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Der Sabbath · 1907-11-01 · 11 & 12 (Nov-Dez. 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
11 & 12 (Nov-Dez. 1907)
Date
1907-11-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der Sabbnth. 75 Festtag einscbreiten würde, erscheint uns wenig wahrscheinlich, denn wenn sie die Rücksicht auf das Roscbhaschonofcst für den ersten Tag gelten lässt, so würde sie wohl auch gegen den Ausfall des Unterriebts am zweiten Tag nichts cinzuwenden haben. Wir möchten schliesslich nur noch fragen, glaubt die Leitung der Jacobson-Schule im Ernst. dass irgend eine paritätische Lehranstalt, selbst wenn die jüdische Schülerzahl in der Majorität wäre, Bich jemals berbeilassen würde, etwa am christl. zweiten Oster- oder Plingsttage Unterricht zu erteilen? Dass ein vorzugsweise jüdisches Lehrinstitut die jüdischen Schüler zum Schulbesuch anbält, während die jüdischen Schüler von der christlich-konfessionellen Schule vom Schulbesuch befreit sied, ist eine Erscheinung, für die es weder gute noch ^stichhaltige Gründe geben sollte. Das scheinen jetzt auch Kuratorium und Leitung ein- Zusehen und darum an eine Beseitigung dieses Zustandes erfreulicherweise gedacht zu haben“. Verbands-Nachrichten. Posen,!10. Uctober. Am 28. ds Mts. abends 9' Uhr fund die Honatsversainnilung der-hiesigen Ortsgruppe des ״Verbandes“ statt, und hatten sich hierzu eine ganze Anzahl Mitglieder und Gäste■ eingefunden. Der Verlauf des Abends zeigte, dass die Idee des Subbaths in diesem Kreise wieder neu auflebt, und behielten die Teilnehmer diesen Eindruck bis zum Schluss der Versammlung. Die Tagesordnung lautete: 1) Referat über die Erfolge in Sachen Sonntagsruhe; 2) Wahl der Delegierten für den Delegiertentag; 3) Anträge für den Delegiertentag. — Der Referent, Herr i’incus Plessner zeichnete die Mittel tjnd Wege, die der Vorstand der Ortsgruppe einschlug, um für die am Sabbath geschlossen gehaltenen j Geschäfte, nach Aunahme des neuen Ortsstatuts, das eine Beschräu- \ kung der Verkaufszeit für Dctailgeschäfln auf 31,1 Stunden, der En- ׳ grosgeschäfte auf 1' ■1 Stunden brachte, eine Ausnahme zu erlangen, , und die auch zum Ziele führten. Am Schluss des Vortrages wies 1 der Referent darauf hin, dass die Erlangung dieser Ausnahme für i den סבת einen תסס cnp bedeute, und neben dein praktischen Erfolge der moralische nicht zurücksteht, vielmehr den Vorstand mit neuem Mut und frohen Hoffnungen für die Zukunft erfüllt, um für die Idee des Sabhaths weiter zu kämpfen. Die hiesige Ortsgruppe hat für den שבת noch in einer andern Angelegenheit eingegriffen; jedoch steht der Erfolg noch aus. Davon später! — Als Delegierte wurden die Herren J. Gabriel, E. Rzeszewski, P. l'lessner und 3 Stell- Vertreter gewählt. Zum Punkt Anträge entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über verschiedene Vorschläge, die aus der Versammlung für den Delegiertentag gemacht wurden; es kam aber noch zu keinen festen Anträgen. In ca. ■1 Wochen findet eine weitere Monats- Versammlung statt, auf derenTagesordnung ein Referat über die Stellen- Vermittlung und Versicherung des_ Verbandes von P. Plessner steht, und sollen alsdann ev. die Anträge für den •Delegiertentag gestellt , werden. Nürnberg. Am 13. October fand eine "Neuwahl 4es Vorstandes der hiesigen Ortsgruppe statt, die folgendes Ergebnis hatte: Max