Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- 3 (3.1908)
- Date
- 1908-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JyläPÄ )903• 8• Jahrg. 3 .סא. rDonofsblatf <:— . zurFörderung der Sabbathbeiligung מזו locialen und wirticbaftlicben Ceben der Gegenwart. i Mi i Organ des Verbandes der Sabbathfreunde, des Vereins zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit- Frankfurt a. M., des Vereins ftlr Stellenvermittlung, Berlin, des Stellenvermittlungsvereins jüdischer Kaufleute. Breslau und des I8׳\ Stellenvermittlungsvereins. Hamburg. Verlag: I Redactlon: Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit. Frankfurt a. M. | Dr. Ed. Biberfeld, Berlin. Ceatralburean des Verbandes der Sabbathfreunde: Berlin C., Heldereutergasse 4. Die Mitglieder des Verbandes ond der SteUenvemittlnngsvereine zu Berlin, Breslau, Frankfurt nnd Hamburg erbalten das Monatsblatt .Der Sabbath“ unentgeltlich. Bezugspreis für Nichtmitglieder Mk. 3.— jährlich. — Anzeigen 30 Pfennig die Tiergespaltene Petitzeile, bei Jahre8aufträgen Babatt. — Correspondenzen für die Bedaction an Dr. Ed. Biberfeld, Berlin C., Heiderentergasse 4. alle sonstigen' Mitteilungen geschäftlicher Art an die Geschäftsstelle des .Der Sabbath“, Frankfurt a. M.. Nene Zcil 03. Nachdruck der Artikel mit Quellenangabe erwünscht. VERF.1N8BVREAPX: Berlin )(.: Jrtonbijouplati 10. Breslau. Freiburjerstr. 42. H Der Sabbath. ' Vortrag, gehalten im ״Montefioreverein‘' zu Berlin von iairss Halberstadt. W.enn ich es wage über ein so wichtige^ und umfangreiches Gesetz wie das Sabbathgebot vor Ihnen zu sprechen, so tue ich es nicht, um Ihnen Neues oder nocli nicht Gehörtes zu bieten, denn dazu würden meine schwachen Kräfte nicht ausreichen; sondern um Ihre Gedanken auf ein Gesetz und eine Institution hinzulenken, auf der das Judentum ruht und mit deren Aufrechterhaltung oder Verletzung es steht und fällt. Betrachten wir zunächst das Sabbathgebot in seiner Allgemeinheit. Wie kein anderes ist es geeignet alle Unterschiede und Ungleichheiten in den materiellen Verhältnissen wenigstens f!H%24 Stunden auszuschalten und aufzuheben. Zu dem Reichen wie zu dem Armen spricht es: ״Im Namen Gottes nicht weiter! 6 Tage hast du Zeit gehabt für dich und die Deinen um Nahrung und Kleidung und um alle Lebensbedürfnisse zn ringen; aber heute ist Sabbath, der von Gott verordnete Tag der Ruhe. Halte ein in deinem Werk, gib dich ganz dem Gedanken an deinen Gott hin und wirf alle materiellen Gedanken, alle Sorgen um das tägliche Brot, alle Sorgen um deine Geschäfte von dir'1. Kein Unteischied wird hier gemacht. Ganz gleich triflt das Veibot des Tragens, Fahrens, Schreibens, Kochens und all der Dinge, die am Sabbath zu tun untersagt sind, den armen Mann, der die Woche hindurch sich zu quälen hat, um Brot für sich und die Seinen zu erwerben, wie den Reichen, der im Ueberflusse lebt. Kein noch so soziales Gesetz -unserer Zeit wäre im Stande so unterschiedslos alle ohre Ausnahme einem Gedanken und einer Pflicht zu unterwerfen, wie die gewissenhafte Beobachtung unseres Sabbath. Damit hätten wir das Wort ausgesprochen, das uns den Schlüssel gibt, wie wir den Sabbath zu feiern haben. ״Beobuchten* sollen wir ihn, שבת.“ c*• שדד־ את, beobachtet inburf 6.: C«rolin«nstr. 321• prankfurt Jfl.: Schülzenstr. 14. den Sabhath, ihn zu heiligen. Nicht einfach als einen Tag körperlicher Ruhe und Ausspannung haben wir ihn zu betrachten, sondern als einen Tag, der unsere hesondere Aufmerksamkeit herausfordert, und an dem wir Dinge zu beobachten, zu unterlassen oder auszufühfen haben, die insbesondere an ihren Geber mahnen. Und darum ist es die vornehmste Aufgabe eines Jeliudi zu lernen, um zu wissen, wie er sich zu verhalten hat. Da unser heutiges wirtschaftliches Lehen uns im Laufe der Woche leider nurzu wenig Zeit zum Lernen lässt, so sollen wir es mit Freuden hegrüssen, dass wir in dem Sabbath einen Tag besitzen, an dem wir alle materiellen Gedanken ahstieifen dürfen, um uns ganz den herrlichen Gedanken, die in unserer Thoia niedergelegt sind, zu widmen und unsern während 6 Tagen zur-Erde gerichteten Blick zu ihm zu erheben, der uns dieses herrliche Kleinod geschenkt hat. Sehen wir uns nun die Stellen der תר־ה näher an, durch die uns das Sabbathgebot gegeben wird, da tritt uns zunächst in rrs־: in דברר der Sabbath der Schöpfung entgegen. Während 6 Tage hatte alles im Weitemaum untereinander und durcheinander gekämpft, waren Menschen, Time, Pflanzen, Licht, das Festland, Wasser und alle Dinge gebildet worden. Da, als am 6. Tage alles vollendet war, segnete Gott den siebenten Tag und heiligte ihn, denn mit ihm hatte Er von allen seinen Werken aufgehört, welche Er, Gott, ins Dasein gesetzt hatte, es fortzugestalten. Aber die Menschen zeigten sich dieses herrlichen Geschenkes nicht wert und der Sabbath schwand wieder *von der Erde. Zwei Jahrtausende hindurch war * nun der. Mensch mit all seinem Denken, Fühlen und Handeln so ganz auf der Erde und hatte vollends den Blick nach oben verloren, denn mit dem Sabbath war naturgemäss auch der Gedanke an seinen Schöpfer verschw'unden. Da gefiel es Gott durch eine kleine Faiqilie. den wunderbaren Schatz - der Welt wieder zu schenken. Nachdem in dem Schmelztiegel Mjzrajim inmitten eines ־ ץ