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Der Sabbath · 1908-05-01 · 5 (5.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
8 (1908)
Issue
5 (5.1908)
Date
1908-05-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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I.)er Sabbath. 33 Aus vergilbten Blättern. X. Frankfurt a. M., den 15 Februar 1860. 4 ___ Elf, Wohlgeboren fahlen zu lebhaft filr alles Jadische Interesse, als dass Ihnen die / bedauerlichen Folgen entgangen sein durften, welche die Schwierigkeit des Unterkommens von Lehrlingen und Commis in Sabbath-und Festtag feierude Handlungshäuser für die Erhaltung des Judentums habe. Eltern, die bis zum Jünglingsalter ihre Knaben fromm und dem Religionsgesetze treu erzogen haben, sind der Verzweiflung nahe, wenn es nau gilt, ihre fdr’s Geschäfts leb׳:» ausgerüsteten Sohua in gesstzestreuen Geschäftshäusern ihre Lehre bestehen zu lassen. Jünglinge, die im •väterlichen Hause fromm erzogen worden, haben eine schwere, harte Probe zu bestehen, wenn sie nun ihre Lehrjahre durchgemachi und, für eine Commisstellung reif geworden, eine Stelle in einem jüdischen Hause suchen und oft Monate, ja Jahre lang suchen und nicht finden Es ist das eine schwere Versuchung, uud wie viele sind es, die dieser Versuchung gewachsen bleiben, die nicht endlich der — wie sie glauben — nicht zu beseitigenden Notwendigkeit erliegen, ihrer Existenz ihr Gewissen zum Opfer zn bringen und mit diesemeiuen Schritt fdr’s Judentum verloren gehen! Diese schmerzlichen Erfahrangen haben uns zu einer Besprechung znsammengeführt nni zur ücberlegnng veranlasst, ob sich denn für einen *0 grossen, so weit ■verbreiteten und so allgemein gefühlten Notstand, iu welchem sieb j die Praxis des jüdischen Gesetzes und die für dieselbe za erhaltende 1 kommende Generation befindet, gar keine Hülfe finde□ Hesse; ob j denn, wenn auch nicht Alles, doch wenigstens etwas in einer Sache geschehen könnte, in welcher auch nicht das Geringste ungeschehen Sleibeu dürfte, wenn ein Mebrercs nicht möglich wäre, uud in welcher der alte jüdische Grundsatz leitendes Prinzip sein musste: בל הבוצית נפש ״oi ‘ih-.c's .א־.ר, Dirn es gilt hier von mehr «ls vom leiblichen Tode, es gilt, vom geistigen Untergänge die Kinder, unsere Zukunft zu reiten. Schon bat sich freilich, wie Ew. Wohlgeboren vielleicht aus den jüdischen Zeiibläitorn erfahren, für diesen Zweck mit löblicher Hingebung ein Verein in Hamburg gebildet. Allein, wie wir erfahren, hat derselbe in seiner Vereinzelung bis jetzt wenig Hoffnung, für das «ich gesteckte gottgefällige Ziel etwas zu leisten, nnd waren wir dadurch um so mehr veranlasst, die Frage gemeinsam zn besprechen, wie nach unserer geringen Einsicht für diese grosse Sache mit Gottes Hülfe etwas Wirkliches und Wesmhaftes erreicht werdeu könnte. Zwei Punkte, glauben w r nun, mussten unmassgeblich in möglichst ausgedehntem Masse angestrebt werden, wenn diesem vorhandenen TJebelstande einige Abbülfe gebracht werden sollte. 1. Es müssten alle die jüdischen Geschäftshäuser, die noch am סבת und a"> ihr Geschüft schlicssen — und deren Zahl ja leider ohnehin nicht gross ist — veranlasst werden, es als eine gottgefällige, grosse Pflichttat zu erkennen, sich dabiu anszuspreebon, in ihrem Geschäfte vorzugsweise nur solche Lehrlinge nnd Commis anstellen zn wollen, die noch grundnützlich dem jüdischen Gesetze getren, einen religiösen Lebenswandel führeu uud שבת nni ב'• halten. 