Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- 10-11 (Okt.-Nov. 1908)
- Date
- 1908-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4874912-5428452-5428555--393-4875266- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Sabbath. 69 Nachdem die Diskussion geschlossen worden, wurde auf Antrag des Herrn Dr. Ringwald-Zürich die Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder per Acclamation beschlossen, und dem Vorstand die Competenz eingeräumt, sich durch Cooptation zu ergänzen. Hierauf wurde der Vereinstag geschlossen, der eiiien überaus schönen Verlauf genommen und bei allen Teilnehmern den besten Ein- --druck hinterlassen hat. Vermischte Nachrichten. Berlin, 23. September. Aus unseren Leserkreise geht uns fol-;gende Anregung zu: Sollte es bei uns in Deutsciilaud wie in Amerika nicht auch möglich )sein unsern Bedarf nur in Geschäften die בת דיים? geschlossen sind zu decken, sowohl beim detail als beim engros Einkauf. Man wird da vielfach einwerfen: an meinem Wohnsitze giebt es keine Lieferanten unserer Dcukungs&rt für die Artikel, die man gerade zu kaufen wünscht, weshalb man in anderen •Geschäften kauft. Nun gibt es doch gewiß in unserem grollen Reiche in allen Artikeln Lieferanten, die mit uns auf dem gleichen . Standpunkt stehen und jedenfalls gerne franco nach Auswärts liefern, Mein Vorschlag geht nun dahin in einer besonderen Rubrik jeweils Anfragen zu veröffentlichen, wenn Bedarf in dem einen oder anderen Artikel vorliegt, welchen man am Platze nicht haben kann. So fragen wir heute: wer ist Fabrikant oder Grossist in eisernen Betten resp. Liegestüblen mit Stahlfcdermatratzey Off. u. E. 23, a. d. Bi. Berlin, 26. Sept. — Oie ministerielle ״Berl. Korr.“ schreibt: ln der Presse ist mehrfach die Mitteilung verbreitet worden, dali ein Gesetzentwurf betreffend Abänderung der Bestimmungen der Gewerbeordnung über die Sonntagsruhe im Uandelsgewerbe, zurückgezogen sei oder zurückgezogen werden solle. Wie aus den Erklärungen des Staatssekretärs des Innern in der Sitzung des Reichstags vom 23. März d. J. hervorgeht, liegt ein endgültiger Gesetzentwurf überhaupt noch nicht vor. Es sind vielmehr Aeulierungen der verbündeten Regierung über die Möglichkeit einer günstigeren Gestaltung der Sonntagsruhe im Handclsgcwerbe eingefordert worden, die noch nicht vollständig eingegangen sind. Erst wenn dies der Fall ist, wird der Frage,in welchem Umfange eine weitere Einschränkung der Sonutagsarbeit möglich ist, näher getreten werden können. Frankfurt a. M., 15. Sept. Der ,Verband der Sabbatfreunde‘• erhielt dieser Tage ein Schreiben folgenden Inhaltes : ״Ihre geschätzte Adresse verdanke ich der Internationalen Traktatgesellschaft in Hamburg, an welche ich mich in Angelegenheit der Sabbathfrage gewandt habe. Ich bin zwar Christ, doch durch Vorträge und eingehendes Stadium der Bibel, za der Uebcrzcugung gekommen, dass auf Grund der 10 Gebote, und auch auch auf Grund verschiedener anderer Bibeltexte, nicht der Sonntag, sondern der Sonnabend (Sabbath) zu halten und za heiligen ist. Nachdem mir in meiner gegenwärtigen Stellung der Sonnabend nicht freigegeben wurde, habe ich diese Stellung per 1. Oktober d. Js. gekündigt und, ■ da es mir allein schwer ist, eine Stellung za finden, so möchte ich Sie hiermit höfl. bitten, mir durch freundl. Nennung solcher Firmen, welche den Sabbath freigeben, in der Ueberwindung der vor mir stehenden Schwierigkeiten behilflich zu sein. In Stellung bin ich gewesen in Holz-, Ban- und Fabrikgeschäften and bin befähigt) für Korrespondenz, [Stenographie and Maschinenscheiben] und für Bachbaltang, evtl, würde ich Leitang eines Geschäftes selbstständig übernehmen. Mein gegenwärtiges Alter ist 231/« Jahre, vom Militärdienst bin ich vollständig befreit asw. Felix Bernart. Dortmund, Gatenbergstr. 