Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- 3 (3.1907)
- Date
- 1907-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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21 Der Sabbath. die Unterstützung sowohl aller deutschen Juden wie aller nichtjddischen Anhänger des konfessionslosen Rechtsstaates verdienen, so wenig darf man überdieseiben die prinzipiellen Gesichtspunkte aus den Augen verlieren, die allein die Richtschnur für eine sozialpolitische Regelung des wöchentlichen Ruhetages seitens des Staates bilden dürfen. Sie müssen immer wieder betont und als allein berechtigt hervorgehoben werden.*! Vereins-Nachrichten. t Berlin, 2t. Febr. Gestern Abend fanl 11k Resaurant Simon die ordentliche Generalversammlung des hiesigen ״Vereins fiir Stelle:!- Vermittlung und Versicherung gegen Stellenlosigkeit עוברי שבת• stau. Aus dem Bericht das Vorsitzenden, Herrn Dr. Ed. U i b ■! r f e 1 d sei hervorgehoben, dass der Verein im abgelaufenen Gesell i:t;j ihre 86 Personen (60 männlichen, 26 weiblichen) Stellungen vermittelt hat, -davon waren 63 kaufdWinnische, 23 gewerbliche, in Berlin wurden 83 Personen untergghrächt, auswärts 3. — Dar von dem Rendanten. Herrn J. Ber erstattete Cassenbericht zeigt folgendes Ergebnis : Einnahmen: An Kassenstand am 31. 12. 66 M. 195.37 ״ Mitgliedsbeiträgen ('534.5 ״ ״ ' Versicher.-Prämicn ,. 54.75 ׳ Al.!34.62 j Ausgaben: Fiir Salaire . . . . M. 490.- ״ Drucksach., Portietc. 116.— ״ Ueberweisung von Versicherung-Präm. 1.25) ״ ״ K:1ssa-Besta!!d . . 1K.YI 317764.62 Diese Bilanz ist von den Revisoren, Herren Louis I. e w y und H. Rosenbaum geprüft und richtig befunden worden. Dem Vorstände wurde hiernach Dechargc erteilt. Zu Punkt ■3 der Tages- Ordnung (Anträge) lag ein Antrag vor, die bestellende Interessen- und Lokalgemeinschaft mit dem ״Verein fiir Arbeitsnachweis“ didurch noch enger zu gestalten, d iss die Stellenvermittlung aus dem Programm des שזפדי שבת ganz gestrichen uud dem ״Verein fiir Arbeitsnachweis“ übertragen werde, der sich dafür anheischig machen wolle, statuarisch es als Ehrenpflicht seinerseits anzuerkennen, dass die sabbathhaltenden Bewerber von ihm vor allem unterstützt und gefördert werden sollen. Beschlossen wurde, unter Ablehnung einer in diesem Sinne gehaltenen Statutenänderung, mit dem ״V. f. A.“ einen Vertrag für ein Jahr zu schliessea,■ .wonach der ״V. f. St.“ jenem die Stellenvermittlung für die שוכרי שבת überträgt und dafür dem Sekretär des ״V. f. A.“ ein entsprechendes Gehalt zahlt. — Bei den Wahlen ging der Vorsitz von Herrn Dr. B ib e r f e 1 d , der wegen Arbeitsüberhäufung eine Wiederwahl ablehnte, auf den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn 3E Merzbach über, während Herr Dr. Biberfeld stellvertr. Vorsitzender wurde. Die übrigen Vorstandsmitglieder, Herren Ber, Dorn,Gradenwitz, E. Lazarus wurden wieder- und Herr D r i e 1 s m a als Beisitzer neugewählt. Breslau, 17. Februar. In den Bericht über den Delegirteutag hat sieb bei den Ausführungen des hiesigen Delegierten, Herrn A. Kober zu der Sonntagsrahefrage ein Irrtum eingeschlichen. Herr Kober hat erklärt, dass er dem ״geschäftsführenden Ausschlüsse“ das weitgehendste Vertrauen entgegenbringe, aber