Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- 3 (3.1908)
- Date
- 1908-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Sabbath. w 14 vollständig sabb&thlosen und nur die irdische Natur vergöttierpden Volkes Gottvertrauen und Gehorsam gegen -den!Einzigen in ihnen wachgerufen war, wurden sie in die Wüste geführt, um gerade durch den Sabbath, den eklatantesten Beweis ihres Gottvertrauens zu liefern. Das Mfcnah, das Brot, das Gott Israel auf so wunderba!£ «Mise Jgesandt hatte, als es glaubte in der Wüste el4Üä Manger11 zn müssen, sollte der Prüfstein ihres Gehorjafcjs werden. Und der Sabbath, der ihnen dabei gescbepKt wurde, sollte es sein, durch den Gott Israel seine Allmacht beweisen Und zeigen wollte, dass alle Naturkräfte in seiner Iland sind und wirksam und unwirksam durch den Spruch seiner Wunder gemacht werden können. An jedem Tage sammelte Israel das Mannah. aber ein jeder nur für den Gebrauch eines einzigen Tages, aber ,am sechsten Tage wird es sich begeben/da werden sie was §ie heimbringen zubereiten, und dann wird es doppelt sein, was sie Tag für Tag sammeln. So geschah es am sechsten Tage hatten sie doppeltes Brot zwei Omer für jeden gesammelt, es kamen alle die Fürsten der Gemeine und berichteten es Mosche. Da sagte e1> ihnen : das ist, was Gott bereits gesprochen, eln'dem Gott heiliger, Sabbath begehender Werkstillstand ist morgen; was ihr backen wollt backet, was ihr kochen wollt jochet und lasset alles, was übrig bleibt, euch zur Aufbewahrung liegen bis zum Morgen. Sie Hessen es bis zupi Morgen liegen, wie Mosche befohlen hatte, und es ward nicht faul und kein Wurm war darin*. Giebt es ein besseres Zeichen für die Allmacht Gottes als die Säbbathinstitution im Verein mit dem Mannahwunder?! Joden T»g verdarben die Ueberreste: nur am sechsten Tage b|ieben sie frisch, um Israel von jeder Werktätigkeit ani Sabbath zurückzuhalten. Und so ward 40 Jahre lang der Sabbath Israel in jeder Woche von Neuem eingeimpft und jedem Einzelnen vor Augen geführt, dass diese (Institution eine von Gott eingesetzte sei. Die mit dem Vertrauen auf Gott aufgespeicherte Nahrung am sechsten Tage blieb frisch, an jedem anderen Tage trug sie den Keim der Verwesung an sich. Das wunderbarste und auch für uns lehrreichste an diesem Ereignis ist, dass am sechsten Tage nicht etwa doppelt gesammelt würde; nein, es wurde nicht mehr gesammelt als an jedem änderen Tage, doch als sie das (Rammelte heimbrachten, waren es zwei Omer für jedS^Kopf. In der Wüste nun konnte es Israel nicht schwer fallen an den Sabbath zu denken, denn sowie ihnen jeder Tag ohne ihr Zutun ihre, Nahrung ausreichte, brachte ihnen auch jede Woche ihren Sabbath. Israels letzte Bestimmung lag aber nicht in der Wüste, sondern erst mit seinem Eintritt in den Kreis der Völker mit der Entwicklung eines Staatenlebens wurde es seinem wahren Beruf zugeführt. In der Mannigfaltigkeit des Völkerlebens sollte Israel den Sabbath halten, und nach 6 Tagen in Handel und Wandel einen vollkommenen Stillstand eintreten lassen, um der Menschheit zu zeigen, dass über dem Getriebe der Welt, über Handel und Politik, über Künsten und Wissenschaften ein höheres Wesen stehe. Darum sprach Gott im Zehnwort zu Israel זכור ושמו־ את יום השבת .