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Der Sabbath · 1908-06-01 · 6 u. 7 (Juni-Juli 1908) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
8 (1908)
Issue
6 u. 7 (Juni-Juli 1908)
Date
1908-06-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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40 Der Sabbath. *ejr*—״.״ . — ״״a-!«geworfene Frage doch ihre selb- . jpt nämlich ein grosser Unterschied Scbulch&fa Aruch Orajjtf jf.'hajim nicht als Vergleich herbeizieht, so■ behält die stänjlige Kraft. Es zwispheii einem Israeliten, der den Sabbat entweiht, und einefi solchen, der an einem Fasttage nicht gefastet hat. Die ^lemBgen sind deshalb in letzterem Falle sehr geteilt. Def Verfasser ־des Schulchan Aruch will zwar nicht gestalten, dass ein N'ichtfastender am Fasttage zur Tora aufgerufen wird, aber die späteren Decisoren besoncTers der ב־ה (Joel Sirkas) u. % sind nicht seiner Meinung; sie gestatten auch dem N^htfastenden ברכת ההורה an einem Fasttage. Man merkt^ber sofort, dass die Sache für. den Sabbatschänder viel ungünstiger liegt, und nicht nur für ihn, sondern für jeden, der sich von den klaren Et^timmungen der Tora lossagt, sei es bezüglich ■ des Sabfe&s oder der Speisegesetze u. s. w. Der Fragesteiler ,nwlangt nun nicht mehr und nicht weniger, als zu inhibieren, dass jemand öffentlich Gott preise für die Tora, deren Satzungeb er nicht als verbindlich anerkennt. Eine solche Forderung erscheint mir trotz ihrer Berechtigung doch undurchführbar, denn es müsste eine Art Inquisition eingerichtet werden, um das religiöse Leben des einzelnen zu überwachen und festzustellen, ob demselben das Recht auf .ב־בת התר־־ zuzuspreclien sei oder nicht. Man wird es hier jedem einzelnen selbe! überlassen müssen zu entscheiden, ob er würdig sei Gott öffentlich fttr die Tora zu preisen oder nicht. Bei genauer Selbst- Prüfung wird der Frömmste seine Würdigkeit für .tt.־ r:־J5, anzwegMn, da auch er nicht in der Lage ist, alle 613 »fc-umlWerbote innezuhalten; dennoch wäre es im Sinnendes Fragestellers sehr wünschenswert, wenn in unseren Synagogen Leute, die vor aller Welt das Religionssresetz mit Füssen treten, falls sie doch einmal das Bedürfnis haben, ins Gotteshaus zu gehen, nicht sogleich voft dem Gemeindevorsteher mit einer עליה beehrt werden, da man sie auf diese Weise zwingt, vor Gott zu lügen^Vas jedem denkenden Menschen einen starken Widerwmei^ßi^flöss^n muss. Pinne. Rabbiner Dr. Grünthal. III. * Die von hier aus angeschnittene Frage bezüglich Haftorasagen ist eine jener Konsequenzen von allen Halbheiten, aber durchaus nicht schwer zu lösen. Nämlieh dadurch, dass in der Synagogenordnung festgelegt wird: ״Verbeten und Haftoravortragen ist nur Gesetzestreuen gestattet.‘‘ Ferner wird der Synagogendiener angewiesen, vor Abgabe von דפכי־ dem Vorstande den Bettfeffenden anzugeben, und wird es dann immer möglich sein, der Synagogenordnung entsprechend und würdig unserer, hfeiligen Religion die דציית erfüllen zu lassen. £ Strassbirg. S. Str. VL .- Gestatten Sie mir auf die halachische Frage in No.׳ 5 Ihres gesch. Blattes eine Aeusserung, die diese Frage in ein anderes Licht setzt und ihre halachische Behandlung, hoffentlich illusorisch macht. Durch meine langjährige geschäftliche Tätigkeit in einem grossen Kreise junger gebildeter und gebildet sein wollender Kaufleute, von \ denen glicht ein einziger — so weit es die Glaubensgenossen, betrifft — in der Lebensführung die religiöse Lebensauffassung betätigt, habe ich die Erfahrung gewonnen, dass die meisten sich als zu gebildet fühlen, um! sich noch mit Religion zu befassen, und gar viele wollen als ehrbare Leute auch