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Der Sabbath · 1908-08-01 · 8 (8.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
8 (1908)
Issue
8 (8.1908)
Date
1908-08-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der Sabbath. 47 Sei es drum! In Freiburg hat sein Yorgehen unserer und Maus, und Ross und Reiter sah man niemals wieder! Sache nur genützt. Und es steht nicht zu fürchten, dass! Hat die Geschichte irgend eines Volkes ein ähnliche!» sein Verhalten Nachahmung wecken und finden wird. A Zwei medizinische Fragen in der Bibel, Vortrag, gehalten in der Ortsgruppe zu Wiesbaden des Verbandes der Sabbatbfreunde am ך, נישן תרסיח pr״nn (4. IV 08) Von Dr. Rainer, Arzt in Wiesbaden. M. H.! Zur Zeit einer anhaltenden Dürre, als Mensch und Vieh zu verschmachten drohten, da betete ein Grosser in Israel נקדיסון בן גוריון folgendermaassen: (Tractat תענית, Pag. 20 כלוי וידוע לפני כסא נבודיך שלא לבגוד,״ .(דף כ־ ע־א עשיתי ולא לכבוד בית אבא עשיתי אלא לכבודך* שיהיו מים מצויץ ונו׳. Es liegt mir fern, mich als Grossen in Israel aufspielen zu wollen; allein, ich bin mir ja meiner geringen Kenntnisse bewusst, in diesem Augenblicke möchte ich doch mit jenem Grossen ausrufen: ״Er, der die geheimsten Gedanken des Menschenherzen kennt, weiss es ja, dass es nicht Stolz oder Anmassung einerseits ist, wenn ich Sie heute belehren will, obgleich Ihr Ortsrabbiner als Vorsitzender hier anwesend ist., sondern לכבודך, um Ihnen zu zeigen, wie die altehrwürdige jüdische Lehreauch für den ״modernen“ Menschen viel des Belehrenden und Beherzigenswerten bietet.“ So wie die emsige Biene von Blume zu Blume flattert, um den köstlichen Saft aufzusaugen und zu Honigseim zu verarbeiten, den Menschen zum Labsal; ebenso ist der Zufallsredner nicht wie der Redner von Beruf an einen bestimmten Text des Wochenabschnitts gebunden, sondern er nimmt das Gute, wo er es findet, und bietet es dar. Allerdings wäre die heutige סדרה תזריע mit ihrer feinen Differentialdiagnostik der Hautkrankheiten — man denke nur an das haarscharfe Symptom: ומראיה אין עמוק מן העור — ob die Ebene der erkrank, ten Fläche nicht niedriger gelegen erscheint I als die der gesunden Haut! — gerade das richtige Thema für den Arzt. Allein dieses hätte nur specialwissenschaftliebes Interesse Als Thema meiner heutigen Besprechung habe ich daher die Verse aus פרשת בשלח gewählt, eingedenk des Ausspruches unserer Weisen: שואלין ודורשין בהלכו׳ פסח קודם לפסח ל׳ יום, wenn sie auch nicht direkt mit פסח zu tun haben, so lehnen sie sie sich doch unmittelbar an יציאת מצרים und die שירה an. M. H. Welch’ jüdisches Herz schlägt nicht höher, jauchzt nicht auf, wenn es die Worte der .שירד in בשלח vernimmt! Grossartig, erhaben, überwältigend — all’ diese Ausdrücke bezeichneten nicht im Entferntesten das, was wir beim Lesen des Thoraabschnittes בשלה empfinden. Und in der Tat! Ein Volk, das über vierhundert Jahre von tyrannischen Pharaonen geknechtet wurde, wird plötzlich mitten in der Nacht auf Geheiss des Tyrannen Pharaoh, nachdem die letzte der zehn Plagen — das Sterben der Erstgeborenen — hereingebrochen war, aus Aegypten davon gejagt. Nicht einmal Zeit zur Bereitung eines genügend Mundvorrats für die lange Wanderung lässt er den Kindern Israel; ungesäuert müssen sie ihr Brot mitnehmen und forteilen, nur die vorher erbetenen Schätze der Aegypter mittragend ,״וינצלו את מצרים. Sie gelangen ans rote Meer, die Gewässer teilen sich, stauen sich zur Rechten und Linken als Mauern, während die Israeliten trocknen Fusses das Meer durchschreiten. Pharao bekommt Reue, dass er die Sclaven so leichten Kaufes entlassen; mit seinen besten Männern und Reisigen setzt er ihnen nach, stürzt ins Meer den