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Der Sabbath · 1907-10-01 · 10 (10.1907) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
10 (10.1907)
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Der Sabbath. 66 druck die Art und Weise auf ihm machte, wie Herr Rabbiner Dr. H&ovitz von der tiefen Bedeutung des Sabbats für das ganze innere L&en im Judentum gesprochen und betont habe, dass man auch dat*christlichen Angestellten in jüdischen Häusern die Möglichkeit hiSt ihren Sonaiag und ihre Feiertage zu halten. (Jüd. Pr.) ךך' Leipzig. 'fleeen die Einführung der absoluten Sonntagsruhe durch OftsatatuthatokhJliehiesigeHandelskammer in einem Gutachten ausgesproeben. Sie Seht in dem betreffenden Berichte daneben Bemerkungen zi' der Krage überhaupt, die im wesentlichen auch anf alle anderen (me des Reiches zutreffen und deshalb hier Platz finden mögen. Die Einführung völliger Sonntagsruhe auf Grund freiwilliger Entschliessung der beteiligten Kaufleule macht, heisst es iu dem Berichte der Kammer, auch hier am Platze immer weitere Fortschritte. Es gibt bereits eine ganze Anzahl von Geschäftszweigen, deren Angehörige zufolge gegenseitiger Vereinbarung, wenigstens zu gewissen Zeiten im Jahre, namentlich während der Sommermonate und in der Hauptreisezeit, ihre Läden am Sonntag geschlossen halten. ־ Der Kreis dieser Branchen ist noch im ständigen Wachsen begriffen. DiescfeTstsuche zeugt deutlich dafür, dass auch die Kauf' mairoschaft von sozialem Geiste erfüllt ist und Uichf erst zu Massnahmen für die Verbesserung der Lage ihrer Angestellten gezwungen zu werden briu>'c b t , sofern sie solche als durchführbar erkennt und mit den doch auch eine gtwisse Berücksichtigung erheischenden eigenen Gesebäftsinteressen für vereinbar befunden hat. Es gibt anf der andern Seite eineganze Reihe von Geschäfts z weigennnd gewisse Klassen von Kaufleutcn, in denen und von denen die Sonntagsarbeit, wenn ancb in zeitlieb begrenztem Umfange, nicht entbehrt werden kann. Hierzu gehört in erster Reihe der Kleinhandel und zwar nicht nur der Nahrungs- und Gennssmittelbranebe, sondern überhaupt mit allen Artikeln für die Bcfriedigang der Bedürfnisse des täglichen Lebens. Solange ganze Bevölkernngsschichten, wie der Arbeiter, Privatangesieilte, Beamte, Kleinkanfmann, gewerbliche nnd kaufmännische Angestellte asw., bis zum sinkenden Abend an ihre Arbeitsstätte oder Dienststnbe gefesselt sind, mnss ihnen die Möglichkeit unversebränkt bleiben, .ihre Einkäufe auch an anderen Bedarfsgegenständen, aJs den zum blossen Lebensnnterhalt unmittelbar nötigen, wenigstens an einem Tage der Woche bei Tageslicht und in Masse abznwicklen. Ancb die Land- 1 e n t e der benachbarten Ortschaften strömen am Sonntage, ihrem einzigen freien Tage, in helleu Haufen znr Stadt, nm sich hier Sachen anznschaffen, die sie beim Dorfkrämer nicht in gleicher Answahl , oder in gleicher Beschaffenheit vorfinden, und dadurch auch ihren Teil an den grossstädtheben Knhurforschritten zu nehmen. Für die beteiligten Geschäfte sind die kurzen Stunden der sonntäglichen Geschäftszeit ergiebige Einnahmequellen, deren Absperrung durch Einführung der gänzlichen Sonntagsruhe sehr merkliibe Ausfälle znr Folge haben würde, die nicht bloss die Gesebättiahaber empfindlich trefien, sondern in letzter Linie auch die S t adjffe m e i n d e als äteaerrnekgängc zu fühl-u bekommen würde.