Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 9 (1909)
- Issue
- 2 u. 3 (Februar-März 1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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12 Der Sabbath. ־־־ ■"־■ ■tfjr.--1- und der ״Königl^es Friedens“ die Entwicklung der Menschheit bis zum י allgemeinen Völkerfrieden, der geistigen Harmonie ,der! *esamten Menschheit leitet, — das sind einige Griadgljianken, die wir hier nur kurz andeuten wollen. Die»6,Auffassung durch Uebertragung der Bilderspräche in d)fo( Wirklichkeit in wenigen Zeilen zu begründen, ist ein Ding! 4er Unmöglichkeit. Man muss das Werkchen selbst zur jajad nehmen, um aus der Einheitlichkeit, die immer melrE®rvortritt, je weiter man den Verfasser in seinem GeafcaKengang begleitet, die Ueberzeugung zu gewinnen, dass seine Gesamtauffassung sich aus der Deutung der Bilder fast von selbst ergibt. Und diese Deutung ist meist aus׳ anderen Stellen des ר,: ך einfach hinübergenommen, so dass ihre Anwendung auf einen ganz andern Zusammenhang eine Stütze für ihre Eiohtigkeit bietet. Wo keine direkten Anhaltspunkte aus Tnach oder Midrasch vorhanden varAi, hat Verfasser in geistvoller, fast durchgehe^ds ifangloser Weise die Bedeutung der Bilder aus .'dem .Zusammenhang geschöpft. Und wenn er auch an ,wenigen Stellen auf die Erklärung von Einzelheiten verizichten musste,, so erkennt man doeh aus dem einheitlichen Grund ged anketf. der immer wieder hervortritt und den der Verfasser zur leichteren Uebersicht an geeigneter Stelle immer wieder betont, dass die Erklärung — die einzige in deutscher Sprache geschrieben, die wir bis jetzt besitzjyir— einen wertvollen Beitrag zum Verstandiiis des ״Lie^A'der Lieder“ bildet. Dabei ist die Sprache eine sehr einfache, so dass es jedem möglich ist, aus Wolfs Commintar eine Auffassung über r־rtr zu gewinnen Möge die Schrift die Verbreitung rinden,, die ihr gebührt. 1111 Selbstverlag von Herrn Lelrer Bachen- Reime r־Geestemünde ist ein Vorspiel mit Gesang in zwei Aufzügen ״Seiler-Abend im Pensionat“ ei schienen. Dasselbe, eignet sich zu Aufführungen hei Vereins• und Familjenfestlichkeiten. Der Preis beträgt Mk. 1 (10 Exemplare Mk. 7.50): das Aufführungsrecht wird gegen Zahlung vom Mk. 5 erworben. * * ״Di« Tora hat seit langer Zeit uns gute, grade Wege geführt, zahllose Geschlechter vor uns haben Leben, Heil und Seligkeit in ihr gefunden. Auch wir können sie. finden, wenn es uns ernst ist Um diese Gaben. Sie bleibe für uns, was sie für jene war: das göttliche Wort, auf das wir schauen, an das wir glauben, das uns erhebt und zum Guten führt“. So lauten die Schlussworte einer Predigt, die Rabb. Dr. I. E s <ן h e 1 b a ch e r am letzten ,שנת :יאעז־ד* in der alten Synagoge zu Berlin gehalten hat, und die .jetzt ״von mehreren Gemeindemitglieder veröffentlicht“ wird. (״Unsere Tora“. Berlin 1900 L. Lamm Mk. D.60). Nicht in überschwenglichen Phrasen, sondern iu zum Gemüt sprechender, ruhiger und warmer Sprache . wird am Beginn des Toracyklus dargelegt, was die Tora so vielen Geschlechtern war, was sie darin suchten und fanden, was auch wir darin suchen und finden sollen. Ohne viel Aufhebens davon zu machen, werden da und dort Gedanken eingestreut, die zum Nachdenken recht wohl. Stoff' bieten, (so z. B. die Unterscheidung zwischen אי־ und באן־־ה) und diese Predigt zu mehr, zu einem ״religiösen Vortrag“, wie sie richtig betitelt wird, erbeben. Wir können das Schriftchen nur bestens empfehlen und stellen dasselbe auf Wunsch unseren Ortsgruppen für ihre Bibliotheken zur Verfügung. Verbands-Nachrichten. Rödelheim, den 23.Febr. Gleichwie in zahlreichen anderen Gemeinden, so wurde auch in der nnsrigen Gemeinde aaf Anregung des Herrn Loais Kahn jr.,-Frankfurt a. M., der auch in dankenswerter Weise die Bücher besorgte, ein שעוד תייםוו וצדה eingerichtet. Seit dem 1. Januar d. J. wird jeden ,'שבת ק unter Leitung des Herrn Lehrer