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Der Sabbath · 1909-03-01 · 2 u. 3 (Februar-März 1909) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
9 (1909)
Issue
2 u. 3 (Februar-März 1909)
Date
1909-03-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der Sabbath. I l ihnen darum die Ehrenbezeugungen der אביוני עם סגולה zuzubilligen bat. Subjektiv mag der Enschuldigungsgrund gelten; objektiv bleibt der חלול השם auch in diesem Falle eine כפירה בעיקר und muß als solche bewertet werden. Aber noch, mehr: Die Leute, welche die Ambition haben, trotz ihres חלול שבת dennoch עליות am שיק zu erhalten, die wissen aus ihrer Vergangenheit her noch ganz gut שיש שבת בתורה ושהכילאבותאסורות! DieElemente,welche derHerr Einsender im Auge hat, die besuchen entweder überhaupt keine Synagoge oder fühlen sich böebstlich geniert, wenn sie, dorthin durch einen Zufall verschlagen, mit einer Ehrenfunction — eine עליה schließt sich schon wegen der ra^-Not aus! — bedacht werden. Dieses Argument versagt also in seiner Anwendung auf unseren Fall in allen Teilen und in jeder Hinsicht. y Nun zu den einzelnen Beweisen des'fibj’ni Einsenders: Ad 1) Der Vergleich hinkt. Für die Zulässigkeit zum דוכן kommt lediglich der Gesichtspunkt in Betracht, ob die Lebensführung des כהן gegen die speciellen Priestergesetze verstößt oder die öffentliche Meinung so alteriert, daß dadurch die Augen auf ihn gelenkt werden. (Vgl. רמבים פטיו מה, תפלה הל־ ה׳ ו׳). Ad 2) Selbst, wenn der Herr Einsender richtig citirte, bewiese dieser Absatz nichts, weil man ק־בנות so. gar von Nichtjuden anzunehmen hat. In der Tat aber laufet die Entscheidung gerade umgekehrt, wie von dem Herrn Einsender angegeben! (Vgl. הק־בנות הל' ד׳ ־מכים ם־נ מהי מעשה). Ad 3) Wenn die allegirte Stelle den Satz des Herrn Einsenders auch nicht piägnant erweist, (es handelt sich dort um den Unterschied zwischen צנעה und פ־־הם־א!), so stimmen wir ihm sachlich doch in diesem Punkte bei. Nun möge er nur noch den Nachweis führen, daß die heutigen כיהללי שבת sich ihrer עברה schämen, dann werden wir schnell einer Meinung sein. Ad 4) haben wir uns bereits geäußert. Ad 5) So bestechend und anmutend diese Erklärung klingt, so hält sie gegenüber der rauhen Welt der Tat- Sachen doch nicht stand, wovon der Herr Einsender sich, außer an unzähligen anderen Stellen, durch den Schlußpassus der von ihm selbst angezogenen Stelle עי־וכין ם־ט ע ב überzeugen kann. Ad 6) Der Versuch, den der Herr Einsender unternimmt, seinen Gegnern zu unterstellen, Baß sie sich der schweren Sünde הלבנת פנים ברבים schuldig machen, kann nicht scharf genug zurückgewiesen werden. Das heißt denn doch die Dinge auf den Kopf stellen, wenn man demjenigen, der pflichtgemäß und nach bestem Wissen ein Urteil לדינא abgiebt, das für den einen oder anderen eine unangenehme Feststellung enthält, vorwirft; er hätte den Andern öffentlich beschämt! Der Fall ist förmlich ein Schulbeispiel für die Erkenntnis der Verheerungen, welche der Toleranzfanatismus selbst in unseren Besten angegerichtet hat. Dem ■ מהלל שבת werden alle möglichen זכיות gesucht und alle Entschuldigungsgründe zugebilligt; wehe aber dem berufenen מוביה, der sich verpflichtet fühlt, die schwachen Mittel der Kirchenzucht, welche uns geblieben sind, gegen die עובי־י עברה in Anwendung zu bringen. Er hat, nach des Herrn Einsenders Meinung, sein חלק לעולם הבא verwirkt! Es ist fürwahr schwer, da ruhig zu bleiben, und wir gestehen, dass lediglich die Rücksicht auf die zweifellos gute, wenn auch