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Der Sabbath · 1908-09-01 · 9 (9.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
8 (1908)
Issue
9 (9.1908)
Date
1908-09-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der Sabbath. 59 dieser Seite bin ausschließen! Indem aber die Weisheit unserer Weisen Tekias Schofar aus diesem einzigeu Grunde am Sabbat untersagt, so hat sie uns damit gelehrt: Diese bloße Möglichkeit einer Awera wiegt auf der Waage der jüdischen Lebensanschauung I schwerer, als die Erfüllung einer Mizwa. : Man hat noch niemals gehört, daß je irgend eine Gemeinde der jüdischen Diaspora sich über diese rabbii nische Anordnung hinweggesetzt und auch am Sabbat Schofar geblasen hätte! Und dennoch steht die Rücksichtnahme auf diese rabbinische Anordnung in grellem Widersprach mit dem Tun und Lassen der großen Mehrzahl vieler, die sich ihr fügen. Mit welchem Schein von Recht könnte man auch Mizwas Tekias Schofar am Sabbat zurücktreten lassen, damit man nicht möglichen Falls dazu kommt, am Sabbat zu tragen, wenn man das Verbot des Tragens am Sabbat sonst scrupellos Übertritt? Sie tragen ohne Bedenken an jedem Sabbat vom Einzelbesitz in den öffentlichen Besitzkreis und umgekehrt, sie tragen selbst am שנת של דאש השנה ihre Gebetbücher, ihre Schirme und Stöcke und wohl auch ihr Geld nach und hören'den Schofar deshalbnicht, weil map denselben möglichen Falls am Sabbat tragen könnte! Wo bleibt da die einfache Consequenz, die unerbitterlich fordert: Wer am Sabbat gegen das ausdrückliche Thoraverbot trägt, für den hört doch jeder Grund auf, Tekiath Schofar am Sabbat wegfallen zu lassen, wer aber den Schofar am Sabbat als unzulässig erachtet, wie kann ein solcher sich Uber das Verbot des Tragens am Sabbat scrupellos hinwegsetzen? Freilich habdelt die große Masse, wie bei so vielen Fällen, auch in diesem Punkte völlig gedankenlos, ohne sich des Widerspruchs bewußt zu werden, dessen sie sich in ihrem Tun schuldig macht. Aber je größer die Gedankenlosigkeit!ist, um so; unwiderleglicher macht sich die Tatsache geltend : So bedeutsam auch Mizwas Tekiath Schofar der großen Gesamtheit erscheint, sie tritt ohne jeden Widersprnch als selbstverständlich, vor der bloßen Möglichkeit einer Collision mit dem Sabbatgesetz auf Grund einer rabbinischen Anordnung zurück!' Es liegt aber in dieser ausnabmlosen Unterlassung eines göttlichen Gebots auf Grund einer Anordnung unserer Weisen eine so rückhaltlose Anerkennung der letzteren, daß sie als eklatanter Beweis dafür gilt, mit welcher Treue die große jüdische Gesamtheit der Weisung und Leitung ihrer bewährten Meister auch dann folgt, wenn dieselben für den oberflächlichen Blick selbst mit dem klaren Gotteswort in Widerspruch erscheinen. אני ־בי •והנן דודים דב־י שופ־יש לדב־י תורה. והביביס כדברי תי־ה דבתיב והנך :יין הציב, ־־ שמעין בשם ־־ ־.דמן דודים דבר• טרב״ם דדד* עת־ :זרג- חררה דכוד I I סב-־יש לדב־י תי־ה והב מיין (•־ושלמי ב ־בית פ א) In Wirklichkeit widersprechen ja die Worte der Sopherim nicht den Worten der Thora, sie sind, wie R. Jochanan lehrt, ihre wahren Freunde, durch welche die Worte der Thora erst ihre wahre Wertschätzung erhalten. Sie sind für die Thora dasselbe, was für den guten Wein der ihn prüfende und würdigende Gaumeu ist, und genießen deshalb nach Rabbi Schimeon sogar noch höhere Wertschätzung als die Worte der Thora. Aus der tieferen Bedeutung des Verbotes des Tragens am Sabbat dürfte sich leicht in der Tat leicht ergeben, wie die Gotteshuldigung, welche sich in der Rücksichtnahme auf dieses Verbot manifestirt, nicht derjenigen nachsteht, die in dem Schofarruf zum Ausdruck gelangt. Währead der Schofar uns Gott als Herrn urd Richter des ganzen Universum begreifen lehrt, der alle Welten, alle Zeiten und alle Ewigkeit umfaßt, führt uns der אישור הוצאה, das Verbot des Tragens am Sabbat in den beschränkten Kreis menschlichen Schaffens, Ringens und Strebens. Die große Zahl derer, die am Rosch-Haschono zagend und hoffend, betend und vertrauend zum himmlischen Vater emporblicken, >erhebt sich nur schwer und selten über die Sphäre des gewöhnlichen Lebens.