2. Es müssten entsprechende Veraustaltnngen getroffen werden, die in solchen Geschäftshäusern vorkommenden Vacanzen den stellesuchenden religiösen Lehrlingen nnd Ooimnis in möglichst rascher Weise zur Kunde zu bringen uud die Versorgung dieser Geschäftshäuser mit solchen Lehrlingen und tkmimis auf eine für Fähigkeit und Charakter der Anzustellenden möglichst Garautie bietende Weise zn vermitteln. Wir glauben nun, dass diese Punkte nur zu erreichen wären, wenn sich in möglichst vielen grossen und kleinen Handelsplätzen eine entspreebenne Anzahl Männer gewinnen Hesse, die diese grosse Angelegenheit als .נמדד ergriffen und — unmassgeblich — za diesem Zwecke in dem Mittelpunkte eines jeden grösseren Kreises ein Central-Comitö, iu den übrigen Städten des Kreises Filial-Comitö’s für diese Angelegenheit bildeten. Sämintliche Comitß’s hätten: ai znnächst in geeigneter Weise auf die in ihrem engeren Bezirke befindlichen jüdisch-religiösen Geschäftshäaser znr Erreichung des gewünschten Zieles einzawirkeD. b) Vacanzen, Anmeldungen und Stellengesuche entgegenznnehmen nnd, nach thnnlicbster Prüfnng der;ich bei ihnen meldenden Lehrlinge und Commis hinsichtlich Charakter und Fähigkeit, die Versorgung der vorhandenen Vacanzen mit dem entsprechenden Personale za ▼ermitteln. Insbesondere aber hätten : c) die F i 1 ia 1-Comit6’s, jede in ihrem Bezirke nicht entsprechend zn besetzende Vncanz, sowie jedes in ihrem Bezirke nicht za befriedigende Stellengesuch sofort dem Central-Comit£ des Kreises zur Anzeige za bringen, and hätten d) die Central-Comitd’s durch wöchentliche gegenseitige Mittheiiangen, die bei ihnen eingegangenen Anzeigen zar Kenntniss sämmtlicher Ceutra 1-Comitd’s za bringen und so durch ein gegen-!eiliges Ineinandergreifen and ein allseitiges Zusammenwirken die Erreichung des anzustrebenden Zweckes in möglichst ausgedehntem Masse zu vermitteln. Zur Erleichterung nnd rascheren Besorgung dieser Correspondeuzen könnten dieselben grösstenteils durch ausznfüllende gedruckte Schemata erledigt werden. Wir glauben daher uns zuuäcbst nach grösseren Städten wenden za müssen, die nach ihrer Lage and Bedeutung Mittelpunkte grösserer Kreise bilden, um dort durch ihre bürgerliche und commercielle Stellung einflussreiche und für die heilige Sache des Judenthums sich lebhaft und thätig interessirende Männer zu finden, die sich in gleicher Gesinnung mit! uns für unser Vorhaben vereinigen, und zunächst sich dafür bethätigen möchten, in ihrer Stadt geeignete Gesinnungsgenossen zur Bildung eines Central-Comite’s zu vereinigen, um durch dasselbe sodann die Bildung von Filiäl-Comitö's in den grösseren uud kleineren Oertern ihres Kreises zu veranlassen. In diesem Sinne, wohlgeborner Herr, beehren wir uns, nun auch Ihnen unser Vorhaben mitzutheilen und Sie nach Ihren 11ns bekannten Gesinnungen zu bitten, uns Ihre einflussreiche Mitwirkung fiir diesen gottgefälligen uni so vielen unserer Bruder, so Gott will, zum Heile gereichenden Zweck angedeihen und uns mit einer bald gefälligen zusagenden Erwiderung