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Der Sabbath · 1909-01-01 · 1 (1.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
9 (1909)
Issue
1 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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4 Der Sabbath. bereits gebildeten, aber durch mehrfache Zufälligkeiten . bisher nicht zusammengetretenen Commission zu überweisen. Auf Anregung von L e w i n-Wreschen verspricht L o e b- Frankfurt a.M. die Ankündigung von Lehrlingsstellen im rSabbath‘4iu Zukunft zu bewirken. Loeb-Frankfurt a. M. referiert über die Darlehenskasse. Diese Schöpfung sei eijtejSründung des Verbandes, in ihrer jetzigen kommerzielle® Form sei sie jedoch eite selbständige Einrichtung gemäß gesetzlichen Anforderungen. ■Trotzdem bleibe sie mit dem Verbände in enger Fühlung* da die Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrats sich aus Verbandsmitgliedern rekrutierten. In der nächsten Zeit wurden geeignete Propagandastücke an die Ortsgruppen gelangen, wodurch in deren Kreisen grössere Klarheit über das Institut gebracht werde. Dr. Tachaae r-Gunzenhausen verlangt Auskunft über einzelne Punkte des Statuts, die ihm von L o e b gegeben werden. Gegenüber einer Beschwerde über mangelndes Entgegenkommen des Gesch. Aussch. betont Dr. Steini Schweinfurt, dass er noch stets bei wichtigen Anlässen weitgehendste Unterstützung gefunden habe, und spricht dem Gesch. Aussch. im Namen der Versammlung den Dank für seiue Oeschäftslührung aus. yt Die Verhandlungen erleiden um die Mittagsstunde eine 2 stümlige Unterbrechung, in der sich die Teilnehmer im Nebensaale zum Mittagsmahle vereinigen, das von der Ortsgruppe Frankfurt a. M. und dem „Veiein z.Versieh.geg. » Stellenlosigkeit* dem Delegiertentage dargereicht wird. L o e b-Frankfurt a. M. begrüsst die Erschienenen hamens der gaStgebenden Vereine. Während der Tafel erfreut Herr Rabbiner Dr. B a in b e r g e r-Hanau die Tischgesellschaft durch ein an die Wocheusidrah anknüpfendes Thorawort, in dem er das Ziel des Verbands der Sabbatbfreunde, einmütiges Zusammerstehn für die Heilighaltung des göttlichen besetzes. charakterisiert. Nach Verricluung de£jlincbagebets werden um 31 4 Uhr die Verband lungenj^Äler aufgenommen. In .■^Hßmnheit des I. Vorsitzenden Übernimmt L 0 e-li-FkftjHp Präsidium. Er Dringt auf mehrere private An^ragfnfhjn zur Kenntus, dass auch mehrere Teil- 11clinier sich auf t^nen Anteil zur Darlehnskasse vereinigen können. Von dem' in Wien neugegrundeten Schomre Schabbos Verein ist folgende Depesche eiugeiaufea: „Große Versammlung hiesiger Sabbatbfreunde begrüßt j herzlichst Delegiertem ag, erhofft gedeihliches Zusammenj wirken. Komitö Pappenheim, Austerlitz, Bondi, Hofbauer,; Lüwi, Steinfeld. Die Versammlung beschliesstj in einem Antworttelegramm Glückwunsch und Dank zum Ausdruck zu bringen. Zu Punkt 3 der Tagesordnung Giündung der Stellenverriiittlung für Handwerker referiert Gradenw i t ziBajrtin.^ Das ErhrtÄisleben ist durch mannigfache Veränderungen in denMafirtschaftlichen Verkehre iu den letzten Jahren zu eidfelränderen Gestaltung gelangt. Insbesondere ist die Schaffung der Warenhäuser und die Ausbreitung des Sonntagsruhegesetzes für die im Erwerbskampfe; findlichen sabbathhaltenden Elemente von Bedeutung gej worden. Sie ,sind aus dem Kleinbetriebe heute so gut j wie ausgenchaltet und nur im Engros-, Export- und Versandgeschäft lassen sich noch gegenüber der Concurrenz j Erfolge erzielen, weil in diesen Sparten die angeführten Faktoreri weniger hemmend wirken. Nach einem Beschlüsse des letzten Delegiertentages hat eine Commission die j Ausarbeitung eines Führers für die Berufswahl unter- 1 nommen und der Vorsitzende Lazaru s-Berlin ist in der | Laii d hiejrl es an: