Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- 8 (8.1908)
- Date
- 1908-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Der Sabbath. * sie auf die Stimme Gottes hören werden, Heilung nach Moroh kommt, an dessen Gewässer er aber kein von fallen ägyptischen Krankheiten. Zu guterletzt Labsal findet! Machen wir es uns an einem concreten empfiehlt sich noch der Allgütige als Arzt! Lassen Sie Beispiel klar. Stellen Sie sich einen Jüngling vor, den unj.1die| Sache etwas näher betrachten und folgen Sie Sohn braver frommer Eltern. Solangeer in deren Hause, mir durrc das dunkle Labyrint der verschlungenen Thorabewahrt und behütet von allen äussern Einflüssen, zu gedauken? ,Vertrauen Sie sich meiner Führung an; wenn leben das Glück hatte, war er im Geiste der jüdischen wir wieder an das Tageslicht gelangt sind, werden Sie, Lehre erzogen und geleitet. n־',,'״־״ '■״*״״’'״'־ ״״״ hoftentlich mit mir ausrufen: re: י.־.־ת ד׳ הטיט־, טש־נת. Machen wir es• wie der הבס in ,על ־אשרן ־אשין : פ־ק* אב־־ ־על אד־ין א־,־ץ. Es sind hier eigentlich zwei medizinische Fragen behandelt, erstens eina hygienische, wie man ungeniessbares Wasser trinkbar macht. Zweitens eine therapeutische, wie man ägyptische Krankheiten heilt. Fassen wir die hygienische Frage zuerst ins Auge, so möchten wir zwdQbst das Wort .ד־־ mit Bitterfeld übersetzt• wissKj^das Wort ,.Bitterfeld‘• kommt eben von .den Biifersalzen. die sich in der Umgegend dieser Stadt im Boden finden, ebenso wie der Name des ihm benachbarten Halle von Salz stammt, weil sich Salz- Jager in seinem Boden finden. Die Wasser von Morohßitterfeld werden auch deswegen bitter, ungeniessbar, well die im Boden befindlichen Bittersalze ins Grundwa^j*r übergingen und es deshalb bitterschmeckend machen. Nufi ist es aber eine bekannte chemisch-physikalische Tatsache, dass die Holzkohle die Eigenschaft besitzt, wenn sie in eine Flüssigkeit gestellt wird, die in der Flüssigkeit suspendirten oder gelösten Teilchen fremder Substanzen, ja sogar Kleinwesen in Gestalt von Bakterien etc. zu absorbieren, aufzusaugen. Man kann sogar durch die Holzkohle Kotin Weisswein verwandeln, weil die- Selber den suspendirten Farbstolf, welcher die roten ־ Farben bewirkt, an sich rei6st. In der Hygiene wird daher die Holzkohle als Filter zur Reinigung und Geniessbarmächung verunreinigten, ungesunden Wassers schon längst in ausgedehntesten Masse benutzt. Die sog. Berkefeld'schen Handfilter, die wohl jeder vom Manöver .au^, kennt, bestehen hauptsächlich im Innern aus einem Hdtzkoldenfilter (Kieselguhr - verkohlte Infusorien). Haben wir uns! diese Tatsache klar gemacht, dann steht nichöfe itn Wege, uus die Trinkbannachung des ungeniessbarerr' Wassers von der in der Bibel die Rede ist, auf folgende verständliche Weise zu erklären: der Baum oder, was dasselbe, das Holz würde in Holzkohle verwandelt und als Filter zur Aufsaugung der im Wasser gelösten Bittersalze verwandt, wodurch daun das Wasser gereinigt, trinkbar gemacht worden! Daher heisst es .״ ,••־דדer lehrte ihn“, was er aus dem Holz machen sollte, damit es als Filter dienen könnte, daher ist auch die Gattung des Batimes nicht angegeben, weil es gleichgültig ist, was für eine Sorte es ist, da man jedes Holz in Holzkohle verwandeln kann! Ich glaube mit Recht, diese Erklärung* als äjlfer plausibel und einleuchtend bezeichnen zu dürfen. Nun zur zweiten therapeutischen Frage! Diese ist £ber nicht so leicht wie die erstere zu beantworten. M. H. Sie wissen ja, dass die .־ב־• ר־.