Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- 10 (10.1907)
- Date
- 1907-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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62 Der Sabbath. .׳Bevölkerung eingetreten ist, welcbe nicht nur die reifen, wirtschaftlich und sittlich gefesteten Lebensalter erfasst, spnderik auch, Vielleicht auch vorwiegend, gerade junge, blutjunge Menschenkinder .von Beimat und Elternhaus herausfijisst und in andere, fast stets grösserzögige, grös36t?Se3tinm;te Lebensverhältnisse hineinträgt, denen Sie durch. ,Erziehung und Schule nur allzu selteu gewachsen sind. Bie Gefahren, welche in dieser Tatsache für die religiöse, und damit auch für die sittliche Entwickelung . diese«; in Gewerbe und Handel und den freien Berufen * sich Betätigenden, jagendlichen Individuen gegeben sind, sit)d 8b edatant, dass ihrer Erkenntnis sich niemand vdrschHessen kann, der nicht etwa mit einem Brett vor dem Kopf ausgestattet ist; aber die immense Grösse diesdr Gefahr wird leider allzu selten richtig eiogeschätzt, und darum wird auch zu wenig, oder nichts von der Allgemein- . heit getan, um ihr zu begegnen und ihre Folcen zu verhüten. Haiid a!ufs Herz und schlaget an Eure Brust! Wie viele,^oder vielmehr wie verschwindend wenige Häuser sind es, dfe einem solchen תושב• ihre Pforten öffnen, ihn gastlich willkommen heissen, ihm mit Kat und Tat zur aB|e stehen, ihm irbane Gesellschaftsformen; beizu-; bringtoT unternehmen, ihm Herz und Sinn für edle, geistige Genüsse eröffnen und dadurch gegen die Lockungen der . ־Sümpfblumen immunisiren :■׳! Und es ist ein mehr als magerer Trost für, uns Jehudim. dass auch ausserhalb Unserer Kreise das Verständnis für diese Seite sozialer Fürsorge so mangelhaft als möglich entwickelt ist. Kann das fiu uns eine Entschul ligung sein? Ist nicht der Jehudi bertjfcn. gerade auch auf diesem Gebiete im Geiste seiner LeCfnslehre vorbildlich zu wirken und durch die Aufnahme, jener jungen tastenden Menschenseelen in den ei gen da Familienkreis das jüdische ע־נות, das jüdische Verantwortlichkeitsgefühl des Einen für den Anderen zu betätigen, das ganz Israel zu einer grossen Familie adelt. <f. \V f's auf diesem Gebiete im einzelnen geschehen katjiu und* wie es geschehen soll, verdient eine besondere Behandlung. ־ * * r ■ Delegiertentäg des Verbandes der Sabbathfreunde. Berlin, 30; Oktober. Das Ergebnis unserer Umfrage bei den Ortsgruppen war die sehr erfreuliche Tatsache, dass mit verschwindenden Ausnahmen als Ort der Delegirtentagung Berlin und als Termin der 26. Dezember gutgeheissen worden ist- Als vorläufige Tagesordnung ist in Aussicht genommen: 1) Rechenschafts- Bericht des geschäftsführenden Ausschusses: 2» Berichte der Commissionen: 3) Referat über ״Errichtung des Kreditinstituts“; A> Referat über jüdische Brockensammlungen und ihre Verwertung für dief Interessen der Sabbathheilgung; 5) Neuwahlen. — Wir suchen die Herren Vorsitzenden der Ortsgruppen, uns etwaige iinsche zur Tagesordnung baldgefälligst mitteilen zu wollen und die' Wahl der Delegirten in die Wege zu leiten. Wir bemerken, dass nach § 12 unserer Satzungen Anträge für die Delegirtentagung bis spätestens 3 Tage vor derselben eingereicht werden müssen. * Der geschäftsführende Ausschuss Dr. Ed. Biberfeld, Vorsitzender. Aus vergilbten Blättern. IX. JS. B. 5. Octobcr. In voriger Nummer veröffentlichten wir eine Reproduktion des Titelkopfes eines Blattes, das im vollsten Sinne des Wortes ein Vorgänger unseres ״SabbatR“ war; ,der Sabbath-Verein“, der als Beilage zum ,Israelit“ (Jahrgang 1867) erschien und speziell der Wahrnehmung der Interessen der שמירת שבת gewidmet war. Wir verhiessen unseren Lesern den Abdruck der einen oder anderen, auch beute noch lesenswerten Artikel aus diesem Blatte,das• leider nur noch in einem Exemplar sich erhalten zu haben scheint. Wir kommen diesem Versprechen hierdurch j für die'erste Nummer (Beilage zu Nr. 19 des ,Israelit“! nach, die einen reichen Inhalt bietet. Zunächt ergreift Israel Hildesheimer זצ׳ל, der Gründer und die Seele des Vereins, das Wort, um in einem ,Vorwort* seinen ״Statutenentwurf für den. deutsch-österreichischen שומרי שבת-Verein“ (vgl. Nr. 2, 4 und 5 Jahrgang 5 ds. Blattes) zu interpretiren und zu begründen. Der gerade in unseren Tagen, wo das Thema ״Einigung der Orthodoxie“ hochaktuell ist, besonders lesenswerte Artikel lautet: ".