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Der Sabbath · 1907-04-01 · 4 (4.1907) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
4 (4.1907)
Date
1907-04-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der Sabbath.. 3 Positive für beide Teile za erzielen. Doch darüber Ihnen za schreiben, hrter Herr Redakteur, behalte ich mir für ein anderes Mal vor; heute glaube ich bereits Ihre Zeit und Ihren Raum über Gebühr beansprucht zu haben. Genehmigen Sie den Ausdruck meiner Hochschätzung Ergebenst! C®'' "W Dff ' J'(?) Vermischte Nachrichten. Frankfurt a. M., 10. April. Der ,Zentralverein israelitischer Gemeindemitglieder“ hatte auf gestern Abend in den Saal des KaufmSnnischen Vereins eine öffentliche Versammlung berufen, in der zn der Frage: ,Soll an Samstagen und israelitischen Feiertagenan denNeubauten der israelitischen Gemeinde (Reform-Synagoge, Pbilantropin, und Krankenhaus) g ebaut werden?“ Stellung genommen weiden sollte. Der Vorsitzende, Herr Dr. Hecht, ersuchte zu Beginn der Versammlung die Anwesenden nm eine ruhige Behandluug der die Gemüter erregenden Streitfrage und erteilte Herrn Dr. Hanauer dag Wort zum Referate. Herr Dr. Hananer verbreitete sich zunächst ausführlich über die Geschichte der Frankfurter Geraeindebauten und kam dann erst auf den zur Verhandlung stehenden Gegenstand zu sprechen: Schon gleich als die Frage auftauchte, haben die dem Gemeinde-Ausschuss »!)gehörenden Mitglieder des Zcntralvereins dort ihre Bedenken gegen das Bauen am Sabbath und an Feiertagen zum Ausdruck gebracht. Später hat sich die Hauptversammlung des Vereins mit der Sache befasst, und.es wurde an den Gemeinderorstand eine Anfrage Uber seine Absichten gerichtet. Die Antwort lautete, dass die Frage eingehenden Beratungen der Gemeindebehörden unterliege. Es ist, bemerkte der Redner, da noch kein Beschluss vom Gemeinde-Vorstand vorliegt, noch nicht zu spät, um die Meinung, dass nicht an Sabbath- und Feiertagen gebaut werden dürfe, zur Geltung zu bringen. Man könne ganz davon absehen, ob die gegenteilige Ansicht gegen den Wortlaut des Religionsgesetzes verstösst oder nicht. Das Bauen müsse unterbleiben, weil es Aergernis erregen und die ,religiösen Empfindungen vieler verletzen wtirde. Es sei eine Inconseijuenz, wenn in den Schulen von der hohen Bedeutung der Sabbathruhe gesprochen .und in der Praxis in entgegengesetzter Weise verfahren werde. Wenn am Samstag am Bau gearbeitet werde, so wurden auch zahl- Teiche jüdische Handwerker und Gewerbetreibende dadurch an der Uebernahme von Bauarbeiten gehindert werden. Das stehe doch im Widersprach zn der Förderung des Handwerks, die man sieb sonst zur Aufgabe mache. Der Referent geht dann auf die Gründe ein, die von den Verteidigern des Bauens am Sabbath vorgebracht werden. Der Hinweis auf auswärtige Gemeinden sei nicht stichhaltig, übrigens sei hier an dem Tempel in der Börnestrasse und dazu noch in der Zeit von Dr. Stein, dem man doch keine Vorliebe für die Orthodoxie nachsagen kann, am Sabbath nicht gebaut werden. Die Verteuerung des Baues, von der gesprochen wird, ist nur eine geringe und kann bei den Jlillionen, die der Bau kostet, nicht in Betracht kommen. Wenn aber von der Gegenseite gesagt werde, die neu zu errichtende Synagoge sei ja eine lieberale Institution, die Konservativen hätten also nichts hereinzureden, 80 sei darauf zu erwidern, dass die Synagoge nicht die Einrichtung einer Partei, sondern der Gesammtgemeinde darstellt. Es sei schliesslich auch die Notwendigkeit der Fortbildung des Judentums ins Treffen geführt worden, er wisse