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Der Sabbath · 1907-10-01 · 10 (10.1907) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
10 (10.1907)
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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64 Der Sabbath 'Jr*ir einnehmen, Mich die, auf einen Punkt conzentriert segensreich wir-, kcndten Kräfte, zu sehr zersplittern wurde. Ich glaube, dass das Projekt in folgender Weise der Realisirang am leichtesten znznfUhren sein wurde: 1) 'Dass Sie ohne Weiteres in den Spalten Ihrer geschätzten Wochen- — solche gleichzeitig zum Vereinsorgan designirend — sich jn Verbindung mit einigen anderen tüchtigen Männern von Maidz, Frankfurt, oder sonstwo, als provisorisches (Jentral-Uomite oonstftürt erklären und Ihre Tätigkeit unverweilt durch Ent- ‘ gegennahme von Beiträgen, Anmeldungen, und Vakanzen-Anzeigen eröffnen. 1 2) *Das» diese Tätigkeit sich auf Unterbringung jüdischer C'ommis, Handlungslehrlinge nnd Handwerker nnd Unterstützung solcher Stellenloser je nach Fähigkeit des Vereins und dem zu entwer- : fanden Statut gemäss zu beschränken habe. 3( Dass der weiteren Entwickelung und Kräftegewinnung des Vereins die allmähliche Ein- resp. Anschliessang sonstiger Insti- . tutionen. deren Teudenz auf Heilighaltung des Sabbath und! . ^!bezüglicher Erleichterung derselben gerichtet ist — und deren j c “Wichtigkeit Niemand verkennen kann — Vorbehalten bleibe. 1 I) Dass ein provisorisches Statut in diesen Richtungen auszuarbeiten sei; Hieran erlauben Sie mir noch gütigst einige Bemerkungen zu knüpfen: ad. 1. Da die Ausdehnung des Vereins auf ganz Deutschland abgesehen ist, wird das Domicil des Central-Comites völlig irrelevant sein und iiieht einen bedeutenden Handelsplatz voraussetzen, gegen dep andere Städte dann noch in Nachteil gesetzt wären; im Gegenteil mag die Vereinigung desselben mit dem Sitze der Redaction des- ,Israelit* sehr angemessen und nützlich erscheinen; ansserdem werden ihre Verbindungen zur Einholung der ,beständig notwendigen Informationen namentlich über religiöse Führung, höchst förderlich sein. Specialnnd Lokal-Comites (besonders für den Anfang und vor organisirterer Constituirung) halte ich gänzlich überflüssig. Ueberall werden sich für diese wichtige ׳Sache eifrige Männer Anden, die, ohne mit generellem Mandat betraut zu sein, kraft ihres bewährten (.'harakters nnd anerkannter Geschäftshandhabung, einen lokalen Mittel- 1 punkt für die der, Tendenz das Sabbath-Vereins zustrebenden Absichten und Anliegen abgeben würden. י ■ ad. 2. und 3. Der Ursprung der Sabbathschändung wird bei jungen Kaafleuten zumeist in der während der Lehrzeit gegebenen Anleitung und den dem besten Willen sich entgegenstellenlen Schwierigkeiten zu suchen sein. Eine sachgemässe Haltung ist zunächst so zu erreichen, dass der Schaden in der Wurzel angegriffen wird. Einmal in eine Bahn gelenkt, wo die Anschauungen und Uebe^zeugungen den religiösen Anforderungen parallel gehen, wird . der junge Mann Mittel und Wege ausfindig machen; den letzteren stets vor Allem zu genügen, und seine Kräfte auf Beseitigung noch ' bestehender Hindernisse (etwa Samstags-Wochenmarkt) concentrieren, welche dann schliesslich beharrlichen und vereinten Anstrengungen, i denen sich auf die Dauer auch die Ihres Vereines verbinden dürften, ' doch weichen müssen. Hochverehrter Herr, das Werk, das Sie neuerdings jetzt den vielen durch Ihr Wirken schon erreichten Resultaten — als Krone möchte ich sagen - beizugesellen im Begriffe sind, ist ein grosses; und wertvolles, das in seiner Tragweite nicht abzuschätzen und j welches der grössten Anstrengungen und Opferaufwendungen würdig i ist und solchen sicherlich bei aU Denen begegnen wird, die ein Herz für ( onservirung und-Wiederkräftigung des wahren Judentums haben; djiss deren noch gar viele G. s. D. da sind, wer möchte daran zweif]|lpXäer Erfolg wird es beweisen. Nur gilt es, rasch und euergisch, zum Ziele^zu führen und glaube ich mit unserem grossen Staatsmanne Ihnen znrufen zu können: ,Heben Sie den Verein nur I ip den Sattel, reiten wird er schon können.* Sehr glücklich würde ich mich schätzen, wenn dieses Expose,! dessen Weitläufigkeit ich zu verzeihen bitte, irgendwie einen Schritt . näher-.