Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- 1 & 2 (Jan.-Febr. 1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4874912-5428452-5428541--295-4875175- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Sabbath i I .... im. Gegtutefi,' dass sie sogar berechtigt siud, die Dispensation Atom Schulbesuch auf Grund des Falk’schen Erlasse^ zu; (verlangen. (Näheres durch den geschäftsffthreqdfn ' Ausschuss), d) In den Gemeinden dafür zu wirken, <h«s. dfeu Schulkindern ־ durch die Lehrer und Erzieher dijjj^nmiras Schabbos einareprägt wird, da vornehm!ielpXiierdurch die Erhaltung des Judentums für die. Zukunft gesichert wird, e) Eltern die üeberzeusrung beizubringen, dass derjenige der den ,Schabbos halten will, *ihn auch halten kann, ohne dadurch in seinem Fortkommen' behindert zu werden; speciell sollen die Eltern rechtzeitig vor Ablauf der Schulzeit ihres Kindes hierauf aufmerksam gemacht werden. 2. Fürsorge für Stellenvermittelung, a) Geschäftsleute und («ewerbefreibende zn veranlassen, in ihren Betriebeij sabbath freie Stellen zu schaffen, damit sie, wenn sie auch den Sabbath selbst nicht halten, die Schrairass Schabbos fördern, b) Anstellung vornehmlich solcher Lehrlinge und Gehilfen, die auf sabbathfreie Stellen reflektieren. c) Lehrlingen und Gehilfen (männlichen und weibliche) Stellingen zu verschaffen, in denen sie den Sabbath halten können, und sie ev. auf die Centrale für Stellenvermittelung hinzuweisen, d) Aufgabe von Vakanzen an die Centrale f. St. Frankfurt a. M S. Förderung von Unternehmungen, die darauf hinzielen, die ׳Heilighaltung des Sabbaths zii ermöglichen, a) Unterstützung der sabbathhaltenden Geschäftsleute und Gewerbetreibenden durch Zuwendung von Aufträgen, by Mitteilungen an den geschäftsfiibrenden Ausschuss, wenn ein am Sabbath geschlossenes Geschäft zvl verkaufen ist. c) Mitteilungen an den geschäftsfiibrenden Ausschuss, ob eine Xeu-Etablierung eines Geschäfts oder die Errichtung eines Gewerbebetriebes, die am Sabbath geschlossen sein könnten. Aussicht auf Erfolg hat. 4. Organisation, ai Veranstaltung von Monats- und Vicrteljahrsversammlungen je nach Bedarf b) Verbreitung der . Ideen des Verbundes durch persönliche Agitation im Kreise Gleichgesinnter. c) Gründung weiterer Ortsgruppen. B. ln informatorischer Tätigkeit: 1. Ständige Information des geschäftsführenden Ausschusses über Vorgänge, die eine Einschränkung de.r Schmirass-Schabbos herbeiführen können, nämlich Mitteilung so bald als möglich, a) Ueber Gerichtstermine am Sabbath und jüdischen Feiertagen, b) Festsetzung von Jahres- oder Wochenmärkten auf Sonnabend oder jüdische Feiertage: c) Schulprüfung oder Klassenarbeiten am Sonnabend oder jüdischen Feiertagen. d> Sonntagsruhegesetzgebung und Ortsstatuten. ״Officielle Bekanntmachungen! Wie aus dem oben abgedruckten Protokolle des II. Delegiertentages ersichtlich, ist dort einstimmig der Beschluss gefasst worden, in Sachen der Sonntagsruhenovelle solle keinerlei Aktion unternommen werden,! bevor von dem Verbände der Sabbathfreunde in Verbindung mit den anderen in Betracht kommenden Verbänden die Art des Vorgehens und das Programm unserer Wünsche beraten und festgestellt worden ist. Wir erlauben uns. unsere Freunde auf diesen Beschluss hinzuweisen und sie dringend zu bitten, demselben unbedingt Folge zu leisten. Durch ein planloses Einzelvorgehen, wenn auch noch so gut gemeint, könnte' nur Unheil angerichtet werden. Schon in den nächsten Tagen werden unsere Ortsgruppen in die Lage versetzt sein, an der Hand geeigneten Materials lind wohldurchgeführter Vorschläge Stellung zu dieser wichtigen Lebensfrage zu nehmen. Der