Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- 10-11 (Okt.-Nov. 1908)
- Date
- 1908-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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i 68 V Der Sabbath den alles umfassenden Entschluß aus: daß er dem Dienste Des sich wfihe, der Israel zu besonderer Lebens-Aufgabe gewählt tyt. Uudiwenm der Erwachsene vor die Thorah hintritt, danft bablt'es Tür ihn die gleiche Bedeutung, er erneuert öffentlich *rot,;versammelter Gemeinde seinen damals als Jüngling ausgesprochenen Entschluß-— — — Man mache erst einmal den Versuch, dafür zu sorgen, daß das Hintreten zur Thoravorlesung allgemein ein Zeichen von Bekenntnisfreudigkeit werde, nötigenfalls erinnere m$il) daran vor Beginn der Vorlesung, dann findet sich -vielleicht auch ein Ausweg, um aus den Widersprüchen herauszukommen, die zum Aufwerfen der halachischen Frage geführt haben. Der erste Vereinstag der gesetzestreuen , Juden der Schweiz. Atu Sonntag, den 20. September, fand in Zürich die dr^te ordentliche Generalversammlung ( der Vereinstag ) j des ״Vereins zur Förderung des gesetzestreuen Judentums; in Auf* Schweiz■* im grossen Saale des kaufmännischen i VeÄ^^ä statt. Die Mitglieder und Freunde des Vereins ' wdJJPmis allen Teilen der Schweiz überaus zahlreich erscnrefien. Wir bemerkten ausser den Freunden von Basei, Baden, Luzern, Endingen, Winterthur, St Gallen, Lau-! sänne, Neuchatel, Fribourg u. s. w., Herrn Berthold Roth- Schild von Randegg, Mitglied der badischen Landessynode. Briefliche und telegraphische Grüsse waren in grösser Menge aus Nah und Fern eingegangen u. a. auch vom Vorstand der ״Freien Vereinigpng in Frankfurt a. M.,“ welcher sein Bedauern darüber aussprach, wegen Nähe der Festtage einen Vertreter nicht senden zu können? , Vor Eintritt in die Tagesordnung hielt Herr Rabbi-! 11er Dr. Cohn von Basel einen einstündigen fesselnden mit grossem Beifall aufgenommenen Vortrag über ״Monismus und Judentum־‘, der mit den schönen Worten Geibels schloss: j Studiere nur und raste sie, Du kommst nicht weit mit Deinen Schlüssen, Das ist das Ende der Philosophie, Zu erkenneo, dass wir glauben müssen. ,Hierauf eröffnete Herr Rabbiner Dr. Cohn als Präsident/die Generalversammlung. Herr Eugen Lang- Präsident der Israelitischen Religionsgesellschaft von Zürieh, begrüsste mit herzlicher Ansprache den Vereinstag und sprach seine innige Sympathie für die Ziele und Be- Strebungen des Vereins aus. Hierauf hielfHerr cand. püil. Ludwig Krausz als Delegierter des ״Vereins gesetzestreuer Studenten“ in Bern (״Tachkemoni־*) eine beifällig aufgenommene Ansprache, in welcher er den Zweck des ״Tachkemoni“, profane Bildung und Thorageist barmonisch zu vereinigen, ausführlich darlegte and die geistige Solidarität m“1t dem ״Verein zur Förderung des gesetzestreuen Judentums in der Schweiz“ hervorhob. — Nun verlas der fJtfcretär des Vereins Herr C hartes Nord mann aas Basel das Protokoll der constitaierenden VersammluDg, welches nach einer kurzen Bemerkung des Herrn Cantors L., Bondy aus Fribourg genehmigt wurde. — Alsdann erstattete der Präsident den Jahresbericht. Während bei der Gründung des Vereins, die einen demselben die Elistenzberechtigung abgesprochen, die andern befürchtet haben, er werde Streit und Unfrieden in die Gemeinden tragen, hat der Verein bereits die Notwendigkeit seines Bestehens bewiesen und zugleich gezeigt, dass er seine Ziele jedem Gesetzestreuen zur Freude, niemandem zu Leide verfolgen und erreichen wolle. Während 70 Mit^ glieder dem Verein bei seiner Gründung beitraten, gehö- . ren