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Der Sabbath · 1908-12-01 · 12 (12.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
8 (1908)
Issue
12 (12.1908)
Date
1908-12-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der Sabbath. 75 diesem Bilde ohne Weiteres. Es drohen Gefahren dem aufgerichteten Bollwerke und daun das Bollwerk verlangt Stabilität, innerlichste Festigkeit. Die Gefahren dürfen nicht aus dem Auge gelassen, sondern müssen jederzeit im ganzen Umfange in. der Seele wachgehalten werden, damit kein Augenblick die Beteiligten unvorbereitet finde. Eine grosse Menge solcher vorsorgender Arbeit hat unser Verband ständig zu leisten. Täglich ist die Aufmerksamkeit auf Umstände und Ereignisse zu lenken, die verderblich j wirken könnten. Da heisst es, die Kinder in der Schule vor den verderblichen Einwirkungen des Schulbesuchs am Sabbath zu befreien, den Studierenden, den beim Militär befindlichen Sabbathtreuen Dispense zu erwirken und sie im Ausharren zu bestärken. Jahraus, jahreiu in immer steigendem Maße ist unser Büreau mit der Wahr- , nehmung dieser Gegenstände beschäftigt und wiederholt i haben wir auch im Berichtsjahre Erfolge zu verzeichnen 1 gehabt, oftmals freilich sind wir ausser Stande! die Wirkung unserer Vorschläge und Mass-! nahmen zu ermessen, da wir bedauerlicherweise in vielen Fällen ohne Nachricht über den Ausgang gelassen wurden! Unsere Arbeit i wird durch diese irrige Auffassung, als ob mit der Besserung in einem speziellen Falle schon alles Leistungs- I mögliche erschöpft oder durch einen Misserfolg in einem 1 anderen das Interesse für diese Sache abgestumpft sei, wesentlich erschwert. Eine Disziplin in dieser Hinsicht, die es als ihre Aufgabe erachtet, der Centrale unter allen Umständen über die Unternehmungen, Erfolge oder Fehl- Schläge zu berichten, ist unerlässliche Vorbedingung für unsere erfolgreiche Tätigkeit, denn nur dann sind wir im Stande, einen vollkommenen Ueberblick über alle Situationen zu erlangen und Mittel zur Bessergestaltung , zu finden, wenn uns kein Glied in der Kette der Erj fahrungen verloren geht. Den Ausbau des Sabbathbollwerks — um in unserem Bilde zu bleiben, galt auch im Berichtsjahre unsere wärmste Fürsorge.' Die Erfüllung der Herzen mit dem Gedanken an die hervorstechenden Züge des Sabbathpflichtgesetzes bei Jung und Alt sichert uns erst ein Geschlecht der Zukunft, bei dem der Sabbathgeist seine Pflegstätte findet. Erfeulicherweise haben unsere Ortsgruppen vielfach die Gedanken der Sabbathheiligung durch öffentliche Versammlungen vertieft und wir sind den Herren, die sich durch Referate um die Verinnerlichung der Empfindüng für die Sabbathpflicht, verdient gemacht haben, zu besonderem Danke verbunden. Wir nennen, soweit wir unterrichtet sind, diejenigen Herren Referenten, die im Berichtsjahre zum ersten Male unseren Zwecken sich gewidmet, mit der angelegentlichen Bitte, uns, insbesondere solange wir den vielerwogenen Plan berufsmäßiger Wanderredner nicht verwirklichen können, ihre bewährten Kräfte auch fernerhin zu leihen und andere Berufenen zu gleicher Mitwirkung anzusporen. Es sind die Herren : Rabbiner Dr. B a m b e r g e r- Schönlanke, J. Bloch - Dreyfu s-Freiburg, S. Epstein- Freiburg, Dr. Arthur Kah n-Berlin, Rabbiner Dr. Kahn-Esslingen, Rabbiner Dr. L e w i n-Wreschen, M. Neuberge r-ßerlin, Dr. R a t n e r-Wiesbaden und Rabbiner Dr. Rosenthal in Köln a. Rh. Die auf unsere Anregung erfolgte Einrichtung von Lernkursen (Scbiurim) bat sich glücklicherweise beispielgebend bewährt, wiederholt wurden wir in die Lage