Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- 11 & 12 (Nov-Dez. 1907)
- Date
- 1907-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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76 Der Sabbath. Kaufmännische Verlande TecImiM'hf» Verbände - Landwirtfcyliaftliehe Verbände Bureaubti^pen-Verbände Verschieber■ Verbände ־ Xrbeitszentrulen. Kaufmännische Verbände Technische Verbände ■ ■ .Landwirtschaftliche Verbände Bureaultumten-Verbände ■ ־ Verschiedene Verbände. Arbeitszentralen. zusammen den Ausbau <11• bes Kassen• des .T.-V.-G. Einrichtung YUi. Mitpl. > r»d . Jlitel. 3 42)00 8 392700 7 00400 0 3S500 2 1400 T 8000 1 200 1 2500 12 69200 2 25100 1 12000 6 52300 26 ).‘■6600 10 519000 noch nicht ■ entschieden V bd. Kitgl. Insgesamt Vbd. Mitgl. 4 15600 15 45181.0 1 3000 10 lOlfM 0 — 3 . 94( 0 1 3500 3 62(0 - - 14 94)00 — — 7 64300 6 22100 52 727900 zusammen ־ Danach sind also nahezu drei Viertel aller organisierten Frivatan gestellten für die besondere Kasseneinrichtung, für die auch *alle grossen Verbände, die über 50!**) Mitglieder zählen, eintreten. Für den Ausbau des J.-V-G. treten vornehmlich die kleinen Organisationeu ein.- Von diesen 26 Vereinen zählen 15 weniger als je 2000 Mitglieder, 0 sogar weniger als je 10 0 Mitglieder. y Nach einer Mitteilung des Kapitäns der Barke ,Firth of Clyde״ besuchte er auch einer Fahrt von San Francisko nach Falmouth die Pitcairu-Inseln in der Südsee. Die Bewohner (116 Seelen, 45 mann- Bctie und 71 weibliche) brachten Kürbisse, Ananas, Bananen, Eier etc., waren aber nicht zu bewegen, irgend etwas von dem Kapitän anzünehmen,- da an jenem Tage ihr Sabbath war.;Sie feiern den siebenten Tag der Woche als ihren Buhetag.! * •(.Sabbat-Stundih1869 ,־). Budapest, I. November. Es freut mich, aus dem ncologen ״Egyenlos^g“ einmal auch eine für-das gesetzestreue Judentum erfreuliehe Nachricht reproduzieren zu können. Das Blatt berichtet näm- . lieh, dass enter den Grosshändlern eine Bewegung im. Zuge sei, die ’ Sabbath- und Jom Tow-Sperre der jüdischen Engrosgcschäfte herbei- *Xgaführen. Die Firma Bruder Grün bäum, die seit dem jüngsten jKosch-Hascbonoh das Geschäft am Sabsath schliesst und ihre zahl- 5' üichen Angestellten in die Synagoge schickt, hat den Anstoss zu ieser Aktion gegeben. Dieses lobenswerte Vorgehen ist nicht nur vom Standpunkte des Religionsgesetzcs, sondern auch in geschäftlicher Beziehung hochinteressant. Genannte Firma hat nämlich viele Jahre hindurch über den samstägigen Geschäftsverkehr eine genaue Statistik geführt und festgcstellt, dass es garnieht der Muhe wert ist, das Gfscbitft am Sabbath offen ,zu halten. Wenn an Wochentagen nur - ein W15Llänger gearbeitet und vielleicht am Samstag Abend nach StirntiijRfgang das Geschäft geöffnet wird, so sei der scheinbare Ausfall-reiälich ersetzt. Wegen der persönlich erscheinenden Käufer verlohne eäSsich nicht, das Geschäft am Sabbath zu öffnen. Briefliche ilcsteiiumren hingegen würden durch den Sabbath überhaupt nicht 'tangiert. Die genannte Firma, die Jahrzehnte hindurch nur drei Tage im Jahre feierte, hat sich zu einer grossen Tat aufgerafft. Möge cs ihr gelingen. durch ihr Beispiel weite Kreise für die Hei ighaltung des Sabbaths zu gewinnen. (״Israelit־). Budapest. 2י ׳. Xov. Auf Anregung des Stadtrepräsentanten furtn Dr. Jaenb Schächter• intervenierten der Uberrabbiner der Mit Kongrcssgciticinde Herr Dr. Samuel Kohn und der Rombachj ^jü־l-lf$bhim-r' Herr Dr. Jlles Adler, welche ebenfalls Stadlrepräi KeUtiiniet^M itglicder sind, beim Bürgermeister Barcy wegen Befreiung! der judi'then Schulkinder vom Schreiben am Sabbath in allen Korn- י päiina!schulen, sobald dies die Betreffenden verlangen. Der Herr! Burgefica'tst&r bewilligte (fieses Ansuchen und erliess sofort die entsprechenden Weisungen au die kommunalen Schulleiter. — Zur staatlichen Pensionsversicherung der Privatangestellten gibt die vom Hauptaussehussu herausgegebenc Privat- ^ngestiHten-Korrespondcuz eine interessante Zusammenstellung über die Gruppierung der Verbände in dieser Frage. Danach tritt die weit überwiegende Mehrheit aller Angestellten-Urgacisationen für die Schaffung einer besonderen Kasseneinrichtung ein und es ist deshalb mit Sicherheit anzunehmen,!lass der Hauptausscbuss die Iie-; Schlüsse *Igr Sicbenerkunimitsion nach dieser Richtung bestätigen wird. ׳ Die •Stell lugnnbme der Verbände in der Frage: ob besondere Kassen-! eiurielitur.g oder Ausban des fnvaliden-Versicherungsgcsetzes erstrebt