־־־ auf vielerlei Art erklärt werden könne: :•פשט ־:ז ־־רש שרד) :•־). Nachdem ich die erste Frage als פשט erklärt, gestatten Sie mir behufs Erklärung des logischen Zusammenhangs zwischen Vorder- und Nachsatz in dem von uns angezogenen biblisehen Text sowie der therapeutischen Frage von den ägyptischen Krankheiten den Weg des דירש einzuschlagen. Dazu müssen wir uns die ganze Erzählung noch einmal vergegenwärtigen. ריסע פשה ר;ר׳. Die Kinder Israel wanderten tagelang in der Wüste, fanden kein Wasser, bis sie nach Moroh kamen, dessen Wasser aber bitter war. Wie■ mancher wandert in des Lebens Wüste, hastet und jagt Phantomen nach, ohne Befriedigung zu finden, bis er Denn sie scheuten weder Mühe noch Kosten, ihn das Beste und Köstlichste an der Quelle der Tborah in reichlichstem Masse geniessen zu lassen .טלא :־ט* בר״ר־דו". Auch das profane Wissen wurde darüber nicht vernachlässigt. Er hatte sein Abitur in der Tasche. Nun heisst’s hinaus in die Fremde zur Hochschule! Ich möchte da ein Wort der טסערת an anderer Stelle gebrauchen: סעו טדעטשס ויבראר טרנתד.״••.“ ,,Und sie zogen von Ramses und kamen nach Sukkoth“. יעטסס■ bedeutet eine feste Burg, wie aus ריבנו לי-־עה אר. פ תר ס אר. יעטשש• hervorgeht. ,ברנד bedeutet eine temporäres^ leichtes Zelt בס’כ—, הושבת• ן;רי Unser .Jüngling ist aus der festen, sichern Burg seiner Eltern, wo man von ihm sagen konnten: אפילו.בל ־רוזות שבעולס באות א־נש טזיזית איתר טמקרדר, plötzlich nach der Fremde, ins unbestimmte, nach .סרברי gezogen. Es giebt ja auch verschiedene שיבות. Es giebt .ס־ב־ד, welche פשול sind, weil zum Beispiel צלתה״ ט־ובה טהטהה“ das heisst weil sie mehr Sonnenstrahlen durchs Dach durchlassen, als sie Schatten spenden können. Die Sonne, die Fülle der Wissenschaften, die unser Jüngling auf der Universität findet, brennt ihm aufs Haupt, so dass er wenig Schutz in den schattenspendemlen, guten Lehren findet, die er vom Elternhause mit auf den Weg bekommen. Allein noch wurzelt er in den Traditionen fest. Er strebt, er arbeitet fleissig in den Wissenschaften, ,aber in dem Masse erkaltet sein Eifer, seine frühere Begeisterung für alles Jüdische, er macht nur alles mechanisch mit; er wird^ indifferent. Jahre vergehen, der Doktorhut krönt den fleissigen jungen Mann. Manches Jüdische hat er) über Bord geworfen, für manche Lehren hat er nur noch ein mitleidiges Lächeln. Sein Ziel ist, die höchste akademische Würde zu erreichen, die Lehr- ,^;kanzel zu besteigen. Hat er es zur Docentur gebracht, dann ist sein höchster Traum ״ordentlicher“ zu werden. Seine hervorragenden Leistungen berechtigen ja zu den kühnsten Hoffnungen, er wird ja auch schliesslich zur Berufung auf einen ordentlichen Lehrstuhl vorgeschlagen . . . allein da heisst es, die alten Vorurteile ablegen und ein neues Tauchbad nehmen, sonst nützen ihm alle Leistungen nichts. Nun beginnt der Seelenkampf in seinem Innern! Furchtbar ist er: Sein Judentum empfindet er zwar als Bürde, als Erbübel, aber sich so leichten Kaufes, von ihjn loszusagen vermag er picht, dazu sind ihm im Elternpause viel zu viel von seinen Lehren und Traditionell in Fleisch und Blut übergegangen. Er verzweifelt in sieiner Unentschlossenheit, der Schlaf flieht ihn; die Lebensfreude weicht von ihm, kurz ויבוא טיה! Er steht-ja auch vor der Alternative der טיס הטייס des Renegaten! Wer natürlich von Hause aus nichts von des Judentums Lehren mit auf den Lebensweg bekommen für den ist es ein Leichtes unterzutauchen und am andern Ufer wieder als Ueberläufer zu erscheinen. Aber unser Jüngling gehört nicht zur leichten Cavallerie! In seiner Verzweiflung kommt ihm ein erleuchtender Gedanke ויו־ה ד׳ עין. Er erinnert sich an die schönen Lehren, die er in seiner Jugend aus der Thorah empfangen — und sucht den Ausgang aus dem Dilemma, indem er sich Rat in der jüdischen Lehre erholt. Denn עין דדים heisst sie ja! Er, dessen vom Elternhause mitgebrachtes הומש schon längst in irgend einer Ecke vergilbt, und dessen תפילין verschimmeln, greift wieder einmal in seiner Seelenqual nach dem altbewährten Trostmittel! Er sucht