Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- 4 (4.1908)
- Date
- 1908-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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j Der Sabbath. 4 Tat begleitet, lassen auf Mutlosigkeit im eignen Lager scblie&enf und vermehren die Dreistigkeit des Feindes, während <|£e die! eigne Kraft zu entnervender Untätigkeit verdanimä&und dies zu einer Zeit, wo auch im kleinstenVerzuge die «־össte Gefahr liegt. Mag der grosse Tross eure '׳ Kampfbereitschaft immerhin als Tollkühnheit verladhepj mag seine kurzsichtige Beschränkheit mit unzweifelhafter Evidenz eure Niederlage prophezeien, werdet nicht! Irre an eurem Berufe. Ein mächtiger Faktor ent- ן geht ,ja dem sinnlichen Auge der Welt, weil sie nur in Anschlag bringt, was gesehen, gehört, gezählt und gemessen werden, aber nimmer begriffen werden kann, dass es Dinge gibt zwischen Himmel und Erde, von denen sich ihre Schulweisheit nichts träumen lässt. Mögen sie immerhin spotten, ^־enn sie euch grosse Ziele mit kleinen unzureichl&iden Mitteln erstreben sehen : ה׳ •לחש לבם Gott wird für euch streiten, wo und wann auch immer das ן neidische Meer euch den mühsam errungenen Boden ab- I trotzen möchte, ר, •להם לבם לא להזעה אלא לעולם Gott wird für euch immer streiten, wenn nicht der Stunde, der flüchtigen, gegenwärtigen Stunde — להזעה — sondern der Ewigkeit — לעילם euer Kampf gilt. Und sie haben für die Ewigkeit gekämpft die am Meere להם בכ;־י; auf ihre Falfhe geschrieben, sie haben ihr Volk gerettet und die spätesten Geschlechter für diesen Kampf begeistert, wenn ihnenfpas Meer des Lebens den Weg zum Sinai abzuschnellen droht. Nicht wie der rasende Xerxes schlugen sie da» Bücken des empörten Meeres mit wuchtigen Ketten': dieser rohen Gewalt spotten die Meereswogen. ,Hin warf sich Moscheh vor Gott und bat um seinen Beistand. Gott aber sprach zu Moscheh: was flehst du mich an? Sag doch denen, die sich für den Kampf entschieden, den würdigen Abkömmlingen des ersten Gotteskämpfers, sag es doch den ׳הז־אל dass sie vorwärts gehen! Das ist eine unerlässliche Bedingung jetles göttliehen Beistandes: hat Israel den Mut und das Gottvertra!te& den Kampf aufzunehmen, dann verleiht Gott seinen Beistand, im andern Falle nützt kein Gebet. Vorwärts, vorwärts! rauscht der Wellenschlag unserer bewegten Zeit, und sucht alle zu betören, welche zagend am Ufer stehen. Vorwärts, ruft sie und treibt rückwärts, 'schwem- ן met mit fort, was nicht einstimmt in ihren Kuf. Wollen wir noch länger zaudern? Wollen wir, dürfen wir unsere alte Parole aufgeben, weil eine neue Zeit sie im Munde j führt; und alle ihre .Schäden und Gebrechen mit der Flagge des Fortschritts deckt? הב* אל ב״ ״יםע*. ־ * ,.איד־ אד־ הקב ה לדהזה אץ להם ל;הז־אל אלא ליסע בלב־ •יםע־, יםע• ־;ליהם דן ה־בהזה לים •אהה ־יא־;יםים הזאעהזה להם. .Sage zu den Kindern Israel, dass sie vorwärts gehen. Hiezu bemerkt R. Jehoschuah: Gott sprach zu Moscheh, Israel hat nichts zu tun als vorwärts zu gehen. Sie sollen ,nur einmal die Fiisse vorwärts vom trockenen Boden ins Meer setzen, dann wirst du sehen, w ie ich ihnen Wunder tue“. Freilich war der Kampf damit noch nicht zu Ende. Immer nur stückweise wich das Meer. Immer mit dem Moment, in welchem die Mutigen den Meeresboden berührten, wichen erst die Fluten unter ihren Füssen, weil zu jedem Schritt, der den Menschen vorwärts!