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Der Sabbath · 1907-07-01 · 7 & 8 (Juli-August 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
7 & 8 (Juli-August 1907)
Date
1907-07-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Der Sabbath. LjScnen Leben der Gegenwart zu bessern, Herr Sanitäts- 1 -,rat Dr. Steinthal in einem Artikel ,Aus der Berliner Gemeinde* folgenden Satz: ,Jeder, der nicht will, dass , dem unwiederbringlich verlornen Sabbathauch die anderen geheiligten Institutionen folgen, wähle u. s. w.* Man sieht, Herr Dr. S. gehört nicht zu denen, die die Sabhaithentweihung durch die Massen gutheisst, man hört äus' *׳seinen Woiten vielmehr das freilich gedämpfte pedau^rn* jjbpr diese 'Entwickelung der Dinge, die er gern anders gewünscht hätte. Aber auch für ihn steht es mit apodiktischer Gewissheit fest, ,der Sabbath ist unwiederbringlich verloren“, und wer reale Politik treiben will, tut nicht gut in aussichtslosem Beginn seine Kräfte zu vergeuden, sondern wefljße tie dorten auf, wo noch etwas zu retten ist. •Und während er glaubt, die Dinge so klar zu schauen, begegnet ihm doch der grundstürzende, verhängnisvolle Irrtum, zu wähnen, als wäre ein! Judentum überhaupt noch erhaltenswert, dem der Sabbath | unwiederbringlich verloren ging. Und• doch, man verhehle es sich nicht, hat weit über die Grenzen hinaus, in denen Herr Dr. S. das Judentum unserer Tage kennen zu lernen Gelegenheit sufifct und findet, hat, leider, bis tief und weit hinein in die Kreis'e, die selbst noch fest und treu den Sabbath als Ruhetag sich bewahrten, jene Mutlo!־igkeit um sich ' gefressen, die an einer Besserung schier verzweifelt. .. .Nur so erklärt es sich ja, was wir oben mit Tadel erwähnten, dass so oft der Bittrut auch bei ihnen ungehürt r^rerhailt, dass.sie bei Vergebung von Arbeit, bei geschält- Vichen und häuslichen Einkäufen, bei der Anstellung von Personal und Verwendung von Handwerkern doch die- —jenigen Bewerber vor Allem berücksichtigen möchten, welche den Sabbath beobachten und seine Gesetze hüten. Wie wäre es möglich, dass diese Bruderstimme sich nicht mit überwältigender Kraft geltend zu machen wüsste, ’ ^enn ihrem Apell eine siumpte, dumpfe Resignation, die an der Zukunft verzweifelt, nicht gegenüber stände, die die Ohren verstopft, dass sie nicht hören, die Herzen verschliesst, dass sie nicht menschlich-jüdisch sich regenr! Als h!ätte der leiderprobte Psalmist sein er .קוד. אל ד הזק ••אד*ן אל דנך .־ק־־, אל השם nicht gesungen, als wäre ה ר diese Lehre, die er gekündigt, aus Israels Herzen entschwunden! Die Geschichte unseres ״Verbandes derSabbatbfreunde* ist schon jetzt, und wird es בם־ד immer mehr und mehr noch werden, ein dämmender Protest gegen diese feige, schwachherzige Resignation. Als wir vor wenig mehr als zwei Jahren an die Oetfenlichkeit traten, da hatte sogar manch einer, der sich heute bereits zu den Unsrigen zählt, wohl ein überlegendes Lächeln oder ein mitleidiges Achselzucken allein übrig für unser Beginnen. Man wol|jte*es*)icht glauben, dass es sich ermöglichen lassen wer&9* die OelieDtlichkeit von der Güte und Gerechtigkeitunieref Bestrebungen und Forderungen zu überzeugen, dass es ins gelingen werde, die Indifferenten aus ihrer TeilnahmÄfosigkeit, die Mutlosen zum Selbstbewusstsein, die Abgestorbenen zu neuem Leben zu rufen und zu decken. Man wollte es nicht wahrhaben, dass G. s. D. die Idee des שבת קדש auch heute noch in unendlich grösseren Kreisen ihre Werbekraft bewähre, als man gemeinhin bei oberflächlicher Betrachtung annehmen darf; man prophezeite uns bei dem Verkehr mit der Öeffentliebkeit, mit