geschäftsführende Ausschuss : Dr. Ed. Biberfeld. Von Herrn Seminardozent Dr- Wohlgemut 11 ist uns infolge unseres Aufrufs in voriger Nummer eine grössere Anzahl seines Werkes ״Luzzatto’s ene> מסית übersetzt und herausgegeben“ zur Verteilung an Bibliotheken unserer Ortsgruppen unentgeltlich überreicht worden. Indem wir diese hochherzige Gabe dankbar zur I Kenntnis bringen, erneuern wir unsre Bitte an unsere Mitglieder und | Freunde uns entbehrliche Bücher — deutsch oder Hebräisch — für | unsere Ortsgruppen zu überlassen. Esjkann damit viel Segen ge- : stiftet werden. Die verehrlichen Vorstände der Ortsgruppen werden höflichst I ersucht, von ihren sämtlichen Drucksachen jederzeit 2 Exemplare! an uns einzusenden. Der geschäftsführende Ausschuss: Dr. Ed. Biberfeld. ״Wunde Stellen“. Breslau, den 30. Dezember 1907. ״Ilab’s verstanden, ja mein Herr“ so rief ich mit | Mozarts Masetto, als ich den schönen ,Marfried“ Artikel I der letzten Nummer gelesen hatte, Und wenn auch be-; reits die ,Sabbath*-Redaktion eine kleine Entgegnung als ■ Pilaster auf die wunde Stellen drückte, so will ich nock mit einigen weiteren Heilmitteln kommen. — ' Ich habe schon oft Gelegenheit gehabt, mit Angestellten zu sprechen, die in den für den Schabbos in Betracht kommenden Handelscentren tätig sind, aber noch niemals habe ich eine Aeusserung darüber gehört, . dass es einem dieser jungen Leute, die unter Berückj sichtigung der partiellen Sonntagsruhe allwöchentlich ' mindestens 30—35 Stunden vollständig frei haben, zu j viel gewesen wäre, am Sabbathausgang bis kurz vor oder nach 10 Uhr oder an den anderen Wochentagen etwas j über die festgesetzte Zeit zu arbeiten. Und wenn solche 1 Aeusserungen gefallen sind, so ist das nur eine Ausnahme, , unter der aber kaum die נדיבי עסיס, die edlen der Nation; der Angestellten zu finden sind, denn diese sagen mit ן der Thora ששת ינדם תעבד ועשית כ ל מלאבתך ,sechs Tage : sollst Du arbeiten und Dein ganzes Werk tun“; I selbst wenn der Angestellte zur festgesetzten Arbeitszeit eine halbe .Stunde täglich zugeben muss, die ihm ja aber übrigens der sorgende Staat in Gestalt der Sonntagsruhe liebevoll zurückvergütet. — Und eine Frage: haben denn die Chefs inbetreff der Arbeitszeit etwas voraus? —Nein lieber Marfried, aus meinem Anfangscjtate wirst Du erkannt haben, dass mir Dein Hinzielen auf ganz bestimmte Personen und Tatsachen nicht unverhohlen geblieben; ich sage, mein lieber Marfried,•־ Du weisst ganz genau, dass die .Schabbos Chefs“ noch viel intensiver und länger arbeiten, als die Schabbos arbeitenden Chefs und das Gros der Schabbos nicht arbeitenden Angestellten. Und nun bin ich auch bei dem zweiten Punkte Deines .wunden“ Artikels angelangt: bei dem Punkte der Behandlung. ,Hab's verstanden, ja mein Herr!“ Da weisst aber auch, dass gerade die intensive, rastlose Arbeit die Nerven in hohem Gerade angreift und es nur dieser Umstand ist, der hin und wieder schärfere Töne als beabsichtigt — und ich will zugeben, auch als nötig, anschlagen lässt. Das aber werden wohl alle Angestellten zugeben, — ob sie nun Marfrieds Ansichten teilen oder nicht — und Du. mein lieber Marfried weisst es mit am besten: •Der שבת Chef hat ein ganz anderes Int'eresse au dem Ergehen — ich meine hier speziell das aussergeschäftliche — seines Angestellten und er zieht ihn in ganz anderer Weise zu sich heran, als es jemals ein nicht Schabbos haltender seinem Angestellten gegenüber tun wird. Und manchmal sind auch gerade d i © Schabbos-Cliefs im erwähnten Punkte die besten, deren Worte im Büro nicht Aeolsharfen gleichen. — Nicht wahr, das weisst Du auch, mein lieber Marfried! Me'ir.