leider nur allzu־ sehr missleitete Absicht des Herrn Einsenders uns' davon zurückbält, diejenige Schärfe des Tons an diesem Punkte anzuwenden, die in der Sache geboten wäre. M enn der Herr Einsender erkennen will, was in .jüdischem Sinne unter הלבנת פנים zu verstehen ist, wo die Grenzen dieses ן Begriffs zu ziehen sind, so möge er neben anderen Quellen vor allen ימבים פ ו מה־ דעות הלי הי zu Rate ziehen. Und er möge beherzigen, dass schon der Prophet gesagt כי מכבדי אכבד ובזי יקלו! Erst wenn die Erkenntnis ״wieder allgemeiner werden wird, daß כבו־ הש־_ותו־תו das Alpha und Omega des Judentums ist, wird das Ziel, dem wir i in gleichen Maße wie der Herr Einsender zustreben, si^h 1 erfüllen שלום על ישראל! Literarisches. Unter dem Namen ״Mekize Nirdamim“ (מקיצי ■r-pr־־ נרדמים) wurde im Jahre 1864 ein Verein gegründet, lim wertvolle Schriften aus allen Gebieten der jüdischen Liferatur herauszugeben, die entweder überhaupt noch nidht gedruckt, oder in ungenügender Form veröffentlicht, oder endlich im Buchhandel so selten geworden waren, dass nur selten ein Exemplar auf den Markt kam. Nach zehnjährigem Bestehen löste sich der Verein auf, wurde dann i. J. 1885 auf’s Neue gegründet, um nach zwanzigjähriger Tätigkeit abermals einzugehen. Jetzt hat sieb unter Leitung von Prof. S i m 0 n s e n-Kopenhagen und Dr. A. F r e i m a n n - Frankfurt a. M. ein Comitö-gebildet, das dem Verein zu neuem Leben verhelfen will. Der Mjtgliedsbeitrag ist Mk. 10; höhere Beiträge sind natürlich sehr erwünscht. , Als die Werke, die für das Jahr 1909 in Aussicht genommen sind, nennen wir: 1) Commentar des R. Eliezer von Beaugency^ Schühr des Raschbam, zu Jecheskel und ן >; ־.'* עש־ 2) Commentar zu MoedKaton vod.R. Salomo b.jfajathom; 3) Maaseh hageonim; , 4) Fortsetzung des Diwan des R. Jeliuda Ualevi. Die Kassengeschäfte führt Herr L. Mainz (Frankfurt a. M. Uhlandstr. 46), an den die Anmeldungen zur Mitgliedschaft und Einzahlungen zu richten sind. M. Es ist schon immer von unserer Seite darauf hingewiesen worden, dass die Anregung zum Studium des jüdischen Schrifttums mit zu den engeren Aufgaben unseres Verbandes gehöre, da die praktische Sabbathheiligung und Erfüllung der Vorschriften des jüdischen Gesetzes ohne Kenntnis und Anerkennung der jüdischen Wahrheiten nur verminderten Wert habe. So möchten auch diese Zeilen eine Anregung geben, indem sie in Anlehnung an das alte Wort: שואלין בהלכות הפכה קורם הפסה ל־ י.ום als ejn Thema für dje Schiurim der kommenden Wochen die Lektüre von ש;ר הש־־ים in Vorschlag bringen. Ist doch ,der Gedanke der Geulah, dem das Pessach-Fest geweiht ist, auch der Grundgedanke dieses ,Liedes der Lieder“. Dort die Geulah aus dem Golus-Mizrajim, hier die Geulah aus dem Völker-Golus. Dies ist wenigstens die Auffassung, die einem kürzlich von Willy Wolf in Cöln in deutscher Sprache verfassten, im Verlage von Sänger und Friedberg in Frankfurt ä. M. erschienenen Commentar zu Grunde liegt. Im Anschluss an den Midrasch, nach dem der Inhalt des שד, ש ein Gespräch zwischen dem ״König des Friedens“ und Jissroel bedeutet, nimmt Wolf noch die Völker (בנות'־ושלים) als die dritten beim Gespräch Beteiligten hinzu. Und das Thema lautet: Die gegenseitigen Beziehungen Gottes, .lissroels und der Menschheit. Wie Jissroel seine Aufgabe zu den verschiedenen Zeiten im Verlauf der Jahrhunderte erfüllt hat, wie die Völker Jissroel gegenüberstanden und erst allmählich seine Bedeutung zu würdigen beginne?

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