Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- 9 (9.1907)
- Date
- 1907-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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54 Der Sabbath Ladenhüter geworden istIn den Sammeiräumen der Peah werden die abgeholten Sachen zunächst einer strengen Sichtung unterzogen* Sortiert, in die jeweilige Reparaturstellc gebracht und wiederhergestell# ehe sie von Neuem in die Welt, allerdings nicht in die vornebml, hinauswandern. Nachdem die-Gegenstände gründlich gereinigt, neu ^efli^kt, zusammengenagelt, geleimt, an gestrichen, lackiert und Höhst,' ,ifcdder ansehnlich gemacht worden sind und jedes Stück seinen passecdcn_IMatz erhalten ,hat, wird man förmlich an ein modernes Warcnhälfe^ginnert. Allerdings herrscht hier kein so verlockender Glanz uijd^Hientieren sich die Gegenstände auch nicht ganz so reizv01F\^^n unseren modernen Kaufhäusern. Dafür sind sie aber entschieden billiger: waSvfiie Preise betrifft, können VVertheim, Tietz, Jaudorf. etc. nicht mit der Peah konkurrieren. Bevor die Händler ,erscheinen und ihre Einkäufe machen, haben die Abholer, Tischler, Polsterer, Anstreicher, Stultlechter, Schneider etc. ihre Arbeit zu tun, uud damit beginnt die Haupttätigkeit des Vereins Arme, arbeitslose Muonei und. Frauen werden mit dem Abholen, Sortieren und Heparieren Her Sachen beschäftigt uud erhalten dafür einen Tagelohu, welche! ausreicht, um sie und ihre Angehörigen zu ernähren Wie nun nicht gesagt zu werden braucht, können umsomehr Leute beschiftigt werden, jemehr Gegenstände dem Verein zulüessen, denn nj c li t Almosen, sondern Arbeit soll den Armen gewährt werden. Und eben das ist in erster Keihe Zweck und Ziel de* jüdischer Br.ockensammlung armen jüdischen Familienvätern Arbeit zu bieten, das ist wahrlich eine im höchsten Grade förderüswerte Aufgabe, dä*. das wackere Institut schon jetzt mit seinen bisher nur sehr bescheidenen Zuwendungen erfüllt. Welche Wohltat es ferner bedeutet, dass wenig bemittelten hier die Möglichkeit geboten wird, zu •einem' auch für sie erschwinglichen Preise Möbel uud sonstige Haushaltungsgegeustände. Kleider. Wäsche cic. zu erwerben, 'braucht nicht dargetan zu werden. Dass auch Vieles, sobald man sich, von der Würdigkeit und Bedürftigkeit des Reflektanten überzeugt hat, auj unkündbaren Kredit verkauft wird, liegt in der Natur den Geschäftsbetriebes und bat sich derart bewährt, dass die Leiter j der •Anstalt bis ln utc noch nie gezwungen waren, einen säumigen Kunden verklagen zu müssen. V or den hohen Festtagen wird manche ljuüsfra« wünschen, beim ,grossen Heinemathen“ Das und Jenes loszuwerden, n;as nicht mehr verkäuflich ist oder so wenig einbringt, . dass < s nicht der Muhe lohnt, es für den Händler 'zu verwahren. fmr .steht der grosse L'm/iigs-Termin vor der Tiir, ttnd dabei zeigt sich, dass viel unnützes Zeug sich angesammclt hat, das ins neue Heim mitzunehmen nur eine Kosten-Verschwendung wäre. Und nun wende ich mich in erster Linie Bn die gütigen Leserinnen, an die Damen des Hauses, mit der herzlichen Bitte, schon heute sich der Peah in der Neuen Friedrichstrasse N'o. 5/6 und der Telephon-Nuinmer Amt VII 10516 erinnern zu wollen, Tag und Stunde zu bestimmen, wann sie die Abholung wünschen, auch wie gross und welcher Art die Gegenstände sind, damit der geeignete Wagen geschickt werden kann. Ferner bitte ich alle Geschäftsinhaber und Fabrikanten ihre ,Ladenhüter“, Abfälle und sonst nicht mehr verwendbaren Artikel der Peah zu überlassen, endlich Diejenigen, die sich zu verheiraten und eine neue Wohnungseinrichtung zu beschaffen gedenken, uns die alten Möbel zu schenken. Dnrch einen solchen Akt der Munihcenz erwirbt man die dauernde Ehrenmitgliedschaft, jedenfalls — was sicher noch