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Der Sabbath · 1908-03-01 · 3 (3.1908) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Sabbath
Volume
8 (1908)
Issue
3 (3.1908)
Date
1908-03-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der Sabbath 15 hingerichtet werden. Ihr sollt kein Feuer in allen euren Wohnstätten am Tage des Sabbatbs anzttnden!“ Immer wieder sehen wir die Wichtigkeit des Sabbaths bei den wichtigsten Vorbereitungen für die Einsetzung Israels als Gottesvolk betont. — An all den bisher besprochenen Stellen ist das Sabbbathgebot hauptsächlich an die Gesammtheit der Nation gerichtet. In קדושים jedoch richtet es sich an das einzelne Individuum. Und zwar wird es auch hier über ein Gebot gestellt, das vom ethischen und sozialen Standpunkt aus als eines der wichtigsten nicht nur bei uns Jehudim, sondern bei allen Menschen bezeichnet werden kann: איש אמו ואביו תיראו ואת שכתתי תשמרו. Ehrfttruhte jeder seine Mutter und seinen Vater und meine Sabbathe hütet. Schon das Zebnwort gebot Ehrfurcht und Unterordnung gegenüber den Eltern, doch hier wird dem Gehorsam und der Unterordnung eine Grenze gesetzt, über den Eltern steht Gott und sein Pflichtgesetz. Und als Symbol für dieses Pflichtgesetz ist hier der Sabbatb genannt — der Sabbatb, dessen i Beobachtung den Menschen erziehen soll zu seinem Beruf! als Jehudi, die Eltern und der Sabbalh sind die Erzielter; des jüdischen Menschen.' Wo der Sabbath vergessen wird, dort verliert sich auch in dem hastenden Getriebe der Welt der geistige Zusammenhang zwischen Ellern und Kindern. Und um Jisroel vor den Verführungen der heidnischen Völker zu wahren, wird ihnen wenige Verse später das ״Meine Sabbathe hütet und mein Heiligtum fürchtet, ich Gott“ entgegengerufen. Keine noch so hohe ethische und soziale Bildung sind eine Schutzwehr gegen die Uebernahme der ausschweifenden und den Volkskörper schwächenden Gewohnheiten der heidnischen Völker; allein die gewissenhafte Beobachtung des Sabbaths kann uns schützen, indem er uns allwöchentlich von Neuem zu unserer Pflicht zurückruft — der Sabbatb, der , nicht wie unsere Festeszeiten, wie wir in אמ־ lesen, verkündet zu werden braucht, sondern der in jeder Woche von selbst in den Bannkreis unseres Lebens tritt. In בהר wird uns sodann das schon erwähnte Gebot des Sabbathjahres nochmals ausführlicher wiederholt. Nicht nur die Menschen, sondern auch das Land, soll Gott einen Sabbath feiern. Es sollte kein Brachjahr sein, sondern 'ein Jahr der Buhe von Gott, eingesetzt ihm zur Huldigung. Gleich wie beim Mannah der Ertrag des sechsten Tages den Bedarf des siebenten mitdeckte, so brachte der Ertrag des sechsten Jahres genug für 3 Jahre. Brauchen wir einen schöneren Beweis für die Fürsorge Gottes für die, die seine Gebote halten. Wer sechs Tage redlich arbeitet, wird auch stets genug für den siebenten haben. Aber Segen und Fluch sind abhängig von der Beobachtung des Sabbatb. ״Meine Sabbathe hütet und mein Heiligtum ltirchtet, ich ״Gott“, tönt es uns vor בחקתי, das uns Segen für unseren Gehorsam, und Huch, für» htbaren Fluch für unseren Ungehorsam verkündet, entgegen. Warum wohl wieder das Sabbathgebot als SymLol für unser gesamtes Pflichtgesetz? Und in der Techocho selbst wird die Strafe für die Verletzung des Sabbaths verkündet: ״Dann wird das Land seine •Befriedigung an den Sabbathen haben, so lange es verödet ist und ihr im Lande eurer Feinde seid, dann wird das Land Sabbath j halten und seine Sabbathjahre befriedigen. So lange es j verödet ist wird es Sabbath halten, den Sabbath, den es nicht gehabt während eurer Sabbathjahre, als ihr in ihm ' wohntet“. — Aber auch ein praktisches Beispiel für die Bestrafung eines Sabbathschänders gibt uns die .