gerade aus diesem Grunde über dessen weitere Massnahmen einige Aufklärung wünsche. Zu einer Vertrauenserkläruug für den ״Verband deutscher Juden“ sah der Redner keine Veranlassung. — In der Sitzung am 11 d. M. wurde unser stellvertretender Vorsitzender, Herr Simonsohn als Vertreter unserer Ortsgruppe in der von dem Delegirten-Tag beschlossenen Statatenänderangscommission ernannt — Magistrat und Stadtverordnetenversammlung waren vor einigen Wochen in einer Petition hiesiger Handlangsgehülfen angegangen werden, durch Ortstatut eine weitere Einschränkung der Sonntagsarbeit za beschliessen. Der Magistrat wandte sich darauf mit dem Ersuchen an die Handelskammer ein Gutachten über die betreffende Petition zu erstatten. Die hiesige Ortsgruppe hat es natürlich an sich nicht fehlen lassen, um die drohende Gefahr abzuwenden. Die Handels• kammer ernannte eine Specialcommission zur Prüfang der Angelegenheit, welche nach eingehender Prüfung der Sachlage einstimmig Ablehnung der Petition Vorschlag. Diesem Anträge ist ebenso einstimmig das Plenum der Handelskammer beigetreten und denselben Standpunkt dürften danach Stadtverordnetenversammlung und Magistrat einnehmen. Posen. Am Mittwoch, den 30. Janaar fand im grossen Stern- -sehen Saal ein Vortragsabend der hiesigen Ortsgruppe des ,Verbandes der Sabbathfreunde“ statt, za dem etwa 250 Personen, Damen und Herren, erschienen waren. Herr Gemeinderabbiner Dr. Feil che nield sprach über das Thema: ,Die Tätigkeit des Verbands der! Sabbathfreun h:־. — Am Mont ig den'4. Februar wurde die erste; Monats Versammlung abgohalten.;\achdem der Vorsitzend.•. Her׳ | J. Gabriel einen Bericht Uber die Tätigkeit derhiesigeu Ortsgruppe | gegeben batte, erstattete der Delegierte Herr E. Rzeszewski ( einen Bericht über den Didegiertentag. Dem Referate schloss sicli eine lebhafte Dlskussiou an. In der dcmnäoht statttindenden Monats׳ : Versammlung wird Herr P. Pies s 11 er über Stellenvermittlung und 1 Stullenversicberung sprechen. Die Mitgliederzahl der Ortsgruppe ist : auf 95 angewachsen. _ Filehns, 6. Februar. Dank der überaus rührigen Tätigkeit unseres Predigers, Herrn J. X o b~e 1 bat sieh hier eine Ortsgrupp! des ״Verbandes der Sabbathfreunde“ coustituirt, der inzwischen Tie■ reits 55 Mitglieder beigetreten sind. Vorsitzender i^t Herr Rabbiner Nobel, Schriftführer Herr Lehrer ern. P u t s c h i 11 s k i, Oassier Herr W. Liisscr. Die Beiträge werden, was zur anderweitigen Nachahmung׳ in kleineren Orten empfohlen sei, in monatlichen Raten eiugeholi. — H Rädelheim. 13. Febr. Der mit grossem'Eifer werbend» ״Vernanit der Sabbathfreunde“ hat nunmehr auch die alte ja lisch!! Gern!in 1; Rödelheim in den Kreis seiner Wirksamkeit einb.20׳gen. In einer unter dem Vorsitz des Herrn Heinrich -H a in m ׳!d a:11'10, d. Mts. dahier im ״Park-Restaurant“ stattgehabten• Versammlung, ilii 1 von etwa 30 Dirnen uni Herren besucht war, erstattete der Abge■ sandte der Ortsgruppe. Frankfurt a. M״ Herr Hermann Franken tbal, sein Referat: ,Was will der Verband derSabbathfreando“ ih eingehender Weise. Die (Urauffolgende Anssprache, in welcher auch einige Oppositionsredner zum Wortg kamen, konnte nur befruchtend wirken, da die