g« las|i sp seift e das festgestellte statistische Material demnächst kfertig dem gesch. Aussch. zu übergeben. Bei den bei angestellten Beobachtungen hat sich ergeben, dass lttr weniger begüterte Eltern wünschenswerter erschiene, statt ihre Kinder dem aussichtslosen, unlohnendem Kteintrerbe zuzuführen, sie lieber ein Handwerk erlernen zu en. Die Abneigung gegen den Handwerkerstand entrangt nicht zum Wenigsten der gesellschaftlichen Stellung er Träger, da selbst in unseren Kreisen die jüdischen Haidwerker nicht immer die volle Achtung finden. Es wäre ein Verdienst unserer Ortsgruppen, wenn sie hier erz ehlicb wirken wollten, im Sinne der jüdischen Auffassung, die stets betont, dass der Mann den Stand zu Eh’en bringt, nicht der Stand den Mann, wie ja die jüdische Geschichte genügend klassische Beispiele für die Leistungen von Geistesberoen aufzuweisen hat, die im bürgerlichen Berufe sich vom Handwerke ernährten. Die Schwierigkeiten in der Ausbildung vonHandwerkslehrlingen, die ja meistens auf nichtjüdische Lehrstellen angewiesen Sine, sind gewiss nicht zu übersehen. Deswegen müssen wir es uns angelegen sein lassen, solche Lehrlinge moralisch und materiell zu unterstützen, im Laufe der Zeit wird daun ein Kreis jüdischer Meister sich entwickeln, dem wir diese Zöglinge ruhig anvertrauen können. Der im luden sich so lebhaft regende kommerzielle Sinn, kann für das Fortkommen dieser Handwerker nur von Vorteil seii , verlangt doch der Einkauf und Verkauf überall ein gesundes Erfassen der wirtschaftlichen Constellationen. Urner Antrag auf Errichtung einer Stellenvermittlung für Handwerker ist aus diesen Erwägungen hervorgegangen. Doch wenn wir auch in erster Linie vorerst an Lehrlinge dachten, so muss er sich naturgemäss auch auf einen Arbeitsnachweis für ausgelernte Arbeiter und Handweiker jeder Art erstrecken. Als Sitz der Stellenvermitdung ist Berlin, als Zeitpunkt des Beginnes der 1. Januar vorgesehen. Da es sich um eine Schöpfung handelt, die den Verbände dauernd pekuniäre Lasten auferlegt, erbitten |wir vom Delegiertentag die Genehmigung zur Gründung (dieses Instituts, das unsere Verbandsarbeit m. G. II. um ein gut Stück lürdern wird. Bier- Cöln verliest ein ausführliches Expose zu diesem Gegenstand, und kommt in seinen Schlussfolgerungen zu dem Resultate, dass die Einrichtung der Handwerker-Stellenvermittlung ein dringendes Bedürfnis sei. — Epstein-Freiburg regt an, sich bezüglich gemeinsamer Arbeit mit den im Grossherzogtum Baden bestehenden jüdischen Vereinen zur Förderung jüd. Handwerker in Verbindung zu setzen. — G 0 r s k i-Nnrnberg schlägt vor, vor der Gründung eine Enquete über die Anzahl der in Dettschland lebenden jüd. Handwerker zu veranstalten, ßamberge r-Hanau hält die Gründung für sehr wichtig, die Enquete sei überflüssig. Neuberger-Berlin weist Gorski gegenüber darauf hin, dass Bäcker, Fleischer, (JonJitoren etc. auch unter die Rubrik Handwerker fallen, denjn die Vermittlungsstelle dienstbar gemacht werden soll womit ohne Weiteres ein grosses Contingent den Sabbath haltender jüdischer Handwerker gegeben ist. | N a t a n s 0 n-Berlin schätzt die Zahl selbständiger Handwerker allein in Nord- und Ostdeutschland auf 500. — M eiy e r-Straßburg weist auf die in Mülhausen bestehende jüd. Gewerbeschule hin, die sehr gute Erfolge aufweise, fori die Zöglinge aber nicht im Sinne der Sabbathheiligung bei Vermittlung von Lehrlingsstellen wirke. — Altmann- Kailsruhe schildert die Lage der ausländischen nach Baden zugiezogenen Handwerker und regt an, die Vermittlung auch auf ungelernte Arbeiter zu erstrecken. — Der Antrag des Gesch. Aussch. wird mit dem Zusatze „und ungelernte Arbeiter“ hierauf angenommen.

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