j wird, veranschaulicht folgende Darstellung: j ESr'erklärten sich für In seiner Werke ״Der Kaufmann in der deutschen Vergangenheit* (Leipzig, E. Diederichs! erzählt der gefeierte Kulturhistoriker Dr. G. Steinhansen : ״Die Juden waren die eigentlichen Träger des Handels im fränkischen Reich geworden, gewissermassen als überkommenes Erbe ans dem zerfallenen Römischen Reiche. In Schwaben sind schon aus dem IV. Jahrhundert Jndendenkmalc erhalten. Sie reisten weit hinaus in die Ferne, ja big Indien und China; aber sie waren auch in den Hanptgegeudcn des Handels, in den Rhein- und Donaugegenden zahlreich ansässig. Als ruhige Leute wusste sie Karl der Grosse, der überall die Hebung des Verkehrs in den Vordergrund stelle, zu schätzen und erlaubte ihuon, überall im Reiche herumzuzieben, freilich gegen besondere Abgaben Wie sehr sie auch noch zur Zeit der sächsischen Kaiser im Handelsleben überwogen, zeigen ihre Erwänungen in den Qnellen. in denen z. B. einmal der Begriff Kautieute (mercatores) durch den Zusatz näher erläutert wird: ״das heisst Juden und die übrigen Kaufleute“. Oft, wie in Magiebürg, galt Jude und Kaufmann als ein und derselbe Begriff. Wie Karl der Grosse, nahm sie anch Ludwig der Fromme in seinen besonderen Schutz; ebenso waren ihnen manche Stadtherren sehr geneigt um der Vorteile willen, die ihnen die Betriebsamkeit der Juden brachte. Den Juden traten die deutschen Kaufleutc allmählich durch ihre Zihl gegenüber; aber immerhin bleiben jene auch iir dieser Zeit noch ein sehr einflussreiches, oft anch sehr gehegtes Moment. Die Art, wie der Bischof Rüdiger von Speier, der ihucn i. J. 10S4 einen Freibrief erteilte, von ihnen spricht, ist sehr charakteristisch: ״Als ich Speier zu einer Stadt erhob, da meinte ich. seine Ehre tausendfach zu vermehren, wenn ich auch die Juden mit anfnahm*. Ueherall hatten sie besondere, aber nur für bestimmte Jahre verliehene l’rivilegien, deren Erneuerung den Stadtherreii jedesmal viel Geld brachte. Als Bürger waren sie von den Lasten befreit, datür aber an den Rechten der Gemeinde nicht.beteiligt. Sie waren persönlich frei und konnten sogar Grund und Boden besitzen. Erst der Beginn der Kreuzzüge entfachte am Rhein und an der Donau die Judenverfplgungen. Das eigentlich treibende Motiv war aber doch nicht das religiöse, sondern die Eifersucht des sich um diese Zeit konsolidierenden einheimischen Haudelsstandes, die in den Städten den Hass gegen die Juden, die m;xn nicht mehr brauchte, geschürt hat * JW3t ־ ׳ 3prechsaal Wunde Stellen. Die Sabb&thidee ist eine der grössten, wenn nicht gar die grösste aller religiösen nnd sozialen Ideen der Menschheit. Jedem wird das Recht eingeräamt, selbst unter schwierigen Verhältnissen an einem Tage der Woche sich seiner Arbeit zu entledigen nnd dieses Recht wird zum Gebote, zur Pflicht gemacht. Der erhabene Schöpfer selbst hat den Sabbath eingesetzt. Das ist ein ganz besonderes erhebender Gedanke. Dadurch, dass der Sabbath ein göttlicher Wille ist, ist der für ihn bestimmte Tag der Woche unverrückbar, das haben auch die christlichen Sabbatbianer erkannt. Und auch die moralische . Verpflichtang, die der ideale Mensch der Geschichte uud seiner Gemeinsebaft gegenüber fühlt, wird jede materielle Rücksicht znrfickweisend, keinen anderen Tag der Woche als Sabbath anerkennen. Es ist für jeden, der weiss, was Sabbath ist, klar, dass man wohl an diesem oder jenem andern Tage der Woche ruhen kann,׳ dass wir aber an keinem andern als dem d<*zu bestimmten nnd geweihten Tage Sabbath halten;und & יי b a t h empfinden können. Nie kann es gelingen, Inhalt nnd Weih» des Sabbath anf einen andern Tag der Woche zn verlegen. •— Grosse Ideen erheischen Opfer nnd wahrhafte Anhänger bringen die notwendigen Opfer gern. Aber, man muss bemüht sein, die Opfer, die man bringt oder von anderen gebracht wtingrht, möglichst nicht in Widerspruch mit dem hehren Wesen jener grossen Idee zu setzen. Von den verschiedenen Ideen, die der Sabbath verkörpert oder erhält, soll hier seine soziale Bedeutung herausge^riffen werden. Die soziale Wirkung des Sabbath wird man n. a. bemessen können nach der Fördernng, die der Oeist, nach der Erhebung, die die Seele nnd nach der Erholung, die der Körper findet. Wie weit diese Wirkungen am Sabbath selbst erreicht werden, das wird jeder, im allgemeinen selbst zu erstreben nnd zn verantworten haben. Bevor ich nun zum Thema komme, bitte ich den Leser, mir־ bis znm Ende dieses Aufsatzes Iren zn bleiben.