׳ Daß Gott ihnen und den Ihrigen Leben und die Mittel zum Leben durch seine Gnade gewähren möge, ist das erste und allzuoft auch das letzte Ziel aller ihrer Bitten und Wünsche. Der Kampf ums Dasein ist zu heiß, die Bedingungen, an welche die Fristung auch nur eines bescheidenen Lebens für Weib und Kind geknüpft ist, sind zu hart, als daß sie in den höchsten Weiheslunden des Jahres nicht einen hervorragenden Platz in unseren Gebeten und Wünschet» eiunehmen sollten. Daß Leber, und Tod in der Hand Gottes liegen, davon sind alle durchdrungen, daß aber auch die Bedingungen, die Mittel zum Leben, die Art und Weise unserer Ernährung, unseres Erwerbs sich unter_ Gottes) gnädiger Fürsorge vollziehen, das wagen viele kaum zu hotten, ja nicht einmal zu denken. i—־ Dies aber wird uns durch kaum ei09 Anordnung des göttlichen Gesetzes so nahe gelegt, als durch da« Verbot des Tragens am Sabbat,.ד::שה •היצאה בשב־ das Ilineint und Hinaustragen amSabbat ist ein treuer symbolischer Aus(- druck der דיבנשה והוצאה בהול, unserer ,Einkünfte“ und, Ausga* ben“ an den Werktagen. Wie jemand sieffdarauf versteht, vop den Gütern der Gesamtheit sich einen Teil für sich un<jl sein Haus zu sichern, sie von der Straße in seinen Einfzelbesitz zu bringen, das ist das Kriterium jedes Geschäftes. Umgekehrt spricht sich jeder VerlusVals ein Hinausbringen aus unserem eigenen, heimischen Kreis in die große Gesamtheit aus. Indem nun Gott am Sabbat זךצאד, ודבנשה ־ש-. ר־ניש ל־שית —היד •מ־שית הירדד ■ל־שות ה־ב־ש:, diese Uebertragung vom Ejnzelbesitz in dpn öffentlichen Besit?- kreis und־ umgekehrt unter das Diktat seines Willeps gestellt hat, ist. uns damit zum Bewußtsein gebracht. w|e ■ diese angelegentlichste Sorge des menschlichen Lebens : und Strebens von unserem himmlischen Vater wohl gewlirdigt und getragen wird. [ Der Schofar am Rosch-Haschono ruft uns die Gedan- ■ ken von Gottes Grüß! und Erhabenheit ins Bewußtsein, die alles menschliche Denken und Begreifen um Aeonjän überragen. Aber der Schofar. der am Rosch-Haschopoj Sabbat nicht zu uns spricht, um die Schranken uhd | Grenzen nicht zu verletzen, mit welchen Gott unseren I Besitz von dem der Gesamtheit geschieden hat, zeigt ufts, : wie es dieses Rufes nicht erst bedarf, urii uns Gottes liebende Nähe und seine fürsorgliche Waltitng für diese Seite unseres Lebens immer frisch und lebendig zu erhalte. Das ist das Gedächtnis der Teruah ,זבדון ת־־עד, welches uns eindringlicher ateder lauteste Posaunenschill mahnt, durch Mißachtung dieser von Gott gezogeren! Grenzen und ihres symbolischen Ausdrucks nicht an c er 1 Schwelle des Jahres schon den Segen zu verscheuchen, den Gott an die lleilighaltung des Sabbat geknüpft und auf den wir gerade in unserer Zeit mehr als je ange* 1 wiesen sind. _ Das Sanitätsrat Gohn'sche Legat. ־ B. B Berlin, 10. Aughst, Durch landesherrliche Genehmigung ist jetzt der ljiesigen jüdischen Gemeinde die Annahme-der-, von dem Jahre 1894 verstorbenen Sanitätsrat Dr. Colin testirten Stiftung zur Unterstützung von Handwerk lehrlingen in Höbe von 400000 Mark gestaltet wordfen, nachdem Reservate, die bisher im Wege standen, illre Erledigung gefunden. Eine" Stiftung zu diesem Zwecke im Ihr r-

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