Zinkes gelernt. Köln. Za einem äußerst anregenden Abend gestaltete sich ain Samstag den 27. Januar die Berichterstattang der Kölner Orts- ״rappen des Verbandes der Sabbathfreande und der Freien Vereini- ״ung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Für die letztere sprachen die Herren Nathan Kahn und Seminarlehrer Gat, für den ersten referierten die Herren Dr. 1L Auerbach und Julias 1). Bier. Es war schon die elfte Stande gekommen, als man zum Bericht über die Tagung des Verbandes der Sabbathfreunde übergehen konnte. Und daß die Zuhörer mit gespanntester Aufmerksamkeit noch den beiden Herren, die sich in den Bericht geteilt hatten, Gehör schenkten, mögen die Herren Redner nicht nur dem Interesse an der Sache, sondern vorzüglich ihren nach Form und Inhalt fcsselnden Ausführungen zuschreiben. War der erste Teil des Abends der Theorie gewidmet, so kam jetzt die praktische Arbeitsleistung zu Wort. Eine Fülle praktischer Vorschläge mit praktischen Beispielen erläutert, wurden anschaulich und lebendig von den Herren Referenten gemacht. Herr Dr. Auerbach schilderte die Einrichtuug der Peah - Brockensammluag, wie sie mit großem Erfolgein lierlin und Breslau unter Beteiligung aller jüdischen Kreise eingerichtet ist. Gilt es doch den Aermsten der Armen zu helfen, die wirtschaftlich die Geschwächtesten sind. Kämpfen sie doch nicht nur den sozialen Kampf, auch den sittlich-religiösen, indem sie den Sabbath um keinen Preis opfern wollen. Herr Bier nahm sich besonders der jüdischen Handwerker an. In geistvoller und klarer Weise gab er unter allgemeinem Beifall der Anwesenden eine Reibe pnktischer Ratschläge’ zar Möglichkeit, dem jüdischen Handwerker zu helfen, der den Sabbath nicht entweihen will. Wir wollen nichts haloes an die Oeffentlichkcit dringen lassen, daram wollen wir der Veröffentlichung der Referate nicht vorgreifen. Jeder, der'nicht anwesend war, hat Grand sein Fernbleiben sehr zu bedauern•• ’ Es war eine Versammlung, die auf einer geistigen Höhe stand, wie sie nicht sehr oft anzatrefien ist. Zum Schlüsse gelangte folgende Resolution zur Annahme: Die heute Abend im Hotel Berlin zu Köln tagende Versamm lang der Ortsgruppen der ,Freien Vereinigung“ und des ,Verb&ndes der Sabbathfreande* spricht diesen Körperschaften nach den gehörten Referaten ihre Anerkennung für ihr zielbewußtes, erfolgreiches Wirken ans nnd verspricht, fortab für diese Institutionen kräftig hier za arbeiten. Ostrowo. den 21. Febr., Gestern fand hier auf Einladung der Posener Ortsgruppe eine öffentliche Versammlung statt, zu der etwa 150 Personen erschienen waren. Nach Begrüßung der Versammlung und der Delegirten durch den Leiter der Versammlung, Herrn Rabbiner Dr. Neu hau 8, referierte Herr P. Plessner-Posen über das Thema: ,Was will der Verband der Sabbathfreande“. Redner schilderte die Geschichte des Verbandes, seine Tätigkeit und seine Erfolge. Alsdann richtete Herr E. Rzeszewki-Posen an die Versammlung die Bitte, dem Verbände beizatreten und regte die Gründang einer Ortsgruppe für Ostrowo an. Als dritter Redner sprach der Delegirte der Breslauer Ortsgruppe, Herr Wilhelm Freyhan über das Thema: ״Die kulturelle Bedeutung des Sabbaths.* Herr Freyhan legte in eindrucksvoller und musterhafter Weise dar, daß eigentlich die ganze heutige Kultur unserem Sabbath za danken sei, and zeigte an einem Beispiel, wie an der Spitze der Gesellschaft stehende christliche Persönlichkeiten, die Ueberzeagungstrene der sabbathhaltenden Juden za schätzen and za würdigen verstehen. An der nun folgenden Diskussion beteiligten sich die Herren: Plagowski, Friedmann, Zellner nnd Rabbiner Dr. Neuhans. In die aasgelegten Listen zeichneten sich 43 Mitglieder ein. Als provisorischer Vorstand wurden die Herren : Rabbiner Dr. Xenhans, J. 8. Friedmann, Hartmann jr., Lewek, nnd J. Hirsch gewählt. _ Inzwischen ist die Mitgliederzahl bereits aaf 60 angewachsen.