versetzt, bei Neugründung solcher Karse in unseren Ortsgruppen mit Rat und Ueberweisung der benötigten Bücher zu dienen. Es erscheint als ein besonderer Triumph unseres Verbandes, daß die Pflege des Thorastudiums am Sabbath und an den freien Stunden des Sonntags durch ihn wieder neuerweckt worden ist. Die Früchte, die hier im stillen Studium und im Versenken in den Geist der Thora prunklos eingeheimst werden, bürgen am Besten für die Erfüllung mit dem besagenden Geist der Sabbathheiligung. Ueberzeugt von der gewaltigen Aufgabe, die gerade auf diesem Gebiete der Erfüllung noch harrt, haben wir solchen Vereinen, die in ernstem Wirken das' Thorastudium auf ihre Fahne geschrieben haben und ohne pekuninäre Mithilfe nicht imstande sind, dem Kreise ihrer Mitglieder einen behaglichen Aufenthalt für die Ausnützung der Sabbathstunden zu gewähren, Subventionen bewilligt; so insbesondere dem Montefiore׳Verein in Berlin, dem Lernverein in Fulda und dem Israelitisehen Fortbildungsverein in Würzburg. Unseren Ortsgruppen haben wir in vielen Fällen Bücher erzählenden und belehrenden Inhaltes überwiesen, die in den Familien ihre Wanderung antraten und den Geist echter Frömmigkeit und moralischer Förderung in weiten Kreisen verbreiten. Wir danken den verehrten Freunden für die uns zu diesem Zwecke gebotene _ Bücherspenden, die für einen so wahrhaft idealen Zweck garnickt reichlich genug fließen können. Die von uns herausgegebene Serie von .Schriften des Verbandes der Sabbathfreunde“ hat mit der in diesem Jahre erschienenen Schrift ״Der jüdische Sabbath“ von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s. A. einet, überaus wertvolle Fortsetzung erhalten. Wohl kaum irgend ein in deutscher Sprache geschriebenes Buch vermag in so treffender Weise den Geist des.Sabbath auszuschöpfen und zur Begeisterung ihm die Herzen zu gewinnen, wie dieses formvollendete Werk unsere? Allmeisters. Es ist daun auch mit einer beispiellosen Anerkennung von unseren Mitgliedern aufgenommen worden und hat in der kurzen Zeit der Herausgabe bereits eine Verbreitung in 5200 Exemplaren erlangt, sodaß die erste Auflage schon fast vergriffen ist. _ Außer an unsere Ortsgruppen gelangte die Schrift auch an eine Reihe von Schulen und Religionsschulen in folgenden Orten zur Ausgabe: Berlin (5 Religiousscbulen) Fürth, Nürnberg, Müneben, Posen, Schweinfurt, Karlsruhe, Mannheim, Giessen,: Fulda, Marburg, Cöln, Halberstadt, Mainz, Bingen, Filehne, Gunzenhausen Wiesbaden, Kattowitz, Rawitscb, Basel und Frankfurt a. M. (2 Schulen). In den 2 letztgenannten Städten wurden die Bücher als Erinnerungsgabe zur Wiederkehr des 100. Geburtstags des Verfassers an die Zöglinge verteilt. Dem Verband sind naturgemäß durch diese Herausgäbe erhebliche Kosten erwachsen, doch sind wir der• Ueberzeugung, auf diese Weise zur Festigung und Erfüllung der Herzen mit den hohen Gedanken des Sabbathgesetzes erheblich beigetragen zu haben. In diesem Er- ,folge mögen auch die Erben des Verfassers, sowie der Herr Verleger den schönsten Ausdruck unseres' Dankes für ihre gütige Erlaubnis zum Abdruck des Werkcbens erblicken. C. Ausbreitung der Verbandstätigkeit.!.Ortsgruppen und Mitgliederzuwachs. Den sichtbarsten Beweis für, die fortschreitende Erkenntnis von-der eminenten Bedeutung der Verbandst ätiffkeit bieten die in der Agitation erzielten gewichtigen Resultate. Seit dem letzten Delegiertentage haben wir einen Zuwachs von 43 Ortsgruppen mit insgesamt 880 Mitgliedern zu verzeichnen. Die neu gewonnenen Orts: gruppen sind:

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