaftem Reifall gelohnten Vortrag geschlossen hatte, erhob sich Herr Wolf Blum, sprach den Dank der Versanmlung und die Freude der Zuhörer über das Gehörte aus. Diese b: achten ein Hoch auf den Redner aus. Alsdann schloss der Vorsitzende, Herr Lehrer Roedclshcimcr die fast von der ganzen Gemeinde .bc-iuchte Versammlung. Vermischte Nachrichten. Frankfurt a. M., im April. Der hiesige ״Montefiore-' erein“ zur Pflege der idealen Interessen jüdischer junger Leute“ ve sendet •seinen Jahresbericht für 11)08, dem wir Folgendes entnehmen: Der Verein ist von 1200 auf 1317 Mitglieder angewachsen. Die Vereinsräume erfreuten sich in allen ihren Teilen stets eines regen Zu8| fuchs; •*ebenso wurde die reichhaltige Büchersammlung sehr gut t enützt ( ״Schier beängstigend“ aber war mitunter der Zudrang £u den Freitag-Abcnd-Zusaramenkünftcn in den Wintermonaten, bei dene■ Recitationen für die Unterhaltung, Tee mit Gebäck für die Erquickung sorgten. Lehrkurse sollen künftighin im Sommer nur für Fortgeschrittene, in» Winter nur für Anfänger veranstaltet ,werden. Es fanden 17 Vorträge und 4 musikalisch-deklamatorische Veraustaltungen statt; wegen des starken Andranges mussten die Vorträge . im Kaufmännischen Vereinssaal abgchalten werden. Der Etat des Vereins schliesst in Einnahmen und Ausgaben mit Mk. 11735,15 bei einem < üssenbestand von Mk. 3087,03 ab. Berlin, im April. Dem' Jahresbericht des hiesigen ״Israelitischen Fo rt bi ld un gs Vereins Montefiore“ (Vereinshcim Gips- Strasse 12a) entnehmen wir folgende Angaben: Der Verein! hat es auch im abgelatifeuen Jahre verstanden, die jungen Leute, die fremd und unerfahren nach Berlin kommen, an sich zu ziehen; 40 Mitglieder und 4 Gönner sind dem Verein neubeigetreten. In dem behaglich ausgestatteten Vercinsheim, zu dessen Unterhaltung der ״Verband der Sabbathfreunde“ eine ansehnliche Beihilfe gewährt, kann ei» jeder seine Mußestunden zubringen und im Kreise Gleichgesinnter Geselligkeit pliegen. Lehrkurse und Vortragscyklen sorgten für die Hauptaufgabe des Vereins,* die Fortbildung, und zwar lehrten die Herren Dr. E. Riberfeld Miscbnab, Dr. J. Wohlgemuth Psalmen, während Herr Dr. E. Munk fortlaufende Vorträge über Bedeutung und Inhalt der täglichen Gebete und Herr Dr. J. L'arlebach hebräische Sprachkurse hielten. Daneben Linden noch .״Mitgliederschiurim“ in Gamoroh und Chajc Oilom statt. Die Vereinsbiblioihck is|_ auf 1200 Hände angewachsen. Die Geselligkeit wurde durch festliche Veranstaltungen bei gegebenen Gelegenheiten und durch Ausflüge gepflegt. Es wäre zu wünschen, daß die Herren Rabbiner und Lehrer die j un gen Leute, wclphe aus der Provinz nach Berlin gehen, auf diesen wacker wirkemlen Vm׳in hinweisen 11ml z u m A ns c h 1 u 3 s e a n 111• n s e i b e n c r 111 a h n e n! ' Berlin in März. Der Erfolg, den unsere Karlsruher t *rtsgruppe Gsd in Sachen Sonntagsruhe errungen hat, verursacht d<n Faiseuren der absoluten Sonntagsruhe grosse Pein. So ubersendet uns freundliehst ein Mitglied aus Essen folgenden Ausschnitt aus den ״Verirandsblättcrn“ des Leipziger Verbandes deutscher Handlungsgehilfen, der dieses Thema behandelt: ״Sonntagsruhe. י*bwohl die orthodoxen Juden nu”schon oft mit ihren Bestrebungen: Sonntags ihre Angestellten beschäftigen zu dürfen, wenn sie den Sabbath streng einhalten, von den zuständigen Stellen abgewiesen worden sind — wir haben bisher regelmässig darüber berichtet und auch durch Eingaben dagegen Stellung genommen — versuchen sie es immer und immer wieder, ihr Verlangen durchzudrücken. So jetzt wieder in Baden. Die (*rtsgruppe Karlsruhe des Verbandes der Sabbathfreunde richtete gemeinsam mit den Ortsgruppen Mannheim-und Freiburg i. Baden eine Eingabe an *las Grossherzogliche Ministerium des Inner□ mit dem Ersuchen, die. badischen Vertreter im Bundesratc möchten angewiesen werden, bei der Neuregelung des ־Sonntagsrubegesetzes für eine Rücksichtnahme aut die ,Interessen der sabbathfeiernden Geschäftsleute einzutreten. Leider scheint diese Eingabe Erfolg zu halten, wie aus der Antwort der Regierung, die wir hier wiedergeben, hervorgeht Es heisst darin: ״N;1ch einer mit Erlass vom 30. vorigen Monats an uns gelangten .Mitteilung des Grossherzogliehen Ministerium der Justiz, dcs-Kultus und Unterrichts, welches nach unserem Anträge seine Vermittlung hat eintreten lassen, sind vom Grossherzoglichen Ministerium des Innern schritte zugunsten einer den in Rede stehenden Interesse Rechnung tragenden Regelung geschehen. ־Dabei ist die Zulassung von zwei bis drei Stunden Kontorarbeit an den Sonntagen durch das dem israelitischen Bekenntnis augehörende Personal ins Auge gefasst‘-. Es wäre ausserordentlich zu bedauern, wenn die Grossherzoglichc Regierung diesem Drängen der orthodoxen Juden wirklich nachgeben würde, denn es ist durchaus unangebracht, den einer bestimmten Religions- * Gemeinschaft angebörenden Mitgliedern Sonderrechte in bezog auf die luncbaltung der Sonntagsruhe einzuräumen. Sie sind danif der Zeit nach durch eineD Vorsprung von mehreren Stunden ihren Sonntag feiernden Konkurrenten überlegen“. Soweit das gen. Blatt. Man sieht: es wird nach dem alten Reecpt ,weiter fortgearbeitet und die doch sicherlich unanfechtbare Argumentation der sabbatbtreuen Kaulleutc, dass sic durch ihren funfundzwanzigstuudigen Ladenschluss am Samstag ihren Konkurrenten doch einen ungleich grösseren Vorsprung geben, als sie durch die Erlaubnis hinter geschlossenen Türen am Sonntag einige Stunden arbeiten zu dürfen, cintauschen, wird einfach totgeschwiegen. Die