Gorski, Vorsitzender, S.W iss mann, Kassirer, Moritz Kugelmann, Schriftführer, Julius Eckstein, Beisitzer, J.Neumark Wiesbaden. Am 14. September fand im Friedrichshof iu einer gut besuchten Versammlung die oftizielle Köustituirung einer Ortsgruppe Wiesbaden statt. Herr Rabbiner Dr. Kahn hielt die Begrüssungsrede und wies in einer kurzen und wirkungsvollen Ansprache 1 auf die Wichtigkeit des Sabbath als Grundlage des Judentums hin. ln dem Zusammenschluss aller gesetzestreuen Elemente innerhalb des Judentums und namentlich dein der Sabbathfreuude sieht er ein erfreuliches Zeichen und schliesst mit dem Wunsche, dass der Herr das Werk segnen möge und wir in den Stand gesetzt werden, praktisch für die Heilighaltung des Sabbaths wirken zu können, ln der darauffolgenden Vorstandswahl wurden die Herren: Rabbiner Dr. Kahn, J. Aktuaryus, Bcrthold Kahn, M. Sulzberger, Fritz Herz gewählt. Es wurde für ratsam erachtet, die zu gewinnenden Mitglieder der Xachbarpläzc der Wiesbadener Ortsgruppe anzuglicdem, anstatt dort■ ebenfalls einzelne Vereine aufzustellen, indem das Moment vertreten wurde, dass dies praktischer sei, da der grössere Verein seinen Mitgliedern mehr bieten kanu. Von jedem Ort der näheren Umgebung, der mindestens lt> Mitglieder dem Wiesbadener Vereine zuführt, ist vom Vorstand ein Beisitzer zu cooptiereu, um so die Sonderinteressen dieser Mitglieder zu vertreten. Die Festsetzung der Vereinsstatuten ging nach Massnahme der Verbaudsstatuten ziemlieh rasch von statten. Xach kurzen Datkeswortcn •an den Vorsitzenden für seine Mühewaltuug schloss dieser die erste Versammlung mit der Aufforderung, dass jedes Mitglied nach Möglichkeit die gute Sache fördern helfe. B. K. Gunzenhausen i. B., 1. Dezember. Heute hielt vor den hierzu geladenen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in dem benachbarten E 11 i u g e n Herr Dr. Tachauer aus Guuzenhauscu eiu Referat über: ״Die Ziele uud bisherigen Erfolge des Verbandes der Sabbathfreunde“. Die anwesenden Herren und Damen folgten aufmerksam den Ausführungen des Redners; man empfand allgemein, dass die Gründung des Verbandes eine Notwendigkeit war, und gab seine Zu- Stimmung zu den Zielen des Verbundes dadurch kund, dass sämtliche Herren dem Verbände als Mitglieder beitraten. Als Vorsitzender der neu gegründeten Ortsgruppe wurde Herr M. Ansbacher gewählt. Vielleicht entschlossen sich die dortigen Herrn, die Ziele des Verbandes dadurch praktisch zu fördern, dass sie einer Anregung des Herrn Lehrers Stern, allwöchentlich am Sabbath einen Scuiur zur religiösen Belehrung abzubalten, folgend sich recht zahlreich daran beteiligen. Sulzburg, 4. Xov. Die hiesige Ortsgruppe hat in ihrer letzten Versammlung am 2־«. v. Mts. beschlossen, fortan jeden Schabbos- Nachmittag eineu Raschi-Schiur zu lernen. Die Vorträge hat dur Schriftführer, Herr Cautor Strauss übernommen. Wir hoffpu durch diese regelmässigen Vorträge das Interesse und die Liebe zur Thora— zu beleben, und damit der Sabbatbsache zu dienen. (לבת ז? •פ-ץ• ~ Red.) ־jwi Vermischte Nachrichten. 