Behörden, mit Andersgesinnten ein beschämendess Fiasko, dessen Wirkung schädigender für die Sache?des Sabbatbs sein werde, als die bisherige träge Zurückhaltung. Und heute! Rund 75 Ortsgruppen in , allen Teilen des deutschen Reiches zeugen mit ihrer an das 4. Tausend heranragenden Mitgliederzahl, dass die Verheissung der Thora wahr ist und ewig wahr bleiben wird, dass der עבת• sein solle ein אות עולם, und dass auch derjenige, dem die Zahl der Massstab der Dinge ist, gestehen muss, dass auch in Deutschland die Sabbathheiligung noch lebt und wirkt in Israel. Durch unser Beispiel augeregt und Hand in Hand mit uns bat in unsrer habsburgischen Nachbarmouarchie, bat in England, in den Vereinigten Staaten Nordamerika’s die Bewegung für die Sabbathheiliguug eingesetzt und auch dort unter ganz andereu Verhältnissen und Lebensformen eine Beslätigung unserer Erfahrungen erbracht. In der Frage der Sonulagsruhegesetzgebung hat unser'Vorgehen es bewirkt, dass der ״Verband der deutschen Juden“ die Wahrnehmung der Interessen der Sabbathtreuen zu seiner Sache gemacht und unsere Mitarbeit an seinem Vorgehen nachgesucht hat, und an mehreren Orten ist es bereits dem Eingreifen unserer Ortsgruppen zu danken, dass die Schäden einer ortsstatutarischen Sonntagsruheerweiterung für die שומרי •עבת gemildert worden sind. Sind diese Erfolge auch mehr als bescheiden, so haben sie das eine Gute doch unstreitig schon jetzt gewirkt, die üblen Prophezeiungen in unserer Geburtssiunde zu Schanden zu machen und neuen Mut in die Herzen unsrere Freunde zu giessen. קדה אל השש! So lautet unsere Losung für und für. Möge das Hohelied des Gott Vertrauens, das jetzt in den Gemeiuden Israels alltäglich erklingt, Widerhall und Glaubensmut in den Herzen der Hörer und Beter wecken; möge der Geist des השם אורי וישעי ממי אירא wieder aufleben, das jüdische Leben und Bewusstsein wieder erfüllen und die Geister rufen, zu echtjüdischer Tat für die Heilighaltung des שבת קדש. Dann wird der grössere dauernde Erfolg nicht ausbleiben: וקוד, אל השם! Unsere Zukunftaufgaben. Von Max Neuberger, .Berlin. Es beginnt in unseren sabbathtreuen jüdischen Kreisen zu tagen, wenn nicht alle Anzeichen eines heraufsteigenden Morgens täuschen. Zusammenschluss und Einigung sind die Losungsworte, denen man in unseren jttdisehen Blättern in den letzten Wochen begegnet.^,Zusammenschluss all derer, die noch fest und unverrückt auf dem Boden des Gottesgesetzes stehen, Zusammenschluss zum Zwecke der Einigung in Erfüllung unserer grossen und auch der klein erscheinenden jüdischen Aufgaben. Wem schlägt das Herz nicht höher, wenn er sieht, wie sich weit und breit das;Streben bemerkbar macht, zu bessern, zu erhalten und fortzupfianzeu unsere heiligsten Regungen, unser Sinnen und Trachten 1m Dienste eines wahren und bewusst erfassten Judentums. Aus all den Stimmen der Zeit, die so vielfach in den letzten Wochen au unser Ohr gedrungen sind, lässt sich eine gar deutdeutliche vornehmen. Es ist der Wille zur Tat! Bekennen wir es ruhig, ja wir haben gescnlafen, glaubteu, es sei besser die Augen zu schliesseu und uns über die Schwierigkeit unserer jüdischen Lage hin weg Lauschen zu dürfen. Aber noch zur rechten Zeit sind wir erwacht. Jetzt gilt «s noch die letzten Schlummerstäubchen aus den Augen zu reibeu und den erwachenden Morgen frohgemut zu begrüssen. In eine solche Zeit des Erwachens drangen die Anregungen in der letzten Nummer dieser Blätter. Sie. sollten nichts Funkelnagelneues bringen, sie sollten nur raten, sollten ermutigen und anspornen. Und siehe טרם

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