ihm jetzt 370 Mitglieder an, die in 37 Städten und I Dörfern der Schwei* wohnen. Die meisten Mitglieder hat der Verein in Züricjh (138), in zweiter Reihe kommt Basei mit 114 Mitgliedern. — Der Präsident berichtet hierauf eingehend über die Bemühungen des Vereins auf den verschiedensten Gebieten seiner Tätigkeit, wovon nur einiges erwähnt sei. Für die Stellenvermittlung zugun- 1 sten der Sabbatheiligung sind Delegierte in allen grosse-! ren Städten der Schweiz ernannt und ein besonderes Ba- I reau bestellt worden, um dessen Arbeiten sich die Herren! Joseph Braudeis-Zürich und Cantor M. Löb-Basel besonders verdient gemacht haben. Für den be^onderen Zeichenunterricht, der in Basel denjenigen Schülern erteilt wird, die am Sabbat nicht zeichnen, ist ein Beitrag bewilligt worden. Den Cantoren und Lehrern stellt der ״Verein für religiöse Mädchen und Frauen“ zur Belehrung unentgeltlich Exemplare des Buches ״Torath Noschini“ zur Verfügung. Um die Vorarbeiten für die .רקוד in Genf haben sich die Mitglieder der Ritual-Commission, Herr Rabbiner Krausz-Baden und Dr. Ascher- Neuchatel und זג.!Schwarz-Basel besonders verdient gemacht. Die Vorarbeiten sind soweit gefördert, dass der Bau der Mikwo, welche für 30 gesetzestreue Familien eine Notwendigkeit ist, hoffentlich bald zustande kommt. — Ein weitschauendes Projekt, die Gründung einer Volksküche in Zürich ist von Herrn Rabbiner Kornfein angeregt worden und wird hoffentlich bald zum Segen der Bedürftigen znr Ausführung gelangen.“ — Vorträge wurden für den Verein in Basel von Herrn M. A. Löb- Frankfurt a. M. und in Zürich von Herrn J. Rosenheim-Frankfurt a. M. gehalten, welche sich lebhaften Beifalls erfreuten und geeignet waren, das Interesse für jüdische Angelegenheiten zu wecken. — Erwähnt sei noch, dass jedes Mitglied des Vereins allmonatlich den ״Sabbath“ and auch das so schön ausgestattete Werkchen von Samson Raphael Hirsch ״ :זצ׳לDer jüdische Sabbath“ gratis erhalten bat. — Zum Schluss dankte der Präsident den Mitgliedern der Commission, besonders den Herren von Zürich für die tatkräftige Mitarbeit und gedachte in wannen Worten des durch seine Berufung nach Frankfurt a. M. aus der Commission ausgeschiedenen Herrn S. Schach nowitz. der sich für den Verein mit grossem Eifer bemüht habe. Der Kassierer Herr Hermann Weil-Zürich erstattete hierauf den Kassenbericht, der bei einer Einnahme vo* rund frs. 2200 und einem Saldo von fs. 700 abschliesst. — Im Namen der Revisoren konstatierte Herr Dr. L. Hausmann-Basel den richtigen Befand der Bücher und sprach dem Kassier Dank und Anerkennung aus. In der Diskussion ergriff zunächst Herr Eyss-Zürich das Wort. Er wünscht einen Zusammenschluss der Orthodoxen aller Länder und den Ausschluss von nicht gesetzestreu lebenden Mitgliedern. Es wird vom Präsidenten darauf aufmerksam gemacht, dass seine Forderung־ gegen die Statuten verstosse, nach welcher jeder unbescholtene Jude Mitglied des Vereins werden könne. Der Verein nehme dankbar Hülfe und Unterstützung von Jedem an, der sie ihm gewähre. — Herr Michel Bollag- Baden wünscht die Gründung eines eigenen Vereinsorgans״ — Herr Lehrer A. Mül le r-Winterthur regt die Gründüng einer Schweizerischen חב־ת שים an, deren סיום alljährlich mit dem Vereinstag verbunden werden könne. Herr L. Wertheimer-Basel plädiert für vermehrte Fürsorge zu Gunsten der jüdischen Lehrlinge, die de» Sabbath heiligen. Auch regt er eine Controlle über die Herstellung von מזוזות ,תפלץ asw. an. — Herr Stern- Zürich wünscht, dass sich der Verein auch mit der Aasstattung von armen Bräuten befasse.