jedoch nicht, was die Fortbildung des Judentums mit dem Bauen am Sabbath zu tun habe. Wir verlangen, schlicsst der Redner, ■ dass beide Richtungen gleich behandelt werden, und dass man uns nicht brüskiert. Er bittet um Annahme der vom Vereinsvorstand vorzuschlagenden Resolution. In der nun folgenden Diskussion ergreift zunächst Herr J. Mainz das Wort zur Abgabe einer gegen die Absichten des Gemeindevorstandes entschieden protestierenden Erklärung. Herr Max Bauer zeigt, dass weder die Verzögerung des Baues noch die Mehrkosten, die durch die Einstellung der Arbeit an Sabbath- und Festtagen verursacht werden, irgendwie zutreffende Argumente sind. Der Tempel in der Börnestrasse ist an den Sabbathen fast leer, also komme es auch nicht darauf an, ob die Synagoge 2 oder 8 Monate früher fertiggestellt werde. In der zu errichtenden Synagoge werde doch wohl auch das Wort ,Du sollst. den Sabbath heiligen“ gelehrt werden, es sei dies aber ein Jesuitismus, wenn jetzt am Sabbath gebaut werde. Herr Schottenfcls wünscht nicht eine Resolution, die lediglich die Ansicht des'Zen trat Vereins zum Ansdruck bringt, sondernf^einen Protest gegen das Vorhaben des Gemeindevor- Standes. Dem schliesst sich Hyr Lehmann an, indem er gleichzeitig die Art und Weise, wie Herr Dr. Hanauer die Sache behandelt habe, als viel zu zart bezeichnet. Herr Mainz geht noch einmal kurz auf in Betracht kommenden halachischen Gesichtspunkte ein. Herr Hirsch protestiert dagegen, dass der Vorstand nur von Dr. Sdligmann ein Gutachten eingeholt habe. Ein Rabbiner wie Dr. Seligmann könne nicht als massgebend in dieser Sache angesehen werden. Der Redner [ wünscht, dass für eine Petition an den Vorstand Unterschriften ge- 1! sammelt werden. Herr Fräukel wendet sich gegen das im Gemeindei ausschuss den Gegnern des Bauens am Sabbath entgegengehalteue ' Argument, bei dem Bau der Synagoge am Rörneplatz seien den Kon- | servativen von der anderen Seite auch keine Vorschriften gemacht ן worden. Der Redner hat dem gegenüber gefragt, - welche Gefühle; liberaler Mitglieder denn dadurch verletzt worden seien, dass am! Bau dieser Synagoge am Sabbath nicht gearbeitet wurde. Herr j Frankel ist erfreut darüber, dass auch Mitglieder des .Freisinnigen! Vereins für jüd. Gemeindeleben* sich auf den Standpunkt der Konservativen gestellt hätten. Herr Dr. Heinemann macht gegenüber der Betonung des Kostenpunktes auf Seiten der Freunde des Rauens am Sabbath darauf aufmerksam, dass eine etwaige Ersparnis illusorisch gemacht würde durch die Schwierigkeiten, die sich fortan einer Gewinnung gesetzestreuer Steuerzahler für die Gemeinde cntgegenstellen würden. Der Redner findet es merkwürdig, dass ein Gemeinderabbiner, , der seine Kinder das Pbilanthropin habe besuchen lassen, bezüglich des Philantkropin-Nenbancs nicht nm sein Gutachten ersucht worden sei, wäbread Herr Dr. Seligmann befragt worden sei, obwohl er seine Kinder in andere Schnlen schicke. Das Verhalten derer, die sich für den Bau am Sabbath ins Zeag legen, entspringen einem .-דשעד, dem energisch entgegengetreten werden müsse. Herr Ettlinger teilt mit, er habe erfahren, dass beim Philanthropin*Neubau bereits am Sabbath' Erdarbeiten vorgenommen worden seien. Der Vorstand habe bereits den Beschluss gefasst, am Sabbath arbeiten zu lassen und nur für .