בחך ה' שעד־:< עז־ בד. Die rege Theilnahme, welche“das Project der הברד שופרי שבד seit der ersten Stunde der Veröffentlichung gefunden, ermöglicht mir schon jetzt, obgleich, wie ich ans den vielen 1 Correspondenzen ersehe, jetzt theils durch Benützung der דרשה 6פבד הגחר; zur Anregung, theils die Vollzähligkeit der Gemeindemitglieder I während des הב דפבד zur Realisirung die eigentliche Thätigkeit erst beginnt; dennoch schon mit 276 Beitrittserklärungen (76 mehr als die in Nr. 10 dieser Blätter, fixirte Miniroal-Summe beträgt) vor die! Oeffentlichkeit zu treten. Daher will ich hinter meinem dort gegebenen Versprechen nicht Zurückbleiben und folgenden Statuten- Entwurf der öffentlichen Diskussion vorlegen. Derselbe soll eben nichts weiter; als ein Entwurf sein, d. h. wenigstens der erste Anfang von Vorschlägen und durchaus nichts weiter; und bitte ich alle unsere Leser, sich dadurch um die emlgiltige Formulirung verdient zu machen, dass sic Verbesserungs-Vorschläge dazu machen, die ich entweder mit ihnen privatim discut.iren, oder, was im Interesse der Sache viel erwünschter wate, der öffentlichen Discussion (mit oder ohne Namensnennung der Autoren, ganz nach deren Wunsch) zuführen will. Die unsägliche Schwierigkeit des Statuteu-Entwurfes, gerade dieses Vereines entgeht mir durchaus nicht, und übernehme ich auch keinerlei Verantwortung der Zweckmässigkeit der einzelnen Punkte desselben; glaube vielmehr meiner Pllicht vollständig genügt zu : haben, indem ich denselben nach bestem Wissen und Gewissen formuliert, der Oeffentlichkeit vorlege; von diesem Augenblicke an beginnt j eine gleiche l’fficht der geehrten Herren Leser. Uebrigens werde ich zur weitern Eruirung der Wahrheit und des Zweckmässigen auch von diesem Entwürfe, wie vom ersten Aufrufe einen Separat-Abdruck; veranstalten und denselben sämmtlicben bis jetzt beigetretenen Mit-; gliedern, ausserdem aber auch den mir bekannten hervorragenden artheilsfähigen Rabbinen und Privaten zu gefälliger Beurtheilang 1 zusenden. Wer dies Unheil etwa in andern Blättern als im Frankfurter שזרע•, Israelit, דם•״״־ oder הרבנ-ן riiederlegt, wolle mir gefälligst j _ ') Der Name des Vereins bietet die grösste Meinungsdifferenz I was natürlich mit der dem Vereine zu gebenden Tendenz zusammen ' hängt. Sowie durch diese Blätter zieht sich auch darch meine dies bezügliche Correspondeuz der zweitheilige Gegensatz. Edle, thätige Glaubensgenossen möchten dem Vereine die allgemeine Tendenz geben, alle. praktischen Interessen des orthodoxen Judenthams zu wahren. : So der Titel, unter welchem die lübl: Redaction,' die den Verein betreffenden Angelegenheiten bis jetzt subsumirt hat, so der specielle Vorschlag in diesen Blättern ihn הברד שוסדי *פ:יפ zu nennen; so der Vorschlag des höchst thatkräftigen Glaubensbruder, der die bisherigen Errungenschaften ganz besonders förderte und ermöglichte, nämlich G. M. Gottschalk Luwi in Belgard und der Gesinnungsgenossen seines Kreises, die dem Vereiu den Namen ״jüdischer Verein“ zu geben wünschen. So sehr ich nnn aber auch die grosse Wunschenswürdigkeit eines so allgemeinen Bruderbandes der Orthodoxen anerkenne, und der Grösse und Heiligkeit dieses Strebens meine ungctheilte Achtung zolle; so geht doch meine unmassgebliche Ansicht und meine feste Ueberzeugung, der auch die meisten bei mir eingegangenen Correspondenzeu bestimmen dahin dem Vereine vorerst ganz bestimmte Gränzen zu limitiren. Wer Grosses leisten will, muss sich beschränken, wer vielerlei wenngleich noch so sehr Verwandtes gleichzeitig anstrebt, läuft Gefahr, seine Kräfte zu zersplittern and gar nichts zu erreichen. Je grösser nun aber das Pensum jeder einzeln These ist, desto grösser natürlich das Bedürfnis der Theilung, desto grösser . die Gefahr des centrifugalen Vielerlei. Nun wäre es wahrlich Wort- Verschwendung erst des Aasfährlichen beweisen za wollen, da der von uns projectirte Titel ״Verlegung des Wochenmarktes“ so sehr die ganze Spann- und Thatkraft von Huniderttausenden in Anspruch za nehmen geartet ist, dass er kaum einen Nebenbuhler neben sich duldet. Ist es ja leider so weit gekommen, dass sehr viele verzweifelnde Pessimisten existieren, welche nnr hoffnungslose Stossseufzer haben, eine That aber für darch die Verhältnisse gelähmt erklären. Dass wir nicht zn ihnen gehören, dafür zeugt das Projekt selbst; dass aach die Majorität unserer Glaubensgenossen nicht dieser ן Ansicht, dafür bürgt mir die grosse Sympathie, die das Projekt alleri seits findet. Die zweite Seite des allgemeinen Strebens für שמירד שבד! (§ 2 b) ist gleichsam nur ein Zwillingsbruder der andern penp» n. Sonst aber heisst es: Haushalten, haushälterisch mit Kräften und Geldmitteln amgehen, sie alle einem Brennpunkte zazawenden. Hat dieser בעיה gründlich gezündet; dann ist es Zeit, schrittweise auch jene heiligen Empfindungen za realisiren, denen schon jetzige Ver- I wirklichung die obigen alle Achtung verdienenden Glaabensbrüdcr wünschen (§ 2 Zusatz).