66. Leider war es dem ״Verbände der Sabatbfreunde“ nach dem Wortlaut seiner Statuten nicht möglich, die Vermittlung in diesem Falle zu übernehmen, was aber nicht ausschliesst, dass sich in . jüdischen Kreisen doch noch jemand findet, der sich des überzeugten -christlichen Sabbathfreundes aanimmt. Karlsruhe i. B. im Oktober. Auf eine von der hiesigen Orts gruppe des Verbandes der Sabbathfreundc gemeinsam mit den Ortgruppen zu Freiburg i. B. und Mannheim an das | Großherzoglich( Ministerium des Innern gerichtete Eingabe, damit die Badische!; Vertreter im Bundesratc angewiesen würden, bei der Neuregelung der Sonntagsruhegesetzgebung für eine . Rücksichtnahme aut die Intcresseu und tyunsche der sabbathfeiernden Geschäftsleute cin/.u treten, ist der hiesigen Ortsgruppe durch Vcrraittlilffg des GroTIher• zoglicken Oberrats der Israeliten folgender Besehen zugegangen : GroUbcrzoglicher 1 »berrat der Israeliten. Karlsruhe, den 27. Mai 1!KX$. Die Sonntagsruhe im Händelsgewer >e betr. No. 1368. Nach einer mit Erlaß vom;30. v. Mts. an uns gelangten Mi teilnng des Gr. Ministerium der Justiz, des Kultus und Unterricht!;, welches naoh unserm Anträge seine Vermittlung hat eintreten lassen, sind von Gr. Ministerium des Innern Schritte zu Gunsten einer des in Rede stehenden Interessen Rechnung trag mden Regelung geschehen. Dabei ist die Zulassung von zwei bis drei Stunden Koittorarbeit an den Sonntagen durch das dein isr. Bekenntnis ang<: hörende Personal ins Auge gefallt. 1 Der Ministerialkommissär gez. Bcoherer, gez. D riesen. Hamburg, 10. November. Am Diestag, 27. Oktober fand die Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe statt. D<r Vorsitzende, Herr M. Jacobsen berichtete zunächst über das allgelaufene Geschäftsjahr und über das Programm des letzten Del! tgiertentages in Berlin. Aus der vielseitigen Tätigkeit des Verbandes seien nur einige Punkte hier hervorgehoben. Ein sehr wichtiges Arbeitsfeld ergab sich gelegentlich der geplanten Neuordnung der Sonntagsruhe. Der Zentralverband wurde bei den in Betracht kommenden Behörden vorstellig, während die' hiesige Ortsgruppe zusammen mit dem Israelitischen Stellenvermittlungs-Verein mehrfach ihre Tätigkeit entfaltete, indem sie bei Senat and Bürgerschaft Eingaben um besondere Berücksichtigung der Geschäfte machte, die am Sonnabend geschlossen halten. Wenn nan auch die reichsgesctxliche Regelung der Sonntagsruhe vorerst vertagt ist, so wird über kujz oder lang diese fiir alle S&bbathfreunde so wichtige Frage doqh wieder zur Sprache kbrnmen und unsere evtl. Aufmerksamkeit erfordem. Die ziemlich komplizierten Vorarbeiten für das geplante Kreditinstitut sind nun soweit gediehen, daß dessen Gründung vor einigen Wochen vor sich gehen konnte. Die schon seit einigen Monaten schwebenden Verhandlungen wegen Errichtung einer ßrolkkensammlung (Peah), werden voraussichtlich in nächs! Zeit zum Abschluß gelangen, nachdem ähnliche Institutionen Verbandes in anderen Großstädten bereits gute Resultate aufzuwe haben. Der von dem Schatzmeister erstattete Kassenbericht wuijde genehmigt und die statutengemäß ausscheidonden Herren A. Auerbach, C. Kleve, M. Flörsheim jr. wurden einstimmig wiedergewähut. Nach Erledigung dieser Tagesordnung referierte Herr Dr. Arthur Kahn aus Berlin in einstiindigem Vortrage Uber das Thema: Arbeitsaufgaben in der Stadt und auf dem Land*. Der Redner führte ats, wie sehr die ״Landflucht‘‘ speziell der gesetzestreuen Judenheit 7.|m Schaden gereiche, und hält es für notwendig, daß auf dem Laude eine Jugend im Sinne des Verbandes herangezogen werde. AncR für die Heranbildung eines leistungsfähigen Handwerkerstandes müyse mehr getan werden. Eingehend berichtet der Redner sodasn über seine Erfahrungen bei der Berliner ״Peah“. die schon nach kurasi Bestehen gute Erfolge zeitige, ohne mit den bestehenden drei miclitjüdischen Brockensammlungen zu kollidieren. Er ist der Ansicht, daß. auch für Hamburg sich ähnliche Resultate erzielen lassen, und daß sich auch hier ein aussichtsreiches Arbeitsfeld für die Ortsgruppe eröffnet. Mit einem warmen Appell zur tatkräftigen Unterstützung des Verbandes schloß der Redner seine Ausführungen, die mit groß•!a Beifall aufgenommen wurden. Posen, Sept. Der Kaufmann Robert Warschauer in Stensehe wo 'hatte eine Polizeistrafe von 0’50 Mk. erhalten, weil w