*ringen soll, er die Initiative ergreifen muss, 4\ ־.enn er auf Gottes Segen rechnen wiH. Deswegen : haben auch wohl schon unsere Weisen d i e Schwierigkeit des Kampfes ums tagliehe Brud.mit dem Kampfe am M e e r verglichen. Das macht ja gerade die Sorge ums tägliche Brot so schwer, dass der bekümmerte Ernährer oft nicht wbiss. wo\fcn er und die Seinigen im nächsten Augenblick leben sollen. So spaltete Gotf immer nur stückweise das Meer, damit die llindurchziebeuden bei keinem Schritte wussten, wohin sie beim folgenden den Fuss setzen sollten, und so immer auf Gottes Beistand angewiesen waren. Auf derartige Entbehrungen und Opfer muss jeder gefasst sein, wenn er den Kampf mit der Zeitströmung aufnimmt. Nachschon, der zuerst mutig ins Meer sprang,, musste auch das erste Opfer bringen! Bringen wir freudig diese schweren Opfer: sie sind der Prüfstein unserer redlichen Gesinnung, sie schützen uns vor der Verdächtigung, als ob wir aus niederer Streitsucht kämpften. Wer alles, was sonst Menschen gross und glücklich mapht, freudig hingibt, um sich und den Seinen die Möglichkeit eines unverfälscht jüdischen Lebens zu retten, der muss alle seine Gegner einst um so sicherer für sich ן gewinnen und mit sich aussöhnen, je entschiedener er jsie jetzt bekämpfte.' Was auch diejenigen sagen mögen[ welche lieber untergehen wollen im Strudel des Lebens als ihn umschiffen, wie uns auch die Anhänger ägyptischer Fleischtopfweisheit höhnen, wie extrem uns auch idie friedseligen jüdischen ״Protestanten“ finden mögen —i tun wir unsere Pflicht. אספו ל• חסידי ביתי ב־יוד עלי זבח : Meine Frommen sammelt mir, meine Frommen, die durch Opfer meinen Bund besiegeln. Unsere Frommen müssen sich fester und fester an einander scharen, damit wenigstens bei ihnen der Friede weilt, der nicht alle Parteien eineh soll. Wir aber wollen, wenn wir am kommenden Feste viermal die Pokale füllen, um Gott für die vierfach geschenkte Freiheit zu danken, aus. der Geschiahte unseres vierfach geteilten Volkes neue Begeisterung schöpfen für unseren Kampf, neue Hoffnung für das Ziel dieses Kampfes, den heissersehnten Frieden nach hartem Kampf! Materialien zur geplanten Neuordnung der Sonntagsruhegesetzgebung. Von allgemeinem Interesse ist eine Entscbliessung aus Trier, die in einer Versammlung der dortigen Ladeninhaber, sämtlicher Kaufleute und der Gewerbe- und Handeltreibenden aus der Umgebung gegen die Neuregelung der Sonntagsruhe gefasst worden ist. Wir heben aus dem Schriftsatz an die Regierung folgende Sätze heraus: ״Wir bitten hier zu beachten, dass allein 400000 Alleinbetriebe bestehen, deren Besitzer sich keine Angestellten halten können, und die in harter Frohne den kargen Lebensunterhalt für sich und ihre Familie erschwingen müssen. Fast 90 Proz. aller Handelstreibenden sind wirtschaftlich schlechter gestellt als der Durch sehn itt der Angestellten. Das Bestreben dem wirtschaftlich Schwächeren Schutz zu gewähren, ist überaus anerkennenswert, nur fragt es sich, wer ist der wirtschaftlich Schwächere? Die Statistik gibt die verblifffende Antwort, dass 90 Proz. aller selbständigen Handelstreibenden wirtschaftlich schlechter gestellt ist als der Durchschnitt der Angestellten. Wenn man zur Ermittlung der gewerblichen Einkommen die Ergebnisse der preussischen Gewerbesteuer .zugrunde legt, so ergibt sich, dass die Zahl der Gewerbetreibenden mit Einkommen über 1500 M. sich in Preusseu im Jahre 1906 auf 615595, in Deutschland auf 1250000 beläuft. Von den der Berechnung untergelegten etwa 2800000 Selbständigen in Handel und Industrie haben nur 1 250C00 ein Einkommen über 1500 M., so dass etwa 7750007 ein Einkommen