vorgebrachten Ein wände von dem Referenten in gtschickter Weise zurückgewiesen wurden und die zweckdienlich! Nützlichkeit des Verbandes dadurch noch mehr hervortrat. Daran]- hin wurde die Ortsgruppe Rüdelheim coustituirt, in welche 16 Mil• glieder eintraten, jedoch ist begründete Aussicht vorhanden, dass in Laufe der nächsten Tage noch eine weitere Anzahl beitreten werde!, Zu Vorstandsmitgliedern wurden die Herren Lehrer Zinkes, G1 sebäftsführer Falkenberg un׳l Kaufininn Heb. Hammel ernannt. Berlichingen (\Vttb.> Nach einem äusserst eindrucksvollen und mit grossem Beifall aufgeuommenen Vortrag des Herrn Paul M. Aron aus Stuttgart konstituirte sich auch in hiesiger Gemeind!! eine Ortgruppe des ,Verbandes der Sabbathfreunde“, der fast samt■ liehe Gemein lejn tglie ler angeboren. Auch in der N.ichbargeineind« ()Inhausen gelang es den Bemühungen des Herrn Aron ein!! Ortsgruppe ins Leben zu rufen. Mögen nun beide Vereine den bei der Gründung in sie gesetzten Hoffnnugen gerecht werden und aucl! ihr Scherliein beitragen, dass dem umsichgreifenlen רידד• שבה durch zielbewusste Bekämpfung wirksim entgegengearbeitet werden kann. <• v •-jt *> Vermischte Nachrichten. Hamburg, 10. Februar. Ein von hier aus s. Zt. ins Waisenhaus in Diez a. L. untergebraehter Knabe bat jetzt das Alter erreicht, um das Waisenhaus zu verlassen und eine Kaufmannsstellung an zu ■ nehmen. Sowohl die Verwaltung des Waisenhauses als ein hiesige ׳ Herr bemühten sich für den Knaben, speziell war eine Stellung in Hemelingen bei Bremen in Aussicht genommen, die gut zu passet! schien, bis man bei näherer Erkundigung erfuhr, dass das betreffend!, Geschäft am Schabbos geöffnet sei. Selbstredend wurden die Unter■ handlungen von meinem hiesigen Gewährsmann sofort abgebrochen, Da aber der betr. Kaufmann in H. den Knaben anscheinend gern! haben möchte, liess er die Unterhandlungen durch'den jüdischen Lehrer Herrn Adolph R. in A. wieder anknüpfen. Derselbe schrie! meinem Gewährsmann folgendes: ״Von dem Standpunkt aus, dass der junge Mant späterhin doch' in ein Geschäft tritt, woselbst er Sabbath entweiht ist es nicht so schlimm, wenn man inn schon jetzt in eit solches Geschäft giebt. Handelt es sich doch um ein Haus, welches von tiefer Religiosität erfüllt ist. Die geschäftliche! Verhältnisse gestatten nur nicht, dass der Sabbath nach Vorschrift gehalten wird!“ etc. etc. Dies schreibt ein Religionslehrer, ein ״Führer“ der Jugend, in einer, wenn auch kleinen Gemeinde, woselbst noeli einige Geschäft > sich befinden, die Schabbos geschlossen haben! Wie wird es de!! Knaben ergeben, die das Unglück haben, von einem solchen ״Führer 1 Reli gions ־ Un t erric h t zu erhalten? Wie es wohl mit der msmir bei einem solchen Manne bestellt ist! Von einer Existenz der Steilesvermittelungsvereine, die unter Aufopferung von Zeit und Geld alle! daran setzen, jungen Leuten Gelegenheit zu verschaffen, in שבת geschlossenen Geschäften unterzukommen, hat der Mann wohl noch ni! etwas gehört! Ebensowenig von dem Verband der Sabbathfreuad«, der so eifrig bestrebt ist, die Hindernisse, welche der Schabbosbeaehtang sich in den Weg stellen, hinweg zu räumen. Wahrlieh י. פהדבל זפחריבד פסו יצאו Hamburg. M. Jucobsen.