den Schein nicht erwecken, als gehörten sie zu den Rückständigen. Selbst diejenigen, dH} nocjujiie Religion schützen wollen, vergessen ihren derartig vertretenen Standpunkt, wem sie, um Carriüre zu machen, auf Reisen gehen und denken weder an בשרות noch an שבה mehr. Wenu sie aber Jahrzeit haben oder bei einem אבל sind und man zählt sie nicht mit und fordert sie nicht zu קדיש auf, dann fallen giftige Bernerkungen über die Intoleranz der Orthodoxen. — Der Sozialdemokrat entfernt sich beim Hoch auf den Herrscher, der Staatsbeamte hält sich fern von den Gesellschaften der Demokraten, der Protestant findet sich nicht in den katholischen Kirchenvereinen und der Katholik wird sich nicht dem protestantischen G’ttesdienst anschliessen. Wenn diese unserem Gesetze untreu Gewordenen mehr Sitte und Charakter besitzen wollen als wir und uns bezüglich Toleranz belehren zu müssen glauben, so müssen sie uns sagen, ״wie dürft Ihr uns zu einer religiösen Handlung zulassen und gar animieren, Ihr treibt ja selbst -Spott mit Eurer Religion, wenn Ihr den Kultus so wenig ernst nehmet. Ihr stellet ja gleichsam eine Puppe hin, die herleiert ohne Verstand gegen ihren Willen“. Sind diese Gesetzesuntreuen noch zweifelhaft über ihren Standpunkt, dann würden wirsie durchZulassen zu g’ttesdienstlicbenHandlungen über jeden Zweifel erheben und sie in ihrer Untreue bestärken. Glauben Sie nicht auch, wenn diese Erörterungen gerade in, den Kreisen dieser unfrommen מצוות- Hascher Verbreitung finden, dass dann ohne jede Verunglimpfung mancher bescheiden sein Verlangen zurückzieht. Auch derjenige, der nur aus vermeintlicher Not und wirklicher pm^-Schwäche מהלל שבת ist, wird sich bescheiden sagen, wenn ich nach Schul ins Geschäft gehe, geziemt es mir nicht, öffentlich in der Synagoge die Gemeinde quasi vorbildlich für den TT-Spender aufzufordern oder gleichsam als Vertreter der נביאי השם die דפטרה der Gemeinde zu Herzen zu sprechen, denn er spottet doch über den Rabbiner der Neologen mit der Bemerkung: Höret auf meine Worte, aber sehet nicht nach meinen Taten, und macht sich des gleichen Vergehens schuldig Hochachtend Cöln, Hohenstaufenring 14. Laz. Wolf. Die Sabbathangelegenheit aut dem Delegiertentale der deutschen Zionisten. Breslau, [9. Juni. Auf dem 11. Delegierten tag der ״Zionistischen Vereinigung für Deutschland“ brachte in Sachen der sattsam bekannten Kölner Sabbathangelegenheit Herr Hermann Struck-Berlin die!folgende Interpellation ein: L Ist es den deutschen Mitgliedern des A. C. bekannt, dass in offiziellen zionistischen Bureaus za Köln am Sabbath gearbeitet!rden ist, and was gedenken sie zu unternehmen, um die Möglichkeit der Wiederholung solcher Vorkommnisse auszuschliessen? II. Sind die deutschen Mitglieder des A, C. bereit, darauf hinzuwirken, dass dem Organisationsstatut ein Zusatz beigefügt werde, im Wortlaut des auf dem 2. Kongresse gefassten Beschlusses-: Der Zionismus unternimm( nichts, was gegen das Beligionsgesetz des Jadentums verstösst.*'? III. Sind die!deutschen Mitglieder des A. C. bereil, darauf hinzuwirken, dass die offizielle zionistische Presse sich von der En. örterung religiöser Fragen fern halte? Zur Begründung äussert Herr Struck folgendes: ״Ich glaube, da|3s die schärfste Misbilligung der erwähnten Vorkommnisse im deutschen zionistischen Lager eine allgemeine ist. Doch ganz besonders entrüstet sind wir Misracbisten über die laxe Art nnd Weise, mit »er die Angelegenheit in Köln behandelt warde. Zahlreich einlaufende: Proteste der zionistischen Ortsgruppen — nicht etwa nur der Misracbisten — wurden nicht allein gar

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