תורד in שלח לך. Auf Gottes ausdrücklichen Geheiss wurde er hin- ׳ gerichtet, weil er das Verbot des Tragens am שבת über- | treten hatte. Noch einmal wird Jisioel vor dem endgültigen Einzuge in das heilige Land das Sabbathgebot •wiederholt. Neben das זבי in יתרו tritt das שמי in אתחנן'. Und damit wären wir an den Ausgangsgedanken unseres heutigen Vortrages zurückgekehrt: Das ״Beobachten“ der Sabbaths. Jede Stelle in der Tora, die den Sabbath erwähnt, ist ein vollzähliger Beweis für seine Wichtigkeit, und seine segenbringende Kraft. Um aber diese ganz empfinden zu können, müssen wir kommen ihn zu beobachten. .Möge darum ein jeder die Stunden der Müsse, die ihm der Sabbath schenkt benutzen, um zu lernen. Möge die Gelegenheit, die unser ״Montefiore“ bietet, benutzt werden, um das Wissen auf allen Gebieten zu vervollkommnen״ damit man jedes einzelne Gebot in seiner Herrlichkeit begreifen lerne, um sein Leben ganz nach j dem Geiste, der ihm daraus entgegengeweht zu gestalten, i Wir alle aber, die wir die Schwierigkeiten kennen! gelernt haben, die sich einem jeden gewissenhaften Jehudi! im praktischen Leben und besonders bei der Beobachtung des Sabbath entgegenstellen, wollen treu bleiben unserem Gotte und unserer Ueberzeugung. WiF wollen der Welt, den Beweis liefern, wie herrlich weit man es m i t dem Sabbath und durch den Sabbath bringen kann, wenn nur der rechte Wille da ist, der uns mit Gottes Hülfe allen stets beschieden sein möge. Zum zweiten Delegiertentag! Ihr geschätztes Blatt für Januar-Februar liest mir vor! Gleich der Soune, die sieb z'nm Frühling rüstet und mit jedem Tag wärmere Strahlen heruiederschickt, so hat der 2. Delegiertentag Mitteilungen gezeitigt, die das Herz eines jeden hoffenden Jaden mit warmer Glut ertüllten; und jeue Warme, die bei Begründung des Vereines nur ganz schwach, und kaum zu hoffen wagend, sich dem Herzen mitteilte, ist zu einer gcsnpden Glut entfacht, die alles, was in ihre Nähe kommt, zü sich heranzieht und selbst eine Eisrinde zu schmelzen vermag! Was in einer Zeit, wo der Modernismus gleichbedeutend ist mit dem Han!׳■, .alles Hergebrachte abzustreifen, wo die-Eltern ihre Kinder erziehen'in der Auffassung, dass die Jahrtausend titen Sitten unserer Väter veraltet seien und nicht mehr hinein in die vorwärts strebende Zeit passen, da ist es um so erquickender, zu lesen, dass sich eine Anzaul beherzter Männer zusammengefunden, um einzutreten für unser heiligstes Gut, die Ueberlieferung unserer Ahnen der nachkommenden Generation zu erhalten, und ,sie vor der Verrohung, die eine religionslose Erziehung über karz oder lang anaafhaltsam mit sieb bringt, zu schützen! Dass diese ideale Bestrebnng ihre Anhänger gefunden hat nnd immer mehr finden wird, beweist ihre Lebensfähigkeit, nnd dag Interesse, d 8׳ für diese Idee in allen Teilen nnseres Vaterlandes an den Tag uelegt wird, ist wiederum ein .Beweis der jahrtausend alten uuil erprobten Treue unserer besten Stammesbrüder, die von Generation zu Generation sieb forterbt und.niemals ganz verschwinden j wird 1 Und di»se Tatsache lässt dem Herzen die freudige Hoffnung, j dass in weiterer Zeit sich immer mehr uns rer Glaubensbriidcr und 1 Schwestern zu der Ueberzeugung bekehren werden : ״Was du ererbt; von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zn besitzen!*. Dass die Kämpfer dieser sich selbst belohnenden Idee in den i Reihen der Männer sind, findet den Grund darin, dass sie ja mehr von der Weisheit und Gediegenheit der CJeberlieferangen ans dem Talmndstndinm etc. wissen, als wir, die wir nicht zum Stndinm dieser lehrreichen Werke berangezogen werden; doch Hesse es sich vielleicht nicht von der Hand weisen, auch in die Reihen unserer GJanbens s c h w e s t e r n den Gedanken zn tragen, mitzuwirken nnd ansbanen zu. helfen das schöne Werk, unserer Jugend wieder die Religion zu geben, die ihr sittlichen Halt fürs ganze-Leben verschafft! Nur ein in den idealen Grundanscbaunngcn erzogener Mensch weits sich in alle Lebenslagen, in Leid und Freud, in Mangel nnd־ Ucbeifluss zu seinem Wohle nnd zum Segen seiner Mitmenschen hineinzupassen, nur ein Mensch, der religiöse Erziehung genossen, ist im Stande in den Tagen tiefer Trauer, die jeden Menschen einmal heimsuchen, mit Ergebung auszospreeben : ״Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name des Ewigen sei gepriesen!“ . Gar oft habe ich freudigen Herzens meinem »Schicksal gedankt, das mir tenre, fromme Eltern gegeben, die meine Erziehung mit religiösen Anschauungen durebtränkt haben, und alle, die sich frei vom ״hergebrachten Zwang“ glaubten, bedauert, aufrichtig bedauert! Der Gedanke nun, dass wieder das silberhelle Glöcklein der Versöhnung mit den alten Tradit onen aus der Tiefe der Erde hinauf in den blauen Aether ertönen soll, lässt mich mit bewegtem Herzen den Männern danken, die trotz vieler Widersacher und vieler Mühen es nicht scheuen, für die Zukunft ihrer Glaubensgemeinschaft za arbeiten! Ella Caro Fohrbellinerstr. SO II.

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