“ IftVir können diesen Anslührongen nur rückhaltlos zustimmen. Es mdm entschieden bestritten werden, dass allgemein ein Bedürfnis zü£ Herbeiführung grösserer oder gar gänzlicher Sonntagsruhe im Ge&bäitsleben vorhanden ist. Wenn einzelne Handelszweige eine völlige oder eine ausgedehntere Sonntagsruhe, als sie gesetzlich vorgesehen ist, für wünschenswert erachten, so können deren Angehörige sie jp anf Grund privater Vereinbarung für ihren Kreis einfbhren. ' Eine allgemeine völlige Sonntagsrahe ist übrigens , weder überhaupt möglich, noch durchführbar. Krailsheim, 10. October. Die bürgerlichen Kollegien unserer Stadt waren bei der Kreisregiemng darum eingekommen, den auf den vorletzten Snkkothtag (Schemini Azeres) fallenden Viehmarkt, auf . Freitag, den 4. Oktober zu verlegen, was auch genehmigt wurde. Es ist diese Maassnahme zweifellos auch im eigensten Interesse der christlichen Marktbesucher gewesen. ,Es tritt anch hier,“ so bemerkt sehr zutreffend das ״Stuttg. Neue Tageblatt“ ״wie allerwärts im Lande, die Tatsache in Erscheinung, dass es wahr ist, was der Bauer sagt: wenn der Jud' fehlt, ist der Markt nichts.“ Aurich, 5. Dctobcr. Der zweite grosse Herbstmarkt der Stadt Anrich war in diesem Jahre in dem Marktplan auf den 1. October, der diesmal mit Simchath-Tora zusammenfiel, eingestellt worden. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde petitionierte bei der hiesigen Stadtverwaltung and beim Oberpräsidenten nm Verlegung des Markttages; das Gesach wurde indes in letzter Instanz a-bschlägig besebieden. Anf Ersuchen des jüdischen Gemeindevorstandes veranlassten darauf die beiden Lehrer־ die hiesigen jüdischen Geschäfts- und Handelsfirmen zu der mit deren Namensanterschriften versehenen Erklärung, dass an dem gen. Tage wegen des israelitischen Feiertages sämtliche jüdischen Geschäfte geschlossen bleiben; und dass die jüdischen Viehhändler kein Vieh auf (,reiben lassen würden, ro kam es denn auch. Die Gemeinde hat durch ihr einmütiges Vorgehen ein schönes Beispiel gegeben. Besonders verdient auch noch hervorgehoben zu werden, dass auch die jüdischen Viehhändler aus den Nachbargemeinden sich in Rücksicht auf das Vorgehen der Auricher Ge- Kjinde veranlasst fühlten, dem Markte fernzubleiben. Posen, 25. October. Es dürfte Ihre Leser interessier*!!, dass wie die Festschrift (S. 15) betont, beim Ban uuserer neuen Synagoge die Einhaltung der religionsgesetzlichen Sabbathrahe überall (durch den Vorstand) ansbeduogen and gewissenhaft gewahrt wrden ist. Augsburg, 21. October. Der Magistrat unserer Stadt hat sich in seiner letzten Sitzung wiederum mit der Frage der Sonntagsruhe beschäftigt. Er hat beschlossen: 1) bezüglich der Grosshandlungsbetriebe, Fabriken usw. eine Aenderung der Vor- Schriften nicht eintreten zu lassen; 2) bezüglich der Detailgeschäfte, für welche Ausnahmebestimmungen nicht zutreffen, für Sonn- und allgemeine Feiertage die Beschäftigungszeit auf die Zeit von 10—12 Ohr vormittags zu beschränken, den weitergehenden Antrag, völligen Iztdenschlass für die Sommermonate anzuordenen, aber ahzulehnen. In der Begründung des Beschlusses wird hervorgehoben, dass alle Bedenken gegen eine völlige Sonntagsruhe fortfallen würden, sobald die gesetzliche Regelung der Sonntagsruhe einträte, weil dann der Ladenschlnss in Stadt und Land ein einheitlicher sei. Die Erreichung de* Ideals ״völlige Sonntagsruhe im Handelsgewerbe* werde nur im Wege der Gesetzgebung dnrehgeführt werden können. Ein Ortsstaint aber könne naturgemäss nur nach lokalen Gesichtspunkten unter Berücksichtigung der in den Nachbarorten bestehenden Verhältnisse festgestcllt werden. Basel. Am 13. October hielt die Verwaltungs-Commission des nengegründeten Vereins ״znr Förderung des gesetzestreuen Judentums in der Schweiz“ unter Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. Cohn ihre erste Sitzung im Bcthamidrasch in Basel ab. Die