Israeliten nach, die nachdrängenden Wellen verschlingen ihn mit seinem Heer — und Mann Ereignis zu verzeichnen, das diesem staunenerregendei Geschehnis an die Seite gestellt werden könnte :׳־ \Viä gewaltig der Eindruck des יציאה מצ׳־ים und r־c ק־יעה ים auf die damalige Mitwelt war, das unternimmt der kunigliche Sänger David in dem Psalm 114 בצאת יש־אל mit einigen Strichen zu zeichnen הים ־אד. וינוס: ,.Das Meer sah und flüchtete sich, der Jordan trat zurück; die Ber^e, sprangen wie die Böcke, die Hügel wie die Lämmer“ . .1 Vor dem Herrn erzitterte die Erde! Als gottbegnadeter Dichter hat König David das gewaltige F.reignis [nur durch die Wirkung, die es hervorbrachte, geschildert, nicht das Ereignis selbst, etwa wie Pharao und sein Mannen mit den Wellen kämpften, wie ihnen das Wasser an die Kehle drang und so weiter. Aehnlich tat es ja להבדיל ein profaner Dichter, Homer, nach dem Aus- Spruche Lessings; er beschrieb nicht in langenausführliehen Gesängen die Person oder gar die Toilette der schönen Helena, derentwegen der Trojanische Krieg entbrannt, und ein ganzes Volk samt dem lanzenkundigen König untergegangen, sondern er erwähnt nur kurz in seiner Ilias die Wirkung, welche die faszinierende Schönheit dieser Frau auf solche Weisen und ehrenfesten Männer wie Nestor und Rhadamantys hervorgebracht, dass sie wie geblendet ihr nachstarrten. Und damit hat der Dichter mehr erreicht als wenn er ganze Bände damit gefüllt hätte, wie haarklein uns die Vorzüge der Helena aufzuzäblen. Er lässt der Phantasiefreien Spielraum! Ebenso lässt דוד המלך עהיש unserer Phantasie freies Spiel, wenn er nur den gewaltigen Eindruck schilderte, welchen der Auszug aus Aegypten hervorrief: die Welt erbebte in ihren Angeln! Allerdings suchen manche Erklärer das קריעת ים סוף als natürliches Phänomen der Ebbe und Flut zu deuten. Es erübrigt sich wohl, auf diese wenig stichhaltige und implausible Deutung das Nähere einzugehen. Wir wollen an diesem נם nicht tüfteln und deuteln, sondern לך דומי׳ תהילה, mit Ehrfurcht und Schweigen vorübergehen und uns der nachfolgenden, etwas unscheinbaren Erzählung, welche sich an die שידה anschliesst, zuwenden. Da heisst es: ״ ויסע משה ונו׳Und Moses liess die Kinder Israel . . weiter ziehen, Und sie wanderten drei Tage lang in der Wüste, und konnten kein Waser finden, bis sie nach Mo roh kamen. Da konnten sie'das Wasser dort nicht Jrinken■, weites bitter war, und murrten über Mosche, was sollen wir nun trinken. Dieser schrie zu Gott. Und der Allgütige wies auf einen B&um, diesen warf er ins Wasser, und das Wasser ward süss, u״d da trank die ganze Gemeinde davon. Und er sagte: Wenn du auf die Stimme deines Gottes hören und auf seine Gebote achten wirst, dann werde ich alle Krankheiten Aegyptens von dir fernhalten, denn ich, der Ewige* bin dein Arzt‘1. ן ־ M. H. Dass diese merkwürdige Erzählung der Erl klärung bedarf, ist wohl jedem einleuchtend. Zuerst eind rein philosophische Frage. Man hätte doch ויראהו — und erzeigte — statt וירהו, welches lehren bedeutet, erwartet] Zweitens hätten wir doch gern etwas Näheres über diesen( merkwürdigen Baum, der die wunderbare Eigenschaft besitzt, ungeniessbares Wasser geniessbar zu niacheD, erfahren. Warum ist die Bibel so zurückhaltend, uns dieses zu verschweigen? Drittens eine logische Frage. Welches ist der Zusammenhang zwischen Vorder- und Nachsatz rj Ersterer besagt, dass die Kinder Israel trinkbares Wasseij verlangten; das Recht darauf sollte wahrlich niemand verkümmert werden, zumal auf der langen ,Wanderung in der Wüste. Der Nachsatz aber klingt so, als ob es eine Sünde war, dies zu verlangen Er verspricht, wenn

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