höher bewertet wird — das Verdienst, armen, arbeitslosen jüdischen Familienvätern und Müttern Brot za bieten und über schwere Tage hin wegzuhelfen. Also nochmals; kein Geld, obgleich wir auch dies zum Besten unserer Institution nicht von der Hand weisen, sondern nur Euer unnütz gewordenes Gerümpel bitte ich Euch, liebe Brüder und Schwestern, der Peah zu überweisen. Warum ich mich so lebhaft für die Peah verwende:■׳ - Keineswegs nur deshalb, weil ich zum Kuratorium gehöre, sondern in allererster Keihe als Sachwalter jener Unglücklichen, denen wir Beschäftigung und damit Brot bieten, das sie andererwärts vergebens suchen, zumindest, da sie den Sabbath nicht entweihen wollen, nur sehr schwer finden! Zu jeder etwa gewünschten Auskunft bin ich gerne bereit! Dass auch wir gern bereit sind, über unsere bishcrigen Erfahrungen und Ergebnisse Auskunft zu erteilen, wenn beabsichtigt wird das hier gegebene Beispiel nachzuahmen, ist selbstverständlich. Die rührige Ortsgruppe Breslau unseres Verbandes ist denn auch schon am Werk mit Beginn des nächsten Quartals dort eine Brocken- Sammlung nach dem Muster der hiesigen einzurichten. Der Erfolg wird sicher auch ihr nicht fehlen. . r E. D., Berlin, 5. Scpttmser. In den ■Beigefügten Abbil- ',aungen* führen wir unseren Lesern f'olleginnen unseres Blattes׳»Y0r. Nummer 1 darf allerdings mit Recht den Anspruch erheben nicht nur als Coliegin, sondern sogar als Vorgjagerin angesproclien zu 'Vvjpn• Als nämjich 1m Jahre 1801 auf Anregung Isra31 Hildesheimers לצר und unter tätiger Mitwirkung zahlreicher wackeren Männer ג ע, die die Bedeutung derSache erkannten, •sich der Sabbath-Verein mit ׳fast den gleichen Tendenzen .;wie unser ,Verband־ gebildet hatte, — worüber *unsere ‘Artikelserie ,aus vergilbten Blättern“ berichtet —, empfanden die Leiter dieser Vereinigung sehr bald das Bedürfnis des Besitzes eines eigenen Organs, welches über den Fortgang derselben berichten, Anregungen •v Unsere Golieginnen. V Ul. gdjtgang. י• (gytra־Beilage ju 9ir. 19 bei Sroelit. t>irfc 3citfd)rift erfebeint für'« (frfte in jmanglofen Blättern alö @rarie־©cilagr fee* 3#״raeHt". Slatutf n ־ (Entmurf für fceutfd)־ötferretcf)tfct).1) 2Screin ־(2 שיכידי שבת Son /Rabbiner Dr. Hildesheimer. ® orroort. 3 ב־יז־ ה' שעזי־גי ער כה>ie rege Sheilnahme, roeldjt bai ®rojeet ber הכית שישרי שנת feit her elften ©tunbe bfT?*eröfientlidjung gefunben, ermöglicht mir jdjon jefjt, obgleich, mit i$ auS ben Dielen Gorrefponbenjen erfehe, erft jefcf tfyeili burch Senüpung ber דרשית לשנת 3 הגדולur Anregung, tljfitS bie ®oQjähtigfeit ber @emeinbemitglieber roöhrenb beä חג הפכה!ur Jfeülinnmg bie eigentliche?bätigfrit beginnt; bennoeb febon mit 276 Beitritt Serflätungen (76 mehr als bie SRr. 10 feinerlei Beranttnortung ber 3mecfu1ä4igtrit ber einjel־ nen fünfte beäfelben; glaube nielmebr meiner »pfficftt ooffftänbig genügt ju haben, inbem ich benfelben nach beftem ffiiffen unb ®eroifien formulirt, ber Oeffentfidp feit norlege; non bieiem ®ugenblitfe an beginnt eine gleiche ®flicht ber geehrten •denen Befer. Uehrigenä roerbe menhängt. €0m1e burch btefe Statt,-!־ nffjt lieh auch burch meine btesbejügliche ßorrefponbem ber jmeitheilige ®egenfat• ®bie. thötige Slaubenögenoflen möchten gern bem Sneine bie aHge־ meine ienbenj geben, alle praftifchen gntereffen be« orthobojen 3ubenthumS ju mähren. So ber ItM, unter melchem bie IBM. Sebadion, bie ben Sercm betreffenben Stngelegenheiten bii jept (ublumirt hot. (0 bn fperiefie $0r1<hlag in tiefen Blättern ihn. ,אוזזגים •Amt rnr“ jtu. nennen; (0 bn Soll (hing bri h*<hü *h01' träftigen ®laubenäbruberä, bn bie bisherigen Cmmgenfchaften gan* befonbnä förberte unb ermöglichte, nämlich ® SR. ®®Ü’ fchalf 2emt in ®eigatb unb bn ®eftnnungSgenoflen (eines Äteifei,