ראש הש:ד und יום נ*ו die Einstellung der Arbeiten zu verlangen. Herr Dr. Heincmann erklärt das für noch schlimmer, als eine Beschlussfassung, wonach an allen Feiertagen gearbeitet worden wäre. Herr Br. Katzenstein hält es für gut, nur die idealen Gesichtspunkte zur Geltung kommen zu lassen. Es dürfe am Sabbub nicht gebaut! werden, einmal wegen des hässlichen Eindrucks, den das auf Anders- 1 gläubige machen müsste, und daun weil die Gemeinde damit ein! böses Beispiel geben würde. Herr Heymann tritt ebenfalls für eine Petition ein. Herr Schloss meint, der Zentralvereiu sollte sich mit dem .Freisinnigen Verciu“ ins Benehmen setzen. -Da sich keine weiteren Redner melden, so schliesst Herr Dr. Hecht die Diskussion und schlägt der Versammlung vor, dem Vorstand des Vereins zu überlassen, ob die Resolution die Form eines Protestes haben solle, oder nicht. Dieser Vorschlag wird angenommen, worauf die Ver- ׳ Sammlung geschlossen wird. Berlin, im Mürz. Der Lehrplan des ,Israelitischen Fortldlduugs-Vereins Montetiore“ für da.- Sommerfialbjahr HR)7 umfa.-st; folgende Vorträge: Dienstag!1—10 I hr abends : Herr Dr. E. Biber- ' feld. Mischnah Traktat Schabboth: Sonnabend 1-12—1-1 mittag-■ [ Mitglieder-Schiur, Chaje Odom; S0fnabend + -.־> Uhr nachmittag־ : Herr Dr. ■L Wohlgemuth, Hiob. .Die Bucherausgabe findet jeden! Dienstag vor dein Vortrage statt. Das Vereinslokal!■ctindet sich; Dirckseustrnsse +6; Gäste sind jederzeit willkommen. München, 25. März. Audem Semestralbericht der hiesigen ,Vereinigung jüdischer Akademiker* sei folgender Passus vermerkt : - ■ ,Als bemerkenswert möchten wir erwähnen, dasfür vier Mitglieder der V. j. A. welche die ärztliche Vorprüfung (Physikum 1 zu machen hatten und nach der neuen bayerischen Prüfungsordnung leicht, durch Losziehung, als einen der fünf Examenstage den Schabbos hätten bekommen können, von Herrn Profes-or M o 1 i 0 r auf Ersuchen ohne weiteres die Examentage ohne Kollision mit Schabbos bestimmt wurden“. -׳• ~ ' Aurich, 8. April. Wie alljährlich Herr Landesrabbiner Dr. L ö b aus Emdeu durch seine bei deu inspectionsreisen gehaltenen 1 äusserst wirkungsvollen Predigten und durch seine züudenden Worte das hiesige Gemeindeleben in echt religiösem Sinne heeinfiusst ein Umstand, dem es zum nicht geringen Teil zu danken ist, dass der , Sabbath hier noch in althergebrachter Weise gehalten wird, so hat־ i Herr Dr. L ü b, infolge einer Anregung in seiner diesmaligen ganz j hervorragenden Predigt bewirkt, dass sich hieiselbst eine Ort >- gruppe des ,Verbandes der Sabbathfreunde“ mit vorläufig 28 Mitl gliedern gebildet hat. Der Vorsitz liegt iu den bewährten Händen ן iles Vorstehers, Herrn Jakob Bargerbebr, dessen eifrigem , Bemühen es gewiss gelingen wird, den Verein noch weiter auszu- I bauen. , Stuttgart, im Nissan 5607. Behufs Gründung einer Ortsgruppe '■ in Überdorf (Wttbg.) fand am 10. März daselbst eine Versammlung statt, in welcher Herr Paul M. Aron aus Stuttgart die Bedeutung der Sabbath-lustitution für das Judentum beleuchtete und die Ziel׳- uud Zwecke des ,Verbandes der Sabbathfreunde“ eingehend besprach. Die Versammlung, deren Zustandekommen den Bemühungen der Herren Dr. K r o n e r und Lehrer Erlen bachcr zu verdanken ist. war leider sehr Schwach besucht, doch steht zu erwarten, dass e; den genannten Herren gelingen wird, aach die übrigen zahlreichen Mitglieder der dortigen Gemeinde für die heilige Sache zu gewinnt u. Der Vortrag des Herrn Aron, sowie die daran anknüpfenden gr;-1veilen Ausführungen des Herrn I)r. Krone r wurden von den Aiu. wesenden mit Beifall aufgenommen. Schwabach, 5. März. Der hiesige Stadtmagistrat gez. Dummler bringt die gemäss den Beschlüssen der städtischen Kollegien vom 20. Mai, 13. Juni 1004 abgeänderten distrikspolizcilichen Vorschriften

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