1 Emden, 12. Nov, Die Bauarbeiten an dem jüdischen Waisenhause, dessen Grundsteinlegung jüngst erfolgte, ruhen am Samstag nach kontraktlicher Vereinbarung (Excmplum sit! Reil.) Halberstadt, 29. Nov. lu der hiesigen Handelskammer berichtete der Syndikus,in einer der letzten Sitzungen: Die Kammer wird gübeten dein au den Bundesrat gerichteten Antrag: ״bei der Neuregelungi.der Sonntagsruhe für den Fall eines gänzlichen Verbotes di r Sonntagarbeit in Geschäften ohne offne Verkaufsstellen als Ausnähme zu gestuften, dass jüdische Angestellte iu solchen ׳Geschäften a!1 Sonntagen und allgemeinen Festtagen zwei Stunden lifcschäftigt werden, wenu die jüdischen Geschäftsinhaber im voraus “sich verplliehten, ihre Geschäfte an Samstagen und jüdischen Feiertagenfestgeschlossen zu halten“, ihre Unterstützung zu leiben. Der Berichterstatter hält den Wunsch nicht für unbillig, da man cs als berechtigt anerkennen müsse, wenn diejenigen Juden, die ihrer Strenggläubigkeit wegen an ihren Feiertagen uicht arbeiten, aus geschäftiicheu Gründen wünschten, (He wichtigsten geschäftlichen -Massnahmen « am Sonnt:!״ treffen zu dürfen. j Erlangen im Nov. Der Magistrat Int in Aulcllnluiig an ein Gutachten des Verwaltnngsnu-schusses beschlossen, der von! Deutscbnationaleu Handlung gehilleuv.-reitt angeregten A u » d e h - nun״ der Sonntagsruhe keine Folge zu geben* Infolge der starken Konkurrenz der Im11achhart״u Städte und Märktle!sei eine weitere Schädigung hiesiger Geschäftsleute zu befürchten, i , I Paris, 1. Novnibr. Das vor etwa Jahresfrist im französischen Parlament angenommene Gesetz über die Sonntagsruhe def An״*- stellten hat in der kurzen Zeit seiner Geltung so viel Mängel gezeigt, dass eine Abänderung unumgänglich erscheint und auch Schon eihgeleitet ist. Eine Kommission der Deputirten-Kamnier ist gegehwiirtig mit der Beratung der Krage beschäftigt uud es gilt nun f ir die jüdischen Interessenten, die Gelegenheit wahrzunehuje» uml dio Einreibung der sonntäglichen Beschäftigung von Angestellten, i ic am Sabbath geruht haben, unter die vom Gesetz vorgesehenen Atsnahmen durchzusotzen. 1111 vorigen Jahr ist bei der Legislative nichts Geeignetes in dieser Richtung unternommen worden. Ei je vom Zentral-Konsistorium an die Senats-Kommission abgoordnete Delegation führte ihre Sache so ungeschickt, dass die Senatoren schliesslicli in dem merkwürdigen Irrtum befangen waren, als wollten ttic •luden ganz allgemein statt des Sonntags den Samstag als gesetzliehen Ruhetag festgelegt wissen. Dass unter solchen Umständen'au einen Erfolg nicht zu denken war, ist leicht zu liegreifen. Das : Zentral-Konsistorium scheint sich diesmal besser verschon zu wolh-n. Es hat eines seiner Mitglieder mit der Ausarbeitung .einer ausfüjhrliehen Denkschrift beauftragt, die der Kammer-Kommission überreicht werden soll. An und für sieb darf man von der französischen L<- gislative eine billige Rücksichtnahme auf ■len Geist der gesetzlichen i’ordeiuugen gewiss erwarten, und das wäre ja für das Geschick der jüdischen Interessen von ausschlaggebender Bedeutung. Die Fj4־ge ist nur. ob die Männer des Zentralkonsistoriums die rechten \fcrtreter der Jeu Sabbath beobachtenden jüdischen Petenten sind,!ob der Gegeusatz zwischen den Wünschen, die sie für andere Vorbringen, und ihrer eigenen Lebensgestaltung ihrem Vorbringen in den. Aupjcn der massgebenden Faktoren nicht alles ticwicht nimmt. Auf jcqcii Fall werden die von dem Gesetz betrotteneu jü iiseben t icscbäftsleütc gut daran tun, sieb zusammcuzuschlicsscn vernehmen mit dem Konsistorium bei den der nötigen Entschiedenheit zu führen. und ihre Sache hu Hinzuständigen Stellen *11t (״lsraelit“)|

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