לקד,»־. Darum wurt.’e ihm geboten am שנת alles ruhen zu lassen, was Leben und Arbeitskraft in einem Haushalt und Staatsleben besitzt. Seinen Knecht und seine Magd, sein Vieh und den Fremdling, der in seinem Haus weilt. Wohl kein Volk besitzt eine Institution, die so alle in einer Beziehung auf eine Stufe stellt wie wir. Aber mef)r noch, weit mehr noch liegt in diesem Gebot. בן ב־ך ד את ־־ב השבת •־קדש־,־ by. Gott heiligte den Sabbath, um durch ihn zu segnen. All die Kräfte, deren autscbliessliclns Bestreben es ist dem Gewinne nachzujagen, sie sollen für 24 Stunden einhalten, um sich auf sich selbst zu besinnen, sie sollen die Früchte ihres Erwerbes Gott zu Füssen legen und dafür das mit materiellen Gütern unbezahlbare Gefühl von reinem Frieden, , Glück und Freude einheimsen. Dieses herrliche Gut: Israel hat es am Sinai empfangen, um den Völkern als Vorbild zu leben und durch die Sabbathheiligung einen j Beweis zu liefern, auf welch sittlich hohes Niveau ein Volk steigen kann, das mit Hintenansetzung aller materiellen Güter seinem Gotte gehorsam ist. Darum, je stärker die Anspannung der Kräfte im wirtschaftlichen Leben ist, jemehr unser Handel und unsere Industrie diese Anspannung fordert, mit umso grösserer Befriedigung empfängt man den Sabbath, begeht man ihn. Jedes Verantwortungsgcfühl, dass man etwas versäumen könnte im wirtschaftlichen Kampf, schwindet; denn man weiss, dass der Wille des einzig Einen erfüllt wird, dem alle Kräfte I und Menschen untertan sind. Und wie das Sabbathgebot des Zehnworts im Mittelpunkt aller Verordnungen für den Sabbath steht, so soll es auch den Mittelpunkt unseres Lebens bilden. — Doch gehen wir, weiter in der Lektüre dos Pentateuchs. Ganz kurz nach!dem Empfang des Zehnworts wird Israel . von Neuem an den Sabbath erinnert. Inmitten der sozi- ' alen Gesetzgebung in משפטים wird nicht nur ein Sabbathtag, sondern sogar eia ganzes Sabbathjahr verordnet. ״Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seinen Ertrag einsammeln, aber das siebte hindurch lässt du es fahren und sagst dich von ihm los, dass es die Armen deines Volkes geniessen und was diese übrig lassen, das Tier des Feldes esse! also tust du deinem Weinberg, deinem Oelbaum“. Dieses Sabbatjahr ist die Bekenntnistat einer ganzen Nation, dass sie sich in allem Gott unterordnet, ihren Grund und Boden fahren lässt und jeder Einzelne eigentumslos wird und seinen Besitz zur . freien Verfügung jedem Bedürftigen überlässt. Man be- 1 denke, welche Summe von Gottvertrauen dazu gehört, i um für ein volles Jahr seinem Besitz zu entsagen. — Darauf gebietet Gott die Aufrichtung des Stiftszeltes in allen seinen Einzelheiten. Aber als Abschluss für das j Ganze spricht Gott zu Mosche ״ אך את שבתותי תשמרוNur | meine Sabbathe haltet“. Alle Gottesverehrung in noch so prächtigen Tempeln wird nichtig und Sünde, wenn der Sabbath nicht beobachtet wird. ״Denn das ist ein Zeichen zwischen mir und euch für eure Nachkommen 1 zur Erkenntnis, dass ich Gott euch heilige“. * Der die Gottesnähe zum Ziel habende Tempelbau, der Bau der Stätte, die bestimmt ist die Schechino in Israels Mitte aufzunehmen, muss zurücktreten hinter dem : Sabbathgebot. Gibt es etwas* was uns die Wichtigkeit! und Göttlichkeit dieses Gesetzes klarer vor Augen führen könnte? Erst den Sabbath beobachten, dann Tempel bauen! Doch sehen wir weiter. Israel hatte die Sünde beim Maasse Egel begangen, Gott hatte ihm verziehen und ihnen von Neuem die Zusicherung der Besitznahme des heiligen Landes gegeben. Neue Gebote waren ihnen . verkündet worden, doch mitten unter ihnen tritt uns wieder das Sabbatgebot entgegen. ״Dienend schaffst du sechs Tage und am siebenten Tage stellst du dein Werk ein; in der Pflugzeit und in der Erntezeit stellst du dein; Werk ein*. Gleichgiltig zu welcher Zeit, ob wir wirt- \ schaftlich Nutzen oder Schaden davoD haben, hinter dem : Sabbath muss alles zurücktreten. Als es dann zu der innern'. Ausstattung der Stiftshütte geht, noch bevor wir , eine Zeile über diese lesen, wird von Neuem das Gebot j der Werkenthaltung am Sabbath eingeprägt. ״Sechs Tage soll Werk geschaffen werden, aber am siebten Tag soll euch ein durch Werkeinstellung Gott zu begehender Sabbath sein, wer an ihmjein Werk schafft, soll