beehren zn wollen. Eine entsprechen le Anzahl Exemplare dieses Schreibens stehen Ihn!n gerne zu Gebote; wenn Sie׳ dieselben fiir die Auregnng der zu bildenden (Jomitc's zu ben »tzen wünschen. Genehmigen Sie die Versicherung unserer vorzüglichen Hochachtung, ia der wir verbleiben Leopold Mos. 0 a h 11, gleiche Firma. Adolph Dann, Associe von B. L. Daun Söhne. Philipp Elliuger, AssoHö von Philipp Abr. Coheu B i. Moses Kann, Associö von E. M. Kana u. Comp. M. J. K i r c h h e i m, gleiche Firma. Ludwig Rapp, Assncit: von M. M. Rapp. M. M. Schwab, gleiche Firma. Abr. Schwarzschilsl, Associd von J. A. S.-hwarzschild Söhne. Die Stellenlosenversicherung im Handelsgewerbe. Das Kaiserliche Statistische Amt hat in dem jetzt vorliegenden Januarheft des ״Ueichsarbeitsblattes“ eine neue Methode der Berichterstattang über die von einigen Gehilfenvereinen betriebene Versicherung gegen die Folgen von Stellenlosigkeit eiugefubrt. Bisher waren diese Berichte in ähnlicher Form zusammengestellt wie die der Arbeitergewerkschafton, uud da sie uicht den besondern Verhältnissua der Handlungsgehilfen Rechnung trugen, konnte die Statistik nicht immer ein zutreffendes Bild von den Zuständen geben. Auf Anregung des Dcutschuationaleu Haudlungsgehilfenrcrbandes berief das Kaiserliche Statistische Amt iiu Oktober 1907 Vertreter der beteiligten Verbände und Vereine nach Berliu zu einer Besprechung!., deren Ergebnis in der veränderten Art der statistischen Darstellung der kaufmännischen Stellenlosenversicherung im ,Reichsarbeitsblatt4 zum Ausdruck gelaugt. Die Statistik stellt sich ia der neuen Form schon bei der erstmaligen Bearbeitung als ein Fortschritt dar und wird bei ihrer Fortsetzung eine Reihe wertvoller Schlüsse gestatten. Bei der Neuerung ist die jetzt ermöglichte Kontrolle der Stellenlosen, die in ddr Versicherung gezählt werden, durch die_Zahl derjenige^, die von der Stellenvermittlung erfasst werden, besonders wertvoll. D!durch erhöht sich die Zuverlässigkeit der mitgeteilteu Zahlen. Im einzelnen bietet die Statistik eine Reihe auch für die Allgemeinheit belangreicher Zahlen, von denen wir hier einige wiedergeben. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit betrag im 4. Vierteljahr 19J7 im Durchschnitt der Verbände 47.9 Tage. Bei den einzelnen Vereinen schwankte sie indessen sehr. Beim Verein der deutschen Kaufleute (Berlin) betrug sie in der obligatorischen Versicherung. 61,1 , beim Deutschnationalen Handlungsgehilfen verband - 35,8 a und beim Kaufmännischen Verband für weibliche• Angestellte.j-.42,4 Die durchschnittliche Unterstützungsdaue r stellte sich demgegenüber auf 31?,!) Tage und schwankte entsprechend bei den verschiedenen Vereinen. Sie betrug beispielsweise beim Deutschnationalen Handlungsgehilfen verband 39,7, bei der Allgemeinen Vereinigung deutscher Buchhandlungsgehilfen '25,4 Tage. Von Interesse ist auch die Höhe der gezahlten Unter- Stützungsbeträge: Auf ein unterstütztes' Mitglied entfiele» durchschnittlich 1 . 38,93 M. beim Verein der deutschen Kaufleute, , 43,22 ״ beim Deutschnatioaalen Handlungsgehilfen verband, 29,92 , bei den Buchhandlungsgehilfen,! 23,57 , bei dem Kaufmännischen Verband für weibliche Angestellte—

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