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Der Sabbath · 1907-10-01 · 10 (10.1907) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
10 (10.1907)
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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—^■־ (Donafsblaff <:— zurpörderung der Sabbathheiligung וחו locialen und wirtlcbaftlicben Ceben derGegenwart. Organ des Verbandes der Sabbathfreunde, des Vereins zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit Frankfurt a. M., des Vereins für Stellenvermittlung, Berlin, des Stellenvermittlungsvereins jüdischer Kauf leute. Breslau und des I8r. Stellen Vermittlungsvereins, Hamburg. Verlag: J Redactlon: Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit, Frankfurt a M. I Dr. Ed. Biberfeld,-Berlin. . Centralbureau des Verbandes der Sabbathfreunde: Berlin C., Heldereutergasse 4. _ Die Mitglieder des Verbandes nnd der Stellenvermittlungsvereine zu Berlin, Breslau, Frankfurt und Hamburg erhalten das Monatsblatt »Der Sabbath“ unentgeiuict. Bezugspreis für Nichtmitglieder Mk. 3.— jährlich. — Anzeigen 30 Pfennig die viergespaltene Petitzeile, bei Jahre8aufträgen Babatt. — Correspondenzen für die Iledaction an Dr. Ed. Biberfeld, Berlin C., Heidereutergasse 4. alle sonstige! Mitteilungen geschäftlicher Art an die Geschäftsstelle des .Der Sabbath“, Frankfurt a. M., Neue Zcil 63. Nachdruck der Artikel mlt^ Quellenangabe erwünscht. TEREINSBIJREArx: I Berlin Ji.:. Jrtoribijouplatz JO. Breslau. Schueidnitzerstr. 21. H Ein sociales Hilfswerk.! E. B. B e H i n, 20. October. j Die sociale Phrase beherrscht unsere Zeit; das lehrt i ein Blick in die Tageszeitungen und Wochenschriften, j in die Versammlungsreferate wie in die Gerichtsberichte, auf die Parlamentsverhandlungen und die Kongresse, wo׳! allüberall Arbeiterfürsorge und Mutterschutz, Heilstätten- | bewegung und staatliche Versicberungsgesetzgebung nicht | nur ständige Rubriken haben, sondern oft den hervor-! ragendsten, wenn nicht den einzigen Verhandlungs- und! Beratungstoff bilden und durch ihre Ergebnisse sich j Einfluss auf Gesetzgebung und öffentliches Leben nötigen- I falls zu erzwingen wissen. Man mag diese Entwicklung vom Standpunkte der höheren, politischen Betrachtungsart der Dinge beklagen, beklagen, dass das Interesse und Verständnis lür abstract politische Bestrebungen, für allgemeißkulturelle Probleme immer weiteren Kreisen ver- 1 loren gebt: als Realpolitiker wird man es nicht unterj nehmen wollen gegen den Strom zu schwimmen und als i Prediger in der Wüste gegen diese Zeitrichtung, die ihre j Zeit hat, die Geister aufzuiufen versuchen. Wie dem j auch sei: das Judentum als Religion, das Judentum als 1 gelebte Religion hat bisher und wird auch in Zukunft ' keine Befruchtung von dieser neuen Lehre empfangen; ■ was berechtigt und gut ist an den sozialen Forderungen : und Geboten hat schon unsere Thorah — es sei nur an j Sabbath- und Bodengesetzgebung erinnert! — in wahrhaft I göttlicher Grösse ihren Bekennein für alle Zeiten vor-! geschrieben; und sie hat es mit mehr Recht als der moderne Staat, die moderne Gesellschaft getan, weil die Rechtsbasis für sie als die Willensäusserung des Schöpfers doch wohl zweifelsfreier und unbedenklicher ist und all- . zeit bleiben wird, als für den Menschenwitz, der in das I Selbstbestimmungsrecht und die freie Schicksalsbildung j der Einen zu Gunsten der Anderen einzugreifen unternimmt. Wohlgemerkt: die gelebte Religion des Juden-; am bürg 6.: Carolinenstr. 321• p r a n k f ut 1 a. Jfl.: Schülzenstr. )4tums; das will heissen, für denjenigen nur, dem das Judentum nicht nur eine durch ehrwürdige Historicität Schützens- und anerkennenswerte Antiquität und ein Gegenstand rücksichtsvoller Pietät ist, sondern wem die Thora und ihre Erfüllung Lebensluft und Daseinskern bedeutet;! wer in ihr nicht ein Meisterwerk weitschauender Staatskunst und Völkerpsychologie bewundert, sondern in ihi das Wesen des Gottesgeistes verspürt auf allen Wegei und in allen Zeiten; wer ihren Geboten gehorcht, nfcht an ן Gott zu geben, was Gottes ist oder des Lohnes wegen : um Verhängnis abzuwebren, sondern aus Liebe und min; Liebe, aus dem übermächtigen Drange heraus ein ver• schwindend kleines Partikelchen ,׳von der grossen Schule der Dankbarkeit abzutragen und wiederzuerstatten, weicht jeder Augenblick, jeder Athemzug, jede Lebensfügung dem Menschen auferlegt, und die nimmer abgetragen wird Wer die מצות צדקה übt, weil und wie die Thora sic gebietet; wer den Sabbath nach dem Mahnruf des Zehn■ worts zu einem Erholungs- und Erhebungstage, gestaltet für sein ganzes Hans bis herab zu Magd und Knecht: wer an dem Taglöhner, dem Handwerker erfüllt die Pflicht des לא תלין פעולת שניר; wer den Zinsgenuss verpönt; wer dem אודך עמך •r. zu genügen sich bestrebt dem können diel Errungenschaften neuzeitlichen, sozialer Empfindens und Wirkens nicht imponiren, ihm können sit nichts Neues, Besseres bieten. Und doch, gerade in einem nur allzuwicbtigen~Punkt< scheint auch unseren gesetzestreuen, thoralebenden Kreisei; das soziale Verständnis zu ermangelD, ist das; Verstand׳ nis für die Pflichten und Aufgaben, welche die moderner! Lebensverhältnisse geschaffen haben und ihnen auferlejen nicht genügend tief eingedrungen. Die Freizügigkeit, di<! grösste aller freiheitlichen Errungenschaften, welche wir dem modernen Staat zu verdanken haben, hat es zu Stande gebracht, dass in Massen, welche frühere Generationei sich nimmer vorzustellen vormochten, eine Bewegung de!׳

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