aus 20, in den verschiedensten Teilen der Schweiz wohnenden, Mitgliedern bestehende Commission war fast vollzählig erschienen. Das bisher vom Schomre-Tliora-Vereiu in Basel geleitete Stellen-Vermittlungs-Bnreau für שזסד• שבת wurde vom Verein ’übernommen. Zn Vertretern wurden ernannt: für .Basel Herr Charles Nordmann, Kornhaasgasse 8, für Zürich die Herren S. T e p 1 it z nnd Josef Brande! s, für Baden Herr Isidor Bollag, für Lnzern die Herren Abraham Erlanger und H. Braun. Far die französische Schweiz wnrde vorläufig von der Ernennung eines Vertreters abgesehen, da die Zahl der am שבת geschlossenen Geschäfte in der Westschweiz leider klein ist. In Genf z. Zt. giebt es, und dies erst seit allerjängster, Zeit, ein einziges am שבת geschlossenes Geschäft. Die Centrale für die Stellen-Vermittelang in der Schweiz bleibt in Basel, wohin Anfragen und Anmeldungen von auswärts zu richten sind. Vereins-Nachrichten. Frankfurt a. M., im October, Wie leicht es ist, auch im Sommer für den ״Verband der Sabbathfrennde tätig zu sein, besonders auf dem Lande — in den Städten ist im Somwar allerdings wenig■ zu erreichen — das beweist der Erfolg eines Mitgliedes der hiesigen Ortsgruppe, der nicht genannt sein will. Der betr. Herr bewirkte: in den letzten 5 Monaten die Gränpnng folgender Ortsgruppen Freiburg i. B., Gross-Steinheim, Merzig a. Westhofen i. E., Seligenstadt. Egelsbach nnd Möhringen i. W. Ferner hielt er Propagandavorträge in den bereits bestehenden Ortsgruppen Rödelheim, Baisingen nnd Rexingeu. Welch reges Interesse auf dem Lande unserer Sache entgegengehraebt wird, beweist der hohe Procentsatz der geworbenen Mitglieder im Verhältnis za den jeweils ansässigen Eamilien. Im Durchschnitt sind überall 70—80% beigetreten. In religiöser Hinsicht ist schon jetzt manch schöner Erfolg erzielt worden. So wurden in den Ortsgruppen W esthofen, Rexingen, Seligenstadt, Egelsbacb, Möhringen nnd Rödelheim Kizzur Scbnlcban Orach- Schinrim angeregt. Ferner hat der Hinweis anf die hohe Bedeutung des am שבת verbotenen ״Tragens“ in mehreren Ortsgroppen dazu, geführt, dass dieses Verbot mehr als bisher beachtet wird. Es ist dringend za wünschen, dass recht viele sich in den Dienst des Verbandes stellen, damit in allen Gemeinden in kürzester Zeit Ortsgruppen entstehen nnd dass planmässig der einmal gewonnene Boden weiter bearbeitet wird, nm das Interesse für die hohe Bedeutung des Sabbaths stets wach zu halten. Posen, 1. October. Der Bezirksausschuss hat. das Ortsstatut betr. Erweiterung der Sonntagsruhe in der von Magistrat und Stadtverordneten beschlossenen Fassung, d h. mit den Ansnabmebestimmnngen für die sabbathtreaen Firmen genehmigt. — Damit hat die Tätigkeit unserer wackeren, dortigen Ortsgruppe zn einem vollen Sieg geführt. — Folgende Spenden gingen bei der Ortsgruppe Posen ein: von Herrn J. Jeremias M. 25.—, נדבה עי׳ב M. 12.67 M. 37.67. Ihringen (Baden). Anf Veranlassung der Ortsgruppe Freiburg fand am Sonntag, den 7. Juli hier eine Versammlung zur Gründung einer hiesigen Ortsgruppe statt. Es traten 19 Mitglieder mit einem jährlichen Beitrage von M. 29.— bei. In den Vorstand wurden gewählt: Herr Maier Mayer, Vorsitzender, Herr Nathan W i 1 m e r sd o r f, Schriftführer und Herr Hermann Weil, Cassirer. Sulzburg (Baden). Angeregt vom Vorstand der Ortsgruppe Freiburg wurde hier durch Vermittlung des Herrn BcrtholJ 0 u k a s nach einer Begrüssangsansprache des Herrn E ין s t e i n-Freihnrg, in der er die Zwecke nnd Ziele des Verbandes in klarer, überzeugender Weise darlegte und einem darauffolgenden Referat des Herrn J. ■

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