-Mi ■äfem von Ihnen angestrebten Ziele helfen könnte.!’Mit Aer Versicherung ausgezeichneter Hochachtung, verbleibe; tch, «MÜkA Herr Redacteur, Ihr ergebener j ■ l Gg. M. 1 Sabbath. Jf vollkommener die Technik sich entwickeln wird, je ausgedehnter dadf Besitztum und das Machtbereich der Kulturmenschbeit, Cje aufregender nnd aufreibender die Forderungen des Alltags sich gestalten werden, um so dringender wird das Bedürfnis nach dem Sabbath werden. Nicht die Poesie der Sabbathlampe, die Behaglich- Keit des Freitagabends, nicht die Neschomo Jesseroh des orthodoxen Juden am Sabbath — die nüchterne Buhe einer von Gott verordneten WferkeinsteUnng, der Sabbath als eine soziale Institution, ans einem göttlichen Manifest an die Erdbewohner als seine erhabenste Konsequenz erflossen, wird er die wilderregten Wogen glätten. Der Polizeimann, der am Sonntng sich die Zeit damit vertreibt, aufznpassen, ob aach alles im Einklang mit dem Reglement von statten geht, wird uns den Sabbath nicht bringen. Vermag er's ־doch nicht, an dem Herde jener grauen wochentägigen Prosa, die aus einem menschlichen Herzen wie ein Erbfluch alles . Licht verscheucht, drinnen in den geheimsten Gemächern der Seele sich aufzupflanzen und zu sprechen: Es ist genug, ihr habt das eure getan. Wer gibt diesem armseligen Helmträger und allen denen, die ihn senden, das Recht, darüber gutachtlich zu befinden, dass ein Individuum das Recht und die Pflicht zur Ruhe hatl Das kann nur Gott. Die Polizei kann nur verordnen, dass die Maschinen stille stehen, dass keine Eisenschläge auf die Strasse dringen, dass alle^Lehrjungen Gelegenheit haben, sich einmal gründlich auszuschlafen — aber den Sabbath bringt uns kein autorisierter Polizist. Unter Donner und Blitz verkündet ihn der Erdschöpfer vom Gipfel des Horeb herab. Darum verfliegt auch dieser Sabbath nicht mit dem flackernden Schein der Hawdolohkerze, darum empfängt von diesem Sabbath eine ganze Woche ihre menschenwürdige Weihe. (R. B. im Israelit.) «- Vermischte Nachrichten. Frankfurt a. M., 2. Oktober. Am 27. September begann hier die Tagung des Internationalen Verbandes fiir-Sonntagsfeier, der, im Jahre 1876 in Genf gegründet, nach seinen Satzungen folgende Ziele hat: ״Der Verband für Sonntagsfeier arbeitet für die Verbreitung der Grundsätze der Sonntagsruhe und der christlichen Anwendung des Sonntags. Die Durchführung dieser Sache, die zugleich eine soziale, eine humanitäre und eine christliche ist, scheint ihm nnerlässlich für das materielle, geistige, sittliche und religiöse Wohl der bürgerlichen Gesellschaft und der Familien. Unser Zweck ist, den Bevölkerungsklassen darzutun, dass es sich hier nicht um eine blos 'kirchliche oder Pfarrer-Frage handelt, sondern um eine im weitesten nnd edelsten Sinne chi^stliche Frage, die zugleich eine solche der Menschenwürde, der bürgerlichen Ordnung und des öffentlichen Wohls bedeutet. Darum bemühen wir uns, anznkämpfen gegen die Oeffnung der .Bureaux und Läden am Sonntag, wie auch gegen den Sonntags-Missbrauch, die aliznvielen Feste, die Fortbildungsschulen am Sonntag, die Löhnung der Arbeiter am Samstag- Abend oder am Sonntag, die sonntäglichen militärischen Uebungen und Versammlungen für Held-Interessen an diesem Tag.* An der Spitze der Verhandlungen stand die Beratung über Ausdehnung der Sonntagsruhe für Handlungsgehilfen nnd lechnische Beamte. Berichterstatter waren die Herren Hi 1 1 e r-Leipzig, Jng. L ü d e m a n n-Berlin, Roth-Hamburg. Da zu erwarten war, dass die Beziehungen von Sabbathruhe und Sonntagsfeier nicht ohne Erörterung auf dem Kongresse bleiben würden, hatten der ״Verband der Deutschen Juden* Herrn Rabbiner Dr. M. Horovitz nnd die in der Sonntagsruhe-Frage ,kooperirenden ״Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums* nnd ״Verband der Sabbath- Freunde“ in der Person des Herrn Moritz A. Loeb Vertreter zu den Verhandlungen entsandt. Während die Referate der Herren Lüdemann und Roth von unserem Standpunkt aus keinen Anlass zn Bemerkungen boten, war dies umsomehr bei den Ansführungen des Herrn Hitler der Fall. Dieser Herr, der als Vorsteher des Leipziger Gehilfen-Verbandes sprach, konnte sich nicht damit begnügen, für die Ausdehnung der Sonntagsruhe einzutreten, er leistete sich anch einen ebenso unmotivierten, wie sachlich ungerechtfertigten Angriff anf die ״orthodox-jüdischen* Kaufleute. Nach Ansicht des Herrn Hiller bilden die Bestrebungen der am Sabbath geschlossen haltenden Kauflente, zur Erledigung der dringendsten Arbeiten zwei Stunden Arbeitszeit am Sonntag zu erwirken, eine ״schwere Gefahr, für die gesamte Sonn• tagsruhe*, weshalb er die Versammlung anfforderte, 'sich entschieden

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